Megatrend E-Mobility: Die besten Elektromobilitäts-Aktien 2019

Das sind die besten Elektroauto Aktien für 2019, um vom E-Mobility Trend zu profitieren

Der Automobilmarkt ist in Bewegung: Seit 2011 hat sich die Anzahl der weltweit verkauften Elektroautos alle 15 Monate verdoppelt. Und allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Elektro- und Plug-in-Hybridautos auf den Straßen laut „Global Electric Vehicles Outlook“ der Internationalen Energieagentur (IEA) um 2 Mio. auf 5,1 Mio. erhöht. Auch wenn der Anteil bei den Neuzulassungen noch bei überschaubaren 2,4% liegt, ist der Trend nicht mehr zu stoppen. Bereits im Jahr 2022 soll weltweit jeder zehnte Neuwagen ein E-Auto sein. Das Thema E-Mobility boomt auf allen Ebenen: Neben Elektroautos umfasst die Branche auch eBikes, eScooter, Elektro-Motorräder, -Nutzfahrzeuge und -Busse.

Wegen des Wachstums der Elektromobilitäts-Branche wird auch die Nachfrage nach Batterien und nach den hierfür benötigten Rohstoffen wie Lithium (Die besten Lithium Aktien) oder Kobalt (Die besten Kobalt Aktien) stark ansteigen. In diesem Artikel möchten wir für Sie einen direkten Blick auf die Elektromobilitäts-Branche werfen. Wir möchten Ihnen die aus unserer Sicht besten Aktien vorstellen, mit denen Sie vom Trend Elektromobilität profitieren können.

Die Welt der Automobile im Umbruch

Viele Jahrzehnte lang hat sich im Automobilmarkt relativ wenig getan. Nun aber ist die Welt der Automobile im Umbruch und die Tage des herkömmlichen Verbrennungsmotors sind gezählt. Schon in absehbarer Zukunft werden wohl die letzten Exemplare vom Band laufen, denn die Zukunft des Automobils ist elektrisch: Der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird bereits in den kommenden Jahren kräftig steigen. Experten erwarten, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in spätestens zwei bis drei Jahren von aktuell zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2018 auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge pro Jahr wächst. Dies würde einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entsprechen. Der Trend, der sich nicht mehr aufhalten lässt, wird in der Automobil- und Zulieferindustrie zweifellos zu gewaltigen Veränderungen und Verwerfungen führen und Gewinner und Verlierer hervorbringen.

Tesla schafft Durchbruch mit dem Model 3

Pionier und Wegbereiter der Elektromobilität ist das im Jahr 2003 von Elon Musk gegründete Unternehmen Tesla. Obwohl Kritik und Skepsis das Unternehmen stets begleitet haben, hat Tesla nach einigen operativen Krisen und Verzögerungen nun offenbar die größten Hindernisse gemeistert und mit dem Model 3 ein relativ erschwingliches Elektroauto für die Mittelschicht erfolgreich auf den Markt gebracht. Ab dem Jahr 2020 peilt Tesla 500.000 Elektroauto-Verkäufe pro Jahr an nach 360.000 bis 400.000 im Jahr 2019. Die Reichweite eines Teslas soll mittelfristig auf 650 km pro Ladevorgang steigen. Die großen Automobilhersteller ziehen mittlerweile mit mehr oder weniger Elan nach und entwickeln eigene Elektromodelle. Spätestens ab dem Jahr 2020 wird daher mit der Markteinführung zahlreicher alltagstauglicher Elektroautos gerechnet.

VW mit 70-Milliarden-Investitionsplan: „Das Auto wird gerade neu erfunden“

Ein regelrechter Paukenschlag war im Jahr 2017 die Ankündigung von Volkswagen, in den kommenden Jahren insgesamt 70 Mrd. Euro in eine Elektro-Offensive investieren zu wollen. Dabei sollen 50 Mrd. Euro in die Entwicklung und Produktion von Batterien fließen und 20 Mrd. in elektrische Fahrzeuge. Bislang hatten die meisten großen Autokonzerne relativ zögerlich investiert. VW hat nach der Dieselkrise nun offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt und das Rennen um Marktanteile endgültig eröffnet. Unter anderem soll der Standort Zwickau zum reinen E-Auto-Werk werden. Konzernchef Matthias Müller bezeichnete die Investitionspläne als Kraftakt und sagte „Das Auto wird gerade neu erfunden“.

Bis 2025 planen die Volkswagen Konzernmarken VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche und Bentley insgesamt über 80 Modelle mit E-Motor, darunter rund 50 reine Elektroautos und 30 Hybridmodelle. Bis zum Jahr 2030 soll dann die komplette Modellpalette elektrifiziert sein. Autoexperte Stefan Bratzel erwartet, dass bis 2025 jedes vierte Auto des Volkswagen Konzerns elektrisch betrieben wird. Anfang 2019 erhöhte der Konzern das Absatzziel für die kommenden 10 Jahre von 15 Mio. Elektroautos auf 22 Mio. Fahrzeuge.

China peilt Verbot von Verbrennungsmotoren an und führt E-Auto-Quoten ein

Vorreiter in Sachen Elektromobilität ist jedoch China. Das Reich der Mitte war 2018 laut Center of Automotive Management (CAM) mit mehr als 1 Mio. E-Auto-Neuzulassungen und 4,5% Marktanteil unter den großen Industrienationen erneut weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. 2019 sollen in China bereits 1,5 Mio. Elektroautos neu zugelassen werden.

Ein Grund dafür: Die chinesische Regierung macht Nägel mit Köpfen und hat beispielsweise bereits ein Verbot von Verbrennungsmotoren angekündigt. Ein konkretes Datum steht zwar noch nicht im Raum, aber Experten vermuten, dass es bis 2035 bzw. bis spätestens 2040 so weit sein könnte. Bis dahin dürften – neben E-Auto-Quoten für Hersteller – noch einige weitere Maßnahmen beschlossen werden, um möglichst schnell viele Elektrofahrzeuge auf chinesische Straßen zu bringen. Schon ab dem vergangenen Jahr mussten acht Prozent der in China verkauften Automobile elektrisch betrieben sein. Dieses Jahr steigt die Quote auf 10%, im Jahr 2020 um weitere zwei Prozent auf 12%.

Elektroauto-Förderung in Deutschland

Die deutsche Regierung setzt bei ihren Fördermaßnahmen vor allem auf eine Ankurbelung der Elektroauto-Nachfrage. So hat der Bund vor zwei Jahren eine Summe von 600 Mio. Euro als Kaufprämie für Elektroautos zur Verfügung gestellt: 3000 Euro bis 4.000 gibt es aktuell pro Neufahrzeug, je nachdem ob es sich um ein reines Elektroauto oder ein Hybrid-Auto handelt.  Per Ende Juli waren immerhin etwas mehr als 130.000 Anträge bewilligt, so dass bislang ca. 420 Mio. Euro ausgezahlt wurden. Ende Mai wurde die Prämie für den Kauf von Elektroautos bis Ende 2020 verlängert, wobei die Gesamtsumme auf maximal 1,2 Mrd. Euro verdoppelt wurde. Ist die Summe aufgebraucht, so soll die Förderung angeblich auslaufen. Es könnte aber auch sein, dass nochmals aufgestockt wird.

Entscheidende Faktoren: Ladeinfrastruktur, Reichweite und Preisunterschiede

Trotz attraktiver Kaufprämie gibt es beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland noch verschiedene Hemmnisse unter anderem die fehlende flächendeckende Lade-Infrastruktur. Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) wäre daher vor allem der schnelle und nachhaltige Ausbau der Ladeinfrastruktur wichtigste Voraussetzung für rasche Erfolge in der Elektromobilität. Die aktuell rund 17.500 öffentlichen Ladestationen in Deutschland seien dem Verband zufolge „absolut unzureichend“.

Denn wie schnell sich das Elektroauto tatsächlich durchsetzt steht in direktem Zusammenhang mit der vorhandenen Infrastruktur. In einer Umfrage des Forsa-Instituts setzten 90 Prozent der Befragten eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur als entscheidende Grundvoraussetzung für Elektroauto-Käufe voraus. Jeweils ca. 80% der Teilnehmer wünschen sich zudem eine Reichweite von mehr als 500 km, sowie keine oder nur geringe Preisunterschiede zu Verbrenner-Autos. Mittlerweile sind dies bei weitem keine unrealistischen Vorstellungen mehr. Daher ist es nur noch eine Frage von wenigen Jahren, bis Elektromobilität den Benzinmotor als Standard verdrängt.

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Die besten Elektromobilitäts-Aktien 2019

Neben Elektroautopionier Tesla gibt es rund um das Thema E-Mobility zahlreiche Technologie- und Zulieferfirmen, die besonders stark vom Aufstieg des Elektroantriebs profitieren. Drei dieser Unternehmen stellen wir Ihnen jetzt vor.

BYD: Größter Akku- und Elektroautohersteller der Welt

BYD (ISIN: CNE100000296 – Symbol: BY6 – Währung: EUR) ist weltweit nicht nur der größte Elektroautohersteller, sondern auch der größte Produzent von wiederaufladbaren Akkus und anderen Stromspeicherlösungen. Diese werden vor allem in Mobiltelefonen, aber auch in den eigenen Elektrofahrzeugen eingesetzt. Aber auch für Kraftwerke und Privathaushalte gibt es innovative Stromspeicherlösungen. Zuletzt litt das Unternehmen unter dem Handelskrieg USA-China.

Doch weil die Nachfrage nach den Batterien und Stromspeicherlösungen getrieben durch den Elektroautoboom in den kommenden Jahren weiter durch die Decke gehen dürfte, stehen dem in Hong Kong börsengelisteten Unternehmen glänzende Zeiten ins Haus. Unternehmensgründer Wang Chuan-Fu hat das ehrgeizige Ziel mit seinem Unternehmen, das nach dem Akronym „Build Your Dream“ benannt wurde, einmal mehr als 150 Mrd. USD Umsatz zu erzielen. Im Vergleich zu 2018 würde dies glatt eine Verachtfachung bedeuten.

Starkes Wachstum bei Elektrobussen

Im vergangenen Jahr 2018 lieferte sich BYD ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Konkurrenten Tesla, beide Unternehmen kamen am Weltmarkt für elektrifizierte PKWs auf einen Anteil von 11%. Im Vorjahr hatte BYD dank des gewaltigen Heimatmarktes noch rund 5.000 Elektroautos mehr als Konkurrent Tesla verkaufen können und so dreimal in Folge den Titel als weltweit größter Elektroautoproduzent für sich beanspruchen können.

BYD verfügt im Gegensatz zu Tesla über eine deutlich breitere Produktpalette. Während Tesla insgesamt gerade mal vier Modelle im Angebot hat, verfügt BYD über vier PKW, drei Hybridfahrzeuge, sowie sechzehn elektrische Nutzfahrzeuge und Busmodelle. Bei Elektrobussen ist BYD besonders stark. Laut Spiegel sind von weltweit knapp 400.000 elektrisch betriebenen Bussen satte 99% in China unterwegs. Damit fahren rund 20% der öffentlichen Busse in China bereits elektrisch – mit steigender Tendenz. Viele davon stammen aus dem Hause BYD. Doch auch außerhalb des Heimatmarktes rollen bereits BYD-Busse, unter anderem in den USA, Großbritannien, Italien und Skandinavien. Auch aus anderen Ländern gibt es zahlreiche Großaufträge

Elektrofahrzeugsparte auf der Überholspur

Im Juli 2018 wurden von BYD erstmals knapp mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge (Autos, Busse und LKWS) als mit Benzin betriebene Fahrzeuge abgesetzt. Im Gesamtjahr 2018 lagen mit Verbrennungsmotor ausgestattete Fahrzeuge mit 273.000 ausgelieferten Exemplaren noch um ca. 26.000 Stücke vorn, aber dieses Jahr ist der Verbrennungsmotor konzernintern bereits weit abgehängt worden. Per Ende Juli waren 162.220 Hybrid- und E-Autos verkauft (+73%), während der Verkauf von Fahrzeugen mit fossilem Brennstoffantrieb um -42% auf 96.837 regelrecht einbrach.

Warren Buffet beweist den richtigen Riecher

Im Jahr 2018 machte bei BYD der Einstieg von Investorenlegende Warren Buffet Schlagzeilen. Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beteiligte sich mit rund 8,25% an BYD und bezahlte dafür rund 230 Mio. USD und einen Preis von ca. 8 HKD pro Aktie. Der Konzern produzierte damals vor allem Handyakkus, plante aber bereits in das Elektromobilitäts-Geschäft einzusteigen. Buffett bewies wieder einmal den richtigen Riecher: Nach einer wilden Achterbahnfahrt liegt der Preis heute bei rund 43 HKD oder 4,85 Euro, so dass das Investment nach rund zehn Jahren gut 1,2 Mrd. USD wert ist. Ein Kursplus von weiterhin mehr als +400% und die Erfolgsgeschichte ist möglicherweise gerade erst am Anfang. Davon ist auch Buffet überzeugt, denn in einem Interview mit dem chinesischen Staatsfernsehen bekräftigte er Ende 2018, dass ihm das Investment in BYD sehr am Herzen liege.

BYD Aktie nach Gewinneinbruch wieder auf Kurs

Da die chinesische Regierung die Subventionen für Elektroautos zuletzt deutlich heruntergeschraubt hat, fiel der Gewinn 2018 trotz einer Umsatzsteigerung von +23% auf 130 Mrd. Yuan von vier Mrd. Yuan auf 2,8 Mrd. Yuan. Im Jahr 2019 laufen die Geschäfte wieder besser. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um +23% von 24,7 Mrd. Yuan auf 30,3 Mrd. Yuan. Der Nettogewinn konnte dabei im Vergleich zum schwachen Vorjahreswert um +632% auf 750 Mio. Yuan gesteigert werden.

Die BYD Aktie ist auf alle Fälle einen Blick wert. Denn das Unternehmen ist im Gegensatz zu Tesla zum einen schon seit Jahren profitabel, zahlt eine Dividende (0,23 HKD für 2017) und zum anderen ist es deutlich breiter aufgestellt. Auch wenn die Förderungen für Elektroautos kürzlich weiter eingeschränkt wurden, dürften die Gewinne von BYD ab diesem Jahr wieder leicht um +6% zulegen. Für 2020 erwarten Analysten dann ein zweistelliges Gewinnplus von immerhin +16%.

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Toyota und BYD wollen zusammen Elektroautos bauen

Kürzlich gaben der japanische Autohersteller Toyota und BYD bekannt, gemeinsam Batterien und Elektrofahrzeuge entwickeln zu wollen. Konkret sind vollelektrische Limousinen und SUV geplant, die in der ersten Hälfte der 2020er Jahre unter der Marke Toyota auf dem chinesischen Markt eingeführt werden sollen. In der gemeinsamen Meldung hieß es, man wolle die Rivalität aufgeben und zukünftig eng zusammenarbeiten. Der japanische Automobilkonzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Absatz von Elektro-Fahrzeugen bis 2025 auf 5,5 Mio. zu steigern. Das wäre im Vergleich zu 2018 immerhin eine Verdreifachung. 4,5 Mio. Fahrzeuge sollen mit Hybridantrieb ausgestattet sein, die übrigen Autos sollen mit Akkus oder Brennstoffzellen rein elektrisch angetrieben werden. Mit BYD an der Seite sollen die ambitionierten Ziele erreicht werden.

Spekulatives Langfrist-Investment

Wer auf den Trend Elektromobilität setzt und direkt in einen Hersteller investieren möchte, der hat mit BYD eine im Vergleich zu Tesla deutlich günstigere Alternative. Doch auch die Batterie- und Akkusparte des an der Börse mit knapp 15 Mrd. USD bewerteten Unternehmens ist spannend, denn auch hier stehen alle Zeichen auf Wachstum. Wir gehen davon aus, dass BYD seinen Wettbewerbsvorsprung nutzen wird und auch in den kommenden Jahren sowohl bei Elektrofahrzeugen als auch bei Akkus stark steigende Verkaufszahlen erzielen wird. Dies sollte die Gewinne des Konzerns dann wieder deutlich nach oben treiben. Die strategische Entscheidung sich in den kommenden Jahren komplett zum E-Mobility Konzern zu wandeln dürfte sich langfristig auszahlen. Alles in allem ist die BYD-Aktie zwar schwankungsfreudig und spekulativ, aber mit entsprechendem Anlagehorizont zweifellos auch sehr aussichtsreich.

Panasonic: Vom Elektronikkonzern zum Automobil-Unternehmen?

Obwohl Panasonic (ISIN: JP3866800000 – Symbol MAT1 – Währung EUR) immer noch von vielen als Hersteller von TV-Geräten und Stereoanlagen gesehen wird, liegt die Zukunft des Unternehmens zu einem großen Teil im Bereich Elektromobilität. Das Unternehmen wandelt seinen Schwerpunkt derzeit weg von Unterhaltungselektronik hin zu Systemlösungen und Komponenten für Industriekunden. Das Automobilgeschäft mit Bordelektronik, digitalen Cockpits inklusive Infotainmentsystemen und Akkus ist dabei einer der wichtigsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereiche.

Marktführer bei E-Auto-Akkus

Für die Lithium-Ionen-Batterien, die Panasonic als führender Anbieter in stark steigenden Stückzahlen produziert, wird über das Jahr 2021 hinaus ein jährliches Marktwachstum von 17% prognostiziert. Die steigende Nachfrage ist unter anderem auf die steigende Anzahl von Solar- und Windprojekten zurückzuführen, aber vor allem und in erster Linie auf Elektrofahrzeuge, dem mit Abstand am schnellsten wachsenden Segment. Akkus sind wertmäßig das Kernstück aller Elektroautos. Diesen milliardenschweren Weltmarkt haben asiatische Hersteller komplett unter sich aufgeteilt. Panasonic ist dabei mit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel unangefochtener Marktführer noch vor dem BYD Konzern aus China, der auf knapp ein Fünftel kommt. Dritter im Bunde ist LG aus Südkorea mit rund 10% Weltmarktanteil.

Antriebssysteme für Automobilhersteller

Die Tochtergesellschaft Panasonic Automotive Systems Company of America hat 2018 auf der CES-Messe in Las Vegas eine sogenannte ePowertrain-Plattform für Elektroautos vorgestellt. Das System, das mit Elektromotor, Ladegerät und Wechselrichter die wichtigsten Komponenten für den Elektroantrieb beinhaltet, sei für große globalen Automobilhersteller entwickelt worden, so Panasonic in einer Pressemitteilung. Die ePowertrain-Plattform soll weiter ausgebaut werden, damit das System auch für E-Bikes und Micro-Elektrofahrzeuge genutzt werden kann. Der energieeffiziente Antriebsstrang ist sehr kompakt und kann daher äußerst flexibel in Elektrofahrzeugen aller Art integriert werden.

Milliardeninvestment in Tesla schafft Abhängigkeiten

Offenbar will sich das Unternehmen durch die Entwicklung von Antriebssträngen auch unabhängiger von Tesla machen. Die Japaner haben mehrere Milliarden USD in die Gigafabrik des Elektroautoherstellers investiert. Dass Elon Musk meist hinter seinen ambitionierten Produktionszielen zurückblieb, traf Panasonic daher besonders stark. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 lag die Autosparte des Konzerns rund 10% unter Plan. Dass dies in erster Linie auf die Produktionsverzögerungen bei Teslas Model 3 zurückzuführen ist, wurde Pressevertretern auf Nachfrage ohne Umschweife erklärt. Nachdem die Produktion bei Tesla zuletzt hochgefahren wurde zeigten sich die Japaner mittlerweile deutlich zufriedener.

Batteriefabrik in China und Partnerschaft mit Toyota

Aktuell macht die Automobilsparte bereits 21% des Konzernumsatzes aus – mit steigender Tendenz. Bis 2021 will Panasonic die Umsatzerlöse in dem Bereich von 13 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf mindestens 19 Mrd. Euro steigern. Ein Drittel davon entfallen auf Auto-Akkus, die mittlerweile wiederum bereits mehr als die Hälfte des gesamten Akku-Umsatzes von Panasonic ausmachen. Um die Abhängigkeit von Tesla auch in diesem Bereich zu senken hat der Konzern gerade eine neue Batteriefabrik in China gebaut, die ab dem kommenden Jahr chinesische Automobilhersteller beliefern soll. Darüber hinaus wurde eine enge Kooperation mit Toyota zur Entwicklung neuer Batterie-Technologien vereinbart.

Automobilgeschäft sorgt für Wachstumsfantasie

Nachdem das Hauptgeschäft mit der Unterhaltungselektronik zuletzt jahrelang stagnierte, brachte die Neuausrichtung und der verstärkte Fokus auf den Automobilbereich wieder frischen Wind und Wachstumsfantasie ins Unternehmen. Im Jahr 2017/ 2018 stieg der Konzernumsatz um knapp +10% von 7,3 Bio. JPY auf 8 Bio. JPY. Gleichzeitig stieg das Ergebnis pro Aktie um +58% von 64 JPY auf 101 Yen (ca. 0,78 EUR). Im letzten Geschäftsjahr 2018/19 stieg der Gewinn je Aktie bei stabilen Umsätzen um +20 % auf knapp 122 JPY (1,02 Euro). Bei einem Aktienkurs von 7,00 Euro liegt das KGV bei moderaten 7. Pro Aktie wird eine Dividende von 30 Yen ausgeschüttet, was rund 0,25 Euro und einer Dividendenrendite von 3,6% entspricht.

Korrektur bietet Einstiegsgelegenheit

Nach Höchstkursen von 13,50 Euro ist die Panasonic-Aktie bis Herbst 2018 wieder deutlich unter die Marke von 10 Euro zurückgefallen. Auf dem aktuellen Kursniveau von 7,00 Euro könnte sich ein längerfristiger Einstieg auszahlen. Für Elektroautos liefert Panasonic komplette Antriebsmodule, Akkus, Bordelektronik, Cockpitsysteme und Infotainment. Der Zulieferer, der die wichtigsten Bauteile von Elektroautos abdeckt, könnte im Prinzip auch ein eigenes Elektroauto entwickeln. Deutlich lukrativer dürfte es jedoch sein, die hochwertigsten Komponenten eines Elektroautos an zahlreiche verschiedene Automobilunternehmen zu liefern. Vom Megatrend Elektroauto wird Panasonic stark profitieren. Die Aktie ist daher ein aussichtsreiches Investment, um längerfristig auf den Trend Elektromobilität zu setzen.

Varta: Deutscher Batteriehersteller mit eMobility-Fantasie

Varta (ISIN: DE000A0TGJ55 – Symbol VAR1 – Währung EUR) ist ein traditionsreicher marktführender Batteriekonzern mit Sitz in der Schwäbischen Alb. Der Firmenname des bereits im Jahr 1887 gegründeten Unternehmens steht für Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren. Nachdem der Konzern in den 1990er und 2000er Jahren zerschlagen wurde, ging die Varta AG 2017 erneut an die Börse. Beim Börsengang zu 17,50 Euro wurde das Unternehmen mit 670 Mio. Euro bewertet. Mittlerweile notiert die SDAX-Aktie bei ca. 72 Euro und ist knapp 3 Mrd. Euro schwer.

Weltmarktführer für kleinen Batteriezellen

Die beiden Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH produzieren Mikrobatterien, Akkus und Lösungen zur Energiespeicherung für eine Vielzahl von Anwendungen und Endkundenmärkten. Bei Batterien für Hörgeräte beispielsweise ist Varta klarer technologischer Weltmarktführer und bei Akkus für schnurlose Kopfhörer sind die Schwaben ebenfalls auf bestem Wege zur internationalen Spitzenposition. Die Leistung der Zellen liegt weit über der Konkurrenz und konnte in den vergangenen Jahren um +20% bis +30% erhöht werden. Weitere +20% Leistungssteigerung sollen bald realisiert werden, längerfristig sieht man das Potenzial sogar bei +40% bis +50%. Dazu werden extrem dünne Materialien eingesetzt und Graphit teilweise durch Silizium ersetzt. Die Nachfrage nach den Akkus und Batterien des Unternehmens ist so hoch, dass die Produktionskapazitäten massiv ausgebaut werden. Ein großer Teil der Produktion wird nach Asien verkauft. Zuletzt wurde für rund 100 Mio. Euro das Konsumenten-Batteriegeschäft des amerikanischen Energizer-Konzerns gekauft. Doch der Fokus soll nicht ausschließlich bei kleinen Batterien bleiben.

Deutsche Hoffnung im Batterie-Wettkampf mit Asien

Der Blick von Varta richtet sich nun auf die Automobilindustrie. Denn die Bundesregierung möchte den Ausbau der Elektromobilität auch durch die Förderung der Batterieproduktion in Deutschland vorantreiben. Vor allem aber sollen deutsche Automobilhersteller nicht von den bislang alles dominierenden asiatischen Batterielieferanten abhängig sein. Preiserhöhungen oder Ausfuhrzölle könnten die deutsche Automobilindustrie sonst schnell in Bedrängnis bringen.

Um eine Deutsche Batterieproduktion anzuschieben stehen Fördermittel in Höhe von 1 Mrd. Euro bereit, um die sich auch Varta zusammen mit starken Partnern wie Ford beworben hat. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will das Geld möglichst noch dieses Jahr verteilen, um keine Zeit zu verlieren. Allein für den Standort der Batteriezellenforschungsfabrik werden 500 Mio. Euro bereitgestellt. Favorit ist Baden-Württemberg, denn dort gibt es neben dem Hersteller Varta bereits Forschungszentren. Auch die räumliche Nähe zu den süddeutschen Autoherstellern Daimler, Porsche, BMW und Audi könnte von Vorteil sein.

Enormes Marktpotenzial

Der Batteriezellenmarkt für Elektromobilität hat ein enormes Potenzial. Allein Daimler orderte zuletzt Batteriezellen im Wert von 20 Mrd. Euro bei asiatischen Herstellern. Vartas Ziel ist es zukünftig auch Deutschland als Standort für Forschung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos zu etablieren. Denn bislang gehörten Batterien für Autos noch nicht zur Produktpalette. Trotzdem sei auch für größere Zellformate das entsprechende Know How vorhanden für eine technologische Spitzenposition. Daher möchte Varta der asiatischen Konkurrenz die Stirn bieten. Das Unternehmen baut am Unternehmenshauptsitz Ellwangen gerade eine erste Fertigungslinie für großformatigere Lithium-Ionen-Batterien auf. Ein vielversprechendes Forschungsprojekt mit dem Fraunhofer Institut in Sachen eMobility ist ebenfalls erfolgreich angelaufen.

Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn

2019 erwartet das Unternehmen in seiner aktuellsten Prognose einen Umsatz von 320 Mio. Euro bis 330 Mio. Euro und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von rund 72 bis 76 Mio. Euro. Ursprünglich war von einem Umsatz von 305 Mio. Euro und einem EBITDA-Gewinn von 60 Mio. Euro die Rede. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Umsatz um +16% auf 151,5 Mio. Euro und erzielte einen Nettogewinn von 19,5 Mio. Euro, eine beachtliche Steigerung von +49% im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der steigenden Auftragsbestände weitet das Unternehmen seine Kapazitäten weiterhin stark aus und investiert in neue Fertigungslinien.

Spekulative Aktie mit eMobility-Chance

Das Mikrobatterie-Geschäft von Varta brummt und es ist daher nicht verwunderlich, dass die Aktie sich nach dem Börsengang vervielfachen konnte. Ein Ende des Batteriebooms ist nicht in Sicht, denn auch immer mehr kleine und mittlere Elektrogeräte werden mit Batterien und ohne Kabel betrieben. Sollte das Konsortium um Varta den Zuschlag für die Förderung einer Batterieproduktion in Deutschland bekommen, so dürfte das Unternehmen in neue Dimensionen wachsen. Trotz der notwendigen enormen Investitionen könnte Varta das Dasein als Nischenanbieter für Mikrobatterien dann wohl beenden und zu einem bedeutenden Batteriehersteller für die Automobilindustrie aufsteigen. Das ist klarerweise noch Zukunftsmusik, aber die Chancen auf einen Zuschlag für die Fördermittel schätzen wir aufgrund der technologischen Kompetenz als recht gut ein. Die Aktie dürfte dann einen Freudensprung machen. Aufgrund der bereits relativ hohen Unternehmensbewertung hat der Wert auf dem aktuellen Kursniveau von über 70 Euro trotz einer sehr positiven und soliden Geschäftsentwicklung einen spekulativen Charakter. Langfristig orientiere Anleger könnten im Bereich von 60 Euro bis 65 Euro ein Abstauberlimit in den Markt legen. Trotz oder gerade wegen der enormen Aufwärtsentwicklung der Aktie sollten stärkere Schwankungen einkalkuliert werden.

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