Die besten Schweizer Aktien 2020

Der Schweizer Aktienmarkt und wie Sie von dessen Entwicklung 2020 profitieren können

Obwohl die Schweiz für viele europäische Investoren eigentlich „um die Ecke“ liegt, denken eher wenige daran, dort auch in Aktien zu investieren. Die Schweiz taucht selten in der medialen Berichterstattung der Märkte auf, da dominiert die Wall Street mit ihren großen Namen. Außerdem wirkt es ja irgendwie, als bliebe man in der Schweiz auch in Bezug auf die Börse lieber unter sich. Was man oft als Begründung hört, warum Anleger der Schweiz als Investment-Ziel fernbleiben, sind folgende Argumente:

  • Die Schweiz ist ja nicht in der EU oder gar in der Eurozone, wer weiß, was da für Regeln gelten.
  • Da die Schweiz nicht in der Eurozone ist, gibt es ein Währungsrisiko.
  • Der Schweizer Aktienmarkt läuft nicht gut, der SMI hinkt dem DAX meilenweit hinterher.

Das Problem mit diesen Argumenten ist: Sie entsprechen nicht der Realität! Wir zeigen Ihnen im Folgenden, dass der Börsenplatz Schweiz ganz im Gegenteil ein außerordentlich interessantes Ziel für Ihr Kapital ist.

Aktuell ist der Handel von Schweizer Aktien an EU-Handelsplätzen nicht möglich

Aufgrund von Unstimmigkeiten über ein gemeinsames Rahmenabkommen, das langfristige Beziehungen verschiedener Art zwischen der EU und der Schweiz klären soll, hat die EU ein anderes Abkommen mit der Alpenrepublik, welches die Schweizer Börsenplätze als gleichwertige Handelsplätze ausgezeichnet hätte, zum 1. Juli auslaufen lassen. Seitdem dürfen Händler aus der EU in Zürich nur noch eingeschränkt handeln. Die Schweiz hat dafür im Gegenzug den Handel von Schweizer Wertpapieren an europäischen Handelsplätzen wie der Deutschen Börse oder der London Stock Exchange verboten.

Wussten Sie schon? Als LYNX Kunde können Sie dennoch Schweizer Aktien kaufen und verkaufen!

Da Sie als LYNX Kunde die Möglichkeit haben, direkt in der Schweiz zu traden, können Sie über die Schweizer Börse weiterhin Aktien handeln.

Vier Charts, die den Börsenplatz Schweiz in einem anderen Licht zeigen

Die Schweiz hat weitaus mehr zu bieten als Berge, Banken, Uhren und Käse. Nicht umsonst rangiert das kleine Land in der Liste der Länder mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz zwei hinter Luxemburg. Die Lebenshaltungskosten dort sind hoch, keine Frage. Aber das ist, wenn Sie in Schweizer Aktien investieren, nicht Ihr Problem. Und weshalb sich das lohnen kann, zeigen wir Ihnen in den folgenden vier Charts.

Stabiles Wachstum

Zum einen liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz recht deutlich über dem der Eurozone (die aktuellsten Daten beleuchten jeweils das letzte Quartal 2019). Zum anderen zeigt dieser Chart seit Ende 1999, dass das Wachstum der Schweiz sich deutlich weniger volatil gestaltet. Hier geht es also weit weniger stürmisch zu als in der umliegenden Eurozone, was für mittel- und langfristige Investoren von Vorteil ist.

Währungsrisiko Schweizer Franken? Im Gegenteil!

Dass Währungen zueinander schwanken, ist klar. Dass man dann auch mal Verlust machen könnte, wenn man in ausländische Aktien investiert, weil die dortige Währung zur eigenen fällt, ist ein Aspekt, den man immer im Hinterkopf haben muss. Aber ausgerechnet der Schweizer Franken ist wirklich keine Währung, bei der man damit rechnen müsste, dass sie zum Euro auf einmal dramatisch abwertet. Natürlich gibt es auch in der Relation Schweizer Franken zum Euro immer mal wieder kräftige Impulse. Aber dieser folgende Chart, der abbildet, wie viel Euro man für einen Schweizer Franken bezahlen muss, zeigt:

Der Trend weist seit über 30 Jahren nach oben. Der Franken bewegt sich zum Euro in einem Aufwärtstrend, so dass man langfristig zu den Kursgewinnen am Aktienmarkt auch noch Gewinne über den steigenden Wert der Frankens verbuchen konnte. Und derzeit gibt es keine tauglichen Argumente dafür, dass sich dieser Aufwärtstrend des Frankens grundsätzlich umkehren würde. Im Gegenteil finden sich gleich vier Argumente, die für den Schweizer Franken sprechen. Zum einen die ausgeprägte Wachstumsschwäche der Eurozone. Dann der immer noch im Raum stehende Handelskrieg mit den USA. Darüber hinaus die offene Frage, ob es zu einer dauerhaften, auch für die EU vorteilhaften Einigung mit Großbritannien kommt und nicht zuletzt die radikale Negativzinspolitik der EZB. Argumente, die erwarten lassen, dass der Franken eine gute Chance hat, gegenüber dem Euro auch mittelfristig weiterhin deutlich begehrter zu sein und tendenziell zu steigen.

ch Per ETF in den SMI investieren? So funktioniert’s! 

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Meist Vorteile in der Dividendenrendite

Neben dem Aktienkurs und der Tendenz der Währung zum Euro ist für einen Investor natürlich auch die Dividendenrendite ein wichtiger Aspekt. Im Durchschnitt liegt die Dividendenrendite der 30 Aktien des Dow Jones derzeit gerade einmal bei 1,89 Prozent. Das ist spürbar weniger als am deutschen Aktienmarkt, bei dem der Dividenden-Schnitt aktuell, im März 2020, bei 3,02 Prozent liegt. Das in Verbindung mit dem kräftig schwankenden Euro/US-Dollar-Kurs ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn man als deutscher Anleger in US-Aktien investiert. Und was hat die Schweiz zu bieten? Sehen Sie selbst:

Mit 3,08 Prozent liegt die durchschnittliche Dividendenrendite in der Schweiz im März 2020 sogar noch einen Tick über der ohnehin ansehnlichen deutschen Durchschnittsrendite. Das ist besonders positiv zu werten, weil die Größe, die zur Berechnung der Dividendenrendite nötig ist, nämlich der Kurs der Aktien, in der Schweiz höher ist als hierzulande. Denn der Schweizer Aktienmarkt hat sich entgegen der landläufigen Meinung, dieser sei ziemlich „lahm“, in Wahrheit besser entwickelt als der deutsche, wie Sie im Folgenden sehen werden.

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich tadellos entwickelt

Der Swiss Market Index, kurz SMI, ist der für den Börsenplatz Schweiz entscheidende Index, denn die in ihm gelisteten 20 Aktien repräsentieren 90 Prozent der Marktkapitalisierung der in der Schweiz börsennotierten Unternehmen. Andere Aktien sind also im Vergleich echte „Small Caps“ und daher für ausländische Investoren aufgrund der naturgemäß geringeren Liquidität nicht ideal. Aktien, die im SMI notiert sind, müssen äußerst strenge Kriterien erfüllen, was die Berichtspflichten angeht. Da gibt es keinen Grund zur Sorge. Dass die Schweiz nicht in der EU ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wir werden uns im Folgenden die in diesem Index notierten 20 Aktien genauer ansehen, zunächst aber zum SMI selbst. Das Argument, der Index laufe nicht recht, der DAX sei da weitaus dynamischer, ist schlichtweg falsch. Warum? Weil all diejenigen, die dieses Argument ins Feld führen, Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn der DAX, den wir aus den Medien kennen, ist ein sogenannter Performanceindex, der SMI jedoch ein Kursindex. Der Unterschied? Immens, denn:

Bei einem Performanceindex werden die Dividenden mit eingerechnet, zählen also zur Performance hinzu. Das macht über die Jahre hinweg einen großen Unterschied gegenüber einem sogenannten Kursindex aus, der ausschließlich die Kursveränderungen der im Index enthaltenen Aktien misst. Und da der SMI ein Kursindex ist, ist der Vergleich mit der üblichen Darstellung des DAX als Performanceindex falsch.

Vergleicht man den SMI mit dem DAX Kursindex, der Darstellungsform des DAX, die ebenfalls nur die Kursveränderungen der Aktien misst, ergibt sich, wie der folgende Chart ab dem Jahr 2000 zeigt, ein ganz anderes Bild. Da schlägt der SMI den DAX. Und das deutlich. Und bedenken Sie: In der Schweiz ist die durchschnittliche Dividende, die es noch „obendrauf“ gibt, auch noch, zumindest meistens, höher als am deutschen Aktienmarkt.

Interview mit Börsenstratege Ulrich W. Hanke 

Welche Schweizer Aktien zu empfehlen sind und was grundsätzlich zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Interview.

Die aktuell zehn besten Schweizer Aktien

Aber was wäre als Investment am Schweizer Aktienmarkt interessant, welches sind die besten Aktien? Die drei mit Abstand größten, am schwersten gewichteten Aktien sind Nestlé, Roche und Novartis. Sie machen zusammen über 50 Prozent in der Gewichtung des SMI aus. Und der wiederum bildet, wie eingangs erwähnt, 90 Prozent der Marktkapitalisierung aller Schweizer Aktien ab. Aber die größten Aktien müssen nicht die besten sein. Daher haben wir für Sie ein Ranking der aus unserer Sicht derzeit interessantesten zehn Aktien erstellt, und zwar nach folgenden Kriterien:

Wir haben die mittelfristige Performance der 20 Aktien des SMI über ein Jahr ebenso verglichen wie die langfristige Performance über fünf Jahre. Die zehn im Schnitt dieser beiden Kriterien besten SMI-Aktien wurden ausgewählt, um sich den drei weiteren Kriterien zu stellen:

Die aktuelle Dividendenrendite auf Basis der avisierten Dividendenauszahlung für 2019 (je höher, desto besser) im Frühjahr 2020, das erreichte Gewinnwachstum im Jahr 2019 und die Bewertung über das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Kurses vom 05.03.2020 und des 2019 erzielten Gewinns (je niedriger, desto besser). Die jeweils beste Aktie einer Kategorie erhielt zehn Punkte, die schwächste einen Punkt. Der Saldo entscheidet über die Reihenfolge dieser zehn besten der zwanzig Aktien des Swiss Market Index SMI.

Die besten zehn Aktien im Schweizer SMI-Index (Stand 05.03.2020)

UnternehmenBranchePerformance
5 Jahre
Performance
1 Jahr
GewinnwachstumDividendenrenditeBewertung/KGVSaldo
Swiss LifeVersicherung82881036
RocheChemie/Pharma45106732
Zurich InsuranceVersicherung24610931
Lonza GroupChemie/Pharma101071129
SikaChemie/Pharma9952328
NestléNahrungsmittel5395628
SwisscomTelekommunikation1639827
GeberitSanitär6744526
GivaudanChemie/Pharma7823222
SGSPrüfungen/Kontrollen3117416
10 Punkte: beste Aktie in dieser Kategorie … 1 Punkt: schwächste Aktie in dieser Kategorie

 

Sie sehen: In unseren Top Ten sind einige große, bekannte Unternehmen wie Crédit Suisse oder die UBS gar nicht dabei. Was nicht heißt, dass es sich da um „schlechte“ Aktien handeln würde. Aber im Saldo unserer fünf Kriterien finden sich derzeit eben genau diese zehn Aktien aus dem SMI-Index. Lohnt sich da derzeit der Einstieg?

Lohnt sich aktuell der Einstieg in Schweizer Aktien?

Sehen wir uns dazu zunächst den SMI-Index an, danach werfen wir einen Blick auf die drei aus unserer Sicht aktuell spannendsten Aktien unseres Rankings.

Per Anfang März steht auch der Schweizer SMI-Index stark unter Druck, aber er hält sich im Vergleich zum DAX, bezogen auf die Performance seit dem letzten Handelstag 2019, sehr deutlich besser als der deutsche Leitindex. Und Sie sehen in diesem ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis seit der Jahrtausendwende, dass es sich im übergeordneten Bild bislang nur um einen Rücksetzer an die früheren Hochpunkte des SMI handelt, die er im Frühjahr 2019 überwunden hatte.

Der langfristige Trend des SMI weist also weiterhin klar aufwärts. Und es ist gut denkbar, dass sich dieser Rückschlag in die Zone der langfristigen Unterstützungszone um 9.500 Punkte für langfristige Investoren als gute Gelegenheit erweisen würde. Vorsicht ist da aber immer geboten, denn bevor der Aktienmarkt keine solide Bodenbildung vollzogen hat, ist ein Einstieg riskant, das sollte man in jedem Fall abwarten.

Unsere drei besten Schweizer Aktien im Detail

3. Platz: Zurich Insurance Group

Die Zurich Insurance Group (ISIN: CH0011075394 – Symbol: ZURN – Währung: CHF) hatte das Jahr 2019 über einen „Lauf“ und hat sich so den dritten Platz in unserer Liste der derzeitigen Schweizer Top-Aktien gesichert. Aber natürlich nicht nur alleine aufgrund der Performance. Das Allround-Versicherungsunternehmen, das lückenlos weltweit agiert, überzeugt über dieses kurzfristige Bild einer guten Performance hinaus vor allem durch ein recht günstiges Kurs/Gewinn-Verhältnis und eine äußerst attraktive Dividendenrendite von derzeit über fünf Prozent.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

2. Platz: Roche Holding

Die Roche Holding (ISIN: CH0012032048 – Symbol: ROG – Währung: CHF) ist das größte Pharmaunternehmen der Welt und überzeugte in unserem Ranking als „Allrounder“: Ob Performance, Bewertung, Gewinnwachstum oder Dividendenrendite, Roche war überall vorne mit dabei … bezogen auf unsere zehn besten Schweizer Aktien … und bezogen auf den Gesamtmarkt natürlich erst recht. Die Aktie hat sich in der aktuell schwierigen Börsenphase im Vergleich bislang gut gehalten und ist in jedem Fall eine dieser Aktien, deren Kauf man unbedingt erwägen sollte, wenn es darum geht, an der Schweizer Börse mit dabei zu sein.

1. Platz – Der Sieger: Swiss Life Holding

Den ersten Platz in unserem aktuellen Ranking im März 2020 belegt der Finanzdienstleistungs- und Versicherungskonzern Swiss Life (ISIN: CH0014852781 – Symbol: SLHN – Währung: CHF), bei dem sich eine starke mittel- und langfristige Performance mit einem recht günstigen Kurs/Gewinn-Verhältnis und einer sehr attraktiven, über dem Durchschnitt der Schweizer Aktien liegenden Dividendenrendite vereinen.

Auffällig ist bei dieser Aktie, dass sie das allgemein schwache Aktienjahr 2018 mit gutem Gewinn beendete und seit Anfang 2019 trotzdem rasant durchstartete. Aktuell steht auch die Swiss Life unter starkem Abgabedruck, aber Sie sehen, dass sie ihren langfristigen Aufwärtstrend bislang zu halten vermag. Sollte diese Linie effektiv verteidigt werden, wäre das ein äußerst ermutigendes Signal!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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