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Die besten Aktien, mit denen Sie 2020 von hohen Palladium-Preisen profitieren

Bereits seit der Erstanalyse Anfang Februar 2018 entwickelten sich unsere Palladium Aktien glänzend. In der Spitze stiegen die Aktien von Norilsk Nickel um +125 %, von Anglo American Platinum um +250 % und von North American Palladium um +220 %. Ende 2019 wurde North American Palladium dann zu einem Kurs von 19,74 CAD (13,80 EUR) je Aktie von Impala Platinum übernommen. Dies bedeutet gegenüber dem Erstempfehlungskurs immer noch ein sattes Kursplus von ca. +150%. Nach dem kurzzeitigen heftigen Corona-Crash haben sich sowohl der Palladium Preis, als auch Palladium-Aktien wieder erstaunlich stark erholt. Heute sehen wir uns für Sie an, welche Aktien aus dem Sektor nach den Kursgewinnen der letzten Jahre möglicherweise noch weiteres Steigerungspotenzial haben.

Während andere Metalle und Rohstoffe wie Kobalt oder Lithium in den letzten beiden Jahren bereits stark korrigierten, legte der Palladiumpreis auch im vergangenen Jahr 2019 um +88 % zu und setzte seine steile Klettertour bis Anfang 2020 fort. Palladium gehörte in den vergangenen fünf Jahren mit einer Kurssteigerung von +450 % zu den Rohstoffen mit den stärksten Preisanstiegen und ist mittlerweile sogar weitaus wertvoller als Gold. In der Elf-Jahres-Betrachtung steht in der Spitze ein unglaubliches Plus von +1.350 % zu Buche. Nachdem der Preis für eine Unze des Edelmetalls im Jahr 2018 erstmals seit 2001 wieder die 1.000 USD-Marke überschritt, wurde im Februar 2020 ein Allzeithoch von 2.850 USD markiert. Kurz danach folgte – ausgelöst durch die Corona-Panik – ein Crashtief von etwa 1.600 USD, ehe eine Erholung auf das derzeitige Preisniveau von 2.300 USD einsetzte. Was sind die Gründe für diese positive Entwicklung und mit welchen starken Aktien können Sie als Anleger davon profitieren? Werfen wir dazu zunächst einen Blick auf den Palladium Chart.

Palladium Chart

Palladium-Aktien profitieren vom Diesel-Skandal

In den letzten Jahren zählte der Dieselskandal zu den bewegenden Wirtschaftsthemen. Die 2015 aufgedeckten Abgas-Manipulationen von Volkswagen und anderen Autoherstellern brachten die bis dahin sehr beliebte Antriebsart Diesel stark in Verruf und sorgten für heftige Kursturbulenzen bei den Autoaktien. Auch zunehmende Fahrverbote in Innenstädten aufgrund hoher Feinstaub-Belastungen haben dazu geführt, dass die Produktions- und Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen in den Keller fielen.

Sie werden sich fragen, was das mit dem Edelmetall Palladium zu tun hat? Die Antwort ist recht einfach: Die Verwendung in Katalysatoren für Benzinmotoren ist mit Abstand das wichtigste Anwendungsgebiet des Rohstoffs. Das Metall filtert bis zu 90% der schädlichen Abgase und wandelt diese in weniger schädliche Substanzen um. Deshalb profitiert Palladium in erster Linie, wenn mehr Benzin- bzw. Hybridantriebe und weniger Dieselmotoren auf den Straßen unterwegs sind. Da das Edelmetall sehr knapp ist, ist es kein Wunder, dass sich viele Palladium-Aktien enorm stark entwickelt haben. Nach dem kurzen aber extrem heftigen Corona-Crash haben sich die Palladium-Aktien im Gleichschritt mit dem Preis des Rohstoffs erholt. Nun stellt sich die Frage in welche Richtung sind Palladium Aktien in den kommenden Monaten bewegen.

Fakten zum Rohstoff Palladium

Das Edelmetall Palladium ist ein silberweißes metallisches Element der Platinmetallgruppe das jedoch nur halb so viel wiegt wie Platin. Palladium und palladiumhaltige Legierungen sind selten und werden in der Natur hauptsächlich in Flusssedimenten gefunden. Solche Vorkommen gibt es im Ural, Nord- und Südamerika, Australien und Äthiopien. Allerdings gelten diese bereits als erschöpft bzw. wirtschaftlich nicht förderbar.

Palladium wird heute daher hauptsächlich aus Kupfer-, Nickel-, Blei und Silbererz gewonnen. Hauptproduktionsländer sind Russland und Südafrika, die knapp 80% der Weltproduktion auf sich vereinen. Kleinere Förderländer sind Kanada, die USA und Simbabwe. Über 90% der nachgewiesenen Reserven lagern in Südafrika. Allerdings gibt es aus Russland keine verlässlichen Daten, so dass auch dort noch bedeutende Lagerstätten vermutet werden können. Neben der Förderung aus Minen spielt auch das Recycling d.h. die Neuraffination von Palladium eine immer wichtigere Rolle bei der Versorgung der Märkte.

Geschichte von Palladium

Der englische Chemiker und Mediziner William Hyde Wollaston entdeckte das Edelmetall 1803 zusammen mit dem bis dato ebenfalls noch unbekannten Rhodium bei chemischen Versuchen mit südamerikanischem Erz. Wollaston benannte das Metall nach dem Asteroiden Pallas, der zwei Jahre vorher entdeckt worden war. Im Jahr 1820 wurden dann bereits die katalytischen Eigenschaften von Palladium und anderen Metallen der Platinmetallgruppe durch Michael Faraday nachgewiesen. Im Gegensatz zu Platin, das als Glühdraht in Glühbirnen und als Kontaktmetall in Telegrafen eingesetzt wurde, fand Palladium in der Zeit der Industrialisierung kaum Verwendung. Seit den 70er Jahren wird Palladium zunehmend für den Bau von Katalysatoren eingesetzt, so dass die Nachfrage seitdem sprunghaft anstieg.

Palladium-Produzenten verzeichnen hohe industrielle Nachfrage

Im Vergleich zu anderen Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin, ist bei Palladium die industrielle Nachfrage mittlerweile am höchsten. Das liegt unter anderem daran, dass das Metall unter den Nickelmetallen den niedrigsten Schmelzpunkt hat und zudem als sehr reaktionsfreudig gilt. Mehr als zwei Drittel des produzierten Palladiums wird für die Herstellung von PKW-Katalysatoren eingesetzt, mit steigender Tendenz. Denn die Zahl der Autos mit Katalysator soll laut dem Bankhaus Julius Bär bis zum Jahr 2025 von derzeit knapp 76 Mio. auf bis zu 90 Mio. pro Jahr steigen. Prognosen von J.P. Morgan zufolge soll der Anteil von Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen am gesamten Automobilmarkt im selben Zeitraum von aktuell rund 3% auf bis zu 23% der Verkäufe anwachsen. Aber auch in der Elektronikindustrie, der Chemiebranche, in der Medizintechnik sowie als Legierungsbestandteil (z.B. bei Weißgold-Schmuck) wird Palladium benötigt.

Prekäre Versorgungslage: Minenschließungen und Streiks

Neben dem Diesel-Thema und der steigenden Anzahl von Benzin- und Hybridantrieben ist vor allem die rückläufige Bergbauförderung dafür verantwortlich, dass es im Palladium-Markt seit etwa sieben Jahren eine Unterversorgung gibt. Citigroup schätzt, dass die Angebotslücke 2018 bei mindestens 600.000 Unzen lag und dass die Defizite vorerst weiter anhalten werden und sich sogar noch vergrößern. Bei Anglo American Platinum rechnet man damit, dass auf dem Weltmarkt in diesem Jahr ein Angebotsdefizit von 1,9 Mio. Unzen Palladium besteht, nachdem im vergangenen Jahr 2019 schätzungsweise 1,1 Mio. Unzen Palladium zu wenig produziert wurden. Durch Covid-19-bedingte vorübergehende Minenschließungen, sowie Streiks in der südafrikanischen Bergbauindustrie dürfte sich die Unterversorgung des Marktes mittlerweile eher noch vergrößert haben. Erst für die kommenden Jahre wird mit einer allmählichen Normalisierung des Marktes gerechnet.

Marktführer Norilsk Nickel kauft angesichts stagnierender Produktionsmengen immer größere Mengen Palladium aus russischen Staatsbeständen, um die Nachfrage bedienen und Preisschwankungen abzufedern zu können. Wie groß die russischen Lagerbestände noch sind, ist mehr als fraglich, Experten nehmen jedoch an, dass diese bald zur Neige gehen dürften. Auch in Südafrika ist kein steigendes Angebot zu erwarten, da dort tendenziell mehr Minenschächte geschlossen als neu eröffnet werden.

Preisdämpfende Faktoren in Summe schwächer

Allerdings gibt es auch Faktoren, die dämpfend wirken. So dürfte die Nachfrage aus China und den USA, die zusammen fast 50% des gesamten Palladiumbedarfs ausmacht, aufgrund eines zunehmend gesättigten Automobilmarktes nicht mehr so stark steigen wie in den Vorjahren. Dazu kommt, dass die steigenden Notierungen das Recycling von Palladium attraktiver machen. Dementsprechend steigt der Anteil von aufbereitetem bzw. neu raffiniertem Palladium.

Zudem ist Palladium mittlerweile erheblich teurer als Platin, das während des Corona-Crashs ein Zehn-Jahres-Tief von 600 USD je Unze markierte und sich seitdem aber ebenfalls stark erholt hat. Vor einigen Jahren, als der Platin-Preis im Vergleich zu Palladium zeitweise viermal so hoch lag, galt das noch als unvorstellbar. Katalysatoren Hersteller könnten bei einer weiteren Ausweitung der Preisdiskrepanz Palladium durch das ebenso geeignete – und bislang vor allem in Diesel-Motoren verwendete – Platin ersetzen. Allerdings sind solche Umstellungsprozesse teuer und nehmen viel Zeit in Anspruch. Deshalb macht dies für die Automobilindustrie allenfalls dann Sinn, wenn absehbar ist, dass der Preisaufschlag dauerhaft hoch genug bleibt oder sich noch ausweitet. Experten und Analysten halten einen Umstieg auf Platin oder Rhodium auch auf dem aktuellen Preisniveau noch immer für unrentabel. Mehr zum Thema Platin lesen Sie in unserem Artikel Die besten Platin Aktien.

Unterm Strich überwiegen jedoch die angebotsseitigen Argumente für ein weiterhin hohes Preisniveau bei Palladium. Schauen wir uns nun an, wie Sie als Anleger davon profitieren können.

Palladium-Münzen und Palladium-Barren für Anleger uninteressant

Als Anlageprodukt kann man das Metall z.B. in Form von Palladium-Münzen oder Palladium-Barren erwerben. Hierzulande fällt auch beim Kauf von physischem Palladium zu Anlagezwecken der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % (aktuell 16 %) an. Hinzu kommt in der Regel ein hoher Spread d.h. eine große Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Deshalb muss der Metallpreis nach einem Kauf allein schon deshalb erheblich steigen, um ohne Verlust wieder aussteigen zu können. Bei diesen Rahmenbedingungen macht ein Investment natürlich wenig Sinn.

Direkt in Palladium investieren: Palladium ETFs bzw. Palladium-ETCs

Aber auch als Palladium-ETFs bzw. Palladium-ETCs fristet das Edelmetall ein Schattendasein hinter Gold und Silber. Über den BNP Paribas Issuance B.V. OPEN END ETC Palladium (ISIN: DE000PB8PAL7 – Symbol Frankfurt: BNQL – Währung: USD), den ETFS Physical Palladium ETC (ISIN: DE000A0N62E5 – Symbol Frankfurt: VZLB – Währung: USD), sowie den iShares Physical Palladium ETC (ISIN: IE00B4556L06 – Symbol Frankfurt: PPFA – Währung: USD) wäre allerdings ein Investment möglich. Mit dem Xtrackers Physical Palladium EUR Hedged ETC (ISIN: DE000A1EK3B8 – Symbol Frankfurt XAD4 – Währung EUR) gibt es auch ein in Euro notierten ETC. Doch am Interessantesten sind für viele Anleger ohnehin direkte Investments in Palladium Aktien. Lesen Sie nun, ob unsere Palladium-Aktientipps weiterhin ein Kauf sind und bei welchen Werten nach den steilen Kursanstiegen der letzten Monate ggf. Teilgewinnmitnahmen ratsam wären.

Die besten Palladium Aktien 2020

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von 10 Palladium-Aktien für 2020. Drei Palladium-Produzenten mit positiven Geschäftsaussichten stellen wir Ihnen anschließend näher vor.

Palladium Aktien Liste:

Palladium AktieISINSymbolWährung
A-Mark Precious Metals US00181T1079AMRKUSD
Anglo American Platinum ZAE000013181AMSZAR
African Rainbow MineralsZAE000054045ARIZAR
GlencoreJE00B4T3BW64GLENGBP
Impala PlatinumZAE000083648IMPZAR
Norilsk Nickel US55315J1025NILSYUSD
Northam PlatinumZAE000030912NHMZAR
Sibanye StillwaterZAE000173951SSWZAR
ValeBRVALEACNOR0VALE3BRL
Zimplats HoldingsGB0061284906ZIMGBP

Diese Palladium-Aktien profitieren von den hohen Preisen des Rohstoffs Palladium.

Zimplats Holdings: Mittelgroßer Palladium-Produzent im Aufwind

Zimplats Holdings (ISIN: GB0061284906 – Symbol: ZIM – Währung: GBP) mit Verwaltungs-Sitz auf der britischen Kanalinsel Guernsey ist ein mittelgroßer Produzent von Platin, Palladium, sowie Gold und Rhodium. Die Hauptbörse an der die Zimplats-Aktie gehandelt wird, ist die australische Börse in Sidney.

87 %ige Tochtergesellschaft des Impala Platinum Konzerns

Die Bergbauaktivitäten des Konzerns, der sich seit dem Jahr 2005 zu 87 % im Besitz des südafrikanischen Implats-Konzerns befindet, liegen in der Magmatit-Gesteinsformation Great Dyke in Simbabwe, rund 150 km südwestlich der Hauptstadt Harare. Die Great Dyke Formation ist ein 4 bis 11 km breiter und 550 km langer Streifen, der sich quer durch Simbabwe zieht und rund 80 % der bekannten Ressourcen an Platinmetallen des afrikanischen Landes enthält. Hier unterhält Zimplats mehrere Minen sowie einen Tagebau und Anlagen zur Metallaufbereitung. Die jährlich dort geförderten Platinmetalle im Umfang von 500.000 Unzen teilen sich zu 55 % auf Platin und 45 % auf Palladium auf und stehen für zwei Drittel des Umsatzes. Die verbleibenden Umsätze entfallen auf Rhodium, Gold Nickel und andere Nebenerzeugnisse.

Niedrige Produktionskosten, Sicherheit, Sozial- und Umweltverträglichkeit im Fokus

Erklärtes Ziel ist es, sowohl bei den Produktionskosten als auch bei der Sicherheit der Minenarbeiter das führende Unternehmen der Branche zu sein. Der sozial und -umweltverträgliche Bergbau steht für das Unternehmen ebenfalls ganz oben. Dass dies im Vergleich zu anderen Bergbauunternehmen wie z.B. Nornickel keine reinen Lippenbekenntnisse auf Hochglanz-Unternehmenspräsentationen sind, wird unter anderem durch die Mitarbeiterbeteiligungen belegt. So wurde beispielsweise der Zimplats Employee Share Ownership Trust gegründet, der für die Mitarbeiter stattliche 10 % der operativen Tochter Zimbabwe Platinum Mines hält. Die restlichen 90 % werden von der börsennotierten Holdinggesellschaft Zimplats gehalten. Naben dem Trust gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Initiativen, mit denen Mitarbeiter und umliegende Gemeinden unterstützt werden.

Palladium mit Abstand größter Umsatzbringer

Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde der Umsatz um +8 % auf 631 Mio. USD gesteigert. Der Gewinn wurde von 2,6 Mio. USD auf 145 Mio. USD gesteigert, wobei der niedrige Gewinn des Vorjahres vor allem steuerliche Gründe hatte. Pro Aktie schüttete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018/19 Dividenden in Höhe von 0,604 USD aus. Im Jahr 2019/20 wurde gemäß vorläufigen Zahlen eine Umsatzsteigerung von +38 % auf 869 Mio. USD erreicht, wobei Palladium mit 388 Mio. USD wertmäßig mit Abstand den größten Umsatzanteil hatte, gefolgt von Platin mit 195 Mio. USD und Rhodium mit 160 Mio. USD.

Der Gewinn stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um +81 % auf 262 Mio. USD. Wäre der Geschäftsbetrieb nicht aufgrund des Corona-Lockdowns rund einen Monat stillgestanden, so wären die Ergebnisse wohl noch besser ausgefallen. Die Dividenden, die in dem Zeitraum ausgeschüttet wurden, summierten sich pro Aktie auf 0,418 USD. Für das neue Geschäftsjahr 2019/20 soll aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie vorerst keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Durch diesen Schritt soll vor allem die Liquidität des Unternehmens gesichert werden.

Aktie für spekulative Anleger geeignet

Die besten Palladium Aktien: Entwicklung der Zimplats Holdings Aktie von von September 2017 bis September 2020 | Online Broker LYNX

Gemessen an Umsatz und Gewinn ist das Unternehmen mit einer aktuellen Marktkapitalisierung in Höhe von 1 Mrd. USD und einem aktuellen Aktienkurs von 9,50 AUD nicht allzu hoch bewertet. Positiv ist das klare Bekenntnis des Unternehmens zu Nachhaltigkeit in Sachen Umweltverträglichkeit, Mitarbeitersicherheit und Sozialer Verantwortung. Alles in allem ist die Aktie – wie alle Bergbauaktien – eher für spekulative Anleger geeignet, die auf weiterhin hohe Palladiumpreise setzen wollen.

Nornickel: Umstrittener russischer Palladium-Gigant kämpft mit Umweltskandalen

Der russische Minenbetreiber Nornickel (ISIN: US55315J1025 – Symbol: NILSY – Währung: USD), auch Norilsk Nickel genannt, ist nicht nur der weltgrößte Nickel-Produzent, das Unternehmen gilt mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von um die 3,0 Mio. Unzen auch als der weltweit größte Hersteller von Palladium. Daneben produziert der an der Börse derzeit mit rund 41 Mrd. USD bewertete Rohstoff-Konzern auch andere Metalle wie Platin und Kupfer. Die Oligarchen Vladimir Potanin, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender ist, und Oleg Deripaska halten jeweils einen Anteil von 30% bzw. 28% an Norilsk Nickel. Roman Abramowitsch ist über den von ihm gelenkten Rohstoffriesen Rusal mit weiteren 25% beteiligt.

Kritik an Norilsk Nickel: Immer wieder enorme Umweltverschmutzungen

Der Abbau von Nickel durch Nornickel führt zu schwersten Umweltverschmutzungen, so dass die Stadt Norilsk und das Umland seit November 2001 für Ausländer gesperrt sind. Im Jahr 2006 wurde Norilsk vom Blacksmith Institute in die Top 10 der am meisten verschmutzten Orte der Welt aufgenommen. Auch in Sachen Luftverschmutzung nimmt Norilsk Nickel unter den russischen Industrieunternehmen Platz eins ein. Im Jahr 2020 sorgte das Unternehmen für gleich mehrere Umweltskandale.

Zunächst liefen zehntausende Tonnen Diesel aus einem Tanklager in Gewässer in der Nähe des Nordpolarmeeres und sorgten für die bislang schlimmste Ölkatastrophe in der Arktis. Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Unternehmen absichtlich hochgiftige Flüssigabfälle wie Schwermetalle und Säure in einen Fluss geleitet hatte. Im Juli entwichen dann durch das Leck in einer Pipeline auch noch rund 45 Tonnen Öl in die Umwelt. Nornickel gelobt in Unternehmenspräsentationen Besserung und stellt Umweltinitiativen und -ziele dar. Ob diese allerdings glaubhaft sind, kann angesichts der zuletzt gehäuften Vorkommnisse jedoch bezweifelt werden. Hoffentlich sorgen nun die dem Konzern (zu Recht) aufgebürdeten milliardenschweren Kosten für die Beseitigung der Schäden für ein Umdenken in der Konzernzentrale.

Verantwortlich für 40 Prozent der weltweiten Palladium-Produktion

Rund 39 % des Konzernumsatzes gehen mittlerweile auf das Konto der Palladium-Förderung, mit dem Verkauf von Platin, Nickel und Kupfer erzielt das Unternehmen die restlichen Umsätze. Palladium ist seit 2017 der umsatzstärkste Bereich. Insgesamt ist Norilsk Nickel laut für rund 40% der weltweiten Palladium-Förderung verantwortlich, im Jahr 2019 produzierte das Unternehmen gemäß vorläufigen Zahlen ca. 2,9 Mio. Unzen.

Palladium und Platin produziert Norilsk Nickel in seinen Minen im russischen Taimyr und Kola Peninsulas, sowie in Minen in Botswana und Südafrika. Ende 2017 hat der Rohstoff-Riese zudem ein neues Bergbauprojekt in Sibirien gestartet. Das dort geförderte Gold, Kupfer und Eisen soll vor allem ins relativ nahegelegene China exportiert werden. Insgesamt plant das Unternehmen bis zum Jahr 2024 rund 12 Mrd. USD in die Entwicklung seiner Produktionskapazitäten zu investieren, um die Fördermengen signifikant zu erhöhen. Im Jahr 2019 wurde der Umsatz um +16 % auf 13,6 Mrd. USD gesteigert, während der Nettogewinn von 3 Mrd. USD auf 6 Mrd. USD verdoppelt werden konnte. Im ersten Halbjahr 2020 legte der Umsatz um weitere +7 % auf 6,7 Mrd. USD zu. Der Nettogewinn sank – in erster Linie bedingt durch Aufwendungen in Höhe von 2,1 Mrd. USD zur Beseitigung von Umweltschäden um -98 % auf 45 Mio. USD.

Kostenbelastung durch Umweltschäden: Geringere Dividende für 2020 erwartet

Das Hauptargument für die Aktie von Nornickel ist die ansehnliche Dividendenrendite. Berichten zufolge einigte sich Konzernlenker Potanin nach einer Auseinandersetzung mit Abramowitsch offenbar darauf, dass rund 60 % der Nettogewinne als Dividende ausgeschüttet werden. Falls jedoch der Nettogewinn im Verhältnis zur Bilanzverschuldung geringer ausfällt, so kann die Ausschüttungsquote schrittweise auf 30 % reduziert werden. Für das vergangenen Jahr 2019 wurden pro ADR-Anteilsschein (Aktien-Hinterlegungsschein) drei Dividenden mit einer Gesamthöhe von 3,11 USD ausgeschüttet.

Damit errechnet sich bei einem Aktienkurs von 26 USD eine stattliche Rendite von knapp 12 Prozent. Allerdings dürfte zumindest die Dividende für 2020 aufgrund der Kostenbelastung durch die Beseitigung der verursachten Umweltschäden deutlich geringer ausfallen. Analysten zufolge sollen die Gewinne 2020 auf Jahresebene um ca. -8 % von 3,25 USD je Aktie auf 2,99 USD je Aktie fallen. Im kommenden Jahr 2021 soll das Ergebnis je Aktie jedoch bereits wieder um +33 % auf 3,97 USD je Aktie zulegen. Dann darf auch wieder mit steigenden Dividendenzahlungen und einer zweistelligen Dividendenrendite gerechnet werden.

Chart in US-Dollar

Die besten Palladium Aktien: Entwicklung der Norilsk Nickel Aktie (in USD) von von September 2017 bis September 2020 | Online Broker LYNX

Chart in Euro

Die besten Palladium Aktien: Entwicklung der Norilsk Nickel Aktie (in EUR) von von September 2017 bis September 2020 | Online Broker LYNX

Aktie noch deutlich unter den Höchstständen

Dass sich die Aktie nach dem Corona-Crash von knapp 36 USD auf 19 USD deutlich schwächer erholte als die meisten anderen Palladiumwerte liegt an den hohen Kosten zur Beseitigung der verursachten Umweltschäden. Die Gewinnentwicklung des Konzerns dürfte – ohne Umweltskandale – ab dem Jahr 2021 dann wieder erfreulicher ausfallen, so dass basierend auf dem jetzigen Kursniveau von 26 USD eine zweistellige Dividendenrendite zu erwarten ist.

Keine Kaufempfehlung für Nornickel

Doch Anleger sollten neben der berechtigten Kritik für Umweltverschmutzungen nicht außer Acht lassen, dass es sich um eine russische Firma handelt. Das bedeutet, dass es zwar auf der einen Seite günstigere Bewertungen und höhere Dividenden gibt. Auf der anderen Seite bestehen dafür generell größere Risiken und Unsicherheiten, die vor allem im Wechselkurs des Rubels und in der Politik liegen. So könnte die Aktie wie beispielsweise im Jahr 2018 durch US-Sanktionen zwischenzeitlich stark unter Druck geraten. Obwohl die Aktie sehr günstig bewertet ist, raten wir Anlegern aufgrund der massiven Umweltvergehen, die das Unternehmen im Jahr 2020 zu verantworten hat, ausdrücklich von einem Investment in Nornickel ab.

Anglo American Platinum: Die Nummer 2

Anglo American Platinum (ISIN: ZAE000013181 – Symbol (Johannesburger Börse): AMS – Währung: ZAR) ist mit ca. 38 % Weltmarktanteil der weltgrößte Platin-Produzent. Aber auch Palladium produziert das in Johannesburg ansässige Unternehmen in seinen südafrikanischen Minen. Mit einer Förderung von mehr als 1,2 Mio. Unzen Palladium, ist Anglo American Platinum der weltweit zweitgrößte Palladium-Produzent nach Norilsk Nickel. Palladium machte aufgrund des Preisanstiegs im Jahr 2019 mit 40 % den größten Anteil am Umsatz aus, im Vorjahr lag der Anteil noch bei 30 %. Neben geförderten Metallen beliefert der Konzern seine zahlreichen Kunden auch mit recycelten Metallprodukten. Rund 38 % des Konzerns gehören der Muttergesellschaft, dem Rohstoffgiganten Anglo American.

Produktion für die kommenden Jahre gesichert

Anglo American Platinum verfügt in Südafrika über mehrere produzierende Minen sowie Schmelzhütten und Raffinerien. Dabei kann es auf die größte bekannte Platinlagerstätte, das Merensky Reef im Bushveld-Komplex in Südafrika, zurückgreifen. Zusätzlich stehen einige hochkarätige Platinvorkommen als Reserve zu Verfügung, die auch in den kommenden Jahren eine wirtschaftliche Förderung von Platin und Palladium sicherstellen sollten. Nebenprodukte des an der Börse umgerechnet mit ca. 18 Mrd. Euro bewerteten Unternehmens sind Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Starkes Gewinnwachstum, Kostenführerschaft und Dividendenerklärung

Nach dem Verkauf von weniger profitablen Minen werden Fokus und Kapitaleinsatz nun auf die stärksten Projekte gerichtet. Anglo American Platinum hat laut eigenen Angaben im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern die niedrigsten durchschnittlichen Produktionskosten. Die Fördermengen konnten im Jahr 2019 immerhin um 1 % gesteigert werden, während die Umsätze um +34 % auf 100 Mrd. Rand (ca. 6,7 Mrd. USD) stiegen. Die höheren Metallpreise wirkten dabei wie ein Gewinnhebel. Der Gewinn stieg von 28,9 Rand (ca. 1,93 USD) um +145 % je Aktie auf 70,96 Rand (ca. 4,73 USD) je Aktie. Auch Kostensenkungen und verbesserte Produktionsabläufe hätten dazu beigetragen. Dass dies nicht zu Lasten der Mitarbeitersicherheit ging beweist die Tatsache, dass es in den Minen von Anglo American Platinum seit zwei Jahren keinen tödlichen Unfall mehr gab.

Im ersten Halbjahr 2020 fiel die Produktion von Platinmetallen aufgrund des Corona-Lockdowns um ca. -25 %, was knapp 600.000 Unzen entspricht. Die Menge an raffinierten Platinmetallen fiel aufgrund notwendiger Reparaturarbeiten sogar um -46 %. Der Umsatz stieg aufgrund der höheren Metallpreise sogar trotzdem deutlich von 43 Mio. Rand (2,6 Mrd. USD) auf ca. 55 Mrd. Rand (3,3 Mrd. USD). Der Gewinn je Aktie fiel leicht von 28 Rand (1,70 USD) auf 26 Rand (1,58 USD). Dieser Rückgang war jedoch auch darin begründet, dass der Konzern seinen Mitarbeitern trotz längerer Lockdown-Phasen eine volle Lohnfortzahlung gewährte.

4,1 % Dividendenrendite

Die trotz Corona positive Geschäftsentwicklung sowie der erfolgreiche komplette Schuldenabbau ermöglicht es dem Management eine starke Dividende auszuschütten. Fürs erste Halbjahr 2019 wurden pro Aktie 11 Rand (ca. 0,56 EUR) ausgeschüttet, fürs zweite Halbjahr lag die Ausschüttung sogar bei 41,6 Rand (2,12 EUR) inklusive einer Sonderdividende von 25 Rand (1,28 EUR). Bei einem aktuellen Aktienkurs von 65 Euro entspricht dies einer Dividendenrendite von immerhin 4,1 %. Zukünftig soll dividendenpolitisch eine Ausschüttungsquote von ca. 40 Prozent beibehalten werden. Für das erste Halbjahr 2020 wurde eine Dividende in Höhe von 10,3 Rand (0,63 USD) je Aktie beschlossen. Das Unternehmen verfügt aktuell über solide Barreserven in Höhe von 11,3 Mrd. Rand (690 Mio. USD), so dass keine größeren Dividendenkürzungen zu erwarten sind.

Chart in Südafrikanischer Rand

Die besten Palladium Aktien: Entwicklung der Anglo American Platinum Aktie von März 2018 bis Februar 2020 | Online Broker LYNX

Teilgewinne mitnehmen, für Einstiege stärkere Rücksetzer abwarten

Mitte 2018 gelang es der Aktie aus einer charttechnischen Seitwärtsbewegung auszubrechen und auf neue Höchststände zu klettern. Durch die verbesserte Kostenstruktur und die Fokussierung auf besonders profitable Konzernteile gab es in den vergangenen drei Jahren eine hohe Gewinndynamik, die dem Aktienkurs Auftrieb verlieh. Auch für das Jahr 2020 sind die Aussichten auf hohe Profite gut. Nachdem mittlerweile nach dem Palladium-Preis auch der Platin-Preis in die Gänge kam und sich von seinen Tiefstständen löste, ist dies ein Gewinn-Turbo für Anglo American Platinum. Die Firma ist zwar bei weitem nicht so günstig bewertet wie Norilsk Nickel, hat allerdings auch keinen „Russland-Faktor“. Der Wert eignet sich im Kursbereich von 60 bis 65 Euro für langfristig orientierte Anleger als Depotbeimischung bzw. Diversifizierung.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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