Aktienanalyse:
Leoni: Droht die Insolvenz?

Aktuelle Analyse der LEONI Aktie

Die Leoni AG mit Sitz in Nürnberg ist ein weltweit führender Hersteller für Drähte, Kabel, optische Fasern und Bordnetz-Systeme.

Brutal: Von 65 auf unter 10 Euro

Seit Anfang 2018 schreibe ich für LYNX und versuche jeden Tag neue Chancen für Sie zu finden. Doch Problem und Verluste zu vermeiden, ist mindestens genauso wichtig.

Charlie Munger soll sinngemäß gesagt haben: „Wir sind nicht so reich geworden, weil wir immer die besten Investments gefunden haben, sondern weil wir die schlechtesten vermieden haben.

Daher hatte ich immer wieder vor Automobilzulieferern und auch ganz explizit vor Leoni gewarnt. Zuletzt bei einem Kurs von 15,48 Euro: Leoni: Es ist alarmierend, aber auch schon zu Kursen von 35 Euro und mehr.

Seit der letzten Analyse ist die Aktie von 15,48 auf aktuell 9,50 Euro eingebrochen, ein Minus von 38%. Grund genug, um die Lage neu zu überprüfen.

Es bröckelt und knirscht

Dass das Geschäft bei Leoni derzeit nicht rund läuft, ist keine Neuigkeit. Im Endeffekt ist das bereits seit Jahren der Fall.

Seit 2011 ist der Umsatz zwar von 3,70 auf 5,10 Mrd. Euro gestiegen, der Gewinn allerdings von 4,99 auf 2,31 Euro je Aktie gesunken.
Der freie Cahflow ist seit 2014 negativ, real verdient das Unternehmen also kein Geld mehr.

Ich wiederhole es geradezu Mantra-artig: Passen der gemeldete Gewinn und der freie Cashflow nicht zusammen, ist das ein eindeutiges Warnzeichen.
Jeder, der diesen „Kniff“ kennt, hätte sich die Misere leicht ersparen können.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war der Umsatz um 5% auf 1,26 Mrd. Euro rückläufig. Das Ergebnis ist von +1,34 auf -4,03 Euro je Aktie eingebrochen.

Ich hatte es bereits in der letzten Analyse geschrieben: Aus meiner Sicht erscheint es unwahrscheinlich, dass man im laufenden Geschäftsjahr noch einen Gewinn erzielen kann.
Ich bleibe dabei.

Aufspaltung?

Leoni scheint die Probleme ebenfalls erkannt zu haben und plant massive Einsparungen.

Kürzlich gab das Unternehmen sogar bekannt, dass man eine Aufspaltung plant. Demnach soll der Bereich Wire & Cable Solutions (WCS) verkauft oder eigenständig an die Börse gebracht werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entfielen auf WCS 38% des Konzernumsatzes und 44% des Gewinns. Ein Verkauf wäre also keine Kleinigkeit.
Gläubiger, Banken und Branchenkenner scheinen mit den Aufspaltungsplänen aber zu hadern, denn das Segment ist profitabler als die verbleibenden Unternehmensteile.

Ob dadurch also langfristig ein Mehrwert für die Aktionäre geschaffen werden kann, ist mehr als fragwürdig.

Sanierung oder sogar Insolvenz?

Medienberichten zufolge hat das Unternehmen jetzt auch noch den bekannten Sanierer Hans-Joachim Ziems mit an Bord geholt.
Dass als Berater und nicht als Vorstand berufen wurde, deutet darauf hin, dass es zwar ernstzunehmende, aber keine existenzbedrohenden Probleme gibt.

Blickt man allerdings in den Jahresabschluss (Seite 64), erkennt man, dass die Nettoverschuldung im letzten Geschäftsjahr von 406 auf 613 Mio. Euro gestiegen ist.
Am Ende des ersten Quartals lag die Nettoverschuldung dann bereits bei 1,09 Mrd. Euro.

Ich hatte das in der letzten Analyse als „alarmierend“ bezeichnet. Die negative Entwicklung darf sich keinesfalls in dieser Geschwindigkeit fortsetzen.
Bereits jetzt fallen enorme Summen für Zinsen an, gleichzeitig ist der Investitionsdruck hoch und die Rendite auf das eingesetzte Kapital rückläufig.

Zuletzt lagen die Kapitalkosten bei 5,29% und der Return on Capital (ROCE) nur noch bei 8,3%.

Aktuell besteht wohl keine akute Insolvenzgefahr, doch dass man diese Frage überhaupt diskutieren muss, zeigt, wie groß die Probleme sind.

Chancen und Risiken

Kann Leoni einer Insolvenz entgehen, überwiegen die Chancen auf dem aktuellen Niveau.
Es wäre durchaus möglich, dass die Aktie mittelfristig wieder bei 20-30 Euro oder höher notiert.
Verlieren könnte man im Falle einer Insolvenz aber „nur“ noch 9,50 Euro.

Ob das ein ausreichendes Kaufargument darstellt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Relativ gesehen ist die Aktie jedenfalls niedrig bewertet, KUV und KBV sind sogar niedriger als zu den Tiefstkursen der Finanzkrise.

Doch auch das wird nur helfen, wenn man mittelfristig wieder Geld verdient.

Charttechnik

Leoni ist ein fallendes Messer und bevor sich Stabilisierungstendenzen abzeichnen, sollte man wohl nicht zuschlagen.

Es wäre durchaus möglich, dass die relevanten Tiefs aus der Finanzkrise bei 8,50 und 6,25 Euro noch angesteuert werden.

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Chart vom 12.08.2019 Kurs: 9,50 Kürzel: LEO - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 12.08.2019 Kurs: 9,50 Kürzel: LEO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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