Hypoport Aktie aktuell Hypoport: Die Realität hat die Bullen abgefangen – und jetzt?

News: Aktuelle Analyse der Hypoport Aktie

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Hypoport
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Zur Hypoport Aktie

Die auch in diesem Krisenjahr 2020 kräftig steigenden Umsätze brachten viele Anleger zu der Erkenntnis, dass die Aktie des Finanzdienstleistungsplattform-Betreibers HYPOPORT nur den Weg nach oben kennen dürfte. Wer in einem solchen Umfeld zulegt, muss in einem wieder positiveren Umfeld 2021 erst recht zulegen, also kann es zu immer neuen Rekordhochs bei der Aktie keine Alternative geben. Davon waren diejenigen überzeugt, die den Kurs bis Anfang Oktober, gerechnet vom Jahresanfang, über 80 Prozent ins Plus trieben. Doch damit kreierte man unbewusst eine Achillesferse. Denn eigentlich rechneten die Experten nur damit, dass der Gewinn 2020 moderat zulegen würde. Mit weniger hatte man auch zu Jahresbeginn, vor dem Corona-Crash, nicht gerechnet. Aber die Aktie war über das damalige Hoch weit hinausgelaufen, das machte diese Super-Hausse empfänglich für Enttäuschungen. Die vergangene Woche am Mittwochabend kamen.

Denn da legte HYPOPORT die vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals vor. Und die sorgten dafür, dass die Aktie am nächsten Handelstag um 18 Prozent wegbrach. Was wurde gemeldet? Gegenüber dem Vorjahresquartal legte der Umsatz zwischen Juli und September zwar um 5,0 Prozent zu, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel jedoch zum Vorjahresquartal um 20 Prozent. Auf die ersten neun Monate gerechnet liegt der Umsatz zwar trotzdem bei stolzen +15 Prozent, der Gewinn verharrt aber mit den vorab kalkulierten 24 Millionen Euro vier Prozent unter dem der ersten neun Monate 2019. Das saß.

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Expertenmeinung: Zwar wies HYPOPORT darauf hin, dass das Gewinnminus aus einem „strategisch beabsichtigten“ Wegfall von Projektionsgeschäften resultiere, aber für die Anleger zählte nur, dass man sich mit der festen Erwartung davonziehender Unternehmensgewinne wohl verkalkuliert hatte. Mit der harschen Reaktion am Folgetag waren der so unerschütterlich wirkende Aufwärtstrend der Aktie dahin und das Chartbild auf den Kopf gestellt. Und nun? Ist die Aktie jetzt „Bärenfutter“ und eine ideale Trading-Chance auf der Short-Seite?

Da sollte man noch vorsichtig sein. Richtig ist zwar, dass die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die Unterstützungszone 440/450 Euro durch diese starke Reaktion auf die enttäuschten Hoffnungen gebrochen wurden. Aber die deutlich wichtigere, weil durch die 200-Tage-Linie auf der Oberseite verstärke und das alte Rekordhoch vom Februar einschließende Unterstützungszone 372,00/386,50 Euro ist damit bereits so nahe gekommen, dass das rein charttechnische Abwärtspotenzial im Vorfeld einer Gegenbewegung nach unten nur noch für risikofreudige und kurzfristig agierende Trader interessant wäre.

Natürlich könnte die Aktie auch diese Auffangzone einfach durchschlagen und weiter fallen. Aber gerade bei etwas marktengeren Aktien wie dieser können auch Gegenbewegungen schnell ablaufen und weit reichen. Das müsste man entweder bei einem Short-Trade einkalkulieren oder aber abwarten, bis eine solche Gegenreaktion entsteht. Denn sollte die dann unterhalb wichtiger Widerstände (die Zone 440/450 Euro wäre jetzt eine solche Hürde) scheitern, ließe sich ein deutlich engerer Stop Loss ansetzen.

Chart vom 26.10.2020, Kurs 418,50 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Hypoport Aktie

Anfang September schien es, als wären die Bullen zu weit gegangen, als sei die im März begonnene Super-Hausse der HYPOPORT-Aktie vorbei. Die kurze Korrektur des Gesamtmarkts traf diese Aktie besonders heftig, in der Spitze verlor sie binnen zwei Tagen knapp 15 Prozent. Das deutete an, dass viele zwar eisern dabei geblieben waren, aber auf gepackten Koffern saßen, bereit, sofort auszustiegen, wenn dieser rasante Aufwärtsimpuls Schwäche zeigen würde. Aber nicht wenige dürften reumütig wieder eingestiegen sein, denn:

Das damalige Rekordhoch, von dem aus die Verkäufe einsetzten, ist mittlerweile überboten. Und das deutlich. Zweimal testete die Aktie im September die mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Und nachdem auch der zweite Test erfolgreich verlief, ahnten einige wohl schon, dass das den Deckel sprengen, die Aktie auf erneute Rekorde tragen könnte. Und so kam es auch: Das Anfang September bei 525 Euro markierte Hoch ist längst deutlich überboten, der bisherige Höchstwert wurde am 5. Oktober mit 580 Euro erreicht. Aber kann das denn ewig so weitergehen? Müsste die Aktie nicht langsam zu teuer, sprich überbewertet, sein?

Hypoport Aktie: Tages-Chart vom 14.10.2020, Kurs 561 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX

Grundsätzlich ja. Aber das würde die Hausse nur beenden, wenn die Anleger diese Überbewertung auch als solche erkennen und entsprechend handeln, sprich aussteigen würden. Solange ein ungewöhnlich hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) aber als „okay“ angesehen oder gar nicht wahrgenommen wird, könnte die Hausse der Aktie weitergehen. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass eine derart hohe Bewertung einen Aufwärtstrend fragil macht, auch, wenn man das im Kursbild nicht unmittelbar sehen kann. Dass es Anfang September zu einem solchen, schnellen Selloff kam, deutet immerhin an, dass viele Investoren sich der gestiegenen Risiken in dieser Aktie gewärtig sind. Was heißt: Wenn erst einmal einer anfängt zu verkaufen, könnten viele sofort nachziehen.

HYPOPORT hatte zu Wochenbeginn Rumpfdaten zum dritten Quartal vorgelegt, die unterstreichen: es läuft. Das Transaktionsvolumen von HYPOPORTs Finanzdienstleistungs-Plattformen hat in den ersten neun Monaten deutlich zugelegt. Damit darf man vermuten, dass der im ersten Halbjahr um acht Prozent gegenüber Vorjahr gestiegene Gewinn vor Steuern und Zinsen auf das Gesamtjahr gesehen noch weiter zulegen könnte. Aber:

Selbst, wenn der 2020er-Gewinn um 20 Prozent zulegen würde, würde sich daraus ein KGV von 110 errechnen. Sogar wenn der Gewinnanstieg 2021 in dieser Dimension weiterginge: Ein KGV von 110 versus einem Gewinnanstieg um 20 Prozent, das ist äußerst teuer.

Was auch die Analysten so sehen: Zwar haben vier der fünf die Aktie beobachtenden Experten ein „Kaufen“-Rating. Aber angesichts dieser rasanten Aufwärtsbewegung könnte das bereits überholt sein. Denn selbst das höchste Kursziel liegt bei 550 Euro und ist mittlerweile überboten. Und das Bankhaus Metzler stufte HYPOPORT gerade erst am Mittwoch mit „Verkaufen“ ein und hob das Kursziel von zuvor 415 auf nur 425 Euro an. 

Die Rallye bewegt sich also auf dünnem Eis. Solange der Trend hält, wäre das allein kein Grund, um auszusteigen. Aber überlegt man sich, dass die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, erst im vergangenen Monaten zweimal getestet, erst bei 490 Euro angekommen ist, wird klar, dass selbst ein normaler Rücksetzer an die den Trend führende Linie schon unangenehm werden würde, wollte man aktuell, so deutlich über der Trendlinie, der Hausse hinterher laufen. Daher: halten – ja. Neu einsteigen? Derzeit besser nicht.

Hypoport Aktie: Wochen-Chart vom 14.10.2020, Kurs 561 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX

Eigentlich weiß es ja jeder: Aktien sind keine Einbahnstraße. Je länger ein Anstieg andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass es zu einer Korrektur kommt. Und wenn ein solcher Anstieg besonders steil vonstattengeht, muss man sich auch nicht wundern, wenn die Gegenbewegung ebenso radikal ausfällt. Der Haken ist eben: Man weiß nie sicher, wann genau das Ende einer solchen Fahnenstange erreicht ist. Das galt auch für die Aktie des Betreibers von Finanzdienstleistungs-Plattformen Hypoport. Charttechnisch lief die Sache hingegen fast wie aus dem Lehrbuch ab:

Zunächst überwand der Kurs die alte, aus dem letzten Herbst stammende Aufwärtstrendlinie, die seit dem Frühjahr als Hausse-Begrenzungslinie fungierte. Die Aktie setzte kurz auf die Linie zurück, drehte wieder nach oben und bestätigte den Ausbruch dadurch. Dann aber entstand am Mittwoch auf Rekordniveau ein Doji. Der war zwar nur ein Warnsignal, das aber wurde durch den scharfen Abverkauf des Donnerstags bestätigt. Es entstand ein „bearish engulfing pattern“, zugleich setzte Hypoport am Donnerstagabend genau auf dieser vormaligen Hausse-Begrenzungslinie auf. Von dort aus hätten unmittelbare Käufe die Situation bereinigt, doch dann kam eine Meldung im falschen Moment:

Expertenmeinung: Das Bankhaus Metzler aktualisierte seine Einschätzung zu der Aktie. Dabei passte man zwar das Kursziel minimal von 400 auf 415 Euro nach oben an. Aber da dieses Kursziel sehr deutlich unter dem aktuellen Niveau dieser zuletzt so rapide gestiegenen Aktie lag, lautete die Empfehlung folgerichtig „Verkaufen“.

Diese Meldung traf auf durch den Abverkauf des Vortags nervös gewordene Marktteilnehmer und führte, nicht überraschend, zu einer Kurslücke nach unten, die Hypoport gleich recht deutlich unter diese am Vortag noch gehaltene Unterstützungslinie drückte. Die Aktie beendete die Woche knapp über 450 Euro, wo die Aktie im Juli das letzte Zwischenhoch vor der vorerst finalen Rallye markiert hatte. Solange diese Unterstützung bei 450 Euro hält, hätten die Käufer noch die Chance, die Eröffnungs-Kurslücke des Freitags zu schließen und den Trend durch Schlusskurse über 500 Euro noch zu retten. Sollte dieses Juli-Hoch jedoch auf Schlusskursbasis fallen, wäre es angesichts der recht hohen Bewertung der Aktie nicht unbedingt überraschend, wenn das Bankhaus Metzler sein neues Kursziel zeitnah erreicht sähe.

Hypoport Aktie: Chart vom 04.09.2020, Kurs 451,00 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX

Hypoport, Betreiber von Finanzdienstleistungsplattformen, kommentierte seine am 3. August vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals mit dem Hinweis, dass man wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise nur leicht in einzelnen Geschäftsmodellen spüren würde. Und dementsprechend überzeugend präsentierte sich das Zahlenwerk. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 13 Prozent zu, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 7,3 Prozent.

Die Reaktion der Aktie am Tag der Bilanzveröffentlichung war ein Plus von 4,5 Prozent. Und, das war wichtig, es kam in den folgenden Tagen zu Anschlusskäufen. Trotzdem sollte man sich nicht einfach darauf verlassen, dass Hypoport, die am bisherigen Rekordhoch von 450 Euro, das Mitte Juli erreicht wurde, bereits ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Schlusskurs 2019 vorweisen konnte und damit alle Indizes um Längen schlug, ein Selbstläufer bleibt. Und zwar gerade, weil sie bereits so immens zugelegt hat.

Expertenmeinung: Über dieser Aktie schwebt dasselbe Damoklesschwert wie über anderen Aktien, die seitens der Anleger als „sichere Häfen“ in der Krise eingestuft wurden. Sie ist durch diese Fokussierung auf relativ wenige Aktien ungewöhnlich teuer bewertet. Selbst wenn die durchschnittliche Schätzung der Experten, die Hypoport trotz der schwierigen Gesamtsituation für 2020 ein Gewinnplus von fünf Prozent zutrauen, verdoppelt würde, am Ende ein Gewinnanstieg um zehn Prozent herauskäme, würde das ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 90 bedeuten. Das wäre nur dann gerechtfertigt, wenn der Gewinnanstieg 2021 weit, weit größer ausfallen würde. Darauf hofft man zwar. Aber wissen kann es in einem Umfeld wie diesem niemand. Und dass auch die Experten die Bäume jetzt nicht mehr in den Himmel wachsen sehen, belegen die nach der Bilanz in den vergangenen Tagen angepassten Kursziele. Das waren vier, dabei sieht ein Analyst das Ziel zwar bei 490 Euro. Aber zwei andere setzten das Kursziel mit in beiden Fällen 440 Euro in den Bereich des jetzt erreichten Kursniveaus, ein vierter sieht das Ziel der Aktie bereits überschritten, setzt aktuell 400 Euro an.

Vorsicht ist also allemal sinnvoll, zumal auch das Chartbild nicht so aussieht, als könnte man mit Long-Positionen einfach die Füße hochlegen. Das letzte Hoch liegt über dem vom Juni, das jüngste Zwischentief über dem vorherigen, so gesehen passt der Aufwärtstrend durchaus. Aber um den Schwung des Trends zu erhalten, müsste die Hypoport-Aktie dieses bisherige, Mitte Juli bei 450 Euro markierte Rekordhoch überbieten, ansonsten würde sich das Szenario einer Toppbildung verfestigen, das derzeit nur eine reine Möglichkeit ist. Der Vorteil des bullischen Lagers ist, dass die Aktie durch eine breite, solide wirkende Unterstützungszone zwischen 336 und 386 Euro abgesichert wird, deren unteres Ende durch die 200-Tage-Linie gestellt wird. Aber sich unter 336 Euro abzusichern wäre eine ziemliche Distanz zum aktuellen Kurs und daher eher ein Stoppkurs-Level für mittelfristige Akteure. Wer aggressiver agiert, würde sich bereits dann überlegen, die Gewinne mitzunehmen, wenn Hypoport das letzte Zwischentief bei 384 Euro auf Schlusskursbasis unterschreitet.

Hypoport Aktie: Chart vom 11.08.2020, Kurs 424,00 Euro, Kürzel HYQ | Online-Broker LYNX

Hypoport betreibt Finanzdienstleistungs-Plattformen im Internet. Ein Bereich, der nicht nur solide Wachstumsraten vorzuweisen hat, sondern auch von der Corona-Krise bislang nicht nennenswert beeinträchtigt wird. Dementsprechend stark waren die Zahlen, die Hypoport am 11. Mai zu den ersten drei Monaten vorlegen konnte. Er Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 28, der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 31 Prozent. Darüber hinaus hielt das Unternehmen da an der Anfang März ausgegebenen Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr fest. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Pandemie in Europa einen Höhepunkt erreicht hatte, war das ein sehr positives Signal für die Anleger. Nur haben die Marktteilnehmer diese starke Perspektive jetzt bereits eingepreist. Ende Mai ging der Kurs über das aus dem Februar stammende, vorherige Allzeithoch von 386,50 Euro hinaus, in der Spitze erreichte die Aktie am 3. Juni 423,50 Euro. Seither konsolidiert sie volatil seitwärts, wenn man es mit einer bullischen Brille sehen will. Skeptiker hingegen sehen darin eine Toppbildung oberhalb des vorherigen Rekordhochs. Letzteres wäre wohl schnell vom Tisch, wenn das Ergebnis des zweiten, jetzt gerade beendeten Quartals erneut eine positive Überraschung würde. Aber es dauert noch, bis sich dieser Vorhang lüftet, diese Quartalsbilanz ist erst für den 3. August avisiert. Die Bullen müssten also solange durchalten. Gelingt das? Expertenmeinung: Auffällig ist, dass vier Analysten ihr Kursziel für Hypoport seit der Vorlage der letzten Quartalsbilanz aktualisierten und alle das Ziel anhoben, diese Ziele aber mit 370, 390, 395 und 400 Euro allesamt schon „gesehen“ wurden. Und bislang stellen die 400 Euro das höchste aller Experten-Kursziele. Das wiederum ist nachvollziehbar, weil die Aktie relativ teuer bewertet ist. Ein Umsatz- und Gewinnanstieg um die 30 Prozent ist tadellos, aber das hieße, dass die Aktie, vorausgesetzt, es bliebe auf das Gesamtjahr 2020 gerechnet bei diesen 30 Prozent Gewinnplus, mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 75 bewertet wäre. Das ist ambitioniert, so gesehen wird die Luft da dünn. Gut denkbar also, dass aus dieser potenziellen Toppbildung wirklich ein Topp wird, das eine Korrektur einleitet. Immerhin hat sich der Kurs, gerechnet von den Selloff-Tiefs Mitte März, in recht kurzer Zeit verdoppelt. Was sollte Anleger davon abhalten, bei einer Aktie, die von der Bewertung her zumindest für die kommenden Monate erst einmal ausgereizt wirkt, derart starke Gewinne einfach mal mitzunehmen? Hier sollte man auf die Unterstützungszone zwischen 356 und 386,50 Euro achten, in welche Hypoport schon einem Mitte Juni eingetaucht war. Sollte diese auf Schlusskursbasis fallen, wäre ein Test der 200-Tage-Linie bei aktuell 312 Euro ein recht wahrscheinliches Szenario. Hypoport Aktie Chart vom 30.06.2020, Kurs 394,00 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Als wir Hypoport am 12. Mai analysiert hatten, hatte der IT-Plattformdienstleister für die Finanzindustrie gerade seine Bilanz zum ersten Quartal vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Die Ergebnisse waren tadellos: Umsatz +28, EBIT +31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Und im Ausblick sieht das Unternehmen einen Gesamtjahres-Gewinnanstieg von bis zu 22 Prozent gegenüber 2019. Starke Zahlen, aber trotzdem gab die Aktie an diesem 11. Mai, an dem das Zahlenwerk herauskam, erst einmal nach, statt durchzustarten. Das dürfte zwei Gründe gehabt haben: Zum einen hatte der Kurs im Vorfeld schon bis zu 80 Prozent des „Corona-Sellofs“ aufgeholt. Zum anderen dürften viele erkannt haben, dass die Bewertung in Relation zu einem Gewinnwachstum von 20 bis 25 Prozent schon sehr hoch war. Aber wer dachte, dass damit der Beginn einer nennenswerten Korrektur eingeläutet worden wäre, lag daneben: Nur wenige Tage danach testete die Aktie die im März etablierte, supersteile Aufwärtstrendlinie erfolgreich und bestätigte damit die Relevanz dieser Linie als Leitstrahl der Aufwärtsbewegung. Und auch deren immenser Steigungswinkel wurde den Bullen bislang nicht zum Verhängnis, denn die Aktie zog rasant davon und übertraf am Montag sogar das bisherige Verlaufshoch von 386,50 Euro. Erst am Dienstag dann kam es, nachdem ein neuer Verlaufsrekord bei 406 Euro erreicht wurde, zu ersten Gewinnmitnahmen. Aber die alte Bestmarke von 386,50 Euro, die als nächstgelegene Unterstützung dient, wurde dabei erst einmal gehalten. Woher rührt diese immense Dynamik? Expertenmeinung: Auf Zurückhaltung und Vorsicht basieren die Käufe zweifellos nicht, immerhin würde das Erreichen der 2020er-Prognosen auf dem aktuellen Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von gut 73 bedeuten, in Relation zum erwarteten Gewinnanstieg ungewöhnlich hoch. Und diese Prognose muss auch erst einmal erreicht werden. Denn das Jahr ist so schwer vorhersehbar wie kaum eines zuvor. Voraussetzung für ein Gewinnwachstum am oberen Ende der Prognose wäre, dass Hypoport von der weltweiten Rezession weiterhin nicht beeinträchtigt wird und zugleich das Wachstum zügig zurückkehrt. Das muss erst einmal so kommen. Und auch dann müsste sich ein Käufer die Frage stellen, welche Gewinnperspektiven er bei einer solchen Bewertung für ein nicht einmal zur Hälfte absolviertes Jahr noch hätte, wenn das Kurs/Gewinn-Verhältnis bereits jetzt so hoch liegt. Es dürfte vor allem das Momentum der Rallye selbst sein, das die Käuferseite motiviert, immer weiter zuzugreifen. Solange der Schwung hoch ist, ist man dabei. Die Kehrseite der Medaille: Gerade bei ein wenig marktengen Aktien wie dieser kann es leicht passieren, dass alle auf einmal ihren Gewinn mitnehmen wollen und zugleich kaum jemand die Hand aufhält, wenn eben dieses Momentum der Rallye dahin ist. Ob die gestrigen Gewinnmitnahmen auf Rekordlevel da bereits die Vorwarnung darstellen, ist noch offen. Aber spätestens, wenn die Kreuzunterstützung aus der März-Aufwärtstrendlinie und dem Hoch des Aprils im Bereich von 357 Euro fallen sollte, wäre zu überlegen, sich hier erst einmal, zumindest bei einem Teil der Position, den Gewinn zu sichern. Hypoport Aktie Chart vom 26.05.2020, Kurs 389,00 Euro, Kürzel HYQ | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.