Taiwan Semiconductor Manufacturing ADR Aktie Prognose Taiwan Semiconductor: Geht da noch mehr?

News: Aktuelle Analyse der Taiwan Semiconductor Manufacturing ADR Aktie

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Taiwan Semiconductor Manufacturing ADR
ISIN: US8740391003
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bullish
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Halbleiteraktien wurden zuletzt insbesondere durch die Stärke von Nvidia immer weiter nach oben gepusht. Von der positiven Stimmung der Branche profitierte auch die Taiwan Semiconductor-Aktie, welche sich in den letzten Monaten ebenfalls hervorragend in Szene setzen konnte. Gemessen an der Marktkapitalisierung befindet sich der Konzern derzeit mit 671.8 Milliarden USD an zweiter Stelle des Rankings aller Halbleiteraktien, welche an der Wall Street gelistet sind. Nach einem Earnings-Gap, welches am 19. Januar stattfand, ging es hier steil nach oben. In den letzten beiden Handelswochen konsolidierten diese auf hohem Niveau und warteten darauf, dass die 20-Tage-Linie nach oben aufschloss. Dies könnte nun der Grund für den nächsten Breakout in Richtung Norden werden.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Taiwan Semiconductor Manufacturing ADR Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Knapp über der Marke von 131 USD hat sich ein kleinerer Widerstand gebildet, welcher dieser Tage von den Bullen zwar einige Male getestet, aber nicht gebrochen wurde. Ein Breakout über dieses Niveau würde neue Kaufsignale mit sich bringen, welcher die Kurse durchaus noch eine Etage höher schnellen lassen könnten. Nach unten hin sollten Anleger auf das Pivot-Tief der letzten Woche bei 122.91 USD achten. Dieses sollte keinesfalls gebrochen werden, um den Aufwärtstrend beizubehalten.

Aussicht: BULLISCH

Taiwan Semiconductor Aktie: 26.02.2024, Kurs: 129.98 USD, Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semiconductor Aktie: 26.02.2024, Kurs: 129.98 USD, Kürzel: TSM | Quelle: TWS

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Vorherige Analysen der Taiwan Semiconductor Manufacturing ADR Aktie

Taiwan Semi gehört zu den erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Enorme Gewinne sind keine Überraschung, aber dieser Ausblick…

Der Chef im Ring

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited (TSMC) ist der weltweit größte Chiphersteller, der Chips im Auftrag anderer Unternehmen produziert. Der Marktanteil von TSMC liegt in diesem Bereich bei über 50%.
Daher dürfte es so gut wie sicher sein, dass Sie Kunden von Taiwan Semi sind, ohne dass es ihnen vielleicht bewusst war.

Die Chips von TSMC stecken in allen erdenklichen Geräten, von Waschmaschinen, bis hin zu Smartphones, Tablets und Computern.
Steckt in einem Gerät ein Chip, stammt er oder ein Teil davon mit hoher Wahrscheinlichkeit von Taiwan Semi.

Doch wie ist es TSMC gelungen, eine derartige Stellung in der Branche einzunehmen?

Taiwan Semi hat sich von Beginn an als Auftragsfertiger positioniert und war der erste Anbieter auf dem Markt.
Anschließend investierte man mehr in Forschung & Entwicklung als die Konkurrenz und konnte sie sich dadurch vom Hals halten.

Apple, Nvidia, Qualcomm – Branchenriesen setzen auf TSMC

Heute verfügt TSMC über einige der modernsten Halbleiterfertigungsanlagen der Welt. Dies ermöglicht es, Chips herzustellen, die kleiner, schneller und energieeffizienter sind als die der Konkurrenz.

Hinzu kommt die im Branchenvergleich hohe Qualität und niedrige Fehlerquote. In den letzten Jahren kam es immer wieder dazu, dass große Akteure in der Branche von der Konkurrenz zu Taiwan Semi gewechselt sind.
In vielen Fällen war der Grund dafür, dass man bei der Konkurrenz Qualitätsprobleme hatte.

Im Jahr 2021 kündigte Apple an, dass man die gesamte Mac-Chip-Produktion an TSMC übertragen wird.
Ein Jahr später verlagerte Nvidia die gesamte Grafikchip-Produktion an Taiwan Semi.
Im vergangenen Jahr schlug Qualcomm dieselbe Route ein und übertrug die gesamte Smartphone-Chip-Produktion an TSMC.

Nachhaltiges Wachstumsmodell

Daher verzeichnet Taiwan Semi ein außerordentlich hohes Wachstum. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte man den Umsatz von 20,0 auf 73,7 Mrd. USD massiv steigern.
Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 35% auf 49%.

Der Gewinn legte in dieser Zeit von 1,22 auf 6,58 USD je Aktie zu.

Kapitalerhöhungen wurden nicht durchgeführt, das Wachstum wurde vollständig aus dem laufenden Cashflow finanziert.
Darüber hinaus konnte man sich eine Dividende leisten, aktuell liegt die Rendite bei 1,9%.

Für die Zukunft sieht es ebenfalls gut aus. Nachdem 2023 für die Halbleiterbranche ein eher schwieriges Jahr war, dürfte die Talsohle inzwischen durchschritten sein.

Wie wir seit gestern wissen, hat Taiwan Semi im vierten Quartal abgeliefert und eine überraschend optimistische Prognose vorgelegt.

Jetzt werden Revisionen notwendig

Der Umsatz lag wie erwartet bei 19,6 Mrd. USD, was exakt den vorläufigen Zahlen entsprach, die TSMC bereits veröffentlicht hatte.
Der Gewinn übertraf mit 7,49 Mrd. USD jedoch deutlich über den Erwartungen von 7,10 Mrd. USD.

Unter dem Strich hat man im schwierigen Geschäftsjahr 2023 einen Gewinn von 5,34 USD je Aktie erzielt.
Taiwan Semi kommt demnach auf eine P/E von 21,2.

Für die Halbleiterbranche ist das viel, für TSMC ist das jedoch nicht ungewöhnlich und in Anbetracht des Ausblicks wenig.

Taiwan Semi stellt für 2024 ein Umsatzwachstum von mehr als 20% in Aussicht und erwartet eine steigende Auslastung, was zu einem überproportional steigenden Gewinn führen würde.

Es wäre gut möglich, dass TSMC ein neues Rekordjahr bevorsteht. Die ersten Analysten haben bereits reagiert, die Konsensschätzungen für den Gewinn 2024 sind seit gestern von 5,92 auf 6,05 USD je Aktie gestiegen.

Ausblick und Bewertung

Am Ende könnte es noch deutlich mehr werden. Mit dem heutigen Wissensstand würde ich ein Ergebnis von 6,50 – 7,00 USD als wahrscheinlich bezeichnen.
Sollte das richtig sein, läge die forward P/E bei 16,7.

In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 22,7. Sollte dieses Niveau wieder erreicht werden, müsste der Kurs bis Ende des Jahres auf 153,22 USD steigen und ein neues Allzeithoch erreichen.

Sind die Prognosen von Taiwan Semi korrekt, dürften neue Hochs ohnehin nur eine Frage der Zeit sein. Derzeit stellt man für die kommenden Jahre ein Umsatzwachstum von 15-20% p.a. in Aussicht.
(„see revenue CAGR of 15-20% over next several years“)

Es gibt wenig zu meckern, nur eine Sache könnte den Kuchen noch schmackhafter machen: Aktienrückkäufe.
Die Barmittelbestände von TSCM sind im letzten Geschäftsjahr um 26,5% auf 47,7 Mrd. USD gestiegen, was in etwa 8% des Börsenwerts entspricht.
Buybacks könnte man sich also problemlos leisten, auch im größeren Stil.

Taiwan Semi Aktie: Chart vom 19.01.2024, Kurs: 113 - Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semi Aktie: Chart vom 19.01.2024, Kurs: 113 – Kürzel: TSM | Quelle: TWS

Mit dem Ausbruch über 108 USD wurde ein prozyklisches Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 120 und 125 USD ausgelöst.

In vielen Fällen kommen Aktien irgendwann nochmal an den Ausgangspunkt einer Rallye zurück. Sollte es dazu kommen, dürften in der Nähe der Unterstützung bei 108 USD antizyklische Investoren lauern.

Der Umsatz und Gewinn von Taiwan Semi ist eingebrochen. Was sagt uns das über die Weltwirtschaft? Ist TSMC trotzdem ein Kauf?

„Bei Taiwan Semi läuft es schlecht und das bleibt vorerst auch so.“ So lautete der Titel der letzten Analyse zu Taiwan Semi und die damalige Einschätzung hat sich bewahrheitet.
Die Chip-Branche steht seither unter Druck, bei den meisten Unternehmen im Sektor läuft es nicht sonderlich gut.

Die Inflation macht den Konsumenten weltweit das Leben schwer und die meisten Unternehmen sind auf Sparkurs. Daher schwächelt der Absatz von Computern, Smartphones & Co.

Das war vor drei Monaten der Fall und das ist heute noch so. Abgesehen vom KI-Segment herrscht Flaute.
Dem kann sich selbst Taiwan Semi nicht entziehen.

Marktführer wäre eine Untertreibung

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist ein wahres Schwergewicht in der Welt der Mikrochips. Das Unternehmen hat nicht nur den Halbleitermarkt revolutioniert, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle in der globalen Technologieindustrie.

Doch was genau macht dieses Unternehmen so einzigartig und erfolgreich?

TSMC wurde 1987 gegründet und hat sich seitdem zu einem Giganten entwickelt, der Technologieunternehmen auf der ganzen Welt beliefert.
In mehr als der Hälfte aller elektronischen Geräte, die wir heute verwenden, stecken Chips von TSMC.

Von Smartphones über Computer und Konsolen bis hin zu fortschrittlichen Technologien wie künstlicher Intelligenz und selbstfahrenden Autos – TSMC spielt in all diesen Bereichen eine entscheidende Rolle.
Ohne TSMC geht es nicht.

Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass es bei Taiwan Semi nicht sonderlich gut laufen kann, wenn die weltweite Nachfrage nach Chips sinkt.
Am schnellsten reagieren die privaten Endkunden, also die Käufer von Smartphones, PCs und langlebigen Wirtschaftsgütern wie Autos.

Damit muss man leben können

Diese Bereiche sind besonders starken Schwankungen unterworfen, darunter leidet TSMC derzeit.
Doch bevor wir auf die aktuellen Entwicklungen eingehen, ist es wichtig, einen Blick auf die Großwetterlage zu werfen.
Die dürfte bei TSMC und für den gesamten Halbleitermarkt eindeutig sein:
Die Zahl an produzierten Chips wird perspektivisch zunehmen und der Markt für Halbleiter dürfte stark überproportional wachsen.

Einer der größten Profiteure dieser Entwicklung dürfte TSMC sein. Steigen Umsatz, Gewinn und Cashflow in einem ähnlichen Maß, wie das bisher der Fall war, wird sich der Aktienkurs auch dementsprechend entwickeln.

In den zurückliegenden zehn Jahren konnte TSMC den Umsatz von 20,0 auf 73,6 Mrd. USD massiv steigern. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 35 auf 49 %.

Darüber hinaus konnte man die massive Expansion weitgehend aus dem laufenden Cashflow finanzieren, Kapitalerhöhungen waren nicht notwendig.

Die Zahl der ausstehenden Papiere ist unverändert und der Gewinn kletterte in dieser Zeit von 1,21 auf 6,44 USD je Aktie.
Dass Taiwan Semi ein Outperformer ist, sollte daher selbstverständlich sein.

Was sagt uns das?

Doch das Geschäft ist gewissen Zyklen unterworfen. Im laufenden Geschäftsjahr läuft beispielsweise der Absatz für Chips im Automobil-Sektor besonders schlecht.

Wie aus den jüngsten Quartalszahlen hervorgeht, ist der Absatz in diesem Segment auf Jahressicht um 24 % eingebrochen.
Das könnte ein „dezenter“ Hinweis darauf sein, wie das Geschäft bei Daimler, BMW, Volkswagen & Co. derzeit läuft.

Doch auch abseits von dieser Branche, läuft es eher mittelprächtig. Im dritten Quartal ist der Umsatz von TSMC um 10,8 % auf 17,3 Mrd. USD gesunken und das Ergebnis ist sogar um 38 % auf 1,29 USD je Aktie eingebrochen.

Auf den ersten Blick gibt es also wenig Grund zur Freude, auf den zweiten Blick allerdings schon, denn sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Erwartungen.

Darüber hinaus dürfte die Talsohle im Halbleiter-Sektor durchschritten sein. Für das laufende Quartal stelle TSMC einen Umsatzsprung auf 18,8 – 19,6 Mrd. USD in Aussicht.

Talsohle durchschritten

Die langfristige Prognose wurde ebenfalls bestätigt. Demnach erwartet man langfristig jährliche Umsatzsteigerungen von durchschnittlich 15-20 % pro Jahr.

Im Verhältnis dazu ist eine forward P/E von 18,6 wenig. Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird die P/E im kommenden Jahr auf 15,7 sinken.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 22,4.

Den Aktionären von Taiwan Semi könnte langfristig wohl nur eine Sache einen Strich durch die Rechnung machen und das wäre ein militärischer Konflikt mit China.
Dieses Risiko ist real und sollte ernst genommen werden. In diesem Szenario wäre der Aktienkurs von TSMC aber unser geringstes Problem, denn dieser Krieg würde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere Weltwirtschaftskrise auslösen.

Stellen Sie sich nur vor, was passieren würde, wenn sich die Hälfte der weltweiten Chip-Produktion über Nacht in Luft auflöst. Genau das würde im Kriegsfall passieren.

Taiwan Semi Aktie: Chart vom 23.10.2023, Kurs: 91,07 - Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semi Aktie: Chart vom 23.10.2023, Kurs: 91,07 – Kürzel: TSM | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht liegen die nächsten Schaltstellen bei 96 und 83 USD.

Fällt TSMC unter 83 USD, ist mit einem erneuten Rücksetzer bis 77 oder 73,50 USD zu rechnen. Für antizyklische Investoren könnte das eine Möglichkeit sein.

Steigt die Aktie hingegen über 96 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 104 und 107-110 USD.

Die Erfolgsserie von Taiwan Semi ist zu Ende. Besteht für die Aktie dennoch Hoffnung, oder geht es jetzt eine Etage tiefer?

Halbleiter-Sektor unter Druck: KI-Nachfrage rettet nicht alle

Im Halbleiter-Sektor läuft es in weiten Teilen eher schlecht. Wer nicht unmittelbar von einer Nachfragebelebung aus dem KI-Bereich betroffen ist, hat zu kämpfen.
Die Inflation macht den Konsumenten weltweit das Leben schwer und die meisten Unternehmen sind auf Sparkurs.
Daher schwächelt der Absatz von Computern, Smartphones & Co.

Im letzten Quartal waren die Umsätze aus dem Bereich High Performance Computing um 5% rückläufig, das Smartphone-Geschäft gab um 9% nach und das IoT-Geschäft schrumpfte um 11%.
Auf die beiden erstgenannten Segmente entfallen drei Viertel des Konzernumsatzes.

Daher half es auch wenig, dass der Umsatz im Automotive-Bereich um 3% gesteigert werden konnte, denn auf dieses Segment entfielen zuletzt weniger als ein Zehntel des Konzerngeschäfts.

Die Erfolgsserie ist zu Ende

Auf Jahressicht ist der Umsatz um 13,7% auf 15,68 Mrd. USD gesunken, der Gewinn brach sogar um 23,3% auf 1,14 USD je Aktie ein.

Daran konnte auch die starke Entwicklung bei KI-Chips nichts ändern. Dem CEO zufolge übersteigt die Nachfrage in diesem Bereich die Produktionskapazitäten, doch das reichte nicht aus, um die allgemeine Nachfrageflaute zu kompensieren.

Für Taiwan Semi war es ein wirklich schlechtes Quartal. Normalerweise strotzt das Unternehmen nur so vor Stärke und die langfristige Entwicklung ist außerordentlich gut.

In den letzten zehn Jahren konnte man den Umsatz von 20,0 auf 76,3 Mrd. USD massiv steigern.
Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 35 auf 49%.

Da man außerordentlich profitabel ist, konnte man die Expansion vollständig aus den laufenden Einnahmen finanzieren. Kapitalerhöhungen waren nicht notwendig, Nettoschulden hat man nicht.

Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum von 3,86 auf 14,71 USD je Aktie. Es gab kaum ein Jahr, in dem kein Wachstum verzeichnet wurde.

Taiwan Semi übertrifft trotz Rückgang die Erwartungen

Daher ist die aktuelle Schwäche außergewöhnlich, eine Überraschung ist sie allerdings nicht und daher hält sich die Kursreaktion auch in Grenzen.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass Taiwan Semi zwar einen rückläufigen Umsatz und Gewinn gemeldet hat, die Erwartungen aber trotzdem übertroffen hat. Der Gewinn lag in etwa 5% über den Schätzungen.

Für das Gesamtjahr stellt man einen Umsatzrückgang von 10% in Aussicht. Die kommenden Quartale dürften also etwas besser werden, aber erfreulich ist das alles nicht.
Die Zahlen von Taiwan Semi liefern uns einen wichtigen Einblick in den Gesamtzustand der Weltwirtschaft.

Heutzutage sind Chips in der Wirtschaft wie auch im Privatleben allgegenwärtig und mehr als der Hälfte davon beinhaltet Teile von Taiwan Semi.
Wenn es bei TSM nicht mehr gut läuft, sind die Endmärkte für elektronische Produkte in einem sehr schlechten Zustand.

Diese Erfolgsgeschichte ist längst nicht zu Ende

Doch es gibt auch einen Lichtblick, vielleicht ist es sogar die wichtigste Erkenntnis aus der aktuellen Lage.
Taiwan Semi hat im letzten Quartal trotz der schwierigen Rahmenbedingungen 5,82 Mrd. USD verdient.

Am Ende dürfte TSM in diesem Jahr einen Gewinn von 25 Mrd. USD einfahren und trotz all der Probleme das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielen.
Damit lässt sich ein Börsenwert von 453 Mrd. USD leicht rechtfertigen.

Da man derzeit über 47,6 Mrd. USD an Barmitteln verfügt, sollte das Unternehmen dringend über Aktienrückkäufe nachdenken.
Denn, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder aufhellt, dürfte der Gewinn sprunghaft ansteigen.

Taiwan Semi Aktie: Chart vom 21.07.2023, Kurs: 97,56 USD - Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semi Aktie: Chart vom 21.07.2023, Kurs: 97,56 USD – Kürzel: TSM | Quelle: TWS

Fäll die Aktie jetzt unter 96 USD, kommt es zu einem Verkaufssignal, dass eine Korrektur in Richtung 83-86 USD einleiten könnte.
Darunter wäre sogar der Weg bis zur Unterstützungszone bei 73-77 USD frei. Möglicherweise wird sogar der mehrjährige Aufwärtstrend nahe 70 USD angesteuert.

Für langfristige Investoren würde diese Korrektur eine Möglichkeit zum tranchenweisen Einstieg bieten.

Fragen Sie sich, wer die größten KI-Profiteure sein könnten, und suchen Sie einen Überblick der Branche? Dann sind Sie hier richtig.

Im letzten Artikel haben wir bereits gesehen, welche dramatischen Auswirkungen KI auf die Nachfrage nach bestimmten Produkten haben könnte.
Aber selbstverständlich ist Nvidia nicht der einzige Hersteller von Chips für diesen Bereich und Chips sind auch nicht das Einzige, was man für KI-Anwendungen benötigt, wenngleich sie auch das Schlüsselelement sind.

Neben GPUs wird in KI-Systemen eine Vielzahl anderer Hardwarekomponenten, verwendet, abhängig von den spezifischen Anforderungen und dem Umfang, darunter beispielsweise:

CPU

Obwohl GPUs aufgrund ihrer parallelen Verarbeitungsfähigkeiten weit verbreitet sind, spielen CPUs immer noch eine wichtige Rolle in KI-Systemen. CPUs sind für allgemeine Berechnungen und das allgemeine Systemmanagement zuständig. Sie sind für Aufgaben unverzichtbar, die sich nicht gut parallelisieren lassen oder komplexe Steuerflüsse erfordern.
Führend in diesem Bereich sind Intel und AMD.

ASIC und TPU

ASIC steht für Application-Specific Integrated Circuit.
ASICs sind spezialisierte Hardwarechips, die speziell zur Beschleunigung von KI-Workloads entwickelt wurden. Sie sind für KI-Aufgaben maßgeschneidert und können gegenüber herkömmlichen CPUs oder GPUs erhebliche Leistungssteigerungen bieten und werden beispielsweise in Rechenzentren eingesetzt.

Führend in diesem Bereich sind Google, die AMD-Tochter Xilinx sowie STMicroelectronics.

Als Subsegment wären hier noch TPUs (Tensor Processing Unit) zu nennen. Dabei handelt es sich um einen von Google entwickelten KI-Beschleuniger, der sich besonders gut für Deep-Learning-Aufgaben eignet.
TPUs bieten eine hohe Leistung bei reduziertem Stromverbrauch im Vergleich zu GPUs, weshalb sie vor allem bei groß angelegten KI-Projekten genutzt werden.

Speicher und Arbeitsspeicher

KI-Systeme erfordern häufig eine erhebliche Speicherkapazität zur Speicherung großer Datensätze, Modelle und Zwischenergebnisse. Dies kann sowohl schnellen lokalen Speicher wie Solid-State-Laufwerke (SSDs) für den schnellen Zugriff auf häufig verwendete Daten als auch größere, netzgebundene Speicherlösungen wie Network Attached Storage (NAS) oder Storage Area Network (SAN) umfassen.

Ausreichender Systemspeicher ist für KI-Anwendungen wichtig, insbesondere beim Arbeiten mit großen Datensätzen oder komplexen Modellen. Random-Access Memory (RAM) wird verwendet, um Zwischenberechnungen während des Trainings und der Inferenz zu speichern.

Führend in diesen Bereichen sind Samsung Electronics, Micron Technology, SK Hynix sowie Western Digital.
Im Bereich Arbeitsspeicher bilden die drei erstgenannten Unternehmen ein Oligopol.

Darüber hinaus gibt es im Speichersegment einige nennenswerte aufstrebende Unternehmen wie Pure Storage.

Netzwerktechnik

Abschließend wäre da noch der Bereich Netzwerktechnik. Für größere KI-Systeme ist eine umfassende Netzwerkinfrastruktur für den Datenverkehr, die Kommunikation und Koordination zwischen den verschiedenen Komponenten notwendig.

Das Thema klingt trivial, es handelt sich jedoch um einen gigantischen Markt mit einer Vielzahl von Teilsegmenten und umfasst auch Softwareanwendungen.
In diesem Bereich sind zahllose Unternehmen tätig, beispielsweise Huawei, Ericsson, Nokia, ZTE, Samsung, Cisco, Dell, Juniper und Arista.
In dieser Studie von IDC (Link) erhalten Sie einen groben Überblick über den Bereich Netzwerkinfrastruktur.

Wie positionieren?

Wie geht man nun mit all diesen Informationen um? Wer an diesem Trend teilhaben möchte und sich noch nicht positioniert hat, sollte sich jetzt nach Unternehmen umschauen, bei denen der KI-Bereich auch wirklich eine große Rolle spielt und die überproportional profitieren könnten.
Oder aber nach Unternehmen, die unmittelbar am Erfolg von Nvidia beteiligt sind.

Letzteres trifft beispielsweise auf Monolithic Power Systems zu, denn das Unternehmen liefert Nvidia die notwendigen Power-Management-Lösungen für Chips wie den H100 Tensor-Core-GPU.

Die Vorprodukte für nahezu alle Nvidia-Produkte liefert Taiwan Semi (TSMC) und alle in dieser Analyse angesprochenen Unternehmen dürften ebenfalls zu den Kunden gehören.

Darüber hinaus ist Taiwan Semi mit einer forward P/E von 19,4 nicht sonderlich hoch bewertet und vermutlich sind die Schätzungen zu niedrig.

Taiwan Semi Aktie: Chart vom 26.05.2023, Kurs: 100,95 - Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semi Aktie: Chart vom 26.05.2023, Kurs: 100,95 – Kürzel: TSM | Quelle: TWS

Mit dem Ausbruch über die Hochs vom Jahreswechsel, hat die Aktie ein Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel bei 108 USD ausgelöst.
Darüber wäre der Weg in Richtung 125 USD frei.

Der Halbleiter-Sektor hat mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen. Taiwan Semi baut einfach das nächste Werk. Bald auch in Deutschland?

Die meisten Unternehmen in der Halbleiterbranche haben derzeit mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen.
Teilweise sind die Gewinne drastisch eingebrochen und so manches Unternehmen verdient gar kein Geld mehr.

Taiwan Semi hält sich in diesem Spannungsfeld vergleichsweise gut. Der Gewinn dürfte im laufenden Jahr zwar sinken, blendet man 2022 jedoch aus, wäre es noch immer das mit Abstand beste Jahr der Unternehmensgeschichte.

Man sollte einem zeitweiligen Rückgang des Gewinns also keine allzu große Bedeutung beimessen, das gilt vor allem für zyklische Branchen wie Halbleiter und noch weniger, wenn man weiterhin hochprofitabel ist.

Ein Quartal oder sogar ein Jahr ändert wenig daran, dass perspektivisch immer mehr Chips in immer mehr Produkten stecken wird.
Daher baut Taiwan Semi derzeit ein weiteres Werk in Japan und Presseberichten zufolge könnte ein weiteres in Dresden folgen.

TSM hat die Konkurrenz abgehängt

Der Grund dafür dürfte sein, dass Taiwan Semi zu den wenigen Unternehmen gehört, die Chips aus rohen Silizium-Wafern herstellen („Foundry“), die wiederum Vorprodukt und Basis für nahezu alle elektronischen Produkte sind.

Auf diese Chips kann niemand verzichten und TSMC ist mit einem weltweiten Marktanteil von mehr als 50% der absolute und unangefochtene Technologie- und Marktführer.

Gleichzeitig wechseln immer mehr Kunden von der Konkurrenz zu Taiwan Semi, da der Konzern seinen technologischen Vorsprung scheinbar immer weiter ausbauen kann.
Branchengrößen wie Apple, Qualcomm und Nvidia werden zukünftig noch mehr oder sogar all ihre Komponenten von TSMC beziehen.

Trügerische Sicherheit

Bei Taiwan Semiconductor lässt sich aus meiner Sicht nur eine wirkliche Gefahr ausmachen und das wäre eine mögliche Invasion Chinas.

Ich möchte die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Invasion an dieser Stelle nicht ausführlich behandeln, denn am Ende muss man sich eingestehen, dass keiner einschätzen kann, ob es dazu kommen wird.
Denn diese Entscheidung hängt wohl nur von einer einzigen Person in Peking ab.

Entweder man ist bereit, dieses Risiko in Anbetracht der Qualität von TSMC zu tragen, oder nicht.
Es dürfte allerdings eine Illusion sein, dass man sich vor den Auswirkungen einer Invasion von Taiwan wirklich schützen kann.

Aktien von TSMC zu besitzen, wäre im Falle einer Invasion vermutlich das kleinste Problem, denn die realwirtschaftlichen Auswirkungen eines Konflikts wären massiv.

Stellen Sie sich nur vor, es würden von heute auf morgen über 60% aller Grundbausteine für jegliche Chips und Elektronik fehlen und welche Auswirkungen das hätte.
Es ist schwer zu prognostizieren, was dann passieren würde. Vermutlich käme es zu einer Weltwirtschaftskrise, die Preise von Elektronikprodukten würden massiv steigen und die Börse abstürzen.

Ausblick und Bewertung

Der Gewinn lag in Q1 mit 1,31 je Aktie über den Erwartungen von 1,22 USD. Der Umsatz verfehlte mit 16,72 Mrd. die Analystenschätzungen von 17,00 Mrd. USD jedoch.

Ich würde das als gute Nachricht bezeichnen, TSMC ist es gelungen die Profitabilität hochzuhalten. Die operative Marge lag bei 45,5%, obwohl der Umsatz schwächer als erwartet ausgefallen ist.
Auf Jahressicht kletterte der Umsatz um 3,6%, der Gewinn um 2,1%.

Das ist auf den ersten Blick nicht gerade beeindruckend, aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass Taiwan Semi im Vorjahr einen Gewinnsprung von 55% erzielt hat.
Dass es in diesem Umfeld gelingt, die hohe Profitabilität zu halten, ist erstaunlich.

Das sind gute Vorzeichen für die kommenden Monate, denn im nächsten Quartal dürfte der Umsatz auf 15,2 – 16,0 Mrd. USD sinken.
Die operative Marge soll bei 39,5 – 41,5% liegen.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Jahresgewinn 2023 um 18% auf 5,30 USD je Aktie sinken wird.
Taiwan Semi kommt demnach auf eine forward P/E von 16,6.

Für die meisten Halbleiter-Aktien wäre das eine vergleichsweise hohe Bewertung, für TSMC aber nicht. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 22,4 und vor dem Jahr 2020 bei 15,6.

Größere Rücksetzer dürften sich demnach als Gelegenheit herausstellen. Das gilt umso mehr, wenn die Prognosen für die kommenden Jahre erfüllt werden, denn für 2024 und 2025 werden Gewinnsprünge von 23% respektive 12% erwartet.

Taiwan Semi Aktie: Chart vom 21.04.2023, Kurs: 88,02 - Kürzel: TSM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Taiwan Semi Aktie: Chart vom 21.04.2023, Kurs: 88,02 – Kürzel: TSM | Quelle: TWS

Fällt die Aktie jetzt unter 85,50 USD, könnte es zu einer Korrektur in Richtung 73-77 USD kommen.
Möglicherweise wird sogar der Aufwärtstrend nahe 67 USD angesteuert. Für langfristige Investoren wäre das ein interessantes Niveau.

Kommt es hingegen zu einem Ausbruch über 95,50 USD, wird ein prozyklisches Kaufsignal mit einem Kursziel bei 108 USD ausgelöst.