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Auf das Gesamtjahr 2025 gerechnet konnte der MDAX mit der DAX-Performance zwar nicht mithalten, im vierten Quartal lagen beide Indizes aber gleichauf. Und besonders in den letzten Wochen kommt der MDAX stark daher. Könnte er 2026 womöglich zum Outperformer werden?
Grundsätzlich könnte er das. Zwischen 2009 und 2021 einschließlich legte der MDAX mehr als doppelt so stark zu wie der DAX. In diesem „Index der zweiten Reihe“ finden sich exportstarke Unternehmen und eine breite Mixtur aller Branchen. Das klingt nach starkem Wachstum. Aber seit 2021 ist es vorbei mit dieser relativen Stärke, seither kommt der MDAX gegenüber dem DAX nicht so recht ins Laufen. Was sich vor allem im Chart auf Monatsbasis manifestiert:

Während der DAX 2025 von einem Rekordhoch zum nächsten lief, hätte der MDAX bis zu seinem Allzeithoch, welches er im Spätsommer 2021 bei 36.429 Punkten erreichte, noch ein gutes Stück des Weges vor sich. Und dass der Index seither nicht so lief, wie sich das bullische Lager das wohl vorgestellt haben dürfte, hat Gründe. Gründe, die man als „erledigt“ einordnen müsste, wenn man darauf setzen wollte, dass der MDAX den DAX im neuen Börsenjahr abhängen wird.
Expertenmeinung: Momentan dominieren drei Sektoren den MDAX: Unternehmen aus dem Immobiliensektor, aus dem Anlagen- und Maschinenbau im weiteren Sinne und einige Unternehmen aus dem Verteidigungssektor. Letztere waren für die (gegenüber den Vorjahren zumindest solide) Performance des Index im Jahr 2025 eine wichtige Stütze: Hensoldt, die RENK Group, thyssenkrupp bzw. jetzt vornehmlich TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems).
Aber bei den Immobilienaktien ging nichts voran, im Industriesektor/Maschinenbau nur wenig. Das müsste sich ändern, ohne dass die Verteidigungstitel zugleich zurückkommen, um dem MDAX mittelfristige, nachhaltigere Schubkraft zu verleihen. Und das ist angesichts der eher mageren Lage beim Export und in Sachen Immobilienmarkt nichts, das man einfach als gegeben unterstellen könnte. Wollte man 2026 stärker auf den MDAX setzen, wäre es daher zu überlegen, auf den Index als solches zu schauen und da dann konsequent entlang charttechnischer Wegweisungen zu agieren. Denn so ließe es sich zügig erkennen, wenn die zuletzt wieder optimistischer wirkende Tendenz den Boden unter den Füßen verlieren sollte.
Gut ist, dass der Index im November einen kurzzeitigen Ausbruch nach unten knapp über der im Chart auf Monatsbasis blau markierten 1.000-Tage-Linie abfing und sich wieder über die wichtige Supportzone 29.438/29.815 Punkte retten konnte. Von der gälte es jetzt, sich zügig nach oben zu lösen. Dass es zur Jahreswende gelang, die mittelfristige, im Juli etablierte Abwärtstrendlinie zu überwinden, ist ein erster, wichtiger Schritt in diese Richtung, aber:
Angesichts des früher kurstreibenden, jetzt aber das Fortkommen bremsenden Branchenmix im MDAX sollte man immer mit einem Auge nach unten schauen und mit jeder überbotenen Charthürde bestehende Stop Loss Long nachziehen. Denn ja, derzeit macht sich der MDAX tadellos, aber wie lange das so weitergeht, ist derzeit definitiv nicht absehbar.

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