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NASDAQ 100 Prognose Nasdaq 100: Einfach so tun, als wäre nichts – kann das gutgehen?

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des NASDAQ 100 Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.01.2026 um 22:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das bisherige Hoch des Nasdaq 100 bei 28.182 Punkten wurde am 29. Oktober erreicht. Der Index hätte also gegenüber S&P 500 und Dow Jones etwas nachzuholen, die beide seither neue Rekorde markiert haben. Aber ausgerechnet jetzt erscheint der Anstieg ziemlich gewagt.

Das alte Verlaufshoch ist weniger als ein Prozent entfernt, die Widerstandslinie bei 25.835 Zählern überwunden. Nur an drei Tagen, alle im Bereich Ende Oktober/Anfang November, hat der Nasdaq 100 höher geschlossen als gestern. Der Dienstag war der fünfte Tag mit Kursgewinnen in Folge. Das sieht also gut aus für die Bullen. Trotzdem ist diese Kaufwelle etwas überraschend, denn:

Nasdaq 100: Monats-Chart vom 27.01.2026, Kurs 25.939,74 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Monats-Chart vom 27.01.2026, Kurs 25.939,74 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Die Wiederbelebung der „Zoll-Keule“ durch Donald Trump erhöht das gesamtwirtschaftliche Risiko. Zwar könnte man abwinken und festhalten, dass der US-Präsident seine Drohungen ja in den seltensten Fällen wahrmacht, aber ein Restrisiko bleibt definitiv.

Hinzu kommt, dass am Dienstag, während der Nasdaq so kräftig anzog, die aktuellen Daten zum vom Conference Board ermittelten US-Verbrauchervertrauen auf den Tisch kamen, die, eigentlich, für Unruhe unter den Investoren hätten sorgen müssen. Denn mit 84,5 Punkten kam diese Indikation so schwach heraus wie zuletzt im Frühjahr 2014. Weder zu Beginn der Corona-Krise 2020 noch am Höhepunkt der Inflation 2022 war die Stimmung unter den US-Konsumenten so schlecht. Und das birgt das Risiko, dass das Umsatz- und Gewinn-Wachstum bei vielen US-Unternehmen gebremst, mit Blick auf die auch weltweit gedämpfte Konsumlaune womöglich sogar gestoppt wird. Und am Ende der Kette geht das über die konsumnahen Unternehmen auch auf die Hersteller über. Warum also steigt der Nasdaq 100 ausgerechnet jetzt?

Expertenmeinung: Die Phase der Quartalsberichte und der Ausblicke auf das laufende Quartal bzw. das Gesamtjahr hat begonnen. Man könnte daher denken, die Trader feiern Ergebnisse, die trotz des insgesamt schwierigen Umfelds besser als erwartet ausfielen. Doch das ist nicht so, aus einem simplen Grund:

Die entscheidenden Bilanzen kommen erst noch. Microsoft, IBM, Tesla, Meta, Lam Research melden heute nach Börsenschluss. Morgen steht das Quartalergebnis von Apple an, Amazon und Alphabet folgen in der kommenden Woche. Aber einige Aktien der für heute Abend anstehenden Unternehmen wie Lam Research oder Microsoft gehörten heute zu den größten Gewinnern. Was deutlich macht:

Man setzt auf starke Zahlen und kauft in der Erwartung eines Kurssprungs als Reaktion auf die Bilanzen vor. Und das, obgleich man bei vielen Aktien keineswegs im Vorfeld Abgabedruck sah. Damit ist dieser Anstieg an das bisherige Hoch … und nach der Hoffnung des bullischen Lagers natürlich darüber hinaus … mit der Hypothek einer Wette belastet.

Die Bilanzen müssen also heute und in den kommenden Tagen „liefern“, was die Käuferseite bereits vorweggenommen hat. Und man sollte zumindest einkalkulieren, dass es für einen nachhaltigen, nicht gleich wieder abverkauften Ausbruch des Index nach oben einige positive und auf keinen Fall zu viele unerfreuliche Überraschungen geben muss, um Gewinnmitnahmen zu verhindern und im Gegenzug noch mehr Käufe zu generieren. Fazit:

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 27.01.2026, Kurs 25.939,74 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tages-Chart vom 27.01.2026, Kurs 25.939,74 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Vorfeiern ist immer mit erhöhtem Risiko verbunden, weil es nötig ist, dass die echte Party danach erst noch kommt, ohne dass man sich dessen sicher sein könnte. Sollten die bullischen Trader richtig gelegen haben, bliebe „Long“ beim Nasdaq 100 aus charttechnischer Sicht alternativlos. Aber sollte man sich da überhoben haben, gälte es, die am Dienstagabend bei 25.088 Punkten verlaufende 100-Tage-Linie (im Chart auf Tagesbasis blau) im Auge zu behalten.

Diese Linie dient derzeit als charttechnischer Leitstrahl der Aufwärtsbewegung. Tests dieses gleitenden Durchschnitts hatten zuletzt mehrfach Aufwärtsschübe eingeleitet, auch der aktuell laufende wurde von dort aus gestartet. Solange diese Linie hält, könnten die Bullen im Fall eines Rücksetzers jederzeit zurückkommen. Fällt sie jedoch, wäre das kurzfristig bärisch und würde umgehend die Supportzone 25.000/24.200 Punkte zum möglichen, nächsten Kursziel machen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.12.2025 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Micron Technology lieferte am Mittwochabend überzeugende Quartalszahlen ab. Das katapultierte diese Aktie weit nach oben, einige andere Chip-Aktien ebenso und mit ihnen wiederum den Nasdaq 100. Aber wenn man sich den Chart so ansieht, kommen Zweifel auf.

Es gibt im US-Börsenjargon den äußerst unschönen Begriff eines „dead cat bounce“. Er soll einen Kurssprung beschreiben, der leblos vonstattengeht und daher eher keine gute Chance hat, mehr zu werden als eine kurze Gegenbewegung. Und das Chartbild des Nasdaq 100 auf Tagesbasis kommt so daher, dass man zumindest nicht ausschließen sollte, dass wir es mit einem solchen, leblosen Hüpfer zu tun haben könnten.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 18.12.2025, Kurs 25.019,37 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tages-Chart vom 18.12.2025, Kurs 25.019,37 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Denn ja, der Index sah am Mittwoch kräftigen Abgabedruck und keinerlei Gegenwehr, startete am Donnerstag dann aber wie verwandelt mit einer großen Aufwärts-Kurslücke, Micron Technology sei Dank. Aber das Problem ist, was nach der Handelseröffnung passierte. Oder besser, was nicht passierte. Denn der Index pendelte danach in einer relativ überschaubaren Handelsspanne vor sich hin und schloss nur unwesentlich entfernt vom Eröffnungskurs. Ein Doji war die Folge … die Anschlusskäufe blieben aus. Aber ist das aus Sicht der Bullen nicht immerhin besser als nichts?

Expertenmeinung: Das wohl, aber „besser als nichts“ und ein klar positives Signal sind halt zwei Paar Schuhe. Positiv ist, dass der Index dadurch noch über der 100-Tage-Linie, im Tageschart blau, nach oben drehte, die im Oktober fast gebrochen wäre. Sie ist die Linie, die jetzt nicht fallen darf. Von ihr konnte sich der Nasdaq 100 erst einmal ein Stück lösen.

Aber um hinter das erhöhte Risiko eines Bruchs der 100-Tage-Linie einen grünen Haken zu setzen, müsste wiederum die 50-Tage-Linie zurückerobert werden. Sie hatte den technologielastigen Index zuvor seit Mai auf dem Weg nach oben geführt. Erst, wenn diese Linie zurückerobert wäre (aktuell verläuft sie bei 25.210 Punkten), könnte man diesem scheinbar bullischen Braten einigermaßen über den Weg trauen.

Immerhin kam der Nasdaq 100 seit Ende Oktober zurück, obwohl das Gros der Schwergewichte im Technologiebereich solide bis starke Quartalszahlen ablieferte. Zu glauben, dass gute Ergebnisse von Micron Technology diese in den Kursen abgebildeten Eindruck der Trader, dass „gut“ nicht mehr gut genug ist, auf den Kopf stellen könnte, fällt da schwer.

Daher müsste jetzt, nachdem der Index zwar im Plus geschlossen hatte, dieses aber auffallend blutleer daherkam, mindestens die am Donnerstag zwar fast erreichte, aber nicht ernsthaft angegangene 50-Tage-Linie zurückgewonnen werden. Und sie müsste, sollte das im Zuge der heute stattfindenden Terminmarkt-Abrechnung gelingen, auch die nächsten zwei, drei Handelstage danach halten. Vorher wäre Skepsis gegenüber dem Aufwärtspotenzial des Index sicherlich keine überzogen furchtsame Regung.

Nasdaq 100: Monats-Chart vom 18.12.2025, Kurs 25.019,37 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Monats-Chart vom 18.12.2025, Kurs 25.019,37 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.12.2025 um 7:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach der kräftigen Korrektur im November zeigte sich die Wall Street zuletzt wieder deutlich erholt. Sowohl der Nasdaq 100 als auch der S&P 500 konnten sich stabilisieren und arbeiteten sich Schritt für Schritt in Richtung ihrer bisherigen Allzeithochs vor.

Genau in diesem Bereich scheint der Schwung der Käuferseite nun jedoch nachzulassen. Zum Wochenschluss drehten insbesondere Technologiewerte erneut nach unten. Begleitet wurde die Bewegung von wieder aufkommenden Sorgen rund um eine mögliche Überhitzung im KI-Sektor. Der Nasdaq-100-Index verlor dabei die 20-Tage-Linie und schloss deutlich darunter. Auf mittelfristiger Ebene sind im Chart inzwischen sowohl ein tieferes Hoch als auch ein tieferes Tief erkennbar. Damit verbleibt der Index vorerst in einer neutralen Korrekturphase.

Expertenmeinung: Technisch betrachtet dürfte der Verlust der 20-Tage-Linie den Erholungsversuch zunächst ausbremsen. Sollte es dem Nasdaq 100 nicht gelingen, diese Zone zeitnah zurückzuerobern, könnte sich die Korrektur weiter ausdehnen.

Das zuletzt ausgebildete tiefere Hoch spricht dafür, dass die Käuferseite an Durchsetzungskraft verloren hat. Eine Stabilisierung wäre erst dann wahrscheinlicher, wenn der Index wieder über die letzten Hochs ansteigt und höhere Tiefs ausbildet. Bis dahin bleibt das Bild neutral, bei erhöhter Anfälligkeit für weitere Rücksetzer.

Aussicht: NEUTRAL

Nasdaq 100 Index: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 25.196,73 Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 25.196,73 Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.12.2025 um 7:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die letzten Wochen waren vor allem im Technologiesektor von erhöhter Volatilität geprägt. Wachstumswerte und größere Technologietitel verzeichneten teils deutliche Rückgänge, mit Verlusten zwischen 10 % und 20 %. Auch der Nasdaq 100 blieb von dieser Korrektur nicht verschont und verlor im November zeitweise rund 8 % an Wert.

Im Kontext der starken Anstiege aus den Vormonaten stellt diese Bewegung jedoch eine normale technische Korrektur dar. Am Oktober-Tief fanden die Kurse schließlich Unterstützung, woraufhin sich eine schrittweise Erholung einstellte. Inzwischen konnten sowohl die 20- als auch die 50-Tage-Linie zurückgewonnen werden. Der Trend ist derzeit noch als neutral einzustufen, doch die Möglichkeit einer Jahresendrallye bleibt bestehen.

Expertenmeinung: Die Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte stellt ein erstes positives Signal innerhalb der aktuellen Erholungsbewegung dar. Gelingt es den Bullen, dieses Momentum zu nutzen, könnte der Index wieder in Richtung der früheren Höchststände vorrücken. Kurzfristige Rücksetzer wären dabei nicht ungewöhnlich, solange die Unterstützung aus dem Oktober gehalten wird.

Entscheidend wird sein, ob der Nasdaq 100 genügend Dynamik entfalten kann, um die neutrale Phase zu verlassen. Die Voraussetzungen dafür verbessern sich, und oberhalb der Marke von 25.000 Punkten bleibe ich optimistisch.

Aussicht: BULLISCH

Nasdaq 100 Index: Chart vom 02.12.2025, Kurs: 25.555,86 Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Chart vom 02.12.2025, Kurs: 25.555,86 Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.11.2025 um 22:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am 10. Oktober gab es eine ähnlich große, rote Tageskerze beim Nasdaq 100. Allerdings mit zwei Unterschieden: Im Oktober war das kein bärischer Intraday‑Turnaround. Und es gab einen klaren Anlass. Gestern eher nicht – und das macht die Sache jetzt brandgefährlich.

Gut eine Stunde nach Beginn des regulären Handels lag der Nasdaq 100 2,36 Prozent vorne. Kein Wunder, denn die Quartalsbilanz von Nvidia vom Vorabend wurde als Beleg dafür gehandelt, dass es noch keine KI‑Blase gibt und da immer noch Luft nach oben ist. Und die Arbeitsmarktdaten des Septembers wurden nachgereicht, mit einer höheren Zahl neu geschaffener Stellen als gedacht. Was zwar die Chancen auf eine Leitzinssenkung im Dezember mindert, aber: Hauptsache Wachstum. Außerdem konnte man darauf hoffen, dass die großen Akteure am Terminmarkt den seit Monatsbeginn wackelnden Index unmittelbar vor der heutigen Abrechnung der Index‑ und Aktienoptionen schon höher ziehen würden. Um 16:30 Uhr unserer Zeit war die Welt für das bullische Lager absolut in Ordnung.

Nasdaq 100‑Index: Chart vom 20.11.2025, Kurs 24.054,38 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100‑Index: Chart vom 20.11.2025, Kurs 24.054,38 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Um 22 Uhr bzw. 16 Uhr US‑Ostküstenzeit, als die Nasdaq schloss, nicht mehr. Aus +2,36 Prozent wurden –2,38 Prozent. Ein Abverkauf, den man so lange nicht mehr gesehen hat. Die durchgehandelte Kursspanne war größer als die des 10. Oktobers. Und auch, wenn es Anfang April im Zuge der Zollpanik größere Tagesverluste gab: Da startete der Index dann bereits mit einer Abwärts‑Kurslücke. Aber hier haben wir eine aktive Handelsspanne von gut 1.100 Punkten. Das ist nichts, das man unterschätzen sollte, zumal:

Diese Verkäufe liefen wie auf Schienen. Nur zweimal gab es in diesen fünfeinhalb Stunden seit dem Tageshoch Versuche von Gegenwehr. Aber die fielen schnell in sich zusammen. Das deutet an, dass große Adressen „Material“ über Bord geworfen haben. Und was diejenigen, die da nicht den Hebel aktiv umgelegt haben, umtreiben dürfte, ist die Frage: warum?


Expertenmeinung: Es mag ja sein, dass der Umstand, dass bei Nvidia in die anfänglichen Gewinne hinein Abgaben aufkamen, den Optimismus unterminiert hat. Und es ist sicherlich so, dass einige Akteure es für problematisch halten, dass die Arbeitsmarktdaten die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung im Dezember deutlich gemindert haben, obgleich es eigentlich nicht entscheidend ist, ob das im Dezember oder im neuen Jahr passiert. Und es könnte irritiert haben, dass man die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukts‑Wachstum des dritten Quartals, die für den 26. November avisiert waren, vermutlich verschiebt. Aber ansonsten war zum Handelsende nichts anders als zum Handelsstart. Während man bei der letzten, großen roten Kerze am 10. Oktober die massiven Zolldrohungen von Trump Richtung China als nachvollziehbaren Grund der Verkäufe hatte.

Nasdaq 100‑Index: Tageschart vom 20.11.2025, Kurs 24.054,38 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100‑Index: Tageschart vom 20.11.2025, Kurs 24.054,38 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Nur bei den US‑Indizes, da war eben allerhand anders. Auch Dow Jones Industrial Average und S&P 500 bekamen einiges ab, aber am härtesten traf es den Nasdaq 100. Und ein derart massives „bearish engulfing pattern“, das dadurch entstand, ist selten. Dass das so unmittelbar vor dieser heutigen Terminmarkt‑Abrechnung auftritt, auch. Damit dürfte so mancher bullische Trader eine unruhige Nacht verlebt haben. Und sich genötigt sehen, heute eine Entscheidung zu treffen:

Dagegenhalten, in der Hoffnung, dass genug andere das auch tun und der Index dadurch die Supportzone 23.969 zu 24.207, in die er gestern hineingerutscht ist, verteidigt? Oder lieber das Heil in der Flucht suchen und einem Bruch dieser Zone zuvorkommen, die, wenn sie fällt, aus charttechnischer Sicht Abwärtspotenzial bis in die Region 21.943 zu 22.320 Punkte (Letzteres ist die 200‑Tage‑Linie) auftun würde?

Da geht man mit offenem Visier in einen solchen Tag. Aber sollte diese bereits angelaufene Zone 23.969/24.207 Punkte deutlicher brechen, wäre schon wegen der Ungewissheit über die Hintergründe dieses markanten Abverkaufs nach unten nichts unmöglich. Vorsicht ist jetzt geboten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.