Volkswagen Vz. Aktie Prognose Volkswagen Vz.: Das wird 2023 auf den Gewinn drücken!

News: Aktuelle Analyse der Volkswagen Vz. Aktie

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Man hat es ja: Der Volkswagen-Konzern gibt sich in Sachen Gehälter freigiebig. Gestern wurde bekannt, wann die Gehälter der Angestellten wie stark steigen und was an Sonderzahlungen ansteht. Aber ob sich das 2023 nicht unschön in den Gewinnen niederschlagen wird?

In den ersten zwei Monaten des Jahres war die VW-Vorzugsaktie noch ein klarer Outperformer im DAX. Dann änderte sich das … und derzeit hinkt die Aktie dem DAX sogar außerordentlich deutlich hinterher. Und schaut man sich die bisherigen Bilanzdaten an, ist das auch nachvollziehbar.

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Der VW-Konzern hat die Erwartung an die Zahl ausgelieferter Fahrzeuge mittlerweile auf die Menge des Vorjahres zurückgenommen, die Gewinnmarge liegt niedriger als die Analysten sich das dachten. Alleine die immens angehobenen Preise waren ursächlich dafür, dass der Konzern immer noch höhere Gewinne einfährt als 2021. Aber die Zahl derer, die solche Preise bezahlen, ist endlich. Und das ist den Anlegern durchaus bewusst.

Hinzu kommt, dass die jetzt mitgeteilten Lohnerhöhungen zwar hilfreich sind, um die Kaufkraft der VW-Mitarbeiter zu stützen. Aber wenn man die dadurch steigenden Produktionskosten nicht durch noch höhere Preise für Neuwagen hereinholt (immer vorausgesetzt, die Verkaufszahlen würden sich halten, was fraglich ist), werden die höheren Zuwendungen den Gewinn 2023 spürbar belasten. Denn es geht nicht um „Peanuts“:

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Die etwa 125.000 VW-Mitarbeiter bekommen ab Juni 2023 5,2 Prozent mehr Lohn (im Mai 2024 dann nochmal 3,3 Prozent mehr). Das wären, wenn man einfach mal 3.000 Euro brutto als Schnitt unterstellt, immerhin sieben Monate im kommenden Jahr, in denen 125.000 mal 5,2 Prozent von 3.000 Euro mehr ausgezahlt werden. Insgesamt 136,5 Millionen Euro. Wobei das Bruttogehalt im Schnitt wohl eher über 3.000 Euro liegt, das ist nur eine Rechengrundlage. Damit nicht genug, werden im Februar 2023 2.000 Euro pro Mitarbeiter als Inflationsausgleich bezahlt, zum Januar 2024 dann nochmal 1.000 Euro. 2.000 Euro x 125.000 sind 250 Millionen. Insgesamt kostet VW die Gehaltserhöhung alleine im Jahr 2023 also mindestens 0,385 Milliarden Euro. Ist das erheblich?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Volkswagen Vz. Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das kommt darauf an, ob man 2023 erneut Rekordgewinne einstreicht oder aber das dünne Beinchen williger Kunden, die immens höhere Preise bezahlen, einbricht. Denn angesichts gedrückter Margen und auf dem eher niedrigen Level von 2021 verharrenden Absatzzahlen hat man nur dieses eine Bein. Da kann es ganz schnell zu fallenden Nettogewinnen kommen. Und dann sind diese knapp 0,4 Milliarden, die man alleine 2023 zusätzlich ausschüttet, in der Tat erheblich. Das ist ein Aspekt mehr, der die Marktteilnehmer bei dieser Aktie vorsichtig stimmt. Dass man dann auch noch die Hälfte der Einnahmen aus dem Porsche-Börsengang als Sonderdividende an die VW-Aktionäre ausschüttet, statt das Kapital produktiv einzusetzen, ist ein weiterer.

Die Aktie verharrt damit weiter im mittelfristigen Abwärtstrend. Jedes Zwischenhoch dieses Jahres von Belang liegt unter dem vorherigen. Und gerade in den letzten Wochen ist der Abstand zum DAX immens geworden. Die VW-Vorzugsaktie müsste den Abwärtstrend durch Schlusskurse deutlich über 150 Euro eindeutig bezwingen, bevor man hier an Long auch nur denken sollte. Aktuell wäre die „weichere“ Seite die untere … ein erneuter Test des bisherigen, im Oktober noch gehaltenen Jahrestiefs bei 120,64 Euro ist keineswegs ausgeschlossen.

Volkswagen Vz.: Chart vom 23.11.2022, Kurs 137,14 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen der Volkswagen Vz. Aktie

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Die Bilanz des dritten Quartals, die der VW-Konzern am Freitag vorlegte, hatte auch Schattenseiten. Gegen den zum Handelsende steigenden Trend des Gesamtmarkts blieb die VW-Aktie in der Verlustzone. Und das könnte dem bullischen Lager Probleme einbringen.

Die VW-Vorzugsaktie hatte in der zweiten Septemberhälfte kräftig an Boden verloren und testete daraufhin das bisherige, im Juli bei 120,56 Euro entstandene Jahrestief. Das hielt – und das wiederum barg die Chance auf eine solide Bodenbildung mit anschließender Aufwärtstrendwende. Doch dazu hätte die im Vorfeld der Quartalszahlen unweit dieses Jahrestiefs seitwärts laufende Aktie als Reaktion auf das Zahlenwerk davonziehen müssen. Aber die Ergebnisse nebst Ausblick motivierten die Trader nicht zum Einstieg.

Der Umsatz lag zwar mit 70,7 Milliarden Euro deutlich über den 56,9 Milliarden des dritten Quartals 2021. Aber damals war die Chipkrise gerade auf einem Höhepunkt, die Auslieferungen massiv eingeschränkt. Immerhin lag dieser Umsatz leicht über der durchschnittlichen Prognose der Analysten von 69,9 Milliarden. Das galt aber nicht für die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (EBIT-Marge) und ebenso wenig für den Gewinn.

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Die EBIT-Marge stieg zwar von den schwachen 4,9 Prozent im Sommerquartal 2021 auf jetzt 6,0 Prozent, aber die Experten hatten im Vorfeld deutlich mehr, im Schnitt 6,6 Prozent, erwartet. Das EBIT selbst sah entsprechend aus: Mit 4,27 Milliarden Euro weit über dem Vorjahresergebnis von 2,8 Milliarden, aber unter der Konsens-Prognose von 4,64 Milliarden.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigte der Volkswagen-Konzern zwar die Umsatzprognose und die der EBIT-Marge, in Bezug auf die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge sieht man sich jetzt aber nur noch auf Vorjahresniveau, zuvor hatte man einen Anstieg der Auslieferungen zwischen +5 und +10 Prozent angepeilt.

Expertenmeinung: Das ist zwar kein dramatischer Einbruch, der fürchten ließe, dass VW jetzt der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Aber die Rücknahme der Wachstumserwartung bei den Auslieferungen deutet schon an, dass die Zahl derer, die bereit sind, die deutlich höheren Preise für Neuwagen zu bezahlen, nicht unbegrenzt ausweitbar ist. Dass man einerseits mit einem Anstieg des 2022er-Umsatzes rechnet, andererseits aber nicht mit mehr Auslieferungen, macht schon klar:

Der Gewinnzuwachs ruht jetzt nur noch auf den angehobenen Preisen. Wenn die Nachfrage jetzt nachgeben sollte, wird es kritisch. Denn sobald VW dann mit Rabatten die Nachfrage stabilisieren müsste, geht das auf den Gewinn, dann hätte man nur die Wahl zwischen geringeren, verkauften Stückzahlen und geringeren Gewinnmargen.

Ob es im laufenden Quartal oder Anfang 2023 dazu kommt, ist offen, aber es wäre denkbar. Und genau das ist den Anlegern durchaus klar.  Es gelang zwar, die Aktie von ihrem Tagestief loszueisen, aber Sie sehen es im Chart: Die entscheidende Support-Linie bei 120 Euro bleibt in Reichweite. Die VW-Aktie ist auch nach den Quartalszahlen nicht bullisch und könnte diesen damit eben noch nicht zementierten Boden jederzeit erneut testen und ggf. auch brechen.

Volkswagen Vz.: Chart vom 28.10.2022, Kurs 128,24 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

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Heute beginnt die Zeichnungsfrist, am 29.9. sollen die Aktien der Porsche AG erstmals gehandelt werden. Wer dachte, dieser Börsengang der Porsche-Tochter würde die Volkswagen Vorzugsaktie beflügeln, stellt fest: Das tut es nicht. Wieso nicht?

Ein Viertel der Vorzugsaktien der Porsche AG, bislang hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns und nicht mit der Porsche Holding zu verwechseln, die eine Beteiligungsgesellschaft ist, wird Ende des Monats in Händen von hoffnungsvollen Anlegern sein, die erwarten, dass diese Aktie, deren Preisspanne auf 76,50 bis 82,50 Euro festgelegt wurde, zügig Kursgewinne einbringen wird. Aber warum tut der VW-Konzern das, was hat er davon?

Er hat zunächst einmal die Einnahmen aus diesem Börsengang, je nach dem endgültigen Emissionspreis zwischen 8,7 und 9,4 Milliarden Euro. Und würde VW später weitere Vorzugsaktien an die Anleger verkaufen, wären die Einnahmen dann aufgrund des höheren Kurses auch höher. Außerdem kauft die Porsche Holding, also die im DAX bereits notierte Beteiligungsgesellschaft, die bereits über 50 Prozent der Volkswagen Stammaktien hält, ein Viertel plus eine Aktie der Porsche AG Stammaktien. Da kommt also ordentlich Geld herein. Aber da kommen auch Fragen auf. Und das ist es, was die VW-Vorzugsaktie ausbremst.

Expertenmeinung: Denn man könnte sich fragen, warum VW dieses IPO (Initial Public Offering) ausgerechnet jetzt vornimmt. Warum nicht viel früher, warum nicht viel später, vor allem, weil der Gesamtmarkt aktuell unter Druck steht? Eine denkbare Antwort: Weil man bei VW Sorge hat, dass in ein paar Monaten ein noch unerfreulicheres Umfeld herrscht und man dann die Aktien zu einem solchen Preis nicht mehr loswürde. Bedenkt man, dass die Bilanzen der Autobauer vor allem deswegen noch nicht deutlich finsterer aussahen, weil bis Sommer noch genug Verbraucher bereit waren, Neuwagen zu immens höheren Preisen abzunehmen und die Zahl solcher Käufer endlich ist, könnte man dieser möglichen Antwort zustimmen.

Man könnte sich ebenfalls fragen, wieso der VW-Konzern die immensen, aus dem IPO entstehenden Einnahmen, noch vergrößert dadurch, dass die Beteiligungsgesellschaft Porsche Automobil Holding ihren Einfluss auf den Gesamtkonzern vom Volumen her aufrechterhält, indem sie 25 Prozent (plus eine Aktie, um Sperrminorität zu haben) der Porsche AG Stammaktien kauft, offenbar nicht allzu sinnvoll einsetzen kann. Denn wäre die Basis vorhanden, diese Milliarden schnell und zielgerichtet in Innovation und Zukäufe zu investieren, wieso hat VW dann angekündigt, knapp die Hälfte der Einnahmen aus dem IPO als Sonderdividende an die Anleger der VW-Aktien auszuschütten?

Da diese Fragen keine wirklich überzeugenden, positiv zu wertenden Antworten nach sich ziehen, läuft die im DAX notierte Volkswagen-Vorzugsaktie nicht, wie man es normalerweise bei einem solchen Spin Off einer Tochtergesellschaft vermuten könnte, steil nach oben (vor allem hier, da es sich bei Porsche um den Margen-Star des Konzerns handelt). Statt eines dynamischen Angriffs an die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 156/162 Euro muss die Aktie derzeit die kurzfristige Aufwärtstrendlinie verteidigen. Zwar wäre sie erst wieder bärisch, wenn mit Schlusskursen unter 131,30 Euro das März-Tief fallen würde. Aber dass es dazu kommt, ist mit der Ankündigung der Details zum Porsche-IPO definitiv nicht weniger wahrscheinlich geworden.

Volkswagen Vz-Aktie.: Chart vom 19.09.2022, Kurs 147,00 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX
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Mit -0,66 Prozent war man am Freitag im massiv unter Druck geratenen DAX so etwas wie ein „relativer Gewinner“. Die Volkswagen-Aktie hielt sich so gut, weil Meldungen umgingen, dass der Porsche-Börsengang in Kürze angekündigt werde und die Nachfrage immens sei.

Es ist immer so eine Sache, wenn man Informationen vorgesetzt bekommt, die von angeblich „mit der Angelegenheit vertrauen Personen“ stammen. Aber es kann sehr wohl zutreffen, dass der Volkswagen-Konzern plant, den Börsengang der Porsche-Tochter Anfang September anzukündigen. Und es kann ebenso gut sein, dass die Nachfrage nach der Aktie so hoch ist, dass die Marktkapitalisierung des Sportwagen-Herstellers dann beim Börsengang über 60 Milliarden Euro betragen würde, wie am Freitag kolportiert wurde. Was für den VW-Konzern einen gigantischen Geldsegen bedeuten würde, auch, wenn man natürlich nur einen Teil der Porsche-Anteile an die Investoren ausgeben würde.

Dabei muss man immer hinzufügen: Hier geht es um den Teil des Konzerns, der nicht nur Porsche heißt, sondern auch wirklich Porsche-Fahrzeuge baut. Die Porsche Automobil Holding, die auch im DAX notiert ist, ist eine Beteiligungsgesellschaft, deren Hauptanteil die Mehrheit der Volkswagen Stammaktien ist, dort wird rein gar nichts hergestellt. Aber zurück zum Porsche-IPO (IPO = initial public offering): Warum sollten sich die Anleger auf Aktien stürzen, die Teil eines Unternehmens wären, das wiederum Teil des VW-Konzerns ist, statt mit der VW Vorzugsaktie die ganze Palette mit einem Anteilsschein abzudecken?

Expertenmeinung: Weil Porsche alleine viel höhere Margen hat. Die Sportwagenschmiede ist die Sahneschnitte des Konzerns. Also erhofft man sich eine Aktie mit höherer Gewinndynamik und idealerweise mit höherer Dividendenrendite, indem man mit einer Porsche-Aktie ein „best of VW“ kaufen würde. Und die durch eine erfolgreiche Emission der Porsche-Tochter eingenommenen Milliarden würden wiederum dem VW-Konzern nützen, weshalb sich die Aktie am Freitag, relativ gesehen, gut hielt. Aber noch ist dieses IPO eben nicht einmal terminiert. Und es wäre zumindest denkbar, dass Volkswagen damit noch wartet, falls der Gesamtmarkt Anfang September schwach daherkäme und daher keine idealen Preise für die Porsche-Aktien zu erwarten wären. Was heißt:

Für den Moment bewegte diese Meldung über das, was „gut informierte Kreise“ da zu wissen behaupteten, zwar die Kurse. Aber bis daraus etwas Spruchreifes wird, muss die VW-Vorzugsaktie erst einmal alleine zusehen, wie sie zurechtkommt. Und trotz dieser relativen Stabilität sieht es da gar nicht mal so gut aus. Sie sehen, dass die Vorzugsaktie zwar durch den Rückenwind der Porsche-Gerüchte anfangs ins Plus gelaufen war, am Ende aber mit einem bärischen Intraday-Turnaround aus dem Handel ging. Damit wurde die Chance vertan, von der Anfang Juli etablierten Aufwärtstrendlinie aus davonzuziehen, zugleich die Supportzone 131,30/138,44 Euro zu verteidigen und in Richtung 159/162 Euro zu laufen.

So, wie die Aktie jetzt ins Wochenende ging, mit einer vergebenen Ausbruchschance, die zeigte, dass auch der Porsche-Börsengang nicht reicht, um sich von einem wankenden Gesamtmarkt abzukoppeln, könnten sich die Leerverkäufer wieder für die Aktie interessieren. Sollten die VW-Vorzüge unter 131,30 Euro fallen, wäre das ein massiv bärisches Signal … und möglich wäre ein solches Szenario nach dieser vergebenen Ausbruchschance durchaus.

Volkswagen Vz.-Aktie: Chart vom 26.08.2022, Kurs 140,94 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX
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Erst wird der Vorstandschef ausgetauscht und die sonst in solchen Fällen oft auftretende Rallye bleibt aus. Dann kamen am Donnerstag stark wirkende Quartalszahlen … und wieder rührte sich die Aktie kaum. Das Chartbild bleibt damit für einen Ausbruch nach unten offen!

Der Volkswagen-Konzern hält sich in einem Umfeld massiv gestiegener Kosten und Materialengpässe wacker. Trotz deswegen gesunkener Auslieferungszahlen legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal (67,3 Milliarden Euro) auf 69,5 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sank zwar von 6,55 Milliarden im Vorjahr auf 4,74 Milliarden Euro, lag damit aber weit über der durchschnittlichen Analystenprognose von 3,92 Milliarden. Und man bestätigte den bisherigen Ausblick einer operativen Umsatzrendite zwischen 7,0 und 8,5 Prozent und eines Umsatzanstiegs zwischen 8 und 13 Prozent.

Die Reaktion am Aktienmarkt war, wie Sie im Chart sehen, überschaubar. Die Aktie stieg am Donnerstag als unmittelbare Reaktion auf diese Bilanz um 2,79 Prozent, am Freitag noch einmal um 1,25 Prozent. Das ist zwar mehr als der DAX zulegen konnte, aber eben nicht viel. Und es hat die Aktie nicht über die Charthürden getragen, über die der Kurs hinaus muss, um erst einmal wieder Luft nach oben zu haben.

Expertenmeinung: Die VW Vorzugsaktie bleibt somit erst einmal unterhalb der im Februar entstandenen Abwärtstrendlinie, die derzeit bei 142 Euro verläuft … und die durch das Mai-Tief (138,44 Euro) und das Juli-Verlaufshoch (143,12 Euro) verstärkt wird. Wenn ein Vorstandswechsel und eine gute Bilanz nicht ausreichen, um diesen Deckel zu sprengen, was dann, werden sich die potenziellen Käufer womöglich fragen.

Es ist schon auffällig, dass man monatelang ignorierte, dass das Risiko besteht, dass die Automobilhersteller diese ungewöhnlich hohen Preise, die die gestiegenen Kosten so überkompensieren, dass ein steigender Gewinn erzielt wird, nicht lange werden halten können, ohne dass der Absatz deutlich unter Druck kommt. Doch im Juni begann man dann eben doch, dieses wahrscheinlicher werdende Szenario einzupreisen. Und jetzt scheint es, als würde man die Automobiltitel so meiden, dass nicht einmal „good news“ die Käufer zurückbringen.

Das könnte sich zwar ändern. Aber dazu muss die VW-Aktie eben zumindest über diesen Widerstandsbereich zwischen 138,44 und 143,12 Euro hinaus. Dann hätte sie aus charttechnischer Sicht Aufwärtspotenzial bis in die Region 160/163 Euro. Aber eben erst dann … und solange der Bereich 138,44 und 143,12 Euro nicht genommen wurde, kann es jederzeit auch zu einem Bruch der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und des März-Tiefs (131,10) Euro kommen, was dann den Weg an das bisherige Jahres-Verlaufstief (120,56 Euro) als nächstes, womöglich dann aber nicht letztes Kursziel freigeben würde.

Volkswagen Vz.: Chart vom 29.07.2022, Kurs 137,30 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX
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Der Vorstandschef geht und die Aktie fällt? Das ist eigentlich untypisch. Ein Wechsel auf dem Chefsessel wird von den Anlegern normalerweise eher begrüßt, weil sie sich frischen Wind in Sachen Umsatz und Gewinn erhoffen. Die Volkswagen-Aktie hingegen fiel: verdächtig.

Die Nachricht kam am Freitag kurz nach Handelsende, so dass die Marktteilnehmer erst am Montagmorgen auf die Meldung des VW-Konzerns reagieren konnten, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Diess zum 1.9. seinen Platz räumt und vorübergehend Porsche-Chef Blume übernehmen wird. Zumindest so lange, bis jemand gefunden ist, der den Chefsessel längerfristig einnehmen soll. Was impliziert: Dieser Abgang war nicht unbedingt geplant, sonst hätte man erst einen Nachfolger gesucht und den Wechsel dann kommuniziert. Außerdem ist dieser Termin 1. September ziemlich zeitnah. Was die Folgerung zulässt: Da war etwas unter dem Teppich am Kochen. Der Aufsichtsrat hatte offenbar schon länger seine Probleme mit Herbert Dies, jetzt zog man die Reißleine. Aber was dem Aufsichtsrat beliebt, muss den Anlegern nicht unbedingt auch gefallen.

Dabei dürfte das Ausbleiben einer sonst bei Chefsessel-Wechseln eher typischen Rallye nicht unbedingt wegen der Personalie Blume ausgeblieben sein. Eher deswegen, weil der trotzdem noch Porsche „so nebenbei“ führen muss, was Probleme bringen kann. Und weil die Lage bei VW womöglich problematischer ist, als man das bisher unter den Investoren weiß, nachdem dieser Abgang des alten Chefs so kurzfristig vonstattenging.

Expertenmeinung: Dementsprechend dürften die Anleger den am Donnerstag im Terminkalender stehenden Quartalszahlen, vor allem aber dem Ausblick, mit einer gewissen Unruhe entgegensehen. Vor allem, weil von VW am Montag zu hören war, dass man in Sachen Chips weiterhin von einer Mangel-Lage ausgeht, die womöglich auch noch die nächsten Jahre anhält. Ob das womöglich eine Art Vorbereitung auf einen nach unten korrigierten Gesamtjahres-Ausblick im Zuge der Quartalszahlen am Donnerstag war?

Letztlich muss man sich diese Ergebnisse erst einmal ansehen, ebenso die Reaktion der Anleger darauf. Denn angesichts des kräftigen Abstiegs der VW Vorzugsaktie seit Ende Februar stellt sich natürlich die (erst nach den Zahlen zu beantwortende) Frage, ob viele nicht längst ein klar unter den bisherigen Prognosen liegendes Szenario bei Umsatz, Marge und Gewinn einkalkuliert haben. Denn wäre das der Fall, könnte die Aktie dann womöglich sogar bei schwachen Zahlen durch eindeckende, d.h. ihre Gewinne mitnehmende Leerverkäufer wieder anziehen. Man muss es abwarten, aber angesichts der ausgebliebenen, positiven Reaktion auf den Vorstandschef-Wechsel sollte man sich besser im Vorfeld auf der Long-Seite etwas bedeckt halten. Es ist zwar gestern gelungen, durch das Aufholen zeitweise deutlich größerer Verluste eine zwischen 129 und 132 Euro liegende Schlüssel-Unterstützung, bestehend aus kurzfristigem Aufwärtstrend, 20-Tage-Linie und März-Tief, zu halten. Aber solange die Aktie nicht wenigstens die Februar-Abwärtstrendlinie bei derzeit 143 Euro überwindet, ist sie mittelfristig trotzdem bärisch einzuordnen … und die negative Reaktion auf den Vorstandschef-Wechsel lässt zumindest den Verdacht aufkommen, dass das auch noch eine Zeitlang so bleiben könnte.

Volkswagen Vz. Aktie: Chart vom 25.07.2022, Kurs 132,64 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX