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Aktienanalyse:
Evotec: Ein wenig Geduld, dann hätten wir hier eine perfekte Chance!

Aktuelle Analyse der Evotec Aktie

Es ist schon ein seltsames Phänomen: Mittlerweile sind viele Marktteilnehmer derart durch die ewig scheinende Hausse des billigen Geldes konditioniert, dass sie zwar grundsätzlich bereit sind, in fallende Kurse hinein blind zu kaufen, weil man ihnen eingetrichtert hat, dass die Hausse unzerstörbar sei und deshalb automatisch bald neue Hochs erreicht werden. Und je kritischer die Rahmenbedingungen werden, desto verwegener fallen die Käufe aus. Aber sobald eine Aktie wie Evotec einbricht, bei der man den Grund nicht erkennen kann, bleiben sie weg. Die verquere Logik dahinter:

Wenn eine Aktie bei „good news“ fällt, ist bestimmt etwas im Busch, das die Allgemeinheit noch nicht weiß, also: Finger weg. Doch das ist schlicht dummes Zeug. Es deutet nichts darauf hin, dass bei der im August derart „zusammengefalteten“ Evotec-Aktie irgendwelche Leichen im Keller warten. Und wenn man sich nicht nur das kurzfristige, sondern auch das längerfristige Chartbild ansieht, darf man mutmaßen, dass die langsam traditionelle herbstliche Bären-Attacke diesmal nur ein paar Wochen vorverlegt wurde … aber ebenso wenig von Dauer sein wird wie die der Jahre 2017 und 2018.

Auslöser war scheinbar das Zahlenwerk des Wirkstoff-Forschungsunternehmens zum ersten Halbjahr, das am 14. August präsentiert wurde. Aber diese Zahlen waren nicht miserabel, sondern tadellos. Evotec meldete einen Umsatzanstieg 15,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum und einen um 50,8 Prozent gestiegenen Gewinn, berechnet als ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBITDA. Beides lag leicht über den Analystenerwartungen.

Zugleich hob das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr leicht an. Da wird mit einem Umsatzanstieg von jetzt 15 Prozent und einem Gewinnplus von mehr als zehn Prozent gerechnet. Sicher, das wirkt, als würde man im zweiten Halbjahr auf eine Flaute zusteuern, angesichts der starken Zahlen des ersten Halbjahrs. Aber wer Evotec schon eine Zeitlang verfolgt, weiß, wie vorsichtig man dort rechnet. Prognosen werden da erst erhöht, wenn die Sache absolut sicher ist.

Die Analysten rechnen derzeit im Schnitt mit einem 2019er-Gewinnplus um die 30 Prozent auf dann 43 Cent pro Aktie. Woraus sich derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp 50 errechnet. Hoch in Relation zu einem Gewinnwachstum von 30 Prozent … wenn es sich hier nicht um ein solide wachsendes Unternehmen aus dem Biotechbereich handeln würde. In dieser Branche wären viele froh, wenn sie überhaupt nur an der Gewinnschwelle kratzen würden. Und Evotec ist seit Jahren solide in den schwarzen Zahlen, agiert und expandiert äußerst geschickt und hat herausragende Zukunftsperspektiven. Was auch viele Deutsche Bank stufte die Aktie kurz nach der Bilanz von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und hob ihr Kursziel auf 25 Euro an. Die Berenberg Bank hob erst vergangene Woche ihre Einschätzung auf „Kaufen“ an und nannte ein Kursziel von 28 Euro.

Also, warum dieser Crash, der am Tag der Halbjahresbilanz und am Tag danach für einen Kurseinbruch um 22 Prozent sorgte? Dass die Zahlen zwar der Auslöser, nicht aber der wahre Grund sein konnten, zeigt sich auch, wenn man sich das Chartbild auf Tagesbasis einmal genauer ansieht. Denn nachdem die Bilanz vor Handelsstart veröffentlicht wurde, eröffnete Evotec mit einem satten Plus von 5,3 Prozent, erst dann brach die Aktie weg und fiel haltlos immer weiter. Und so ein Phänomen ist wie gesagt nicht neu. Auch 2017 und 2018 brach Evotec jeweils heftig ein und brauchte lange, um danach die alten Hochs zu überbieten. Aber sie wurden eben überboten. Und das gelang, weil die Geschäftsentwicklung sehr positiv ist.

Die eigentliche Ursache dieser Selloffs ist, dass diese Aktie gerade wegen der so spannenden „Story“ und ihrer hohen Schwankungsintensität viele kurzfristige Trader anlockt. Zugleich ist Evotec aber ein wenig markteng, weshalb ungewöhnlich hohe Umsätze den Kurs sehr stark bewegen können. Nichts anderes ist im August passiert: Trader wollten in den Kurssprung nach der Bilanz hinein Gewinne mitnehmen. Doch zu viele wollten ihren Gewinn kassieren, zu wenige standen auf der Käuferseite bereit, um die Aktien aufzunehmen. Dadurch rasselte der Kurs in die Tiefe … und viele Daytrader drehten einfach auf Short und drückten die Aktie erst recht. Aber damit hat Evotec jetzt auch wieder eine interessante Basis für den Einstieg geschaffen.

Chart auf Wochenbasis vom 16.09.2019, Kurs 20,57 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Sie sehen im Chart auf Wochenbasis, dass zwar der aus dem Frühjahr 2018 stammende Aufwärtstrend gebrochen wurde, nicht aber die langfristige, aus dem Jahr 2016 stammende Aufwärtstrendlinie. Und von dort als zieht die Aktie jetzt langsam an. Das allein reicht noch nicht, eine Wende zu unterstellen. Aber die entscheidenden Hürden, über denen die bärischen Trader wohl umgehend die Flucht ergreifen würden, sind nicht fern:

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass die Aktie knapp oberhalb der alten Mai 2018-Aufwärtstrendlinie auf ihre 200-Tage-Linie treffen würde (aktuell bei 21,83 Euro). Darüber liegen die Hochs der Jahre 2017 und 2018 bei 22,50 und 23,36 Euro. Über diese Zone müsste Evotec hinaus, dann wäre der Weg wieder frei und der Selloff des vergangenen Monats könnte ebenso schnell zu einem Spuk mit begrenzter Reichweite werden, wie es in den beiden Jahren zuvor der Fall war.

Chart auf Tagesbasis vom 16.09.2019, Kurs 20,57 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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