Analyse:
Bund Future: War es das jetzt?

Eine Rendite für Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit von -0,4 Prozent: In diesem Bereich bewegte sich der Anleihemarkt am Donnerstag im Licht einer EZB-Sitzung, von der man die klare Terminierung eines Maßnahmenpakets erwartete, das die Inflation in Richtung des Zielbereichs von knapp unter bis genau zwei Prozent tragen soll. Und, natürlich, das Wachstum wiederbeleben soll, denn nur so können die Preise steigen. Aber diese klare Terminierung blieb aus. Am Aktienmarkt drehten die Indizes aus der Gewinnzone ins Minus. Und das deutsche Barometer für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit an der Terminbörse, der Bund Future, zeigte außergewöhnliche Volatilität an einem Tag, an dem er mit 174,92 Prozent in der September-Laufzeit ein neues Rekordhoch markiert hatte, das aber nicht halten konnte. Nur: Zu einem Abverkauf kam es nicht. Wieso? Erstens, weil die nicht erfüllte Erwartung der Investoren seitens der EZB nicht bedeutet, dass sie nicht handeln würde. Nur könnte es sich eventuell etwas länger hinziehen als gedacht. Zweitens, weil am Abend das von der Nachrichtenagentur Reuters gemeldete Gerücht umging, gut informierte Kreise wüssten, dass es trotzdem im September bereits zur Senkung des Banken-Einlagesatzes von -0,4 auf -0,5 Prozent kommen werde und zudem auch die Wiederaufnahme des „QE“ (Quantitative Easing, d.h. Stützungskäufe am Anleihemarkt) möglich sei. Kann die Hausse also weitergehen?

Expertenmeinung: Möglich, aber darauf sollte man jetzt nicht zu viel setzen. Zum einen wirkt es verdächtig, dass ungenannte, angeblich gut Informierte Personen umgehend verbal zu heilen versuchten, was bei Aktien und Anleihen zu Abgabedruck führte. Wollte EZB-Chef Draghi sicher tun, was diese Gerüchte aussagen, nämlich die Erwartung des Marktes in Bezug auf die September-Sitzung erfüllen, hätte er das auch so kommuniziert. Die EZB pflegt es zu vermeiden, die Märkte zu überraschen. Grundsätzlich wäre es ja zweitrangig, ob die EZB im September, Oktober oder sogar erst im Dezember handelt. Denn sollte sich die konjunkturelle Lage weiter eintrüben, bleibt ihr sowieso keine Wahl. Dass egal welche Maßnahmen keineswegs imstande sein müssen, eine abrutschende Wirtschaft aufzufangen, wird sie nicht hindern, es zu versuchen. Aber was den Bund Future angeht, ist das nicht der Punkt, auf den es ankommt. Fakt ist, dass diese seit über drei Quartalen laufende Hausse bereits massive Maßnahmen der Notenbank eingepreist hat, eine Rendite von -0,4 Prozent für Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit belegt das. Der Bund Future gibt das nur wieder. Das heißt nicht zwingend, dass mittelfristig ein Deckel auf dem Kurs ist. Aber die Luft nach oben ist begrenzt und Gewinnmitnahmen wären jederzeit denkbar, nachdem man erkennt, dass die EZB sich nicht so bereitwillig ins Getümmel stürzt wie gedacht. Sie sehen im Chart, dass der gestrige Handel mit einem langbeinigen Doji endete. So etwas kann auch mal das Ende einer Rallye bzw. zumindest den Beginn einer Korrektur bedeuten. Vor allem, weil der RSI-Indikator eine negative Divergenz zeigt, d.h. die letzten Hochs des Bund Future sahen keine vergleichbaren Hochs im Indikator. Bis zum letzten Zwischentief von 171,25 Prozent, das am 12. Juli markiert wurde, würde in Sachen Aufwärtstrend nichts anbrennen. Aber sollte dieses Tief deutlich gebrochen werden, würde damit zugleich der mittelfristige Trendkanal nach unten verlassen, dessen untere Begrenzung momentan bei 170,86 Prozent verläuft und zügig ansteigt. Und dann wäre es an der Zeit, auf der Long-Seite die Ernte einzufahren.

Chart vom 25.07.2019, Kurs 174,13 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Expertentipp

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