Börsenblick

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Analyse:
Nemetschek: Abwärtswende oder das „new normal“?

Das, was die Aktie des Software-Spezialisten Nemetschek da seit Ende Mai zeigt, war eine Bullenfalle. Zuerst ging es mit großem Schwung über das vorherige, im Januar erreichte Rekordhoch, dann aber kam es gleich am nächsten Handelstag zu Gewinnmitnahmen. Und statt auf den Hochs vom Januar und Februar im Bereich 68,20/69,05 Euro umgehend wieder nach oben zu drehen, fiel der Kurs durch diese normalerweise als Unterstützung „funktionierende“ Zone einfach hindurch. Ein klar negatives Signal, das nicht ohne Folgen blieb. Die Aktie fiel weiter, durchschlug auch die 20-Tage-Linie (im Chart dick blau markiert), die der Aufwärtsbewegung zuletzt als Leitstrahl gedient hat. War es das? Ist die Wende damit zementiert?

Wollte man rein chart- und markttechnisch argumentieren, müsste man das bejahen. Der Leitstrahl der Rallye ist gebrochen, Gegenwehr blieb aus. Und der Trendfolgeindikator MACD hat ein Verkaufssignal generiert. Die nächsten Auffanglinien lägen bei 58,80, 54,85 (200-Tage-Linie) und 52,45 Euro. Die Aktie könnte diese Punkte nach und nach abarbeiten, bis ein überverkaufter Level erreicht würde und/oder eine markante Unterstützung hält und sich daraus eine Bodenbildung ergibt. Aber ist wirklich damit zu rechnen, dass sich die Aktie nach Plan verhält?

Expertenmeinung: Es ist möglich, im aktuellen Umfeld sollte man sich aber hüten, zu fest darauf zu bauen, dass sich die Kurse bzw. die Marktteilnehmer so verhalten, wie man es vor der Extremphase im Februar, März und April gewohnt war. Denn seither sehen wir eine deutlich höhere Volatilität, das gilt für Blue Chips wie für Nebenwerte gleichermaßen. Und auch die Trends an sich sind unsteter, man erkennt, dass die Akteure offenbar öfter ihre Meinung wechseln als sonst. Was heute verkauft wird wie sauer Bier, kann übermorgen heiß begehrt sein. Und das sehen wir vor allem bei Aktien, die auf dem Höhepunkt der Krise stark gelaufen sind, was andeutet, dass dort ein hoher Anteil an „Laufkundschaft“ unter den Akteuren existiert. Und Nemetschek gehört zu dieser Gruppe von Aktien.

Dass die Handelsspannen vor und direkt nach dem jüngsten Hoch noch größer wurden, deutet zwar ein eher nachhaltiges Topp an, aber auch das gehört zu Einschätzungen, die noch vor einiger Zeit „richtiger“ waren als heute. Das „new normal“ ist, zumindest vorerst, eine immense Unberechenbarkeit, so dass man zumindest nicht überrascht sein sollte, würde die Aktie plötzlich auf dem Absatz kehrt machen und zurück über die alten, jetzt wieder als Widerstand fungierenden Januar/Februar-Hochs bei 68,20/69,05 Euro springen und damit die jetzt geltende, bärische Konstellation eliminieren. Wer hier Short agiert, sollte daher mit gezielt engen Stop Loss und überschaubaren Hebeln arbeiten, um dieser latenten Sprunghaftigkeit Rechnung zu tragen.

Nemetschek Aktie Chart vom 09.06.2020, Kurs 61,60 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

 

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