Nemetschek Aktie Prognose Nemetschek: Das hier ist eine ganz knifflige Kiste

News: Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

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Nemetschek
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Die Nemetschek-Aktie wird von einem steten „einerseits, andererseits“ verfolgt. Was nicht an den starken Ergebnissen des Jahres 2023 lag, die das Unternehmen am Donnerstag als vorläufige Zahlen vorlegte. Diese knifflige Situation hat ihren Ursprung in früheren Jahren.

Mit 851,6 Millionen Euro lag der Umsatz des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers im Jahr 2023 auf Höhe der Erwartungen und 6,2 Prozent über dem des Vorjahres. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 257,7 Millionen fast genau auf dem Niveau des Vorjahres, die EBITDA-Gewinnmarge erreichte mit 30,3 Prozent das obere Ende der unternehmenseigenen, zuletzt angehobenen Prognose. Nichts von diesen Zahlen war eine Überraschung. Und für weitere Details und, vor allem, für den Ausblick auf das Jahr 2024 müssen die Akteure noch bis zu den offiziellen, geprüften Ergebnissen warten, die am 21. März vorgelegt werden.

Da fragt man sich: Warum steigt eine Aktie, die zwischen Oktober und Januar bereits stark gelaufen war, am Donnerstag, dem Tag der Vorlage des Ergebnisses, um sieben Prozent und holt leichte Gewinnmitnahmen am Tag danach wieder auf? Damit wurde ein 22-Monats-Hoch erreicht … mit einem „alles wie erwartet“? Da kommt es schon, das „einerseits, andererseits“. Denn einerseits steckt hinter diesem Anstieg eine gewisse Logik. Andererseits aber auch nicht.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Einerseits bewegt sich das EBITDA auf Rekordniveau. Und das ja schon seit dem Vorjahr, denn es lag diesmal auf dessen Level. Die Aktie ist indes von ihrem bisherigen Rekordhoch, das 2021 bei 116,15 Euro markiert wurde, noch ein gutes Stück entfernt. Gewinn auf Rekordhoch, Aktie nicht, das heißt Luft nach oben und ist bullisch. So könnte man es sehen.

Nemetschek Aktie: Chart vom 09.02.2024, Kurs 90,18 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 09.02.2024, Kurs 90,18 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Andererseits hat die Sache den Haken, dass das Rekordhoch im Jahr 2021 mit einer wilden Spekulationswelle einherging, bei der die Nemetschek-Aktie mit etwa zehn, zwanzig anderen deutschen Aktien derart nach oben getrieben wurde, dass die Bewertung ein geradezu absurdes Niveau erreichte. Zum Jahresende 2021 lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie beispielsweise bei 96,4. Das wäre angemessen gewesen, hätte man unterstellen können, dass das Gewinnwachstum der da vorangegangenen Jahre von im Schnitt 50 Prozent durchgehalten würde. Aber das war unrealistisch. Und es rächte sich.

Die Aktie fiel, während sich der Unternehmensgewinn sukzessiv positiv entwickelte, nur eben nicht mit 50-Prozent-Zuwachsraten. Und auch, wenn die Analysten Recht behalten und Nemetscheks Nettogewinn in den kommenden drei Jahren im Schnitt um 25 Prozent zulegen würde, wäre das aktuell auf Basis der Analystenschätzungen für 2024 um 50 liegende Kurs/Gewinn-Verhältnis angemessen … aber eben nicht günstig. Was hieße, dass ein Anlauf an das alte Hoch erneut eine Überbewertung auslösen würde. Natürlich eine weit weniger extreme als 2021. Aber doch eine, die zumindest offen lässt, ob es gelingt, alleine auf Basis derjenigen, die den Haken mit der Bewertung nicht sehen oder nicht sehen wollen, dauerhaft über dem jetzt nach oben verlassenen Aufwärtstrendkanal zu bleiben.

Hier auf der Welle mit zu schwimmen, wäre sicherlich machbar. Aber dabei einen Rettungsring in Form eines Stoppkurses mitzuführen, der greift, wenn die Aktie wieder klar unter diese obere Trendkanal-Begrenzung bei aktuell 85 Euro zurückfällt, wäre unbedingt zu empfehlen.

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Quellenangaben: Vorläufiges Geschäftsjahresergebnis 2023, 08.02.2024:
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/2110/news.html?newsID=2700691

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Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Es war zwar kein Rekordhoch, dass die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek zum Wochenstart hinlegte, aber immerhin der höchste Stand seit April 2022. Bei einer solchen Rallye kann ein Blick auf die Bewertung und alte Trader-Regeln nicht schaden.

Nach Wassertreten in Sachen Gewinn pro Aktie im Jahr 2023 trauen die Analysten Nemetschek 2024 im Schnitt wieder steigende Gewinne zu, ein Rekordgewinn wäre drin. Und für 2025 und 2026 wird der Gewinnanstieg dann, wie so oft, mit dem Lineal verlängert, obgleich jeder Investor weiß: Was in ein, zwei Jahren sein wird, kann man nicht heute schon wissen. Das weiß ja nicht einmal das Unternehmen selbst … und die stehen mitten im Geschehen.

Dass in den kommenden Jahren alles perfekt laufen wird, ist daher nichts als eine optimistische Annahme. Und selbst wenn es so käme: Die Bewertung der Aktie ist aktuell mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 52 auf Basis der derzeitigen, ohne Fundament echter Zahlen im Raum stehenden durchschnittlichen 2024er-Gewinnschätzung gelinge gesagt „sportlich“. Kann es da zu einem „Kasse, bitte“ überhaupt eine Alternative geben?

Expertenmeinung: Die Analysten bei ODDO BHF sehen das so. Denn deren von 92 auf 105 Euro angehobenes Kursziel dürfte am Montag federführend dafür gewesen sein, dass die Nemetschek-Aktie mit großem Schwung über die Zwischenhochs des vierten Quartals hinaus lief und den höchsten Stand seit Frühjahr 2022 erreichte. Dies und der Umstand, dass da knapp über diesen Hochs vom November und Dezember sicherlich so mancher Stop Loss von bärischen Tradern lag, die daraufhin eilig ihre massiv in Schieflage geratenen Leerverkäufe durch Aktienkäufe schlossen.

Aber immer dann, wenn scheinbar alle nur kaufen wollen, gilt der Umkehrschluss der alten Regel „kaufe, wenn die Kanonen donnern“: Wenn die Champagnerkorken knallen, sollte man sich überlegen, die Party zu verlassen, bevor die Stimmung womöglich kippt. Immerhin ist die Aktie teuer, die steigenden Gewinne in der Zukunft nur eine Vermutung. Hinzu kommt:

Nemetschek Aktie: Chart vom 23.01.2024, Kurs 85,14 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 23.01.2024, Kurs 85,14 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Das nächste, unter dem neuen höchsten Kursziel von 105 Euro liegende Analysten-Kursziel liegt mit 92 Euro schon nahe. Und neben diesem 105 Euro-Ziel wurden am Montag und Dienstag drei weitere Kursziele neu vergeben oder bestätigt … und die lagen bei 67, 80 und 82 Euro, alle mit der Einstufung „Halten“.

Hier zumindest mal Teilverkäufe vorzunehmen und den Rest der Position enger abzusichern, indem man einen Stoppkurs entweder, bei spekulativen Positionen, knapp unter die Hochs vom November und Dezember bei 81,96 und 82,22 Euro legt. Oder, wenn man mittelfristiger agiert, unter das Januar-Verlaufstief bei 72,82 Euro, wäre daher allemal eine Überlegung wert.

Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/1000/aktie.html#Analysten

Rekordergebnis trotz Transformation denkbar? Damit hatte wohl niemand gerechnet. Nemetschek übertrifft die Erwartungen und erhöht die Prognose.

Deutscher Marktführer

Die digitale Revolution hat in fast jeder Branche Fuß gefasst, aber wenn es um die Bau- und Architekturindustrie geht, spielt Nemetschek eine Schlüsselrolle.

Mit einer Erfolgsgeschichte, die bis in die 1960er Jahre zurückreicht, hat sich das deutsche Softwareunternehmen zu einem Giganten entwickelt, der die Art und Weise, wie Gebäude und Infrastrukturen entstehen, revolutioniert hat.

Schritt für Schritt baute das Unternehmen eine breite Palette von Softwarelösungen auf, die alle Aspekte des Bau- und Planungsprozesses abdecken.

Nemetschek ist heute global präsent und hat Büros in mehr als 40 Ländern. Die hauseigenen Softwarelösungen werden weltweit von Architekten, Ingenieuren, Bauprofis und Bauunternehmen genutzt.

7 Millionen Nutzer

Die intelligenten Softwarelösungen decken den gesamten Lebenszyklus von Bau- und Infrastrukturprojekten ab und ermöglichen Kreativen, ihre Arbeitsabläufe zu optimieren. Kunden können Gebäude und Infrastrukturen effizienter und nachhaltiger planen, bauen und verwalten sowie digitale Inhalte wie Visualisierungen, Filme und Computerspiele kreativ entwickeln.

Derzeit nutzen mehr als sieben Millionen Anwender die Lösungen von Nemetschek. Zu den größten Konkurrenten gehören Autodesk und Trimble.

Autodesk ist seit der Umstellung auf ein Abomodell eine echte Erfolgsgeschichte geworden und kommt derzeit auf ein KGV von etwa 52 und Trimble auf 35.
Die Branche ist demnach von hohen Bewertungen geprägt, das wird später noch eine Rolle spielen.

Steht uns das Beste noch bevor?

Die Geschäftszahlen von Nemetschek entwickeln sich jedoch sehr viel besser als die von Trimble.
Darüber hinaus ist Nemetschek gerade erst dabei, die Umstellung von Lizenzverkäufen hin zu SaaS- und Subskriptions-Modellen läuft derzeit noch.

Die großen Erfolge von Autodesk stellten sich erst ein, nachdem man diese Umstellung vollzogen hatte, also ab 2014-2015.

Im Fall von Nemetschek läuft diese Transformation erstaunlich sanft. Über die Jahre hinweg habe ich viele ähnliche Vorgänge verfolgt und die Spannbreite ist relativ groß.
Bei manchen Unternehmen führt die Umstellung auf ein Abo-Modell zeitweise zu sinkenden Umsätzen und zu einem massiven Einbruch des Gewinns.

Nemetschek trotzt den Branchentrends

Nemetschek gelingt es bisher jedoch, trotzdem zu wachsen und das Ergebnis stabil zu halten. Es gibt wenig Fälle, in denen die Transformation mit derartig wenig Reibung vonstattengegangen ist.
Das zeigt, wie stark das zugrundeliegende Business ist, und das selbst in diesem schwierigen Umfeld.

Die Rahmenbedingungen sind für einen Hersteller von Bau-Software alles andere als einfach. Es ist ein unglücklicher Zufall, dass die Umstellung des Geschäftsmodells zeitlich mit einer Krise am Immobilienmarkt zusammenfällt.
Das macht die Tatsache, dass sich das Geschäft trotzdem gut entwickelt, umso erstaunlicher.

Ausblick und Bewertung

Nachdem man im letzten Geschäftsjahr, wie für Nemetschek üblich, ein Rekordergebnis eingefahren hat, war man bisher davon ausgegangen, dass der Gewinn 2023 von 1,40 auf 1,30 Euro je Aktie sinken wird.

Im Anschluss sollten jedoch wieder Gewinnsteigerungen von 22-25% p.a. erzielt werden. Demnach hätte das Ergebnis bis 2025 auf 1,90 – 2,00 Euro je Aktie steigen sollen.

Wäre diese Prognose richtig gewesen, hätte sich daraus ein entsprechendes Kurspotenzial ableiten.
Entweder wäre das KGV auf etwa 33 gesunken, oder Nemetschek hätte steigen müssen. Bei Gewinnsteigerungen von 22-25% p.a. ist die zweite Variante deutlich wahrscheinlicher.

Da Nemetschek in den letzten fünf Jahren durchschnittlich auf ein KGV von 53 kam und selbst der deutlich schwächere Konkurrent Trimble mit einem KGV von 35 bewertet wird, sah es für die Bullen gut aus.

Könnte noch mehr gehen?

Es könnte jedoch sein, dass die ohnehin schon hohen Erwartungen zu niedrig sind.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres konnte der Umsatz um 5,5% auf 632 Mio. Euro gesteigert werden.
Im dritten Quartal lag das Plus sogar bei 8,4% und währungsbereinigt 12,6%.

Das Ergebnis (EBITDA) konnte im dritten Quartal um 13,6% gesteigert werden, währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 20,2%.
Die EBITDA-Marge lag in den ersten neun Monaten bei 29,8% und im dritten Quartal bei 31,0%.

Nemetschek hat die Erwartungen deutlich übertroffen und im Jahresverlauf eine zunehmende Wachstumsdynamik verzeichnet.

Daher hat man die Umsatzprognose für 2023 angehoben. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2023 wird nun in einer Bandbreite zwischen 6% und 8% erwartet (bisher: zwischen 4% und 6%).
Nemetschek erwartet für das Gesamtjahr eine EBITDA-Marge am oberen Ende der bereits kommunizierten Prognose von 28% bis 30%.

Demnach wäre es denkbar, dass Nemetschek trotz der laufenden Transformationen bereits in diesem Jahr wieder ein Rekordergebnis einfahren wird.

Nemetschek Aktie: Chart vom 24.10.2023, Kurs: 66,00 - Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 24.10.2023, Kurs: 66,00 – Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Die Aktie ist übergeordnet bullisch und der kurzfristige Abwärtstrend wurde überwunden. Gelingt jetzt ein Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 68,50 – 70,00 Euro, würde das den Weg in Richtung 73,50 – 75,00 Euro freimachen.
Darüber würde sich das Chartbild nachhaltig aufhellen.

Antizyklische Einstiegsmöglichkeiten würden sich hingegen bei 65 oder 60 Euro ergeben. Noch besser wäre das Chance-Risiko-Verhältnis nahe dem Aufwärtstrend, doch derzeit gibt es wenig Gründe, warum die Aktie bis auf dieses Niveau sinken sollte.

Als wir die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek am 25. August zuletzt vorgestellt hatten, war sie gerade an der kurzfristigen Abwärtstrendlinie gescheitert. Die hatte sie zwischenzeitig zwar überboten, aber das hielt nicht. Jetzt hoffen die Bullen erneut.

Der Grund, weshalb Nemetschek das Jahr stark begann, seit Juni aber nur noch den Weg nach unten kennt, ist Bullen wie Bären gleichermaßen bekannt: Das Wachstum, von dem man zu Jahresbeginn ausgegangen war, fällt kleiner aus als gedacht und die Aktie ist deshalb eigentlich zu hoch bewertet. Die Halbjahreszahlen, die Ende Juli auf den Tisch kamen, untermauerten, dass der Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr wohl hinter den des Vorjahres zurückfallen wird. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten sinkt seit Monaten. Und auch, wenn es dennoch mit derzeit 69,50 Euro ein gutes Stück über dem aktuellen Kurs liegt und die Experten momentan davon ausgehen, dass die Gewinne 2024 kräftig durchstarten werden:

Sicher kann man sich dessen nicht sein. Immerhin liefert Nemetschek Software für den Bau- und Architektursektor, der derzeit durch die immer ungemütlicher werdende Lage am Immobilienmarkt – zumindest in Europa – unter Druck gerät. Ob da bereits im kommenden Jahr wieder eitel Sonnenschein herrschen wird, ist ungewiss bis zweifelhaft.

Expertenmeinung: Den Bullen bleibt im Verlauf ihres seit Juni andauernden Rückzugsgefechts daher nur, immer wieder zu versuchen, die nächste, angelaufene Unterstützung zu verteidigen und zu hoffen, dass das ausreicht, um den Abwärtstrend zu beenden. Und da steht jetzt wieder eine wichtige Linie an, deren Relevanz alleine dadurch deutlich wird, dass die Aktie am Mittwoch ohne neue Nachrichten um immerhin 3,38 Prozent zulegte. Die Bullen verteidigen die Linie um 56,50 Euro aktiv und hoffen, dass das reicht, um den Bären die Ambitionen zu nehmen, die Supportlinie zu brechen, denn das würde der Aktie aus rein charttechnischer Sicht erneut einiges an neuem Abwärtspotenzial bescheren.

Nemetschek Aktie: Chart vom 20.09.2023, Kurs 58,78 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 20.09.2023, Kurs 58,78 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Zwei Faktoren hätten die Käufer auf der Habenseite zu verbuchen: Zum einen hatte die Nemetschek-Aktie schon vergangene Woche dort aufgesetzt und die Linie gehalten. Gelänge das erneut und es kämen Anschlusskäufe, die das Zwischenhoch von 61,04 Euro überwinden, würde hier ein kleines Doppeltief über der Unterstützungslinie entstehen, zusammen mit dem bereits vorhandenen Doppeltief im RSI-Indikator eine gute Basis für eine Aufwärtsbewegung.

Aber ob daraus dann mehr würde als ein Aufschub vor dem nächsten Tief im Abwärtstrend, wäre dennoch offen. Denn um ein auch mittelfristig taugliches, bullisches Signal abzuliefern, müsste die Aktie die massive Widerstandszone zwischen 60,43 und 64,12 Euro komplett überwinden … und das ist, angesichts der trotz der bisherigen Abwärtsbewegung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 45 immer noch hohen Bewertung, zumindest nichts, worauf man bereits jetzt schon setzen könnte.

Quellenangaben:
Halbjahresergebnis 2023, 31.07.2023:
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/2110/news.html?newsID=2564475

Analysten-Kursziele:
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/1000/aktie.html#Analysten

Der Absatz der von Nemetschek entwickelten und vertriebenen Bau- und Architektursoftware lief ein ums andere Jahr herausragend, der Umsatz stieg stetig und mit ihm der Gewinn. Aber jetzt hat die Baubranche Probleme … und das spiegelt auch die Nemetschek-Aktie wider.

Selbst durch die Corona-Phase kam der Spezialist für Bau- und Architektursoftware fast ohne Blessuren, denn gebaut wurde fleißig weiter. 2022 markierte der Nettogewinn einen neuen Rekord. Und viele verlängerten diese Erfolgsstory einfach mit dem Lineal in die Zukunft. Heute wird deutlich, dass das, wie immer, eine schlechte Idee war, denn der Bauboom ist unter den deutlich gestiegenen Hypothekenzinsen einerseits und den massiv gestiegenen Preisen am Bau andererseits in sich zusammengefallen.

Und nicht alle Unternehmen, die auf einmal über Auftragsmangel klagen, investieren gezielt in solchen Phasen, um gegenüber der Konkurrenz gestärkt in die nächste Wachstumsphase zu gehen. Nicht wenige halten ihr Geld dann stur zusammen … und das machte sich bei Nemetschek bereits im zweiten Quartal bemerkbar.

Nemetschek meldete am 31. Juli, dass der Umsatz nur geringfügig gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt hatte, währungsbereinigt um 3,3 Prozent. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) hingegen fiel … und das mit -18 Prozent deutlich stärker als seitens der Analysten im Schnitt erwartet. Netto ging es mit dem Gewinn sogar um 29 Prozent abwärts. Basis dieses zum Umsatz überproportionalen Gewinnabstiegs war der deutliche Rückgang der EBITDA-Gewinnmarge von 33,6 Prozent im Vorjahr auf 27,0 Prozent. Muss man da nicht damit rechnen, dass der Weg für die Aktie nach unten offen, nach oben aber verbaut ist?

Expertenmeinung: Zumindest ist der Weg nach oben sehr steinig. Nemetschek begründete den Margen-Druck zwar mit der derzeit laufenden Umstellung im Vertrieb. Aber dass die Aktie am Tag der Bilanzvorlage nach anfänglichem Minus im Plus schloss, dürfte nicht an dieser Argumentation gelegen haben. Denn erstens wusste man ja, dass die Marge fallen würde, nur rechneten die Experten nicht damit, dass sie so deutlich fällt. Zweitens war die Aktie zwischen Anfang Juni und Anfang Juli bereits deutlich abgerutscht und gerade in einer Gegenbewegung begriffen, so dass einige da wohl mit der Brechstange versuchten, einen erneuten Abwärtsimpuls als Reaktion auf die Zahlen abzuwenden. Wir sehen indes im Chart:

Das ging schief, die Nemetschek-Aktie fiel nach dem Intraday-Turnaround des 31.7. zeitnah wieder zurück und testete am Montag dieser Woche das bisherige, am 7.7. bei 59,82 Euro ausgebildete Jahrestief. Und damit sind die Eckpunkte, um die es in Bezug auf die Perspektiven der Aktie geht, abgesteckt:

Nemetschek Aktie: Chart vom 24.08.2023, Kurs 61,26 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 24.08.2023, Kurs 61,26 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Sollte Nemetschek dieses bisherige Jahrestief, von dem man sich momentan abzusetzen versucht, doch noch durchschlagen, wäre unmittelbar darunter ein „Sprungtuch“ in Form der 200-Tage-Linie bei aktuell 59,16 Euro vorhanden. Sollte aber auch diese Linie fallen, wären die nächsten Auffanglinien keine zwingende Basis für Käufe, denn aus bullischer Perspektive hat Nemetschek einen Haken: Die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis wäre selbst jetzt noch zu hoch, falls das Gewinnwachstum nicht unmittelbar 2024 wieder einsetzt. Und die jüngsten Meldungen aus der Baubranche lassen dahingehend Zweifel aufkommen.

Auf der Oberseite wäre ein Befreiungsschlag dann erreicht, wenn der Kurs dort nach oben durchgeht, wo er gestern erst einmal abgewiesen wurde: Auf Höhe des doppelten Widerstands in Form der Juni-Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie. Gelänge das, ließe sich auch die zu Wochenbeginn mit dem Test des Juni-Tiefs zugleich angesteuerte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie als verteidigt ansehen.

Zwar würde einem solchen, bullischen Signal auf kurzfristiger Ebene, das momentan mit Schlusskursen über 64 Euro als gegeben anzusehen wäre, das Problem einer sukzessiv trüber werdenden Lage in der Baubranche gegenüberstehen. Aber zumindest kurzfristig könnte das die Aktie weiter nach oben ziehen, zumindest bis an die Widerstandslinie um 67,30 Euro. Mehr nach oben wäre aber nur dann zu erhoffen, wenn seitens der Bauindustrie ausnahmsweise wieder „good news“ eintreffen würden … und darauf sollte man wohl besser vorerst nicht wetten.

Quellenangaben:
Halbjahresergebnis 2023, 31.07.2023:
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/2110/news.html?newsID=2564475

Analysten-Kursziele:
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/1000/aktie.html#Analysten

Was die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Anbieters Nemetschek bislang zeigt, ist eine Korrektur in einem klar bullischen Gesamtbild. Doch sollte das gestrige Plus nicht vorhalten, könnte sich das ganz schnell ändern: Die Bullen sind gezwungen, am Ball zu bleiben.

Die von Nemetschek Ende April präsentierten Zahlen des ersten Quartals fielen besser aus als von den Analysten im Schnitt prognostiziert. Der Gewinn kam, trotz leicht gestiegenem Umsatz, aber trotzdem zurück. Und auch der zu diesem Zeitpunkt bestätigte Jahresausblick lässt erwarten, dass unter dem Strich etwas weniger bleiben wird als 2022. Denn das avisierte Umsatzwachstum zwischen vier und sechs Prozent wiegt weniger schwer als der erwartete Rückgang der EBITA-Gewinnmarge von 32,5 Prozent im Jahr 2022 auf 28 bis 30 Prozent.

Dass die beeindruckende Aufwärtsbewegung seit Herbst aus dieser Warte heraus endlich sein würde, war also zu vermuten. Aber jetzt geht es um die Frage, ob Nemetschek bereits „auskorrigiert“ ist oder womöglich noch ein gutes Stück weiter zurückkommt. Und auf den ersten Blick hätte das bärische Lager da gute Argumente.

Expertenmeinung: Zum einen ist die Aktie auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnprognose immer noch teuer. Ein aktuelles Kurs/Gewinn-Verhältnis von 52 ist nur dann zu rechtfertigen, wenn das Wachstum 2024 ff. ebenso schnell wie deutlich anzieht. Und dass die Analysten für Nemetschek im Schnitt nur ein Kursziel von 65 Euro sehen und die Baubranche als Abnehmer der von Nemetschek bereitgestellten Software-Lösungen derzeit unter erheblichem Druck steht, wäre ebenso Wasser auf die Mühlen des bärischen Lagers.

Dort dürfte man darauf setzen, dass die Aktie nicht auf Höhe der aktuell erst einmal verteidigten Unterstützung in Form der oberen Begrenzung des im Herbst etablierten und Ende März nach oben durchbrochenen Aufwärtstrendkanals nach oben dreht, sondern bis zur unteren Begrenzung dieses Kanals bei aktuell 57 Euro weiter abrutscht.

Allerdings könnte man den Druck, den hohe Hypothekenzinsen, schmalere Geldbeutel der Verbraucher und steigende Preise auf die Baubranche ausüben, auch als Chance sehen. Denn wenn Unternehmen sich in einem Umfeld durchsetzen wollen, in dem die Auftragslage kritisch wird, wäre man gut beraten, Effektivität und Rentabilität zu steigern. Und das könnte für die speziellen Softwarelösungen von Nemetschek von Vorteil sein. Kommt es so? Da die Baubranche bereits seit Monaten klagt, könnte das bereits im Zuge der Bilanz zum jetzt endenden zweiten Quartal erkennbar werden, die Zahlen werden am 31. Juli erwartet. Aber:

Die charttechnische Entscheidung steht jetzt im Raum, nicht Ende nächsten Monats. Die Trader werden nicht auf diese Quartalsbilanz warten. Und sollte diese Supportlinie bei 66 Euro, um die es jetzt geht, fallen, dürfte der Optimismus derjenigen, die in der Krise der Baubranche für Nemetschek eine potenzielle Chance sehen, mit fallen. Die Aktie müsste mindestens über 70 Euro schließen, um diese Kuh vom Eis zu kriegen … daher wäre es bei bestehenden Long-Positionen unbedingt zu überlegen, knapp unter 66 Euro einen Stoppkurs zu setzen.

Nemetschek Aktie: Chart vom 28.06.2023, Kurs: 68,18 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 28.06.2023, Kurs: 68,18 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Quellenangaben:
Ergebnis 1. Quartal, 27.04.2023:  
https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/2110/news.html?newsID=2499241

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