Delivery Hero Aktie aktuell Bei Delivery Hero ist eine Bombe eingeschlagen

News: Aktuelle Analyse der Delivery Hero Aktie

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Delivery Hero
ISIN: DE000A2E4K43
Ticker: DHER
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Zur Delivery Hero Aktie

Delivery Hero ist einer der führenden Betreiber von Online-Bestellplattformen. Mit Lieferheld, Pizza.de, Foodora & Co ist man in mehr als 40 Ländern aktiv.

Der Krisengewinner schlechthin

Ich habe bereits seit geraumer Zeit Zweifel an dem Geschäftsmodell von Delivery Hero. Bisher lag ich damit aber grandios daneben, zumindest wenn man das am Aktienkurs festmacht.
Auch wenn wir zwischenzeitlich mal eine Kurshalbierung richtig antizipiert hatten.

Dass Delivery Hero einer der großen Krisengewinner sein könnte, dürfte aber klar sein.
Ich hätte es durchaus für möglich gehalten, dass man durch das enorme Orderaufkommen und Wachstum endlich die notwendigen Skalierungseffekte erreicht und sich neben dem Umsatz auch irgendeine andere Kennzahl positiv entwickelt.

Sickert es langsam durch?

Im ersten Halbjahr konnte man den Umsatz um sagenhafte 93,1% auf 1,13 Mrd. Euro steigern.
Der Wert der Bestellungen legte aber nur um 61,2% zu. Das ist für die Partner-Restaurants schmerzhaft, viel mehr wird man aus ihnen nicht mehr rauspressen können.

Das eigentliche Problem für Delivery Hero ist aber, dass man strukturell unprofitabel ist. Was bringt es, wenn sich der Umsatz verdoppelt, dadurch aber auch der Verlust?

Genau das ist der Fall. Selbst ich war erschrocken, als ich den Halbjahresbericht gelesen habe. Es bestärkt mich in meinen Vorbehalten gegen das Unternehmen.

Das bereinigte EBITDA explodierte im ersten Halbjahr um 93,7% auf -319,8 Mio. Euro. Oder sollte man „implodierte“ sagen?

Im Endeffekt setzt sich genau das fort, was wir in den letzten Jahren bereits gesehen haben. Der Umsatz steigt und in gleichem Maße auch der Verlust.

Nochmal zum Verständnis

Nehmen wir uns den Halbjahresbericht kurz vor. Auf Seite 6 finden Sie die Ertragslage des Konzerns.

Die Umsatzkosten steigen schneller als die Kosten. Man hat nahezu die doppelten Einnahmen erzielt, aber dasselbe Bruttoergebnis.

Das wäre schon problematisch genug, die nachgelagerten Kosten wie Marketing, IT und Verwaltung sind aber auch gestiegen.

Unter dem Strich führt das dazu, dass sich der Verlust verdoppelt, obwohl sich der Umsatz verdoppelt hat. Man könnte auch sagen: Gerade deswegen.

Dass der Vorstand das Unternehmen als Selbtbedienungsladen betrachtet, rundet die Sache ab.
Umsatz und Verlust steigen unaufhaltsam, doch der Vorstand gönnt sich Aktienpakete in Millionenhöhe. Die Anteilseigner zahlen die Zeche. Es werden Aktien verteilt, als wären es Smarties.
Die Ausgaben für Aktienpakete überstiegen zeitweise sogar die für Personal. Sie haben richtig gelesen.
Mir fehlen die Worte.

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Chart

Aus charttechnischer Sicht wird es zunehmend problematisch. Die Aktie ist über Monate hinweg auf der Oberseite gescheitert und der mittelfristige Aufwärtstrend wurde durchbrochen.

Unter 90 Euro wurde ein prozyklisches Verkaufssignal ausgelöst. Aus Sicht der Bullen muss die Aktie dringend wieder über diese Marke steigen.

Unter 86 Euro käme es zum nächsten Verkaufssignal. Mögliche Kursziele lägen dann bei 80-82 und 72 Euro.

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Chart vom 28.08.2020 Kurs: 88,16 Kürzel: DHER - Wochenkerzen
Chart vom 28.08.2020 Kurs: 88,16 Kürzel: DHER – Wochenkerzen | Online Broker LYNX

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Delivery Hero Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Online-Betreiber für Essenszustellungen konnte im Rahmen der Corona-Epidemie von der globalen Gesamtsituation profitieren. Die Geschäfte laufen gut und die Aktie zeigte über Monate hinweg positive Tendenzen. Angekommen an der psychologisch wichtigen Marke bei 100 EUR scheint dem Titel jedoch regelrecht die Puste auszugehen. Ein klares Zeichen, dass sich die Bullen nun eher anderorts orientieren, ist das jüngst gebildete tiefere Hoch gegenüber dem Monat Juli. Anleger sind nicht mehr bereit, höhere Preise zu zahlen und nehmen vorläufig ihre Gewinne mit. Ein erneuter Test des Support-Bereichs rund um die Marke von 90 EUR scheint wohl unausweichlich.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Delivery Hero Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zuletzt konnte die Unterstützung im Juli gehalten werden, doch stellt sich die Frage, ob ein weiterer Test erneut standhalten wird. Immerhin wäre dies bereits der dritte Versuch diesen Bereich nach unten zu brechen und mit jeder weiteren Berührung verliert die Unterstützung an Kraft. Was also, wenn es zu einem Bruch kommen würde? Dann hätten wir eine klassische Doppelhoch-Formation, welche eine Spanne von rund 15 EUR aufweist. Wenn wir diese von der Marke von 90 EUR abziehen, käme eine Korrektur auf bis zu 75 EUR ins Zielvisier der Anleger. Wir bleiben vorerst neutral auf die Aktie und warten auf den bevorstehenden Kampf um den Support-Bereich.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 27.08.2020 Kurs: 90.82 Kürzel: DHER | Online Broker LYNX

Zum Start in die neue Handelswoche wurde beim DAX kräftig zugelangt. 29 der 30 DAX-Aktien schlossen, teilweise sehr deutlich, im Plus. Nur eine einzige Aktie beendete den Tag im Minus: der Debütant Delivery Hero, der seit Montagfrüh den Platz von Wirecard einnimmt. Wird Delivery Hero womöglich das Schicksal der letzten DAX-Neulinge ereilen, die, kaum in den DAX aufgenommen, abwärts tendierten? Covestro, MTU Aero und, natürlich, Wirecard?

Es wäre aus mehreren Gründen denkbar. Zum einen sind es die Aufnahmekriterien selbst. Eine Aktie muss nur stark genug gelaufen sein, dann gelangt sie in die engere Auswahl, da es keine betriebswirtschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Gründe sind, die die Entscheidung, welches Unternehmen in die erste Liga aufsteigt, beeinflussen. Es geht nicht darum, ob das Unternehmen zu den wichtigsten des Landes zählt oder besonders viele Menschen beschäftigt. Es muss nicht einmal in Deutschland aktiv sein … Delivery Hero hatte sein Deutschlandgeschäft unlängst verkauft.

Es geht nur um die Marktkapitalisierung und den Umsatz der Aktie. Dadurch, dass sich der Kurs der Delivery Hero-Aktie seit Anfang 2019 in der Spitze vervierfacht hatte, gelangte der Mahlzeiten-Lieferdienst in diese engere Auswahl. Aber gerade weil der Kurs so deutlich gestiegen ist … bei den vorgenannten Debütanten-Vorläufern war es nicht anders … stellt sich die Frage, ob ausgerechnet eine solche Aktie dann noch ein guter Kauf wäre. Und es kann gut sein, dass nicht wenige Anleger diese Frage mit „Nein“ beantworten, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Delivery Hero Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Umsatz von Delivery Hero steigt zwar rasant, verdient wird aber wohl, wie in den Vorjahren, auch 2020 noch nichts. Eine Aktie, deren Kurs um 100 Euro pendelt, dessen Unternehmen aber noch nie Gewinn gemacht hat? Sicher, dass lief anfangs bei Amazon oder Tesla auch so. Aber Delivery Hero ist weder noch. Und nach einem derartigen Kursanstieg wäre es nicht allzu überraschend, wenn sich Anleger, die hier noch unschlüssig sind, ob sie diese Aktie ihrem Portfolio hinzufügen sollten, dagegen entscheiden. Nicht zuletzt mit Blick auf das Chartbild, denn da beginnt sich ein Doppeltopp zu etablieren.

Und wirklich viel würde nicht fehlen, die Supportzone 89,40/92,00 Euro zu unterbieten und dieses bislang ja noch potenzielle Doppeltopp dadurch zu vollenden. Und bei einer Aktie, die vorerst keinen Gewinn vorweisen kann, den man dem Kurs entgegenstellen könnte, ist es immer eine rein emotionale Frage, auf welchem Niveau man einen „fairen“ Kurs sehen wollte, zu dem es sich wieder zu kaufen lohnt. Im Fall der Vollendung dieser Trendwendeformation wäre ein Test der nächstgelegenen Unterstützungen bei 81,62 und 75,35 Euro (letzteres ist die 200-Tage-Linie) daher keine große Überraschung.

Würde die Aktie das bisherige Verlaufshoch bei 106,65 Euro, das im Juli erzielt wurde, mit dem Rückenwind positiver Nachrichten überwinden, wäre das Risiko, dass die Aktie als DAX-Mitglied erst einmal zum Flop wird, zwar erst einmal gebannt. Aber dass die Aktie letzte Woche beim Versuch, dieses Hoch anzugehen und zu bezwingen, abdrehte, obgleich da schon absehbar war, dass Delivery Hero wohl in den DAX kommen würde, ist ein Hinweis, dass man sich auf diesen Ausbruch nach oben besser nicht verlassen sollte.

Delivery Hero Aktie: Chart vom 24.08.2020, Kurs 94,32 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX

Über die Plattformen von Grubhub kann online und mobil Essen bestellt werden. Grubhub dient als Bindeglied zwischen Kunden und Restaurants.

Hart umkämpfter Markt

Das Geschäftsmodell ist alles andere als kompliziert und der Markt wächst schnell. Daher kämpfen bis heute eine ganze Reihe von Anbieter um Marktanteile. Das geht selbstverständlich auf Kosten der Profitabilität. Übernahmen sind an der Tagesordnung.

Manch ein Konkurrent verbrennt dabei in rasantem Tempo Geld, bei Grubhub sieht das besser aus.
Seit den Börsengang 2014 konnte der Umsatz von 254 Mio. auf 1,01 Mrd. USD gesteigert werden. Große Gewinne sind nicht angefallen, aber immerhin war man durchweg profitabel.
Daher war auch nur wenig Fremdkapital notwendig.

Wird Grubhub übernommen?

In den letzten Jahren ist es zu einer ganzen Reihe von Übernahmen im Sektor gekommen. Aktuell läuft beispielsweise eine Übernahmeschlacht zwischen Takeaway.com und Prosus (Napsers) um JustEat.

Berichten zufolge könnte sich nun auch Grubhub zum Verkauf stellen. Vergleicht man die derzeitige Bewertung mit der Konkurrenz, kann man das gut nachvollziehen.
Zu welchem Preis könnte das Unternehmen also über den Tisch gehen? Grundsätzlich sind die Bewertungen in der Branche sehr hoch. P/E oder P/FCF kann man kaum zurate ziehen. Ein Branchenvergleich und das KUV sind dienlicher.

Delivery Hero kommt derzeit auf ein KUV on 14,2. Das ist mit Abstand die höchste Bewertung unter den besprochenen Werten, gleichzeitig ist es das schlechteste Unternehmen.
Das Wachstum ist mit am niedrigsten und man macht enorme Verluste.
Dennoch verschenkt man für Millionensummen Aktien an die Mitarbeiter. Der Vorstand ist sehr großzügig, vor allem zu sich selbst. Man könnte es als Selbstbedienungsmentalität bezeichnen.

Bei Just Eat sieht das deutlich besser aus. Das Wachstum war höher, man erzielt kaum oder keine Verluste und gibt wenig neue Aktien aus. Trotz Übernahmeschlacht liegt das KUV aktuell bei 7,6.

GrubHub verzeichnete zuletzt das höchste Wachstum und gibt am wenigsten Aktien aus.
Das KUV liegt bei 4,0. Man ist also vergleichsweise günstig.
Hätte ich bei Prosus etwas zu melden, würde ich mich von der Übernahmeschlacht bei Just Eat zurückziehen und Gespräche mit Grubhub aufnehmen.
Es wäre der bessere Deal.

Der Markt kommt auch zu einem positiven Ergebnis. Auf die Meldung, dass man sich angeblich zum Verkauf stellt, ist die Aktie in die Höhe geschossen.
Man hält ein solches Szenario also für realistisch.

Technische Einschätzung

Gestern ist es zu einem Kurssprung gekommen, jetzt müssen die Bullen nachlegen. Unter 54 USD droht ein Rückfall in Richtung 50 USD.

Solange die Aktie allerdings über 54 USD notiert, ist der Weg bis 57 und 60 USD grundsätzlich frei.
Darüber würde sich das Chartbild weiter aufhellen und Kursgewinne in Richtung 67 und 78 USD ermöglichen.

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Chart vom 09.01.2020 Kurs: 54,75 Kürzel: GRUB - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 09.01.2020 Kurs: 54,75 Kürzel: GRUB - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Der Blick auf den Chart des Mahlzeiten-Lieferanten und Online-Plattformbetreibers Delivery Hero verblüfft: Eine solche grüne Kerze sieht man nicht alle Tage. Ein Plus von sagenhaften +23,29 Prozent war die Reaktion auf eine vor Börsenbeginn lancierte Meldung, die vorbörslich noch zu Abgaben führte. Dann aber überlegte man es sich unübersehbar anders. Und die ganzen 23,29 Prozent Anstieg wurden „durchgehandelt“, das ist bemerkenswert. Denn vorbörsliche, kursbewegende Meldungen führen bei starken Reaktionen meist dazu, dass die betroffene Aktie entweder mit einer gewaltigen Kurslücke nach oben oder unten eröffnet und die Anleger so vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Es lag in der Art der Meldung, dass sich diese positive Reaktion erst nach und nach einstellte:

Gemeldet wurde in den Schlagzeilen, dass Delivery Hero einen südkoreanischen Essenslieferanten namens Woowa Brothers übernommen habe und 87 Prozent der Anteile des nicht börsennotierten Unternehmens direkt übernehmen werde, wobei Woowa insgesamt bei der Transaktion mit 3,6 Milliarden Euro bewertet wurde. Diese Information für sich allein gestellt klang nach einer halsbrecherischen Transaktion. Mehr als das doppelte des voraussichtlichen, eigenen 2019er-Jahresumsatzes für einen Pizzadienst am anderen Ende der Welt, nachdem man andererseits kürzlich die deutschen Lieferdienste wie Lieferheld verkauft hatte? Nichts wie raus hier, dürften sich einige da gedacht haben. Aber wer dann genauer hinschaute, stieg wieder ein, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Delivery Hero Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Woowa Brothers ist nicht einfach irgendein Lieferdienst, sondern agiert vergleichbar wie Delivery Hero vor allem über eine Online-Plattform als Vermittler zwischen Mahlzeiten-Lieferanten und Kunden. Dabei dürfte der Umsatz im laufenden Jahr entsprechend der Neun-Monats-Zahlen um die 400 Millionen Euro liegen (nicht der Warenumsatz, sondern der tatsächliche Umsatz durch die Vermittlung). Das ist also keine kleine „Klitsche“. Und Woowa Brothers operiert bereits in der Gewinnzone, die bei Delivery Hero voraussichtlich frühestens 2021 erreicht würde.

Auch, wenn eine solche Summe nur teilweise in bar abgewickelt wird und zum Teil mit Aktien bezahlt wird, die derzeit Großaktionäre halten, ist das eine gewaltige Transaktion, die Delivery Hero da stemmt. Aber sie ist perspektivisch interessant. Da Woowa neben Südkorea auch schon in Vietnam agiert, öffnet das Unternehmen damit mit einem Schlag die Tür zum Wachstumsmarkt Südostasien.

Dass das mit einem solchen Kurssprung honoriert wurde, dürfte aber auch daran gelegen haben, dass manch einer in diesem momentan hypernervösen Markt einfach auf den Zug aufsprang, ohne recht zu wissen, was überhaupt los ist. Und da dieser Deal Delivery Hero zweifellos nicht mit einem Schlag in tiefschwarze Zahlen tragen wird, sondern sich mittelfristig rechnen soll, wäre es durchaus möglich, dass diese immense Reaktion den Kurs zumindest vorerst nahe an ein mittelfristiges Zwischenhoch getragen hat. Daher könnte man eher überlegen, bei ein paar Aktien im Bestand den Gewinn mitzunehmen, statt diesem Kurssprung jetzt noch hinterherzulaufen.

Chart vom 13.12.2019, Kurs 61,84 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Delivery Hero ist die Muttergesellschaft von Lieferheld, Pizza.de, Foodora und weiteren ähnlichen Angeboten.

Warum der Kurssprung?

Die Aktie von Delivery Hero notiert derzeit fast 7% im Plus, Just Eat 25%. Die Nachricht, dass der niederländische Konkurrent Takeaway.com (Lieferando) den britischen Wettbewerber Just Eat übernehmen will, beflügelt die Fantasie der Anleger.

Die Branche rotiert

In den letzten Monaten kam es in dem Sektor mehrfach zu Finanzierungsrunden und Übernahmen.

Das erscheint auf den ersten Blick positiv, doch gleichzeitig werden dadurch natürlich auch die Konkurrenten von Delivery Hero gestärkt. Ein hart umkämpfter Markt mit finanziell gut ausgestatteten Gegnern bringt immer auch Probleme mit sich.

Delivery Hero das nächste Ziel?

Zum aktuellen Kurs kommt Just Eat auf einen Börsenwert von rund 6,0 Mrd. Euro. Delivery Hero auf 8,2 Mrd. Euro.

Das deutsche Unternehmen muss also deutlich mehr zu bieten haben, um den höheren Preis zu rechtfertigen. Das ist aber auf keiner Ebene der Fall.

Just Eat konnte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 42% auf umgerechnet rund 866 Mio. Euro steigern.
Die Deutschen verzeichneten nur ein Plus von 22% auf 665 Mio. Euro.

Darüber hinaus konnten die Engländer das Wachstum ohne die Ausgabe neuer Aktien finanzieren, bei Delivery Hero stieg die Zahl der ausstehenden Papiere im Vorjahr von 158 auf 186 Mio. Stück.
Das entspricht einem Anstieg von 18%. Real, also je Aktie, tendierte das Wachstum bei Delivery Hero also gegen Null.

Das wichtigste Argument ist aber, dass die Engländer bereits profitabel sind und Delivery Hero eben nicht. Ganz im Gegenteil, man ist massiv defizitär.

Wenn man langsamer wächst, schlechter aufgestellt ist und weniger Umsatz sowie Gewinn erwirtschaftet, kann man unmöglich einen höheren Preis rechtfertigen.

Setzt man die Multiplikatoren von Just Eat an, ist Delivery Hero aktuell mindestens 30%, aber eher 40% überbewertet.

Noch was?

Wäre ein Investor bereit, für Delivery Hero mehr als 8 Mrd. Euro auf den Tisch zu legen, müsste man ihm wohl die Geschäftsfähigkeit absprechen.
Bei Just Eat wechselt übrigens auch kein Cent den Besitzer. Takeaway gibt einfach neue Aktien aus und zahlt den Kaufpreis mit seinen eigenen, noch stärker überwerteten Papieren.

Ich hatte im Vorjahr eindringlich vor Delivery Hero gewarnt, damals notierte der Wert noch bei 44 Euro und rauschte anschließend auf 27 Euro ab. Das zeigt nur, welche Kursrisiken man sich hier ins Depot holt.
Seitdem hat sich meine Haltung nicht geändert. Leider ist nur noch der Teaser verfügbar, doch der ist aussagekräftig genug:

Delivery Hero: Eine Warnung.

Delivery Hero ist ein Selbstbedienungsladen. Umsatz und Verlust steigen unaufhaltsam, doch der Vorstand gönnt sich Aktienpakete für Millionen. Natürlich auf Kosten der Anteilseigner. Es werden Aktien verteilt, als wären es Smarties. Die Kosten übersteigen sogar die für Personal. Gewinn macht man natürlich ohnehin nicht.

Man überließt es schnell, doch lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen: Die Kosten für Aktienpakete waren so enorm, dass sie selbst die Personalkosten überstiegen.

Es ist absurd.

Der Vorstand handelt aus meiner Sicht nicht im Interesse der Aktionäre. Es werden sich viel mehr die Taschen vollgestopft, die Zeche zahlt der Anleger.

Chart

Delivery Hero bewegt sich derzeit wieder in einem Aufwärtstrend und ist mit dem heutigen Kurssprung über den Widerstand bei 42,45 Euro ausgebrochen. Daraus leitet sich ein Potenzial bis 45 Euro ab, was größtenteils schon ausgereizt ist.
Darüber wäre Platz bis zur Oberkante des Trendkanals nahe 47 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 42,50 Euro, wäre das bullische Szenario dahin. Unter 40 und 37,50 Euro trübt sich das Chartbild weiter ein.

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Chart vom 29.07.2019 Kurs: 44,10 Kürzel: DHER - Tageskerzen | LYNX Online Broker