Johnson & Johnson Aktie Prognose Johnson & Johnson: Die unaufhaltsame Schildkröte

News: Aktuelle Analyse der Johnson & Johnson Aktie

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Johnson & Johnson
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Johnson & Johnson ist kein Überflieger, langweilig und verzeichnet nur ein geringes Wachstum. Oder etwa doch nicht? Ist die Abspaltung des Konsumgütergeschäfts ein Game-Changer?

Warum Johnson & Johnson selten attraktiv erscheint, aber dennoch erfolgreich ist

Johnson & Johnson sieht selten wirklich attraktiv aus. Was sich zunächst wie ein Problem anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als Pluspunkt für die Aktie.

Denn der Grund dafür ist, dass Johnson & Johnson nahezu nie eine größere Korrektur vollzieht. Wenn die Kurse nie purzeln, dann ist die Bewertung auch nie besonders niedrig.

Der zweite Faktor, der dazu beiträgt, dass Johnson & Johnson selten attraktiv wirkt, sind die Konsensschätzungen.
In der Regel trauen die Prognostiker dem Unternehmen nur Gewinnsteigerungen von 3-5 % pro Jahr zu. Am Ende stellt sich dann heraus, dass das zu wenig war.

So geht das schon seit Ewigkeiten und derzeit ist die Lage nicht anders. Die Gewinnerwartungen für 2023 wurden im Jahresverlauf bereits von +3 % auf +6 % erhöht, doch für die Folgejahre sind sie noch immer niedrig.

Die Erwartungen sind systematisch zu niedrig

Das hat nicht nur dazu geführt, dass Johnson & Johnson den Gewinn mindestens 10 Quartale in Folge übertroffen hat, sondern es wahrscheinlich auch in Zukunft wird.

Es ist ein wenig wie in der altgriechischen Fabel „Die Schildkröte und der Hase“. Unsere Schildkröte namens Johnson & Johnson mag kein schneller Flitzer sein, sie bewegt sich jedoch langsam und stetig nach vorne und schlägt am Ende so manchen vermeintlichen Überflieger.
Während viele Wachstumsaktien und Hoffnungsträger kollabiert sind, kletterte Johnson & Johnson immer wieder auf neue Allzeithochs.

Bald könnte das wieder der Fall sein, denn die jüngsten Quartalszahlen haben wie gewohnt die Erwartungen übertroffen und darüber hinaus wurde der Ausblick erhöht.
Das könnte jetzt die Initialzündung zur nächsten Rallye sein.

Hat die Rallye gerade begonnen?

Der Gewinn lag in Q2 mit 2,80 je Aktie weit über den Erwartungen von 2,62 USD. Der Umsatz übertraf mit 25,5 Mrd. die Analystenschätzungen von 24,8 Mrd. USD ebenfalls.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 6,3 % und einem Gewinnsprung um 8,1 %.

Für 2023 stellt man einen Umsatz von 99,3 – 100,3 Mrd. USD sowie einen Gewinn von 10,70 – 10,80 USD je Aktie in Aussicht.
Bisher war man von 97,9 – 98,9 Mrd. USD und einem Ergebnis von 10,60 – 10,70 USD je Aktie ausgegangen.

Ist das Spin-Off von Kenvue ein Game-Changer und Kurstreiber?

Ein weiterer Kurstreiber könnte das Spin-Off von Kenvue sein. Durch die Abspaltung des Konsumgütergeschäfts (Listerine, Neutrogena, Band Aid, o.b., Dolormin, Nicorette, Penaten etc.) ist nicht nur der weltweit größte Konzern in diesem Bereich entstanden, es ist auch zu einer Konzentration der Geschäftstätigkeiten von Johnson & Johnson erfolgt.

Durch den Börsengang sind dem Mutterkonzern rund 3,8 Mrd. USD zugeflossen. Mit diesem Geld sollen die beiden großen verbleibenden Segmente Pharmazie und Medizintechnik gestärkt werden.

Bisher hält JNJ noch etwa 90 % der Anteile an Kenvue, man will die Beteiligung aber reduzieren.
Johnson & Johnson hat den eigenen Aktionären das Angebot unterbreitet, ihre Anteile gegen Papiere von Kenvue zu tauschen.

Dadurch zieht Johnson & Johnson eigene Aktien ein und reduziert im Gegenzug die Beteiligung an Kenvue.

Johnson & Johnson Aktie: Chart vom 24.07.2023, Kurs: 170,19 - Kürzel: JNJ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Johnson & Johnson Aktie: Chart vom 24.07.2023, Kurs: 170,19 – Kürzel: JNJ | Quelle: TWS

Mit dem Ausbruch über 166 USD wurde ein Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 180 und 185 USD ausgelöst.

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Vorherige Analysen der Johnson & Johnson Aktie

So langsam nimmt die Berichtssaison Fahrt auf. Inzwischen hat schon eine ganze Reihe von Branchengrößen aus den verschiedensten Sektoren Zahlen vorgelegt.

Das liefert uns einen ersten Vorgeschmack darauf, wie die Berichtssaison ausfallen könnte.
Bisher sind die Kursreaktionen zwar tendenziell negativ, wirkliche Katastrophen waren aber nicht dabei. Im Allgemeinen scheinen die Geschäfte besser zu laufen, als man annehmen würde.

So sieht es auch bei Johnson & Johnson aus. Als Reaktion auf die gestrigen Quartalszahlen, sank der Kurs um 2,81 % auf 161,01 USD.

Milliarden-Abschreibung

Wobei die Lage hier vielleicht ein wenig komplizierter ist. Durch hohe Einmalbelastungen für einen Rechtsstreit und die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte lag das Ergebnis im ersten Quartal bei -0,03 USD je Aktie.

Kürzlich hatte man eine Beilegung von mehr als 40.000 Klagen um Körperpflegeartikel („Baby Powder“) erreicht.
Der Rechtsstreit hatte sich mehr als eine Dekade gezogen, am Ende hat man sich auf eine Zahlung von 8,9 Mrd. USD über einen Zeitraum von 25 Jahren geeinigt.
Das führte im ersten Quartal zu einer Abschreibung von 6,9 Mrd. USD, was den gemeldeten Gewinn entsprechend gesenkt hat.

Um diese Sondereffekte bereinigt lag das Ergebnis jedoch bei 2,68 USD. Das ist im Vergleich zum Vorjahr zwar keine nennenswerte Steigerung, aber deutlich mehr als die erwarteten 2,50 USD je Aktie.
Der Umsatz kletterte um 5,6 % auf 24,75 Mrd. USD und übertraf Analystenschätzungen von 23,6 Mrd. USD somit ebenfalls.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 wurde leicht erhöht, beim Umsatzwachstum von 5,0 % auf 6,0 % und beim Gewinn von 10,45 – 10,65 auf 10,60 – 10,70 USD je Aktie.

Weder die Zahlen selbst noch die Anpassung des Ausblicks sind besonders spektakulär. Aus welchem Grund Anleger danach ihre Meinung zu Johnson & Johnson geändert und die Aktie verkauft haben, kann man kaum nachvollziehen.

Denn im Endeffekt waren alle Themen bereits zuvor auf dem Tisch und die Zahlen lagen knapp über den Erwartungen.

Ausblick und Bewertung

Vielmehr muss man sich jetzt fragen, ob die bisherigen Prognosen nicht grundlegend falsch sind.
Bisher wurden für das laufende sowie die kommenden beiden Geschäftsjahre jeweils nur Gewinnsteigerungen von 3-4 % erwartet.

Am oberen Ende der Prognose könnten es jetzt aber auch 5,5 % werden. Das hört sich zunächst nach wenig an, doch das Jahr ist noch jung und Johnson & Johnson hat bereits mehrfach betont, dass man beim Ausblick aktuell sehr zurückhaltend sei.

Gelingt am Ende eine Gewinnsteigerung von 6-7 %, was sicherlich nicht hoch gegriffen ist, entspräche das dem Durchschnitt der zurückliegenden zehn Jahre und würde dementsprechend auch eine Bewertung auf dem Niveau dieser Zeit rechtfertigen.

Daraus ergibt sich auf Sicht von 6-8 Monaten ein Kursziel von 185,38 USD, was wiederum einer annualisierten Rendite von über 20 % entspräche.
Das Chance-Risiko-Verhältnis für einen Trade ist gut.

Das Risiko auf der Unterseite scheint begrenzt zu sein, da die Bewertung von Johnson & Johnson ohnehin schon auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegt. Obendrein dürfte auch die neue Prognose noch zu bescheiden sein.

Johnson & Johnson Aktie: Chart vom 19.04.2023, Kurs: 161 - Kürzel: JNJ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Johnson & Johnson Aktie: Chart vom 19.04.2023, Kurs: 161 – Kürzel: JNJ | Quelle: TWS

Es wird sich jetzt bei 160 USD entscheiden müssen, ob die Korrektur bereits vorbei ist oder nicht. Solange Johnson & Johnson nicht unter diese Marke rutscht, könnte es jederzeit wieder zu einer Erholung in Richtung 166 USD kommen.
Darüber würde ein Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 170 und 180 USD ausgelöst. Fällt die Aktie noch einmal unter 160 USD und steuert die Supportzone bei 151 – 155 USD an, wäre das Chance-Risiko-Verhältnis für einen möglichen Trade sogar noch besser.