TUI Aktie aktuell TUI: Droht auch hier eine Insolvenz?

News: Aktuelle Analyse der TUI Aktie

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TUI
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Ticker: TUI1
Währung: EUR

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Zur TUI Aktie

Seit der Pleite von Thomas Cook ist TUI der größte Touristikkonzern Europas.

Droht TUI dasselbe Schicksal wie dem einstigen Branchenprimus?

Hammerhart

Dass TUI von der Krise hart getroffen wurde, dürfte niemanden überraschen. An Dramatik ist der Einbruch aber wohl kaum zu übertreffen. Historische Vergleiche werden schwierig, wir bewegen uns auf Neuland.

Bereits im ersten Quartal hatte man erste Probleme, die meisten Segmente waren unprofitabel und man verbuchte einen Verlust von 105,5 Mio. Euro.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 10,1% und es gab keinen Bereich mehr, der profitabel war. Unter dem Strich musste man einen Verlust von 740,5 Mio. Euro hinnehmen.
Um das in einen Kontext zu stellen: In der letzten Dekade hat man nur in einem Jahr einen höheren Gewinn erzielt, als man in diesem einen Quartal verloren hat.

Schockierende Zahlen

Der Hammer kam aber heute mit den Zahlen zum dritten Quartal. Das Geschäft von TUI ist faktisch nicht mehr existent.

Der Umsatz brach um 98,5% ein und man verbuchte einen atemberaubenden Verlust von 1,46 Mrd. Euro.
Das entspricht nahezu dem Gewinn der letzten drei Jahre.

TUI beziffert den Mittelabfluss in den ersten neun Monaten auf 1,96 Mrd. Euro. Das Eigenkapital ist auf Jahressicht von 3,45 auf 0,47 Mrd. Euro kollabiert.

Noch ein Notkredit

Daraufhin musste sich TUI gestern 1,2 Mrd. Euro an Hilfskrediten der KfW und des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) besorgen.

Das ist in diesem Jahr bereits der zweite Notkredit. Insgesamt benötigte man 3,0 Mrd. Euro, was übrigens dem fünffachen eines guten Jahresgewinns entspricht.
Wir arbeiten wirklich mit Superlativen.

Und leider sind die Kredite auch nicht umsonst. Der WSF lässt sich die Mittel über eine Wandelschuldverschreibung mit einem Zinssatz von 9,5% vergolden.
Wie TUI das jemals aufbringen soll, steht in den Sternen.
Für die Aktionäre ist das doppelt bitter, denn der Gewinn sinkt dadurch natürlich und die Zahl der Aktien steigt.

TUI hatte aber gar keine andere Wahl, man stand mit dem Rücken zur Wand. Ohne frisches Kapital wäre die sogenannte Fortbestehensprognose wohl negativ ausgefallen. Die Folge: Insolvenz.

Aktuelle Buchungen

Leider zeichnet sich bereits ab, dass es in dieser Art und Weise weitergehen wird. Das Buchungsvolumen für das Sommerprogramm 2020 liegt 84% unter dem Vorjahresniveau.
Das nächste Quartal wird also ebenfalls unterirdisch.

Die Kapazitäten für das Winterprogramm 2020/21 wurden um 40% reduziert und für den Sommer 2021 um 20%.

Der Umsatz von TUI dürfte also in den kommenden 4-5 Quartalen zwischen 84% und 20% unter dem Vorjahresniveau liegen.
Und wer weiß, wann sich die Lage wieder normalisiert?

Da man bei einem Umsatzminus von 10% (siehe Q2 2020) bereits über 700 Mio. Euro an Verlust eingefahren hat, kann man sich ungefähr vorstellen, was noch kommt.

Selbst bei allen möglichen Maßnahmen und Entlassungen erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass die bisherigen Kredite ausreichen werden.
TUI ist stehend K.O.

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Die Börse irrt sich

Das liegt auch daran, dass man in der Vergangenheit ebenfalls schlecht gewirtschaftet hat. TUI war zuvor schon ein Branchenverlierer mit schwachem Wachstum, niedrigen Margen und kaum vorhandenem Cashflow.
Ich bin froh, dass ich seit Jahren immer wieder vor TUI gewarnt habe und hoffe, dass dadurch Schaden bei einigen Anlegern abgewendet werden konnte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es niemals einen rationalen Grund für ein TUI-Investment gab und heute umso weniger.

Dass die Aktie bei dieser Faktenlage und diesem Ausblick nicht abverkauft wird, zeigt, in was für einer verrückten Zeit wird leben.
Die Börse scheint derzeit der Meinung zu sein, dass man alles mit billigem Geld übertünchen kann und die Probleme damit gelöst sind.
Die Realität funktioniert so aber nicht.

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Chart vom 13.08.2020 Kurs: 4,10 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der TUI Aktie

TUI ist der größte Touristikkonzern Europas.

Wenn der größte Konkurrent wegfällt

Bis vor wenigen Wochen trug diesen Titel noch Thomas Cook, doch der älteste Touristikkonzern der Welt musste Insolvenz anmelden.

In der folgenden Analyse sind wir eingehend auf die Situation eingegangen:
Thomas Cook Pleite: Für TUI der Befreiungsschlag

Bereits damals hatte ich klar zum Ausdruck gebracht, dass ich nicht viel von TUI halte. Es handelt sich eindeutig um einen Branchenverlierer.

Dennoch hatte ich direkt nach der Pleite von Thomas Cook zum Kauf der Aktie geraten. Die These war einleuchtend und simpel:
Wenn der größte Konkurrent wegfällt, sollte das das eigene Geschäft beleben.

Ein Teil der Reisewilligen wird zu TUI abwandern.
Das dürfte Umsatz befeuern und vor allem die Auslastung und somit auch die Profitabilität verbessern. TUI dürften einige gute Quartale ins Haus stehen.

These wiederlegt?

Tatsächlich hat die Aktie von TUI nach der Analyse im Hoch um mehr als 25% zugelegt. Auch jetzt wäre man noch 8,6% im Plus.
Für die kurze Zeit ist das eine ordentliche Rendite.

Doch leider bleibt ein schlechtes Unternehmen eben ein schlechtes Unternehmen, das zeigen die heutigen Zahlen eindrucksvoll.

Das Umsatzwachstum hat sich im vierten Quartal verringert.
Das Jahresergebnis ist von 1,16 auf 0,89 Euro je Aktie eingebrochen.
Man hatte noch schlimmeres erwartet, erfreulich ist das aber nicht.

Die Dividende soll von 0,72 auf 0,54 Euro je Aktie sinken, was einer Rendite von 4,9% entspricht.
Darüber hinaus hat man eine Anpassung der Dividendenpolitik beschlossen, die zu noch geringeren Ausschüttungen führen dürfte.

Die Pleite von Thomas Cook und das Ende Geschäftsjahres von TUI liegen zeitlich eng beieinander. Wirklichen Aufschluss werden also erst die nächsten Quartale liefern. Die These ist an dieser Stelle also noch nicht widerlegt.

Charttechnik

Langsam wird die Sache problematisch. Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde durchbrochen. Fällt TUI nachhaltig unter 11 Euro, drohen weitere Verluste in Richtung 10 Euro.
Darunter trübt sich das Chartbild nachhaltig ein.

Die Bullen müssen schnellstmöglich eine Rückkehr über 12 Euro erzwingen. Prozyklische Kaufsignale ergeben sich aber erst über 12,75 Euro.

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Chart vom 11.12.2019 Kurs: 11,06 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Für hunderttausende Kunden von Thomas Cook ist es ein Schock. Der älteste Touristikkonzern der Welt hat Insolvenz angemeldet und alle Geschäfte eingestellt.

Was passiert mit bezahlten Buchungen? Was, wenn man aktuell im Urlaub ist? An einigen Flughäfen bilden sich bereits lange Schlangen.
Umso schlimmer ist es für die 21.000 Angestellten des Touristik-Konzerns. Ihnen droht die Arbeitslosigkeit.

Den Betrieb hält derzeit wohl nur Condor aufrecht, denn die Fluglinie hat sich einen Übergangskredit gesichert.

Die Insolvenz hatte sich lange angebahnt, das zeigt auch der Chart der Thomas-Cook-Aktie.

Chart vom 23.09.2019 Kurs: Vom Handel ausgesetzt Kürzel: TCG - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Glanzstück der britischen Regierung

Den letzten Sargnagel lieferte am Wochenende die britische Regierung, in dem man eine Finanzierungsbitte über 150 Mio. Pfund ablehnte.
In London verhält man sich also gewohnt verantwortungslos.

Die Insolvenz ist unnötig und wenig erfreulich, schließlich erwirtschaftete der Konzern zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 10 Mrd. Euro.
Darüber hinaus verfügt man über umfangreiche Vermögenswerte. Darunter zahlreiche Hotels, Flugzeuge usw.

Eine Übergangsfinanzierung hätte großen Schaden abwenden können, doch Boris Johnson interessiert das nicht. „Es sei eine Menge Steuergeld…“.

Dass die Einstellung des Geschäftsbetriebs aber wesentlich mehr an Steuergeldern kosten wird, scheint der gute Herr nicht zu verstehen.
Selbst wenn der Konzern keinen Pence an Steuern zahlt, die Mitarbeiter tun es.
Werden sie arbeitslos, werden aus Einzahlern plötzlich Hilfsbedürftige.

Für TUI der Befreiungsschlag?

Für TUI ist das aber natürlich eine positive Nachricht. Der Wegfall des größten Konkurrenten dürfte das Geschäft beleben.

Ich bin eigentlich kein großer Freund des Unternehmens und der Aktie.
Die Margen sind niedrig, der Kapitalbedarf hoch. Umsatz und Gewinn stagnieren seit mehr als 10 Jahren.
Die Branche wächst, doch davon bleibt bei TUI nichts hängen.

Dementsprechend notiert die TUI -Aktie heute unter dem Niveau der IPO im Jahr 1991.
Das sagt eigentlich schon alles.

Aktuell haben wir es aber mit einer Sondersituation zu tun. Kunden können ab sofort nicht mehr bei Neckermann, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook buchen.

Ein Teil der Reisewilligen wird am Ende bei TUI landen. Das dürfte den Umsatz befeuern und vor allem die Auslastung und somit auch die Profitabilität verbessern.
TUI dürften einige gute Quartale ins Haus stehen.

Die bisherigen Erwartungen könnten übertroffen werden. Bei einem guten Newsflow hat die Aktie natürlich Aufwärtspotenzial.
Es sei denn die britische Regierung sorgt auch noch für einen No-Deal-Brexit.

Teuer ist die Aktie jedenfalls nicht. Ohne die Sondersituation wäre TUI dennoch nicht sonderlich attraktiv, trotz der hohen Dividendenrendite von 5,7%.

Bisher wurde ein Rückgang des Gewinns von 1,25 auf 0,82 Euro je Aktie erwartet.
Auf dieser Basis käme TUI auf ein KGVe von 12,4.
Auf dem aktuellen Niveau überwiegen also die Chancen.

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Charttechnik

TUI hat eine Kurhalbierung hinter sich, doch seit einigen Wochen zeichnet sich ein Boden ab.
Der Abwärtstrend wurde überwunden.

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Ausbruch über 10 Euro, wäre das auch charttechnisch ein Befreiungsschlag. Ein mögliches Kursziel läge dann bei 12 Euro.

Dass die erste Freude aktuell aber wieder verkauft wird, ist kein gutes Zeichen. Fällt TUI wieder unter 10 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vertan.

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Chart vom 23.09.2019 Kurs: 10,10 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | LYNX Online Broker