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Aktienanalyse:
Beiersdorf: Jetzt in den sicheren Hafen?

Aktuelle Analyse der Beiersdorf Aktie

Beiersdorf stellt eine Vielzahl von Konsumartikeln her und ist mit mehr als 150 Tochtergesellschaften weltweit vertreten.

Ein sicherer Hafen

Zu den bekanntesten Marken des Konzerns zählen hier Tesa und Nivea, Labello, 8×4, La Prairie, Eucerin und die Pflastermarken Hansaplast und Elastoplast.

Das Unternehmen hat sich in einigen Bereichen eine starke Position erkämpft. Die Markenmacht ist also enorm und das Geschäft ist nicht sonderlich konjunkturanfällig. Daher gilt Beiersdorf auch als sicherer Hafen.
Ich bin der Meinung, dass das ein Trugschluss ist. Unternehmen und Aktie haben einige gute Jahre hinter sich, doch das dürfte vorerst vorbei sein.

Stellen Sie sich diese Frage

Was ist ein Unternehmen wie Beiersdorf Wert? Würden Sie dem Konzern ein KGV von 15 zugestehen, vielleicht sogar 20 oder mehr?
Vielleicht ändert sich Ihre Meinung noch. Betrachten wir das blanke Zahlenwerk.

In den letzten zehn Jahren kletterte der Umsatz von 6,19 auf 7,65 Mrd. Euro. Das entspricht kaum mehr als 2% p.a., inflationsbereinigt wächst das Unternehmen also nicht.
Dennoch konnte man die Margen nach der Finanzkrise wieder deutlich steigern, was zu einer guten Entwicklung beim Gewinn geführt hat.

Es dürfte aber jedem klar sein, dass man selbst bei Tesa und Nivea die Margen nicht ewig erhöhen kann. Verbraucher und Handel ziehen an einem gewissen Punkt nicht mehr mit. Daher ist die operative Marge von Beiersdorf auch seit drei Jahren wieder rückläufig.
Das Plateau ist aus meiner Sicht erreicht.

Was wäre möglich?

Wenn der Umsatz aber kaum steigt und man auch bei den Margen keinen Spielraum mehr hat, wie soll der Gewinn spürbar anziehen?
Stellen wir uns jetzt noch einmal die Frage: Was ist ein Unternehmen mit diesen Charakteristiken Wert? Aktuell kommt Beiersdorf auf ein KGV von 30 und einen P/FCF von 35.

Ich halte das für höchst irrational. Beiersdorf kam in den letzten Jahren zwar meistens auf eine derartige Bewertung, doch bisher hat sich der Gewinn auch positiv entwickelt. Das dürfte vorerst ein Ende haben.
Dementsprechend ist die realistische Renditeerwartung aus meiner Sicht 0.

Doch nicht so sicher

Diese Einschätzung verfestigt sich, wenn man die jüngsten Quartalszahlen betrachtet. So sicher und von der Konjunktur abgekoppelt ist das Geschäft nämlich gar nicht.

Im ersten Quartal war der Umsatz weltweit um 3,6% rückläufig. In Europa lag das Minus bei 5,7%.
Die Rettung war bisher Amerika, denn dort wurden die Corona-Maßnahmen eben auch erst später beschlossen. Im zweiten Quartal dürfte das Geschäft dann auch dort spürbar nachlassen.
Es spielt auch keine Rolle, ob man Consumer oder Tesa betrachtet. In allen Segmenten und nahezu allen Regionen war der Umsatz rückläufig.

Prognose gekappt

Dementsprechend musste man auch die Prognose zurücknehmen. Bisher war man von einem Umsatzwachstum von 3-5% ausgegangen. Das ist nicht viel, für Beiersdorf wäre es aber ein verhältnismäßig sehr starkes Jahr gewesen.
Bei der EBIT-Umsatzrendite, also der Marge, rechnete man ohnehin mit einem Rückgang von 14,5% auf 14,0-14,5%.
Selbst das dürfte nicht mehr erreichbar sein.

Das bedeutet, dass der Gewinn in diesem Jahr sinken wird. Selbst wenn man der Aktie also ein KGV von 30 zugesteht, müsste die Aktie weiter nachgeben.
Außerdem scheint die Botschaft auch noch nicht beim Markt angekommen zu sein. Bisher liegt der Konsens noch immer bei einem unveränderten Konzerngewinn in 2020.

Die Analyse soll aber auch kein Verriss sein. Beiersdorf ist grundsolide und hat eine saubere Bilanz. Man wird mit der Aktie wahrscheinlich auch keine Bruchlandung erleiden, doch eine halbwegs ordentliche Rendite sollte man auch nicht erwarten.
Beiersdorf generiert einfach nicht genug überschüssiges Kapital, als dass das möglich wäre. Deshalb zahlt man auch seit mehr als zehn Jahren eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro je Aktie. Das entspricht einer Dividendenrendite von 0,73%. Mehr kann man sich einfach nicht leisten.

Technische Betrachtung

Das Chartbild ist bereits seit geraumer Zeit angeschlagen. Das Hoch vom September 2019 konnte anschließend über Monate hinweg nicht mehr erreicht werden.
Jetzt wurde der Aufwärtstrend durchbrochen, von unten getestet und den Bullen ist keine Rückkehr in den Trend gelungen.
Dementsprechend sind erneute Kursverluste wahrscheinlich. Mögliche Anlaufstellen liegen bei 85 sowie 81 und 75 Euro.

Chart vom 05.05.2020 Kurs: 90,00 Kürzel: BEI - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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