Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Daimler: Ob dieses Reversal etwas taugt, ist fraglich!

Zur Mittagszeit noch klar im Minus, zum Handelsende mit +2,93 Prozent im Plus und knapp hinter BMW auf Platz zwei der DAX-Gewinnerliste. Na, wenn da nicht gute Nachrichten für Daimler gekommen sind? Auf den ersten Blick ist das so. Denn dieser Turnaround ins Plus basierte auf der gegen 16:15 Uhr aufgetauchten Meldung, dass US-Präsident Trump angeblich die Verhängung von Strafzöllen gegen die europäische Automobilindustrie um sechs Monate verschieben werde.

Das klingt nach einer Galgenfrist, wenn es so kommt. Aber kann das den Trend bei Daimler wieder ins Positive verkehren? Nur, wenn genug Anleger einige Aspekte ignorieren, die man besser nicht ignorieren sollte. Zum einen gibt es eine Frist, bis zu deren Ablauf sich die US-Regierung entscheidend müsste, ob sie diese Strafzölle implementiert oder nicht. Die läuft übermorgen aus, so gesehen musste die Entscheidung her.

Trump hätte gemäß dieser Regelung die Option, die Entscheidung um bis zu sechs Monate (das „bis zu“ sollte man nicht übersehen) hinauszuzögern, wenn sie ansonsten in laufende Verhandlungen hinein gefällt werden müsste. Damit wären zwar Verhandlungen mit der EU gemeint, von deren Laufen man in Brüssel nichts weiß, aber bitte. Wenn Trump diese Meldung bestätigt, dann nicht, weil man irgendwie mit der EU mit egal was übereingekommen wäre, denn wie gesagt: Da passiert noch gar nichts.

Trump will aber keine zweite Front aufmachen, solange er mit China nicht „fertig“ ist. Und das zieht sich eben immer mehr hin. Sollte Mr. Trump also keine Zölle gegen Daimler & Co. verhängen dann nur, weil sein Handelskrieg mit China nicht so funktioniert, wie er sich das dachte. Man könnte argumentieren, dass das Daimler egal sein kann, Hauptsache, diese Zölle kommen nicht.

Expertenmeinung: Einerseits ist das richtig. Aber die Aktie hatte nicht in der Widerstandszone 58,85/60,00 Euro nach unten abgedreht, weil irgendjemand diesen Termin für mögliche Strafzölle im Auge gehabt hätte. Die Aktie geriet unter Druck, weil die Lage bereits jetzt schlecht ist – ohne Strafzölle. Daimler hat zwischen Januar und April 2019 5,6 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vergleichszeitraum 2018. Und in den USA verkaufte Daimler im April 14,6 Prozent weniger Fahrzeuge als im April 2018. Ohne Strafzölle.

Wenn man sich dann im Chart ansieht, dass die Aktie von 44,50 Euro im Januar auf 60 Euro im Mai nach oben gelaufen ist, ohne dass sich die Perspektive für die Branche oder Daimler selbst verbessert hätte, wird klar: Es ist zweifelhaft, dass da zuletzt wirklich das Damoklesschwert der Strafzölle im Kurs enthalten war. Natürlich ergriffen die Trader diesen gestern gelieferten Strohhalm sofort, immerhin drohte die Aktie gerade deutlicher unter die 200-Tage-Linie zu fallen (schwarze Linie im Chart) und war am Montag sang- und klanglos durch den Januar-Aufwärtstrend gerutscht.

Mit dem gestrigen Plus notiert die Aktie wieder über beiden Linien. Aber bis hinauf auf 60 Euro sind die Widerstände aus charttechnischer Sicht zahlreich. Erst darüber wäre der Weg frei und Daimler bullisch. Und um einen solchen Ausbruch zu erreichen, dürfte eine Nachricht wie diese über die Strafzölle nicht ausreichen. Vor allem nicht, wenn man sich erinnert, dass die europäischen Autobauer damit nicht für sechs Monate „safe“ wären, weil die Regelung die beiden Wörtchen „bis zu“ enthält. Daimler ist also noch keine Chance auf der Long-Seite, wäre aber auf der Short-Seite umgehend wieder interessant, wenn die Aktie unter dem bisherigen Verlaufstief der Woche (51,47) Euro schließen würde.

Chart vom 15.05.2019, Kurs 54,30 Euro, Kürzel DAI | LYNX Aktienempfehlungen

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