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Indexanalyse:
TecDAX: Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär‘ …

Aktuelle Analyse des TecDAX Index

Wenn das Index-Schwergewicht Wirecard nicht implodiert wäre, hätte es der TecDAX wohl geschafft, mit dem Ende der ersten „Halbzeit“ des Jahres 2020 über 3.015 Punkten zu notieren und dadurch eine für die institutionellen Investoren werbewirksame schwarze Null für das Halbjahr zu erreichen. Sogar der Sprung über das vorherige, langjährige Hoch von 3.303 Punkten, das im Februar markiert wurde, wäre womöglich drin gewesen. Aber die Wirecard-Aktie ist jetzt einmal in sich zusammen gebrochen und hat aufgrund ihrer hohen Gewichtung im TecDAX alle Chancen zunichte gemacht, den Eindruck zu erwecken, das Thema Corona sei vom Tisch und ab sofort wieder Hausse angesagt. Oder doch nicht?

Es kommt darauf an, ob die Anleger differenzieren. Allerdings müssten sie es, sollte dabei eine bullische Sichtweise herauskommen, recht janusköpfig tun. Denn um zu der Ansicht zu kommen, dass man jetzt noch einsteigen müsste, nachdem trotz Wirecard zwei Drittel des Corona-Ausverkaufs aufgeholt sind, wäre es nötig, Wirecard einfach aus der Performance herauszurechnen und so einen „eigentlich“ weiter intakten Aufwärtstrend zu unterstellen. Auf der anderen Seite müsste man ignorieren, dass der Fundament dieser Aufwärtsbewegung weiterhin aus Treibsand besteht, weil eine echte Stabilisierung der Wirtschaft noch nicht gegeben ist und die Entwicklung der Pandemie in vielen Teilen der Welt deutlich macht, dass man besser nicht fest davon ausgehen sollte, dass Europa aus dem Schneider ist. Außenstehende dürften wohl zu der Einstellung tendieren, dass eine derart einseitige Betrachtung, die Positives überbewertet und Negatives ausblendet, wohl kaum weit verbreitet wäre. Aber da kennt man die Börse schlecht.

Der Blick in die Börsenhistorie belegt, dass diese Denkweise, so verquer sie auch sein mag, im Gegenteil gang und gäbe ist. Hätten nicht viele Akteure die Realität höchst selektiv eingeordnet, wäre diese Super-Rallye zurück in die Nähe der vorherigen Hochs ja gar nicht zustande gekommen. So gesehen wäre es keineswegs unmöglich, dass sich diese Vorgehensweise fortsetzt, zumindest so lange, bis die Nachrichtenlage und ggf. auch die Unternehmensbilanzen des zweiten Quartals so erdrückend gegen eine optimistische Sichtweise sprechen würden, dass sie erneut einem „rette sich wer kann“ weicht. Dabei kommt dem unmittelbaren Start ins zweite Halbjahr jedoch eine entscheidende Bedeutung als Wegweiser zu. Grund:

Der TecDAX ringt aktuell mit der 200-Tage-Linie. Ob Wirecard daran „schuld“ ist, dass es dazu kam oder nicht, ist da zweitrangig, denn jetzt geht es für die vielen rein charttechnisch orientierten Trader um eine wichtige Wegweisung. Sollte der TecDAX diese 200-Tage-Linie hinreichend deutlich zurückerobern, indem er über die aktuell bei 3.072 Punkten als nächstgelegener Widerstand fungierende 20-Tage-Linie hinaus ausbricht … was mit einem neuen bullischen Signal des im Tageschart mit eingeblendeten MACD-Indikator-Indikators einhergehen würde … wäre die Kuh in Form eines erneuten, größeren Abwärtsschubes erst einmal vom Eis. Denn dann hätten wir eine klare Indikation, dass in der Tat zur Quartalswende neues Geld an den Markt geflossen ist, kombiniert mit einem charttechnischen Kaufsignal. Dann würden sie die meisten Akteure wohl hüten, vorzeitig Gewinne mitzunehmen.

TecDAX Chart auf Wochenbasis vom 30.06.2020, Kurs 2.953,65 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Käme es indes anders, würde der TecDAX die 200-Tage-Linie nicht halten und in der Folge die wichtige, zwischen 2.681 und 2.792 Punkten gelegene Unterstützungszone brechen, würde alleine dieser entmutigende Eindruck erneut deutlich abrutschender Notierungen den derzeit noch eisern verteidigten Optimismus dahin schmelzen lassen und das Potenzial für ein heute von vielen bereits abgehaktes, zweites „Bein“ der Corona-Baisse liefern.

TecDAX Chart auf Tagesbasis vom 30.06.2020, Kurs 2.953,65 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

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