TecDAX Prognose TecDAX: Jetzt gilt’s – wie stark sind die Bullen wirklich?

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

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Ist das, was der TecDAX in den vergangenen gut zwei Wochen gezeigt hat, eine Seitwärts-Konsolidierung vor dem nächsten Rallyeschub oder wird das ein mittelfristiges Topp? Die Entscheidung wird wohl sehr kurzfristig fallen, denn heute kommen die Inflationsdaten!

Wenn etwas die Kurse derzeit bewegt, sind es neu einlaufende Inflationsdaten. Die zugespitzte Lage in China mit ihren Folgen auch für deutsche Exporteure, die sehr gemischten, neu einlaufenden Konjunkturdaten, die Bewegungen der Öl- und Gaspreise und die Unmenge warnender Notenbanker: All das tritt in den Hintergrund, wenn Inflationsdaten kommen, die die Optimisten bestätigen … oder ihnen den Teppich unter den Füßen wegziehen. Und heute um 14 Uhr ist die immer sehr präzise Vorab-Schätzung der deutschen Inflation für den November dran. Womit sich die Frage, ob der TecDAX jetzt wegrutscht oder nach oben davonzieht, womöglich noch heute beantwortet werden könnte, wenn die Zahlen entsprechend ausfallen, um die Akteure in Wallung zu versetzen. Was wird erwartet?

Die Prognosen sehen einen Rückgang der Inflation zum Vormonat um 0,2 Prozent und in der Veränderung zum Vorjahresmonat (Jahresrate) einen zum Oktober unveränderten Wert von 10,4 Prozent. Was wird wirklich herauskommen? Für die Trader ist „High Noon“ diesmal um 14 Uhr.

Den aktuellen Kurs und Chart des TecDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Man darf vermuten, dass der TecDAX schnell aus seiner Handelsspanne zwischen 3.048 und 3.160 Punkten herausläuft, falls die Daten weit von diesen Prognosen abweichen und die Wall Street dann nicht unverhofft in die Gegenrichtung laufen und einen Impuls damit ausbremsen würde. Da aber zumindest recht viele Marktteilnehmer genau wissen, dass solche Momentaufnahmen eines einzelnen Monats nichts darüber aussagen, ob die Inflation im Griff ist oder nicht und wie die EZB weiter verfährt, ist dieser Termin um 14 Uhr eigentlich vor allem eine Nagelprobe dahingehend, was diejenigen im Sinn haben, die zuletzt passiv und beobachtend an der Seitenlinie standen.

Sind diejenigen, die nur auf ein Signal warten, um aktiv zu werden, bullisch, sprich wollen sie nur die Bestätigung, dass es der TecDAX aus dieser Spanne 3.048/3.160 Punkte nach oben hinaus schafft, um Long-Positionen auszubauen oder neu zu etablieren?

TecDAX: Tages-Chart vom 28.11.2022, Kurs 3.073,46 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX| Online Broker LYNX

Oder ist die bislang tatenlose Mehrheit der Trader höchst skeptisch, was die verbleibende Luft nach oben angeht und würde sofort aussteigen, wenn der Index mit Schlusskursen klar unter 3.048 ein Topp vollendet? Der heutige Handelstag kann das schon deutlich machen, aber spätestens im weiteren Verlauf der Woche, nach einer mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Powell am Mittwoch und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag dürfte hier klar sein, wohin die Reise kurzfristig geht …

… was dann aber auch mittelfristig richtungweisend werden kann, denn der TecDAX-Chart auf Monatsbasis zeigt, dass es momentan auch darum geht, ob die dort schwarz gefärbte 1.000-Tage-Linie überwunden wird oder der TecDAX dort wieder nach unten abdreht.

TecDAX: Monats-Chart vom 28.11.2022, Kurs 3.073,46 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des TecDAX Index

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In der Regel beobachten wir einen recht engen Gleichlauf der Aktienindizes. Doch jetzt steigt der DAX, als wäre er in der besten aller Welten, während der TecDAX absolut nichts auf der Oberseite zuwege bringt. Was ist da los? Und vor allem: Geht das etwa noch lange so weiter?

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Basis dieser so unterschiedlichen Entwicklung, die seit Mitte Oktober auffällig geworden ist, ist das Umschichten heraus aus kleineren, volatileren Aktien von Unternehmen mit stärker schwankenden Umsätzen und Gewinnen in Richtung von „Blue Chips“, von denen die Anleger glauben, dort gegen die Auswirkungen einer Rezession besser geschützt zu sein. Noch extremer als zwischen Dax und TecDAX ist die bei dieser Flucht in einen vermeintlich „sicheren Hafen“ entstandene Schere zwischen Dow Jones und dem „großen Bruder“ des TecDAX, dem Nasdaq 100.

Der Gedanke an sich, bei dividendenstarken Aktien großer Unternehmen mit etablierten Marken sicherer zu sein, ist dabei zwar nachvollziehbar. Aber wir würden nicht zum ersten Mal erleben, dass man dabei den Bogen überspannt. Denn auch, wenn die Gewinne bei großen DAX-Unternehmen weniger unter Druck kommen sollten, führen diese massiven Käufe doch dazu, dass viele DAX-Aktien schlicht immer teurer werden und damit überbewertet sind. Und so manche Aktie aus dem TecDAX langsam, aber sicher billig wird. Die Frage ist nur, wann sich diese Schere schließen wird?

Expertenmeinung: Die Antwort ist ebenso kurz wie unbefriedigend: Das weiß man nie vorher. Denn es hängt von einem entscheidenden Aspekt ab: Werden sich die Gewinne der Blue Chips wirklich so stabil halten wie erhofft und die der im TecDAX versammelten Branchen wie Software, Telekommunikation oder Medizintechnik so schwach entwickeln wie befürchtet? Das Gros der Zahlen des dritten Quartals liegt mittlerweile vor, denkbar also, dass man da noch bis Anfang kommenden Jahres im Unklaren bleibt. Aber neben den Fakten können auch Vermutungen das Ruder herumreißen, denn bislang sind es ja vor allem Vermutungen, die zu diesen Umschichtungen führen, auch, wenn so manches TecDAX-Unternehmen in der Tat unschöne Ergebnisse für das dritte Quartal hatte melden müssen.

Daher wäre ein Ohr an den Schienen zwar kein Fehler, aber ein steter Blick auf den Chart effektiver. Wann ein Trend drehen wird, ist letztlich ja nie sicher vorhersagbar, aber das Chartbild zeigt, wenn es gelungen wäre. Dazu der Blick auf den Tageschart.

TecDAX: Tages-Chart vom 07.11.2022, Kurs 2.850,34 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Hier sehen wir, dass ein Ausbruch über den Kreuzwiderstand zwischen 2.895 und 2.935 Punkten einen wichtigen Schritt zu Gunsten eines Befreiungsschlags darstellen würde. Damit wäre zumindest eine Bodenbildung als gelungen anzusehen und der Weg an die 200-Tage-Linie bei aktuell 3.043 Punkten frei.

Sollten solche Bemühungen indes scheitern, zeigt der langfristige Chart auf Monatsbasis, wohin die Reise dann führen könnte: An die langfristige Aufwärtstrendlinie, die momentan mit der Supportzone 2.376/2.406 Punkte eine entscheidende Kreuzunterstützung bildet und für das bärische Lager wie ein Magnet wirken würde, sollte der TecDAX die Versuche, sich nach oben durchzubeißen, abbrechen.

TecDAX: Monats-Chart vom 07.11.2022, Kurs 2.850,34 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX
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Zwischen dem Tagestief des Freitags und dem Tageshoch des Dienstags lagen beim TecDAX fast zehn Prozent. Währenddessen kamen jedoch aus den USA ebenso wie aus Europa fast ausschließlich bärische Daten. Was ist da los? Kann der Index trotzdem die Wende schaffen?

Bislang gibt es weder Hinweise noch eine Basis dafür, dass die Notenbanken ihren für den Aktienmarkt problematischen, rigiden Kurs in Sachen Leitzinserhöhungen verlassen würden. Dafür kommen immer mehr Indizien, dass die Unternehmensgewinne im laufenden vierten Quartal deutlich unter Druck geraten werden und sich das weit ins Jahr 2023 hineinziehen könnte. Und dass es so scheint, als würde man in Großbritannien das gröbste Chaos in den Griff bekommen, ist nichts, was den TecDAX nachhaltig in Fahrt bringen könnte, dafür sind die Turbulenzen in Großbritannien für die TecDAX-Unternehmen einfach nicht relevant genug.

Eigentlich ist also alles beim alten, es gelten dieselben Rahmenbedingungen wie am vergangenen Freitag, als der TecDAX drohte, deutlicher unter den bisherige, Ende September markierte Jahrestief zu rutschen. Aber Gegenbewegungen sind andererseits normal, ob Hausse oder Baisse, es geht nie wie ein Strich immer nur in eine Richtung. Und dass versucht wird, eine wichtige Unterstützung, hier das September-Tief bei 2.594 Punkten, zu verteidigen, ist ebenso nicht unüblich. Somit kann es jetzt nur um folgende Fragen gehen:

Wie weit könnte diese Gegenbewegung nach oben reichen? Weit genug, um auf den Zug aufzuspringen? Und könnte am Ende nicht vielleicht doch aus einer Korrektur nach oben eine Aufwärtswende werden, die tragfähig ist?

Expertenmeinung: Hätte der TecDAX gestern am Tageshoch nicht schlappgemacht, sondern wäre noch einen Tick weitergelaufen, wäre dadurch ein kleines Doppeltief vollendet worden. Was man heute noch nachholen könnte. Und die im Chart auf Tagesbasis zu sehende positive Divergenz des RSI-Indikators zum Index würde den Bullen durchaus Rückenwind verleihen.

TecDAX: Tages-Chart vom 18.10.2022, Kurs 2.800,55 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Das andere Element, das ursächlich dafür gewesen sein dürfte, dass der TecDAX in so kurzer Zeit so stark gelaufen ist, ist indes tückisch: die Abrechnung am Terminmarkt übermorgen. Das Muster, dass die Kurse gut eine Woche vor einer solchen Abrechnung mit der Brechstange nach oben gezogen werden, sehen wir jetzt den dritten Monat in Folge. Aber im August und September hielt das nicht einmal bis zur Abrechnung selbst. Und selbst wenn:

Wer da interessiert ist, die Abrechnung der TecDAX-Optionen am Freitag klar über dem letzten Tief zu erreichen, hätte das Ziel mit eben dieser Abrechnung ja erreicht. Oft verlieren die Kurse nach einer solchen Terminmarkt-Rallye direkt danach ihre Aufwärtsdynamik, als würde ihnen ein Teppich unter den Füßen weggezogen. Aber angenommen, diesmal würden die Käufer am Ball bleiben:

Der Weg wäre trotzdem mit einem Anstieg über das bisherige Monats-Verlaufshoch bei 2.845 Punkten und damit mit der Vollendung dieses Doppeltiefs nicht frei. Im Gegenteil, dann würde es erst richtig losgehen mit den Charthürden. Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis:

Zwischen 2.900 und 3.100 Punkten wartet eine Vielzahl an Widerständen auf die Bullen. Erst, wenn der TecDAX diese Zone auch noch bezwungen hätte und es zumindest Indizien dafür gäbe, dass die Rahmenbedingungen sich so weit aufhellen, dass sie die Kurse nicht über kurz oder lang auf neue Tiefs drücken müssten, könnte man hier über einen Switch auf Long nachdenken. Bis dahin müsste man in der Tat mit Blick auf die Zone 2.900/3.100 Punkte konstatieren: Bis hierhin und nicht weiter.

TecDAX: Monats-Chart vom 18.10.2022, Kurs 2.800,55 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX
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Was ist von dieser aktuellen Rallye zu halten? War bereits so viel „Krise“ eingepreist, dass der TecDAX reif für die Wende ist? Oder sind das nur kurzfristige Käufe und Short-Eindeckungen? Das wird sich in einer relativ kleinen Chartzone herausstellen. Und die liegt bereits nahe!

Man weiß nie, welche Motive hinter einem starken Kursimpuls stehen, denn an den Orders hängt, um es salopp zu formulieren, nun einmal kein Zettel dran, der Absender und Grund eines Trades erkenntlich machen würde. Man kann das Problem zwar rational angehen, indem man die Rahmenbedingungen daraufhin abklopft, ob sie einen größeren Auf- oder Abwärtsimpuls unterstützen würden. Aber wenn man damit Erfolg haben will, müsste man voraussetzen können, dass die Marktteilnehmer mit großer Mehrheit rational handeln. Und das tun sie, wir wissen es ja, nicht.

Also kann eine Rallye wie die, die wir gerade beim TecDAX beobachten, auch über den Level hinausführen, den die Rahmenbedingungen ihr eigentlich zubilligen würden. Alleine, weil Trader, die bislang die Füße stillhalten, dann auf den Zug aufspringen, wenn das Chartbild meldet, dass jetzt wichtige Hürden zurückerobert wurden. Und ganz verkehrt wäre das dann ja auch nicht.

Man müsste zwar damit rechnen, dass in die Gegenrichtung weisende Rahmenbedingungen den Index jederzeit unsanft auf den harten Boden der Realität zurückholen können. Aber ein Break über wichtige Charthürden hieße zunächst einmal, dass das bärische Lager die Rallye entweder nicht aufhalten kann oder es nicht will, weil viele zu den Bullen übergelaufen sind. Und das kann die Kurse, zumindest eine Zeitlang, weiter nach oben tragen. Also?

Expertenmeinung: Also sollte unser Augenmerk auf diese im TecDAX äußerst markante Schlüsselzone gerichtet sein, die sich überdies auch noch auf sehr engem Raum zusammenballt. Es geht um die Zone zwischen 2.895 und 3.030 Punkten, in der sich so ziemlich alles an Chartmarken versammelt hat, das derzeit von Belang ist, ausgenommen die mit 3.135 Punkten noch „über den Dingen“ schwebende 200-Tage-Linie.

Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass wir in diesem Bereich die beiden Tiefs vom März und Mai finden … darüber hinaus die 100-Tage-Linie … die übergeordnete, im Januar etablierte Abwärtstrendlinie … die kurzfristige, die beiden Zwischenhochs vom August und September verbindende Abwärtstrendlinie … und die Rallye-Begrenzungslinie, die sich aus den Tiefs vom Juni und Anfang September ableitet. Wenn das bärische Lager stark und willens genug ist, die Rallye zu stoppen und einen neuen Abwärtsimpuls zu starten, dann spätestens dort.

So betrachtet wäre es zumindest zu überlegen, Short-Positionen im Fall von Schlusskursen über 3.030 Punkten glattzustellen. Ob man im Gegenzug auch Long geht, ist vom eigenen Zeithorizont und der individuellen Risikobereitschaft abhängig. Denn auch, wenn man dann sogar auf mittelfristiger Ebene ein bullisches Signal im Chart sähe, bliebe der Gegenwind dennoch auf der Ebene der Rahmenbedingungen erhalten. Denn dass der TecDAX jetzt bereits zu viel „Krise“ eingepreist hätte, ist eine Behauptung, die auf höchst wackligen Füßen steht.

TecDAX: Chart vom 06.10.2022, Kurs 2.803,19 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX
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Der TecDAX hat im Jahresverlauf schon eine Menge Federn gelassen. Da könnte so mancher versucht sein, auf eine schnelle Gegenbewegung zu setzen. Die Basis dafür ist auf chart- und markttechnischer Ebene auch da. Aber man sollte wissen, was passiert, wenn sie nicht kommt.

Da würde doch jetzt alles passen, könnte man beim Blick auf den TecDAX-Chart auf Tagesbasis behaupten. Der Index hat eine Baisse-Begrenzungslinie erreicht, die sich aus den beiden Tiefs vom März und Juni zusammensetzt. Und markttechnisch überverkauft ist er auch, der RSI-Indikator ist in der überverkauften Zone angekommen, was in diesem Jahr außer in einem Fall im Januar zumindest eine ordentliche Gegenbewegung nach oben nach sich zog.

Darüber hinaus kann man, durchaus zu Recht, argumentieren, dass Gegenbewegungen umso weiter reichen, je bärischer die Lage ist. Denn dann tummeln sich umso mehr Leerverkäufer am Markt, die immer mal wieder ihren Gewinn mitnehmen.

Denn dass die Rahmenbedingungen negativ bleiben, weiß man zwar. Aber kein Aktienindex läuft wie ein Strich nach oben oder unten, weil die Bären ebenso immer mal wieder Gewinne sichern wollen, wie es die Bullen in einer Hausse tun. Und während Gewinnmitnahmen der Bullen auf die Kurse rücken, ziehen die Eindeckungen der Leerverkäufer, der Bären, die Kurse nach oben. Und für solche Eindeckungen würde sich die Kombination aus dem Erreichen der Baisse-Begrenzungslinie und einem überverkauften RSI ja schon anbieten. Also, warum nicht mal einen Long-Trade wagen?

Expertenmeinung: Das könnte in der Tat jetzt klappen, aber man sollte nicht glauben, dass da nicht viel schiefgehen kann. Denn sollte diese denkbare Gegenbewegung, die dann das Juni-Tief bei 2.776 Punkten als erstes Ziel hätte, nicht kommen, fiele der Impuls in die Gegenrichtung voraussichtlich umso heftiger aus.

Dass jetzt eine grundsätzliche Chance auf eine Gegenreaktion besteht, sehen natürlich alle Trader. Aber die Rahmenbedingungen bieten keine Unterstützung. Der Euro fällt immer weiter, tilgt dadurch einen unerfreulich großen Teil dessen, was der fallende Ölpreis an Entlastung bieten könnte, vor allem, weil man sich aktuell über die Konsequenzen aus den Referenden in der Ostukraine sorgt. Und die zunehmende Zahl an Gewinnwarnungen und die brutalen Selloffs bei den betroffenen Aktien geben einen nicht das Gefühl, dass eine Rallye allzu lange vorhält, denn die Bilanzen zum dritten Quartal rücken näher. Was bedeutet:

TecDAX: Monats-Chart vom 26.09.2022, Kurs 2.654,10 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Alle Trader sind jetzt besonders aufmerksam und lauern auf Bewegungen. Und wenn der TecDAX nicht glaubwürdig und schnell anzieht und/oder eine Rallye startet, dann aber abverkauft wird, würden diese Eindeckungen nicht nur flach fallen. Viele Short-Seller würden dann womöglich ihre Position noch aufstocken, so dass das Vergeben einer Rallye-Chance für diejenigen, die auf eine Gegenreaktion wetten, schnell zum Waterloo werden kann.

Zwar könnte man sich vornehmen, einen Long-Trade einfach hauteng unter dem bisherigen Verlaufstief bei 2.625 Punkten mit einem Stop Loss zu versehen. Aber in volatilen Märkten häufen sich Mini-Bullen- und Bärenfallen. Da kann man dann leicht ausgestoppt werden und danach saust der TecDAX dann doch nach oben. Einen wirklich tauglichen Orientierungspunkt für Stoppkurse hat man in einer solchen Phase selten. Fazit:

Dieser Tage auf ganz kurzfristiger Ebene erfolgreich zu agieren, erfordert Erfahrung und die Bereitschaft zu der absoluten Konsequenz, ggf. die Position intraday mehrfach zu drehen. So sehr es auch den Anschein hat: Phasen wie diese sind kein idealer Markt für Trader. Wer auf eine Rallye setzt, pokert also hoch. Nur, wer das auch weiß, sollte das erwägen.

TecDAX: Tages-Chart vom 26.09.2022, Kurs 2.654,10 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX
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Die erste Juni-Hälfte war schwach, die zweite August-Hälfte ebenso. Dazwischen versuchte sich der TecDAX an einer Bodenbildung, jetzt erneut. Aber das Chartbild wirkt schwer greifbar, Trendlinien zeichnet man da vergebens. Wie tradet man einen derart unberechenbaren Index?

Zunächst einmal: Man muss ihn ja nicht traden, es gibt schließlich noch genug andere Indizes, mit denen man handeln könnte. Aber wenn, sollte man tun, was man immer tun sollte, wenn es wirkt, als würde die sonst so hilfreiche Charttechnik versagen: Man sucht a) nach den Gründen dafür und b) nach Alternativen.

Beim TecDAX finden sich Gründe für seine Unberechenbarkeit zum einen darin, dass er bei den großen, internationalen Investoren wenig Beachtung findet, da die sich mehr auf DAX und Euro Stoxx 50 konzentrieren. Dadurch ist auch am Terminmarkt beim TecDAX weniger los, es sind mehr die privaten Anleger, die hier agieren. Dadurch sind die Umsatzvolumina kleiner, weniger kurzfristige, charttechnische Trader dabei und das Chartbild weniger klar strukturiert.

Zum anderen dominieren hier drei Branchen, die oft in „Körben“ ge- oder verkauft werden, selten aber alle gemeinsam: Medizintechnik, Telekommunikation/IT und Software. Das macht das Trading hier komplizierter. Aber man kann hier sehr wohl effektiv traden, sofern man sich vom „Schema F“ löst und alternative Wege sucht. Hier wäre dahingehend Folgendes möglich bzw. ratsam:

Expertenmeinung: Wenn der Tageschart als gängiges Zeitraster der Chartanalyse nur unklare Vorgaben liefert, z.B. weil sich, wie im Fall des TecDAX, einfach keine Trendlinie etablieren will und auch die ansonsten bei volatilen Indizes sehr hilfreiche 20-Tage-Linie versagt, empfiehlt es sich, einfach einen Schritt zurück zu tun und auf die Wochenbasis auszuweichen.

TecDAX: Tages-Chart vom 12.09.2022, Kurs 3.035,40 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Mit einem längeren Zeitraster erhält man wieder einen tauglichen Überblick, ein Gesamtbild. Tut man das beim TecDAX, erkennt man, dass die jüngste Rallye auf dieser Zeitebene noch keine Bedeutung für den übergeordneten Trend hat.

Der übergeordnete Trend weist angesichts der sukzessiv tiefer liegenden Zwischenhochs abwärts, wobei der Index jetzt auf mittelfristiger Ebene in einer Seitwärtsbewegung läuft. Solange die nicht durch Schlusskurse über 3.394 oder unter 2.775 Punkten verlassen wurde, gäbe es keinen Grund, aktiv zu werden, sofern man nicht gezielt kurzfristig traden will.

Wenn man kurzfristiger Trader wäre, sollte man sich aufgrund der als Wegweiser hier nicht tauglichen, weil nie bestätigten Trendlinien alternative Vorgaben suchen. In diesem Fall ließe sich festhalten: Das letzte Zwischentief liegt über dem vorherigen: gut. Der TecDAX hat gestern über der 20-Tage-Linie geschlossen: gut. Der Trendfolge-Indikator MACD hat ein neues Kaufsignal generiert: gut.

Aber all das passiert unterhalb massiver Charthürden und in einer Seitwärtsbewegung: nicht gut. Man könnte hier also einen kurzfristigen Long-Trade erwägen, würde diesen aber aufgrund dieses letztgenannten Malus mit gezielt kleinem Kapitaleinsatz vornehmen und mit einem gezielt engen Stop Loss arbeiten.

TecDAX: Wochen-Chart vom 12.09.2022, Kurs 3.035,40 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX