Airbus Aktie aktuell Airbus: Alles zurück auf „Los“?

News: Aktuelle Analyse der Airbus Aktie

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Airbus
ISIN: NL0000235190
Ticker: AIR
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Zur Airbus Aktie

Würde man von einer MDAX-Aktie sprechen, bei der die Analysten derzeit im Schnitt mit einem Gewinneinbruch von 90 Prozent zum Vorjahr rechnen, würde man wohl schnell auf Airbus kommen. Würde man indes die Frage stellen, bei welchem MDAX-Titel 80 Prozent der Analysten in diesem rezessiven Umfeld eine „Kaufen“-Empfehlung abgeben und bei dem das durchschnittliche Kursziel 15 Prozent über dem aktuellen Kursniveau liegt, wäre Airbus wohl kaum eine Aktie, auf die man als erstes käme. Und doch ist es so. Das ist es, was die Käufer motiviert. Das und die Annahme, dass sich der Gewinn pro Aktie 2021 gegenüber 2020 verfünffachen soll, wenn die Analysten Recht behalten. Die Haken dabei werden gern ignoriert:

Diese Verfünffachung des Gewinns würde, so es dazu käme, einem Gewinn von drei Euro pro Aktie entsprechen, was aber dennoch nur die Hälfte dessen wäre, was der Flugzeugbauer im Jahr 2019 verdient hatte. Und es müsste eben auch erst einmal so kommen. Wie realistisch Schätzungen für 2021 sein können, ist nicht absehbar. Mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres ist Airbus noch nicht einmal auf einem sicheren Weg, die für 2020 im Schnitt erwarteten 60 Cent Gewinn pro Aktie zu erreichen. Dennoch: Gerade in kritischen Marktphasen neigen verunsicherte Anleger dazu, Optimismus auf Analystenseite dankbar anzunehmen und gerne noch eins draufzusetzen. Ist das auch bei Airbus so?

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Expertenmeinung: Eher nicht, wie der Chart zeigt. Es gab zwar zwischen Mitte Mai und Anfang Juni eine immense Rallye, auch unterfüttert durch die Nachrichten hinsichtlich des Riesen-Kredits für die Lufthansa. Aber ob bei der Aktie der Kranich-Airline oder bei Airbus, diese kurze, euphorische „wir schaffen das“-Phase wich der grauen Realität, die klar macht: Ein großes Luftfahrtunternehmen finanziell so zu sichern, dass es nicht in die Pleite rutscht und eine nachhaltige Erholung zurück zu Profitabilität und alter Stärke sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Dementsprechend gehört Airbus trotz der vielen „Kaufen“-Empfehlungen der Analysten zu den Aktien, die spät anzogen, nie wirklich drehten und daher immer noch weit näher am Jahrestief als am Jahreshoch notieren. Und es könnte sogar zu einem Test der bisherigen Tiefs kommen.

Denn derzeit zeichnet sich nicht ab, dass ein Umfeld nahe wäre, in dem die Airlines wieder fleißig neue Flugzeuge ordern würden. Und das wird mehr und mehr Anlegern klar, wie es scheint. Dass der Versuch, sich aus der zweimonatigen Seitwärtsrange zwischen 60 und 72 Euro nach oben abzusetzen, an fehlenden Anschlusskäufen scheiterte und die Aktie bereits wieder in diese alte Handesspanne zurückgefallen ist, macht deutlich, dass man hier derzeit keine Goldgräberstimmung erwecken kann. Und sollten sich enttäuschende Konjunkturdaten und/oder schwache Auslastungsraten der Airlines fortsetzen, kann es allemal sein, dass die Bären Airbus wiederentdecken, die untere Begrenzung dieser Seitwärtsspanne bei 60 Euro fällt und es in Sachen Trendwende nach oben hieße: Zurück auf „Los“!

Chart vom 20.08.2020, Kurs 69,12 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Airbus Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der europäische Flugzeughersteller hat sich in den letzten Wochen recht gut fangen können und bildete eine breit angelegte Konsolidierungsformation. Diese verlief in einer Spanne zwischen 60 und rund 70 EUR. Weder Bullen noch Bären hatten in dieser Phase große Lust, das Zepter an sich zu reißen. Zur Mitte der vorigen Woche gelang dann schließlich doch der Breakout nach oben und die Seitwärtsbewegung konnte mit frischen Kaufsignalen verlassen werden. Im gleichen Atemzug begannen auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 nach oben zu drehen und unterstreichen das nunmehr wieder leicht positive Momentum. Der Trend bleibt dennoch vorerst noch auf der neutralen Ebene. Hier bedarf es eines weiteren höheren Hochs, um wieder richtig bullisch zu werden.

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Expertenmeinung: Uns gefällt das Chartbild und es sieht ganz danach aus, als ob die Bullen noch einiges vorhätten. Der Ende der vorigen Woche gestartete Pullback könnte mitunter eine gute Kaufgelegenheit mit sich bringen. Wichtig wäre hierbei, dass das Terrain rund um die Marke von 70 EUR möglichst nicht mehr nach unten verlassen wird. Solange sich die Kurse darüber halten können, erhöhen wir unsere Erwartungen auf Airbus von neutral auf bullisch.

Aussicht: BULLISCH

In den letzten Monaten hörte man oft den absurden Spruch, dass es doch zu erwarten gewesen sei, dass die Erwartungen unterboten würden. Das sollte als Erklärung dafür dienen, dass der Aktienmarkt seit Mitte März steigt, obwohl man da noch mit einem deutlich weniger brutalen Einbruch der Konjunktur gerechnet hatte. Mittlerweile aber geht man immer öfter davon aus, dass die angeblichen Erwartungen der Experten in Sachen Konjunkturdaten und Unternehmensbilanzen als Reaktion auf die im ersten Quartal oft zu hohen Schätzungen in Bezug auf das zweite Quartal zu tief liegen und man daher positive „Überraschungen“ zu erwarten habe. Was an sich Unfug ist, denn wenn man erwartet, dass eine Prognose übertroffen wird, kann man nicht überrascht sein, wenn die eigene Erwartung eintrifft. Doch was Airbus angeht, konnte es nicht überraschen, dass die Prognosen der Analysten nicht überboten wurden. Denn eines wurde in den letzten Wochen immer deutlicher:

Die Verbraucher halten die Hand auf dem Geldbeutel. Was dazu führt, dass der Konsum als Rückgrat der Wirtschaftsleistung nicht so wieder anzieht, wie das viele erhofft hatten. Das geht auch an den Flugbuchungen nicht spurlos vorbei. Und führt dazu, dass die Airlines weiterhin keine Basis dafür sehen, ausgerechnet jetzt ihre Flugzeugflotte zu erneuern und/oder auszubauen. Und dementsprechend unerfreulich und ohne jede positive Überraschung präsentierte sich das am Donnerstagmorgen vorgelegte Quartalsergebnis des Flugzeugbauers Airbus:

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Expertenmeinung: Der Umsatz fiel im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 54 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Das lag noch unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten von 8,55 Milliarden. Der Nettogewinn wurde wie erwartet ein Verlust, aber auch der verfehlte mit 1,438 Milliarden Euro (Vorjahresquartal +1,157 Milliarden) die Prognose, die bei -0,868 Milliarden gelegen hatte. Auch jetzt gab das Unternehmen keine Prognosen für das Gesamtjahr ab. Die einzige Überraschung war angesichts dieser Zahlen, dass die Aktie nicht einfach nach unten durchgereicht wurde, sondern in einem insgesamt äußerst schwachen Gesamtmarkt gegen den Trend stieg. Was steckte dahinter?

Man darf vermuten, dass das an der Aussage des Unternehmens lag, man wolle die rapide Erosion der Barmittel im zweiten Halbjahr stoppen, sprich kein Geld mehr verbrennen. Das würde womöglich gelingen, wenn weitere, massive Sparmaßnahmen auf eine Verbesserung der Orderlage treffen würden. Aber auch, wenn die Marktteilnehmer dieses Statement als Signal der Wende anzusehen schienen, ist diese Willensbekundung für den Moment eben nicht mehr als das: eine Absicht. Daher sollte man die robuste Reaktion auf die schwachen Zahlen noch nicht als Beweis dafür sehen, dass die Aktie ihren Boden bereits gesehen hat. Zumal auch das Chartbild für eine Entwarnung zu fragil daherkommt.

Sie sehen im Chart, dass der Kurs sich zwar Anfang Juni dynamisch aus der zwischen März und Mai geltenden Seitwärtsrange nach oben löste, dann aber nicht minder dynamisch wieder zurückfiel und seither im Bereich der oberen Begrenzung der vorherigen Seitwärtsspanne erneut seitwärts dahinschleicht. Dass die Aktie Mitte Juli über die Februar-Abwärtstrendlinie hinausgelaufen war, brachte keine Anschlusskäufe – nicht gut aus Sicht der Bullen. Ebenso kritisch war, dass das Plus des Donnerstags im Tagesverlauf sukzessiv dahinschwand und der Kurs dadurch an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde. Daher sollte man besser einkalkulieren, dass die untere Begrenzung der jetzt geltenden, etwas über der vorherigen vom Frühjahr gelegenen Seitwärtsspanne bei 60 Euro nicht nur getestet, sondern auch gebrochen werden könnte.

Airbus Chart vom 30.07.2020, Kurs 63,25 Euro, Kürzel AIR

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Eigentlich hatten die Bullen beim größten europäischen Flugzeughersteller Airbus bereits im Juni eine gute Chance, die begonnene Rallye weiter fortzuführen. Doch was passierte? Die Kurse konnten den Boden bei 65 EUR nicht halten und auch die 50-Tage-Linie versagte als möglicher Support. Der Verkaufsdruck war zu hoch und der Neustart einer Rallye wurde im Keim erstickt. Aber auch die Bären versagten im Anschluss, denn anstatt die Kurse wieder deutlich nach unten zu drücken, ebbte der Verkaufsdruck ab. Aktuell befindet sich die Aktie in einer Pattstellung und konsolidiert in einer recht engen Handelsspanne.

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Expertenmeinung: Alles in allem haben wohl dennoch die Bullen die besseren Karten. Zart positive Tendenzen lassen sich durch die leicht höheren Tiefs der letzten paar Handelstage erkennen. Wenn der Seitwärtskorridor nach oben verlassen werden würde, könnte ein erneuter Anstieg recht schnell über die Bühne gehen, doch hierzu müssen zuerst mögliche Kaufsignale abgewartet werden. Unsere Aussichten schwanken zwischen neutral und bullisch, doch wollen wir vorerst auf den Breakout warten und uns nicht voreilig zu sehr auf die positive Seite schlagen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 21.07.2020 Kurs: 68.05 Kürzel: AIR | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ende Mai, noch vor dem Ausbruch der Aktie über die Widerstandslinie bei rund 65 EUR, hatten wir Airbus ein mögliches Kursziel im Bereich von 75 bis 100 EUR in Aussicht gestellt. Der Breakout kam absolut nach Plan und auch die Intensität des Anstieges, war wenig überraschend. Schlussendlich reichte es für einen Anstieg auf rund 85 EUR, bevor Anleger wieder ihre Gewinne vom Tisch nahmen. Immerhin: Ein Anstieg von über 30 Prozent innerhalb weniger Handelstage. Hier sollten zahlreiche Trader längst schon ein paar Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Nun wird das Breakout-Level erneut nach unten getestet. Mal schauen, wie stark die Bullen wirklich sind.

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Expertenmeinung: Derzeit lässt sich noch nicht sagen, ob es sich hier um eine weitere gute Einstiegsgelegenheit handelt oder nicht. Es gilt erst einmal abzuwarten, ob der vermeintliche Boden auch wirklich halten wird. Im gestrigen Handel konnten die Bullen zumindest das Niveau bei 65 EUR tatsächlich verteidigen. Nun müssten die Kurse auch von hier aus wieder nach oben drehen, um einen Einstieg zu rechtfertigen. Die nächsten Tage werden entscheiden, ob Airbus abermals abheben wird, oder ob es sich hier nur um einen kurzen Höhenflug der Aktie gehandelt hat.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 11.06.2020 Kurs: 67.06 Kürzel: AIR | Online Broker LYNX

Die Idee, die hinter der aktuellen Rallye der Airbus-Aktie steht, ist schon nachvollziehbar: Die Airlines können nach und nach wieder fliegen, viele Reiseverbote werden derzeit aufgehoben und die Urlaubssaison naht. Eine Urlaubssaison, die sich Wochen und Monate mit großen Einschränkungen anschließt. Schlussfolgerung: Wer kann, fliegt in Urlaub. Und wenn die Airlines wieder auf die Beine kommen, ist das Risiko, dass noch allzu viele Bestellungen beim Flugzeugbauer Airbus storniert werden, deutlich geringer als noch vor drei, vier Wochen. Und wer weiß, vielleicht springen auch die Neubestellungen bald wieder an.

So betrachtet passt es ja, dass die Aktie zulegt. Die Frage ist indes, wo man derzeit ein fundamental gerechtfertigtes Kursniveau ansiedeln könnte. Und diese Frage kann niemand bislang beantworten. Denn ob es womöglich erneut zu pandemiebedingten Einschränkungen kommt, ob und wann die Airlines wieder so dastehen, dass sie an den Ausbau und/oder die Erneuerung ihrer Flotten denken können, weiß man eben nicht. Wo also wäre die Airbus-Aktie noch günstig und kaufenswert, wo wäre sie für die aktuellen Perspektiven zu teuer und reif für Gewinnmitnahmen?

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Expertenmeinung: Immer dann, wenn dergleichen beim besten Willen nicht zu beantworten ist, verlegen sich die meisten Marktteilnehmer einfach auf die reine Charttechnik. Und da passt derzeit absolut alles, denn die Aktie hat zum Ende der vergangenen Woche ihre breite Bodenbildungszone 47,23 bis 75,19 Euro nach oben verlassen und diesen Ausbruch am Montag durch Anschlusskäufe bestätigt. Und aus charttechnischer Sicht muss das noch nicht das Ende der Rallye sein, denn:

Sie sehen im Chart, dass der rapide Absturz der Aktie im März dazu geführt hat, dass sich über eine große Distanz hinweg keine potenziellen Widerstandsmarken ausgebildet haben. Die nächste Charthürde von Bedeutung wäre die 200-Tage-Linie bei aktuell 106,20 Euro. Darüber würde dann bei 112,54 zu 113,94 Euro die Nackenlinien-Zone der großen, im Frühjahr 2019 begonnenen Toppbildung warten. Das ist ein verlockendes Kurspotenzial. Und solange von den Rahmenbedingungen oder dem Unternehmen selbst keine allzu negativen Nachrichten kommen, kann die derzeit schon fast überschwängliche Grundstimmung am Aktienmarkt dafür sorgen, dass Airbus noch ein Stück weiter läuft. Allerdings ließe sich spätestens im Bereich der 200-Tage-Linie die Frage, ob der Kurs einer keineswegs sicher rosigen Zukunft nicht schon zu weit vorgreift, dann doch etwas fundierter mit „ja“ beantworten. Spätestens dort wäre also die Realisierung aufgelaufener Gewinne zu erwägen.

Airbus Aktie Chart vom 08.06.2020, Kurs 82,02 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

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