Continental Aktie aktuell Continental: Wie lange kann man „die Zukunft kaufen“?

News: Aktuelle Analyse der Continental Aktie

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Continental
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Zur Continental Aktie

Dass die gestern vorgelegte, endgültige Bilanz des dritten Quartals nebst einer Aktualisierung der 2020er-Gesamtjahresprognose eine Aktie im Rallye-Modus nicht höher trieb, sondern es nur gelang, die Gewinnmitnahmen so aufzukaufen, dass am Ende nur ein Minus von 0,8 Prozent bliebt, sagt eigentlich alles. Die Ergebnisse waren unschön, wenngleich wie erwartet unschön. Continental peilt einen gegenüber 2019 um etwa 15 Prozent niedriger liegenden Umsatz und eine bereinigte operative Marge von um die drei Prozent an, nach 7,4 Prozent im Jahr 2019. Und wer sich die Historie der Fundamentaldaten ansieht, erkennt: Schon das Jahr 2019, mit dem diese Ergebnisse verglichen werden, war kein gutes.

Dass die Aktie zur Wochenmitte weit höher notierte als zum Vorwochenschluss und dadurch eine entscheidende charttechnische Unterstützungszone verteidigt wurde, basierte nicht auf diesen Zahlen oder den unmittelbaren Perspektiven des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Spezialisten. Die Käufe basierten auf der allgemeinen Kaufwelle bei zuvor unter Druck stehenden Aktien als Reaktion auf die „Impfstoff-Nachricht“ des Montags. Aber kann das ausreichen, um den Ausbruch über den Widerstandsbereich um 100 Euro nachhaltig zu gestalten, nachdem der letzte Versuch, sich nach oben abzusetzen, im Oktober in einem Doppeltopp endete?

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Expertenmeinung: Es ist zumindest mit einem Fragezeichen zu versehen. Man darf ja nicht übersehen, dass die Anleger mit genau dieser Entwicklung gerechnet hatten: Erste Impfstoffe, die gegen Ende des Jahres zugelassen werden und dann im Sommer eine Situation, in der genug Menschen weltweit geimpft sind und die Pandemie zudem jahreszeitlich bedingt auf die Bremse tritt, um wieder ein relativ normales Konsumverhalten erwarten zu können. Vorausgesetzt, die Bekämpfung der Pandemie gelingt. Und ebenso vorausgesetzt, dass die Rezession zuvor nicht so stark gewirkt hat, dass die Rückkehr zur Verbraucher-Normalität deutlich länger dauert. All das war also eigentlich schon in den Kursen drin. Wenn man jetzt mit Käufen feiert, dass passiert, was man erhofft hat, hat dergleichen das Risiko einer geringen Haltbarkeitsdauer.

Betrachtet man die Aktie ausschließlich aus charttechnischer Sicht, sieht es im Moment aber gut aus. Nach der Verteidigung der wichtigen Unterstützungszone aus 200-Tage-Linie und Mai-Aufwärtstrend, die derzeit bei 87,70/90,70 Euro verläuft, überwand der Kurs mit dem Rückenwind der allgemeinen Markt-Rallye nach der Impfstoff-Meldung des Montags nicht nur die Widerstandslinie bei 100 Euro, sondern darüber hinaus auch die beiden zuvor in ein Doppeltopp mündenden Hochs aus dem Oktober um 104 Euro. Aber es bleibt bei der offenen Frage, wie lange dieses „die Zukunft kaufen“ vorhalten kann, wenn man bereits jetzt ein Best Case-Szenario eingepreist hat, dessen Erfüllung nicht sicher ist, dessen Eintreten aber vor allem nicht in den kommenden Monaten zu erwarten ist. Sich gegen den Bruch dieser bestätigten Supportzone 87,70/90,70 Euro mit einem Stoppkurs abzusichern und diesen mit dem Verlauf der 200-Tage-Linie als untere Begrenzung der Zone sukzessiv anzupassen, wäre auch für mittelfristig orientierte Marktteilnehmer unbedingt ratsam.

Chart vom 11.11.2020, Kurs 106,20 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Continental Aktie

Es wirkt zwar absurd, aber so manchem, der derzeit auf Schnäppchenjagd ist, dürfte das egal sein: Ein Unternehmen, das 90 Prozent weniger verdient, ist vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her auf einmal äußerst teuer, selbst, wenn sich der Kurs der Aktie im Vorfeld halbiert hat. Aber wenn man gar nichts verdient, gar Verluste schreibt, kann man kein Kurs/Gewinn-Verhältnis mehr berechnen … und auf einmal wird der Kurs der Aktie „Ansichtssache“. Nicht wenige sehen das tatsächlich so und vermeiden dabei darüber nachzudenken, wie lange es dauern könnte, bis das Unternehmen wieder so deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, dass ein Kurs gerechtfertigt wäre, der so deutlich über dem Einstiegspreis läge, dass sich ein Kauf mittelfristig rechnen würde. Besonders leicht werden solche rationalen Überlegungen über Bord geworfen, wenn eine Aktie sich verfünffachen würde, wollte sie das letzte markante Hoch wieder erreichen. Bei Continental wäre das der Fall. Anfang 2018 hatte die Aktie des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Konzerns 257,50 Euro erreicht. Im März hatte sie bei 51,45 Euro aufgesetzt. Seither hat der Kurs zwar über 50 Prozent zugelegt. Aber wenn man nicht nach unten, sondern nach oben schaut, auf dieses 2018er-Hoch, ist die bisherige Erholung nur ein kleiner Hüpfer. Die Frage ist, wie weit man mit einer solchen optimistischen Denkweise kommt. Die Anfang des Monats vorgelegte Bilanz des ersten Quartals wies zwar nur mäßig gefallene Umsätze aus, aber der Nettogewinn sackte um knapp 50 Prozent weg, weil die Marge vor Steuern und Zinsen deutlich von 8,1 Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch 4,4 Prozent zusammenschmolz. Ein Warnsignal, das indiziert, dass Continental in die Verlustzone abdriften kann, was zudem vom Vorstand bestätigt wurde: Expertenmeinung: Man werde im laufenden Quartal keinen Gewinn erzielen, stellte der Finanzvorstand fest. Zwar klar ermutigend, dass man bei Continental sicher ist, dass das zweite Quartal das schwächste des laufenden Jahres werde. Aber klar ist, dass diese Aussage nur gelten würde, wenn es nicht zu einer zweite Pandemiewelle im Herbst mit den dann unausweichlichen, erneuten Einschränkungen kommt. Aber der Chart der Aktie auf Wochenbasis deutet nicht an, dass sich die Käufer durch diese Bilanz hätten entmutigen lassen. Und jetzt, da die „bad news“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnte man ja weiter zugreifen, immerhin wäre da noch Spielraum, bis die Aktie auf mittelfristig relevante Widerstände trifft. Aber was ist mit den Bären? Erfahrene Investoren wissen, dass es keinen Sinn hätte, sich einer solchen Kaufwelle entgegenzustellen. Hoffnungen sind oft stärker als Fakten. Eine Aktie leer zu verkaufen, die von wichtigen Charthürden ein gutes Stück entfernt ist und mit dem anziehenden Gesamtmarkt nach oben gespült wird, das würde ein hohes Risiko beinhalten, überrannt zu werden. Also dürften die Bären bei Continental erst dann wieder aktiv werden, wenn den Käufern entweder noch unterhalb der mittelfristigen Widerstände Geld und Zuversicht ausgehen oder diese Hürden erreicht werden. Die warten in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 97/102 Euro. Es könnte also durchaus sein, dass die Bären die Aktie bis dahin einfach laufen lassen und erst dann massiv dagegenhalten. Allerdings könnte es nicht schaden, sich im Fall von Long-Trades bei Continental trotzdem engmaschig nach unten abzusichern, indem man einen Stop Loss knapp unter das letzte Zwischentief (derzeit wären das 68,80 Euro) platziert und bei neuen Zwischentiefs konsequent nachzieht. Continental Aktie Chart vom 18.05.2020, Kurs 79,96 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Continental ist ein deutscher Automobilzulieferer und mit 241.000 Beschäftigten in 59 Ländern und Märkten tätig. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für Autoreifen, die Angebotspalette reicht allerdings viel weiter. Der Bereich Automotive hat das ehemalige Hauptgeschäft inzwischen überholt und ist für den Großteil des Umsatzes verantwortlich. Conti engagiert sich in den Bereichen Fahrgestelle, Innenraum, Sicherheit und Antriebsstränge.

Wo soll man nur anfangen?

Seit Jahren warne ich vor Automobilzulieferern, der heutige Kurssturz bestätigt mich darin. Die ganze Branche steht vor enormen Herausforderungen. Der Wandel in Richtung Elektromobilität ist für Zulieferer eine Hiobsbotschaft. Sie müssen enorme Investitionen stemmen, Ausgang unbekannt. Niemand kann heute sagen, wer sich durchsetzen wird und welche Unternehmen sich ein großes Stück vom Kuchen sichern können. In vielen Fällen dürfte es schwer werden, auch nur die Kapitalkosten zu erwirtschaften. Warum? Die Zahl der Bauteile eines Otto- oder Dieselfahrzeugs liegt weit über 1.000, ein Elektroauto besteht aber aus nur 200 Hauptkomponenten. Das hat vor allem eins zur Folge: Der Wettkampf wird härter und die Margen werden sinken. Kein rosiger Ausblick, vor allem, wenn man zuvor Unsummen investiert hat. Ein weiteres Problem ist das Thema autonome Fahrzeuge. Autos werden dadurch mittelfristig ein Mietobjekt, welches man auf Abruf nutzt. Die Zahl der verkauften PkW dürfte weiter sinken. Die Branche ist ein Minenfeld, bewegen Sie sich lieber andernorts.

Nicht nur die Zukunft

Doch nicht nur am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Es läuft seit Jahren nicht. Trotz ordentlichem Umsatzwachstum stagniert der Gewinn seit 2015. Die Margen sind rückläufig, ebenso der freie Cashflow. Vor wenigen Stunden hat man die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Der Umsatz stagniert und das (bereinigte) operative Ergebnis ist um 21% eingebrochen. Der freie Cashflow hat sich auf 761,6 Mio. Euro nahezu halbiert. Die Nettoschulden sind von 1,66 auf 4,07 Mrd. Euro gestiegen, das Eigenkapital hat sich von 18,33 auf 15,88 Mrd. Euro reduziert. Der Gewinn ist von 14,49 auf -6,13 Euro je Aktie implodiert. Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen und es dürfte so schnell auch nicht besser werden. Das Geschäftsjahr 2020 ist nach eigenem Bekunden verhalten angelaufen. Das dürfte eine Untertreibung sein. Der PkW-Absatz in China, dem weltweit größten Markt, tendiert aktuell gegen Null. Im neuen Jahr erwartet man einen leichten Umsatzrückgang und eine sinkende Profitabilität. Demnach wird die bereinigte EBIT-Marge von 7,4 auf 6,0% sinken. Das entspricht einem weiteren Einbruch des operativen Ergebnisses um mehr als 20%. Bisher hatte man für 2020 einen Gewinn von 9,90 Euro je Aktie erwartet, jetzt muss wohl eher mit 8 – 9 Euro rechnen. Selbst das könnte aber zu optimistisch sein.

Chart

Conti hat die maßgeblichen Unterstützungen nahe 100 Euro durchbrochen und übergeordnete Verkaufssignale ausgelöst. Der langfristige Aufwärtstrend wurde bereits vor Wochen aufgegeben. Weitere Verkaufssignal ergäben sich unter 85 und 82 Euro. Grundsätzlich ist bereits jetzt der Weg in Richtung 75 Euro frei. Ein Boden ist bisher nicht in Sicht. Aus Sicht der Bullen hilft nur eine Rückkehr über 100 Euro. Sollte es zu einer Erholung kommen, dürfte aber genau dort großes Verkaufsinteresse bestehen. Mehr als 8.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Mehr als 40.000 zufriedene Kunden. Ich bin einer davon. Chart vom 05.03.2020 Kurs: 86,35 Kürzel: CON - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Letzte Woche hieß es, ein Pilzbefall in Kautschukplantagen Südostasiens treibe die Kautschukpreise in die Höhe und könnte die Versorgung der Reifenhersteller gefährden. Gestern wurde gemeldet, dass es bei Continental Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen illegaler Abschaltvorrichtungen bei Mitsubishi gegeben habe. Das sind zwar alles keine dramatischen Nachrichten, zumal betont wurde, dass die Continental AG bei diesen Ermittlungen als Zeuge angesehen werde. Aber es reichte, um die auf einmal wieder so wacklige Stimmung bei den Autobauern und ihren Zulieferern noch ein wenig wackliger zu machen. Und richtig ist schon: In einem Umfeld, in dem so vieles an Risiken vom Aktienmarkt nicht wiedergegeben wird, fällt es leicht, die wenigen Aktien in einem Abwärtstrend so einzustufen, dass sie weiter nachgeben müssten, weil sie es „verdient“ haben. Aber kann man das wirklich so sehen? Nicht, wenn man erkennen müsste, dass eine solche negative Beurteilung maßgebend davon beeinflusst wird, dass diese Aktie gerade fällt, während andere zulegen. Denn solche Phänomene sehen wir immer wieder bei den verschiedensten Branchen, ohne dass sie nachhaltig sein müssten. Oft sind es rein chart- und markttechnisch motivierte Trading-Aktivitäten, die eine solche Abweichung vom „Mainstream“ auslösen. Und Trader „kleben“ nicht an einer Richtung, so etwas kann schnell drehen. Und was die Fundamentals betrifft: Expertenmeinung: Es stimmt schon, dass Continental zuletzt einen immensen Verlust im dritten Quartal auswies. Aber das basierte auf Kosten und Rückstellungen für umfassende Restrukturierungen, mit denen sich der Reifen- und Automobiltechnik-Konzern an das schwieriger gewordene Umfeld anpasst. Das operative Geschäft verlief laut Continental gut, der Umsatz legte zu und das vierte Quartal 2019, dessen Ergebnis noch aussteht, soll ebenso gut gewesen sein. Ein wenig mehr Hoffnung wäre also nicht zwingend unangebracht. Aber das fällt jetzt einmal schwer, solange die Aktie in einem Abwärtstrend verharrt: Derzeit wird versucht, das Oktober-Verlaufstief bei 109,92 Euro, das bereits Anfang Januar getestet wurde und da hielt, zu verteidigen. Gelingt das nicht, wäre die nächste Unterstützungslinie bereits das Sechs-Jahres-Tief vom August bei 102,00 Euro. Dabei haben dieser parallel zur übergeordneten Abwärtstrendlinie verlaufende Kanal, der sich im November gebildet hat und die zwischen Kanal und Abwärtstrendlinie zusätzlich drückende Analysten-Kursziele befeuert, ein Stück nach oben hinterher laufen, würde das nicht überraschen. Allerdings kämen Long-Trades bei einem Chartbild wie diesem erst infrage, wenn diese Phalanx an Hürden mit Schlusskursen über der aktuell bei 125 Euro verlaufenden Abwärtstrendlinie auch wirklich bezwungen wurde. Chart vom 21.01.2020, Kurs 111,22 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen    

Hätte Anfang/Mitte November der Ausbruch über die hartnäckige Widerstandszone 128,80/133,80 Euro geklappt, wer weiß, ob das nicht für eine zugkräftige Kombination aus charttechnischem Kaufsignal und Erleichterung gesorgt hätte, welche die Aktie des Automobiltechnik- und Reifenkonzerns Continental zügig in den Bereich der nächsten Charthürde um 157 Euro getragen hätte. Immerhin lebte der Aktienmarkt seit Monaten vor allem von der Hoffnung. Und Continental hätte die nötige Mixtur zu bieten, um Hoffnungen zu nähren: Sparkurs und Restrukturierungen. Die Mixtur, die manche dazu verleitet, in einem negativen Umfeld auf Basis der Erwartung einzusteigen, dass man zu spät käme, würde man warten, bis das Maßnahmenpaket dazu führt, dass die Gewinne wieder sprudeln. Aber es hat eben nicht geklappt. Besonders unerfreulich für das bullische Lager war dabei, dass die Aktie den Ausbruchsversuch ausgerechnet am Tag der Veröffentlichung der Bilanz des 3. Quartals am 12. November abbrach. In Schlagdistanz eines Ausbruchs drehte der Kurs ab, schloss unterhalb der Widerstandszone 128,80/133,80 Euro und auch noch unterhalb der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie. Dabei war das Zahlenwerk sogar „den Umständen entsprechend gut“: Expertenmeinung: Denn Continental wies zwar einen brutalen Netto-Verlust von zwei Milliarden in diesem dritten Quartal aus. Aber das wusste man, denn dieses Minus basierte auf den auf diese Weise weit- und umgehend verbuchten Kosten für die in Angriff genommenen Restrukturierungsmaßnahmen. Ohne diese Kosten lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 615 Millionen Euro. Weniger als die 772 Millionen im Vorjahresquartal, aber besser als von vielen vermutet, immerhin liegt derzeit starker Druck auf den Automobil-Zulieferern. Und der Umsatz? Der konnte trotz dieses negativen Umfelds sogar von 10,8 auf 11,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Nicht gut genug, wie der Chart zeigt. Nachdem die Conti-Aktie am Tag der Bilanz nach unten abdrehte, kam sie nicht mehr auf die Beine. Der Kurs quälte sich eine Zeitlang seitwärts, um dann im Verlauf der vergangenen Woche langsam Fahrt nach unten aufzunehmen. Jetzt ringt die Aktie mit der im August etablierten Aufwärtstrendlinie. Die bildet zusammen mit der vorgenannten Widerstandszone 128,80/133,80 Euro ein ansteigendes Dreieck und damit ein potenziell bullisches Bild. Umso negativer wäre es, sollte Continental tatsächlich deutlicher aus diesem Dreieck nach unten ausbrechen, die derzeit bei 117,30 Euro verlaufende Linie nicht nur wie am Montag knapp, sondern deutlich unterbieten. Das Zwischentief bei 109,92 Euro, das Anfang Oktober entstand, wäre dann ein erstes Kursziel … das aber leicht nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Test des bisherigen Jahrestiefs bei 102 Euro sein könnte. Continental Aktie: Chart vom 2.12.2019, Kurs 116,84 Euro, Kürzel CON | LYNX Online Broker

Ausgerechnet an dem Punkt, an dem die Käufer alles hätten klar machen können, an dem ein moderates Plus gereicht hätte, um eine breit angelegte Bodenbildung perfekt zu vollenden, dreht der Kurs. An dem Punkt, an dem man zudem die kurz zuvor überbotene und in einem kleinen Rücksetzer bestätigte 200-Tage-Linie hätte als Sprungbrett nutzen können, dreht die Continental-Aktie nach unten ab und wird mit -3,26 Prozent zum größten Verlierer im DAX. Man könnte behaupten, dass die Bären hier nur auf den richtigen Moment gewartet haben, um die Bullen zu stoppen. Und in der Tat ist das hier ein idealer Punkt, denn jetzt muss das bullische Lager sofort und effektiv reagieren, müsste die Aktie mit Schwung und hinreichend deutlich über diese Nackenlinienzone der Bodenbildung bei 133/134 Euro heben. Denn die 200-Tage-Linie ist durch das gestrige Minus wieder unterboten, die Unterstützungslinie bei 128,82 Euro (September-Hoch) ebenso. Die Frage ist, ob dieser Gegenangriff kommt, denn es war nicht nur ein charttechnisch neuralgischer Punkt, an dem die Aktie abdrehte. Das passierte auch noch in dem Moment, als der Fahrzeugtechnik- und Reifenhersteller seine Bilanz des dritten Quartals vorlegte. Die ein Minus auswies, ja, aber: Expertenmeinung: Der Knackpunkt ist, dass man das seit drei Wochen wusste! Am 22. Oktober hatte Continental die Eckdaten des dritten Quartals veröffentlicht. Und die endgültigen Daten deckten sich damit, so dass es keine Grundlage für Verkäufe von negativ überraschten Marktteilnehmern gab. Dass das Unternehmen für das dritte Quartal ein Minus auswies, lag an umfassenden Rückstellungen für das in Angriff genommene Strukturprogramm. Der Umsatz konnte indes trotz der negativen Situation der Automobilindustrie um drei Prozent zulegen und die operative Marge lag, wenngleich unter den 7,1 Prozent des Vorjahres, mit 5,6 Prozent ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Damals, am 22. Oktober, nahmen die Anleger diese Nachrichten positiv auf, die Aktie stieg als Reaktion, trotz des avisierten, knapp zwei Milliarden großen Minus in der Netto-Berechnung. Warum also die Abgaben? Es wäre durchaus möglich, dass das bärische Lager gezielt auf einen Moment gewartet hat, in dem die Bullen besonders empfindlich getroffen werden, denn so ist die Chance größer, dass eine Short-Attacke auch erfolgreich wird. Aber möglich ist ebenso, dass zu viele hofften, dass andere Investoren kaufen würden, andere die Widerstandszone 133/134 Euro überwinden und so ihre eigenen Positionen weiter in die Gewinnzone heben würden, dem Markt aber, nachdem die positive Reaktion auf das Zahlenwerk bereits erfolgt war, die Käufer ausgingen. Was indes an der Ausgangslage nichts ändert: Entweder, die Käufe setzen umgehend wieder ein und die Zone 133/134 Euro wird überwunden, oder die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs die aktuelle Aufwärtstrendlinie bei derzeit 114,50 Euro testet, steigt deutlich. Continental Aktie: Chart vom 12.11.2019, Kurs 127,00 Euro, Kürzel CON | LYNX Online Broker