Continental Aktie aktuell Anlagenotstand: Jetzt wird alles gekauft

News: Aktuelle Analyse der Continental Aktie

In diesem Artikel

DAX
ISIN: DE0008469008
Ticker: DAX
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Nordex SE
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Steinhoff International Holdings N.V.
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Salzgitter AG
Zum DAX

Die wirtschaftliche Lage ist bescheiden und der Ausblick mittelprächtig und ungewisser denn je. Eigentlich ist es genau die Situation, die die Börse hasst: Ungewissheit.

Derzeit scheint das aber niemanden zu interessieren. Pandemie, massenhafte Entlassungen, Kurzarbeit, gedämpfte Konsumlaune, Rezession: Die Börsenkurse steigen unentwegt weiter.

Es herrscht Anlagenotstand. Während des Crashs hat die breite Masse nicht zugegriffen, jetzt will man noch unbedingt dabei sein. Ja nicht die Rallye verpassen!

Was kann man noch kaufen?

Selbstverständlich ist das keine gute Strategie. Die großen Kursgewinne liegen hinter uns. Richtig verdient haben wie immer nur die antizyklischen Anleger.

Allen anderen bleiben jetzt nur noch zwei Möglichkeiten:
Zähneknirschend Aktien zu kaufen, die am Allzeithoch stehen. Das wäre sogar noch die bessere Option, denn das sind im Allgemeinen wenigstens starke Unternehmen oder Krisengewinner.

Die meisten Anleger entscheiden sich aber für die zweite Option. Sie kaufen die Aktien, die am stärksten gefallen sind oder sich bisher am wenigsten erholt haben.
Dass das eine schlechte Idee ist, dürfte versierten Investoren klar sein. Es werden Schrottaktien gekauft – Prinzip Hoffnung.

Prinzip Hoffnung

Ein Blick auf die heutigen Kurstafeln lässt mich erschaudern. Ganz oben auf den Kurszetteln stehen Underperformer und Verlierer-Aktien, mit denen Anleger nur Geld verlieren konnten.

Die Kaufargumente sind unterdessen immer dieselben: „Aktie XY ist schon so weit gefallen, jetzt muss sie doch günstig sein.
Das ist fast immer ein Trugschluss, die Quittung wird dann teuer.

Die heutigen Sieger sind…

Der Dax bietet uns Continental: Hier stagniert seit Jahren der Umsatz, die Margen sind rückläufig. Das Umfeld ist schwierig, gleichzeitig müssen enormen Investitionen gestemmt werden. Die Aktie notiert heute auf dem Niveau von 2006.

Deutsche Bank: Umsatz rückläufig, Gewinn Fehlanzeige. Hier steigt nur die Aktienzahl stetig, daher hat das Papier auch erst kürzlich ein neues Allzeittief markiert.

Der MDax beglückt uns mit der Commerzbank und Hochtief.
Ein Bankhaus, bei den man gar nicht weiß, bei welchem Problem man anfangen soll. Die Aktie markiert ein Allzeittief nach dem Anderen.

Und Hochtief schafft es trotz Bauboom nicht, akzeptable Zahlen vorzulegen. Schwaches Wachstum, niedrige Margen, Probleme mit der Profitabilität. Im Vorjahr hat man wieder einen Verlust erwirtschaftet.

Im SDax sind heute Steinhoff und Salzgitter gefragt, im TecDax ist es Nordex. Die drei könnte man schnell zusammenfassen: Bei Steinhoff hatten wir einen handfesten Fall von Bilanzfälschung, Salzgitter stagniert und verdient nichts und Nordex war ohnehin nie profitabel.

Wer solche Aktien im Depot hat, braucht keine Feinde mehr.

Exemplarisch der Chart von Salzgitter, mit dem ironischen Motto: Mehr als zehn Jahre reine Börsenfreude.

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Chart vom 06.07.2020 Kurs: 13,16 Kürzel: SZG - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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Vorherige Analysen der Continental Aktie

Es wirkt zwar absurd, aber so manchem, der derzeit auf Schnäppchenjagd ist, dürfte das egal sein: Ein Unternehmen, das 90 Prozent weniger verdient, ist vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her auf einmal äußerst teuer, selbst, wenn sich der Kurs der Aktie im Vorfeld halbiert hat. Aber wenn man gar nichts verdient, gar Verluste schreibt, kann man kein Kurs/Gewinn-Verhältnis mehr berechnen … und auf einmal wird der Kurs der Aktie „Ansichtssache“. Nicht wenige sehen das tatsächlich so und vermeiden dabei darüber nachzudenken, wie lange es dauern könnte, bis das Unternehmen wieder so deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, dass ein Kurs gerechtfertigt wäre, der so deutlich über dem Einstiegspreis läge, dass sich ein Kauf mittelfristig rechnen würde. Besonders leicht werden solche rationalen Überlegungen über Bord geworfen, wenn eine Aktie sich verfünffachen würde, wollte sie das letzte markante Hoch wieder erreichen. Bei Continental wäre das der Fall.

Anfang 2018 hatte die Aktie des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Konzerns 257,50 Euro erreicht. Im März hatte sie bei 51,45 Euro aufgesetzt. Seither hat der Kurs zwar über 50 Prozent zugelegt. Aber wenn man nicht nach unten, sondern nach oben schaut, auf dieses 2018er-Hoch, ist die bisherige Erholung nur ein kleiner Hüpfer. Die Frage ist, wie weit man mit einer solchen optimistischen Denkweise kommt. Die Anfang des Monats vorgelegte Bilanz des ersten Quartals wies zwar nur mäßig gefallene Umsätze aus, aber der Nettogewinn sackte um knapp 50 Prozent weg, weil die Marge vor Steuern und Zinsen deutlich von 8,1 Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch 4,4 Prozent zusammenschmolz. Ein Warnsignal, das indiziert, dass Continental in die Verlustzone abdriften kann, was zudem vom Vorstand bestätigt wurde:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Continental Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Man werde im laufenden Quartal keinen Gewinn erzielen, stellte der Finanzvorstand fest. Zwar klar ermutigend, dass man bei Continental sicher ist, dass das zweite Quartal das schwächste des laufenden Jahres werde. Aber klar ist, dass diese Aussage nur gelten würde, wenn es nicht zu einer zweite Pandemiewelle im Herbst mit den dann unausweichlichen, erneuten Einschränkungen kommt. Aber der Chart der Aktie auf Wochenbasis deutet nicht an, dass sich die Käufer durch diese Bilanz hätten entmutigen lassen. Und jetzt, da die „bad news“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnte man ja weiter zugreifen, immerhin wäre da noch Spielraum, bis die Aktie auf mittelfristig relevante Widerstände trifft. Aber was ist mit den Bären?

Erfahrene Investoren wissen, dass es keinen Sinn hätte, sich einer solchen Kaufwelle entgegenzustellen. Hoffnungen sind oft stärker als Fakten. Eine Aktie leer zu verkaufen, die von wichtigen Charthürden ein gutes Stück entfernt ist und mit dem anziehenden Gesamtmarkt nach oben gespült wird, das würde ein hohes Risiko beinhalten, überrannt zu werden. Also dürften die Bären bei Continental erst dann wieder aktiv werden, wenn den Käufern entweder noch unterhalb der mittelfristigen Widerstände Geld und Zuversicht ausgehen oder diese Hürden erreicht werden. Die warten in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 97/102 Euro. Es könnte also durchaus sein, dass die Bären die Aktie bis dahin einfach laufen lassen und erst dann massiv dagegenhalten. Allerdings könnte es nicht schaden, sich im Fall von Long-Trades bei Continental trotzdem engmaschig nach unten abzusichern, indem man einen Stop Loss knapp unter das letzte Zwischentief (derzeit wären das 68,80 Euro) platziert und bei neuen Zwischentiefs konsequent nachzieht.

Continental Aktie Chart vom 18.05.2020, Kurs 79,96 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

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Continental ist ein deutscher Automobilzulieferer und mit 241.000 Beschäftigten in 59 Ländern und Märkten tätig.

Bekannt ist das Unternehmen vor allem für Autoreifen, die Angebotspalette reicht allerdings viel weiter.
Der Bereich Automotive hat das ehemalige Hauptgeschäft inzwischen überholt und ist für den Großteil des Umsatzes verantwortlich. Conti engagiert sich in den Bereichen Fahrgestelle, Innenraum, Sicherheit und Antriebsstränge.

Wo soll man nur anfangen?

Seit Jahren warne ich vor Automobilzulieferern, der heutige Kurssturz bestätigt mich darin. Die ganze Branche steht vor enormen Herausforderungen.

Der Wandel in Richtung Elektromobilität ist für Zulieferer eine Hiobsbotschaft. Sie müssen enorme Investitionen stemmen, Ausgang unbekannt. Niemand kann heute sagen, wer sich durchsetzen wird und welche Unternehmen sich ein großes Stück vom Kuchen sichern können.
In vielen Fällen dürfte es schwer werden, auch nur die Kapitalkosten zu erwirtschaften. Warum?

Die Zahl der Bauteile eines Otto- oder Dieselfahrzeugs liegt weit über 1.000, ein Elektroauto besteht aber aus nur 200 Hauptkomponenten.
Das hat vor allem eins zur Folge: Der Wettkampf wird härter und die Margen werden sinken.

Kein rosiger Ausblick, vor allem, wenn man zuvor Unsummen investiert hat.

Ein weiteres Problem ist das Thema autonome Fahrzeuge. Autos werden dadurch mittelfristig ein Mietobjekt, welches man auf Abruf nutzt. Die Zahl der verkauften PkW dürfte weiter sinken.
Die Branche ist ein Minenfeld, bewegen Sie sich lieber andernorts.

Nicht nur die Zukunft

Doch nicht nur am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Es läuft seit Jahren nicht. Trotz ordentlichem Umsatzwachstum stagniert der Gewinn seit 2015. Die Margen sind rückläufig, ebenso der freie Cashflow.

Vor wenigen Stunden hat man die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Der Umsatz stagniert und das (bereinigte) operative Ergebnis ist um 21% eingebrochen.
Der freie Cashflow hat sich auf 761,6 Mio. Euro nahezu halbiert.

Die Nettoschulden sind von 1,66 auf 4,07 Mrd. Euro gestiegen, das Eigenkapital hat sich von 18,33 auf 15,88 Mrd. Euro reduziert.
Der Gewinn ist von 14,49 auf -6,13 Euro je Aktie implodiert.

Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen und es dürfte so schnell auch nicht besser werden. Das Geschäftsjahr 2020 ist nach eigenem Bekunden verhalten angelaufen. Das dürfte eine Untertreibung sein. Der PkW-Absatz in China, dem weltweit größten Markt, tendiert aktuell gegen Null.
Im neuen Jahr erwartet man einen leichten Umsatzrückgang und eine sinkende Profitabilität. Demnach wird die bereinigte EBIT-Marge von 7,4 auf 6,0% sinken.

Das entspricht einem weiteren Einbruch des operativen Ergebnisses um mehr als 20%. Bisher hatte man für 2020 einen Gewinn von 9,90 Euro je Aktie erwartet, jetzt muss wohl eher mit 8 – 9 Euro rechnen. Selbst das könnte aber zu optimistisch sein.

Chart

Conti hat die maßgeblichen Unterstützungen nahe 100 Euro durchbrochen und übergeordnete Verkaufssignale ausgelöst. Der langfristige Aufwärtstrend wurde bereits vor Wochen aufgegeben.
Weitere Verkaufssignal ergäben sich unter 85 und 82 Euro. Grundsätzlich ist bereits jetzt der Weg in Richtung 75 Euro frei.

Ein Boden ist bisher nicht in Sicht. Aus Sicht der Bullen hilft nur eine Rückkehr über 100 Euro. Sollte es zu einer Erholung kommen, dürfte aber genau dort großes Verkaufsinteresse bestehen.

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Chart vom 05.03.2020 Kurs: 86,35 Kürzel: CON - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Autobauer und Zulieferer waren in den letzten Monaten nicht gerade eine gewinnbringende Anlage. Die Konjunktursorgen drücken auf die Laune der Anleger. Außerdem muss die ganze Branche enorme Investitionen stemmen, für die Zulieferer ist das besonders schmerzhaft.

Gestern sah die Welt allerdings anders aus. Continental, BMW und VW standen gemeinsam an der Dax-Spitze und legten um bis zu 6,6% zu.

Findet hier gerade eine Trendwende statt?

So richtig nachvollziehen kann ich die Freude nicht. Handfeste Nachrichten konnte ich nur zu Continental finden. Hier regt eine mögliche Abspaltung der Antriebssparte Vitesco die Fantasie der Börsianer an.

Der Hauptgrund dürfte aber eine Aussage von BMW sein. Demnach sollen die geschlossenen Fabriken in China am 17. Februar die Arbeit wieder aufnehmen.

Das hat zu einer Erleichterung geführt. Anhaltende Probleme mit den Zulieferern in China kann man sich auch gar nicht leisten. Fehlen Teile, steht schnell die Produktion still. Lagerhaltung findet in der Autobranche faktisch kaum statt.

Würden Sie?

Doch ist das wirklich realistisch oder werden uns die Probleme in China und das Coronavirus noch weitaus länger beschäftigen?
Krankheiten verschwinden eben nicht über Nacht und leider haben sich die Nachrichten in den letzten Stunden regelrecht überschlagen.

Nachdem die Zahl der Infizierten in den letzten beiden Tagen glücklicherweise kaum mehr gestiegen war, musste man nun zurückrudern. Die chinesischen Behörden hätten demnach „ihre Definition von bestätigten Fällen“ angepasst.
Dadurch ist die Zahl der bestätigten Fälle nun aber leider von 44.700 auf 60.335 regelrecht explodiert.
Die Zahl der Todesopfer legte innerhalb eines Tages um 242 auf 1.357 zu.

Das sind alles andere als erfreuliche Nachrichten.
Ist es in Anbetracht dieser Meldungen wirklich realistisch, dass die Fabriken in wenigen Tagen wieder geöffnet werden?
Sollte man das überhaupt? Gehen Eindämmung und Menschenleben nicht vor?

Werden die Chinesen denn überhaupt zur Arbeit erscheinen? Würden Sie, lieber Leser? Derzeit gehen die meisten Chinesen nur vor die Tür, wenn es unbedingt sein muss.
Die Straßen sind nicht nur in Wuhan wie leergefegt, in Peking, Shanghai oder Chongqing sieht es nicht anders aus.
Die meisten Einzelhändler machen sich gar nicht mehr die Mühe, ihre Läden überhaupt zu öffnen.

Was sind die Möglichkeiten?

Vielleicht nehmen nächste Woche alle brav ihre Arbeit auf, der Virus verschwindet zeitnah und wir kehren zu „business as usual“ zurück. Mehr ist es für Volkswagen, BMW und Continental dann aber auch nicht.
Doch selbst ohne die Corono-Thematik lief und läuft es in der Branche nicht gerade optimal.

Volkswagen, BMW und Continental erwarten diesem Jahr jeweils ein Ergebnis weit unter den Höchstständen. Schauen wir uns die Charts der drei an.
Am besten schlägt sich derzeit, aber auch auf Sicht einiger Jahre Volkswagen.

Aus charttechnischer Sicht sieht es nicht schlecht aus. Solange die Aktie über 160 Euro notiert, sind erneute Kursgewinne in Richtung 180 oder 186 Euro jederzeit möglich.
Prozyklische Signale ergeben sich jedoch erst darüber.

Für Antizykliker wäre der Bereich zwischen 150 und 160 Euro interessant. Wird der mehrjährige Aufwärtstrend jedoch unterschritten, wäre das problematisch.

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Chart vom 13.02.2020 Kurs: 170,90 Kürzel: VOW3 – Wochenkerzen | LYNX Online

Continental ist an einer zentralen Schlüsselstelle angekommen und scheint nahe 100 Euro auf Interesse zu stoßen. Nach dem massiven Abverkauf der letzten beiden Jahre wäre eine Erholung durchaus möglich.
Etwaige Kursziele lägen in diesem Szenario bei 119 sowie 127 – 131 Euro.
Fällt die Aktie hingegen unter 100 Euro, trübt sich das Chartbild weiter ein.

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Chart vom 13.02.2020 Kurs: 110 Kürzel: CON – Wochenkerzen | LYNX Online

BMW notiert an einer mehrjährigen Unterstützung und eine Erholung wäre denkbar.
Der Chart löst bei mir aber nicht gerade den Wunsch aus, in irgendeiner Art aktiv zu werden.

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Chart vom 13.02.2020 Kurs: 52 Kürzel: BMW – Wochenkerzen | LYNX Online

Letzte Woche hieß es, ein Pilzbefall in Kautschukplantagen Südostasiens treibe die Kautschukpreise in die Höhe und könnte die Versorgung der Reifenhersteller gefährden. Gestern wurde gemeldet, dass es bei Continental Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen illegaler Abschaltvorrichtungen bei Mitsubishi gegeben habe. Das sind zwar alles keine dramatischen Nachrichten, zumal betont wurde, dass die Continental AG bei diesen Ermittlungen als Zeuge angesehen werde. Aber es reichte, um die auf einmal wieder so wacklige Stimmung bei den Autobauern und ihren Zulieferern noch ein wenig wackliger zu machen. Und richtig ist schon: In einem Umfeld, in dem so vieles an Risiken vom Aktienmarkt nicht wiedergegeben wird, fällt es leicht, die wenigen Aktien in einem Abwärtstrend so einzustufen, dass sie weiter nachgeben müssten, weil sie es „verdient“ haben. Aber kann man das wirklich so sehen?

Nicht, wenn man erkennen müsste, dass eine solche negative Beurteilung maßgebend davon beeinflusst wird, dass diese Aktie gerade fällt, während andere zulegen. Denn solche Phänomene sehen wir immer wieder bei den verschiedensten Branchen, ohne dass sie nachhaltig sein müssten. Oft sind es rein chart- und markttechnisch motivierte Trading-Aktivitäten, die eine solche Abweichung vom „Mainstream“ auslösen. Und Trader „kleben“ nicht an einer Richtung, so etwas kann schnell drehen. Und was die Fundamentals betrifft:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Continental Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es stimmt schon, dass Continental zuletzt einen immensen Verlust im dritten Quartal auswies. Aber das basierte auf Kosten und Rückstellungen für umfassende Restrukturierungen, mit denen sich der Reifen- und Automobiltechnik-Konzern an das schwieriger gewordene Umfeld anpasst. Das operative Geschäft verlief laut Continental gut, der Umsatz legte zu und das vierte Quartal 2019, dessen Ergebnis noch aussteht, soll ebenso gut gewesen sein. Ein wenig mehr Hoffnung wäre also nicht zwingend unangebracht. Aber das fällt jetzt einmal schwer, solange die Aktie in einem Abwärtstrend verharrt: Derzeit wird versucht, das Oktober-Verlaufstief bei 109,92 Euro, das bereits Anfang Januar getestet wurde und da hielt, zu verteidigen. Gelingt das nicht, wäre die nächste Unterstützungslinie bereits das Sechs-Jahres-Tief vom August bei 102,00 Euro.

Dabei haben dieser parallel zur übergeordneten Abwärtstrendlinie verlaufende Kanal, der sich im November gebildet hat und die zwischen Kanal und Abwärtstrendlinie zusätzlich drückende Analysten-Kursziele befeuert, ein Stück nach oben hinterher laufen, würde das nicht überraschen. Allerdings kämen Long-Trades bei einem Chartbild wie diesem erst infrage, wenn diese Phalanx an Hürden mit Schlusskursen über der aktuell bei 125 Euro verlaufenden Abwärtstrendlinie auch wirklich bezwungen wurde.

Chart vom 21.01.2020, Kurs 111,22 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

 

 

Hätte Anfang/Mitte November der Ausbruch über die hartnäckige Widerstandszone 128,80/133,80 Euro geklappt, wer weiß, ob das nicht für eine zugkräftige Kombination aus charttechnischem Kaufsignal und Erleichterung gesorgt hätte, welche die Aktie des Automobiltechnik- und Reifenkonzerns Continental zügig in den Bereich der nächsten Charthürde um 157 Euro getragen hätte. Immerhin lebte der Aktienmarkt seit Monaten vor allem von der Hoffnung. Und Continental hätte die nötige Mixtur zu bieten, um Hoffnungen zu nähren: Sparkurs und Restrukturierungen. Die Mixtur, die manche dazu verleitet, in einem negativen Umfeld auf Basis der Erwartung einzusteigen, dass man zu spät käme, würde man warten, bis das Maßnahmenpaket dazu führt, dass die Gewinne wieder sprudeln. Aber es hat eben nicht geklappt.

Besonders unerfreulich für das bullische Lager war dabei, dass die Aktie den Ausbruchsversuch ausgerechnet am Tag der Veröffentlichung der Bilanz des 3. Quartals am 12. November abbrach. In Schlagdistanz eines Ausbruchs drehte der Kurs ab, schloss unterhalb der Widerstandszone 128,80/133,80 Euro und auch noch unterhalb der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie. Dabei war das Zahlenwerk sogar „den Umständen entsprechend gut“:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Continental Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn Continental wies zwar einen brutalen Netto-Verlust von zwei Milliarden in diesem dritten Quartal aus. Aber das wusste man, denn dieses Minus basierte auf den auf diese Weise weit- und umgehend verbuchten Kosten für die in Angriff genommenen Restrukturierungsmaßnahmen. Ohne diese Kosten lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 615 Millionen Euro. Weniger als die 772 Millionen im Vorjahresquartal, aber besser als von vielen vermutet, immerhin liegt derzeit starker Druck auf den Automobil-Zulieferern. Und der Umsatz? Der konnte trotz dieses negativen Umfelds sogar von 10,8 auf 11,1 Milliarden Euro gesteigert werden.

Nicht gut genug, wie der Chart zeigt. Nachdem die Conti-Aktie am Tag der Bilanz nach unten abdrehte, kam sie nicht mehr auf die Beine. Der Kurs quälte sich eine Zeitlang seitwärts, um dann im Verlauf der vergangenen Woche langsam Fahrt nach unten aufzunehmen. Jetzt ringt die Aktie mit der im August etablierten Aufwärtstrendlinie. Die bildet zusammen mit der vorgenannten Widerstandszone 128,80/133,80 Euro ein ansteigendes Dreieck und damit ein potenziell bullisches Bild. Umso negativer wäre es, sollte Continental tatsächlich deutlicher aus diesem Dreieck nach unten ausbrechen, die derzeit bei 117,30 Euro verlaufende Linie nicht nur wie am Montag knapp, sondern deutlich unterbieten. Das Zwischentief bei 109,92 Euro, das Anfang Oktober entstand, wäre dann ein erstes Kursziel … das aber leicht nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Test des bisherigen Jahrestiefs bei 102 Euro sein könnte.

Continental Aktie: Chart vom 2.12.2019, Kurs 116,84 Euro, Kürzel CON | LYNX Online Broker