Diamond Offshore Drilling Aktie aktuell Kursziel null? Die Pleitewelle hat begonnen

News: Aktuelle Analyse der Diamond Offshore Drilling Aktie

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Diamond Offshore Drilling
ISIN: US25271C1027
Ticker: DO
Währung: USD

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Transocean Ltd.
Zur Diamond Offshore Drilling Aktie

Durch die Pandemie die globale Öl-Nachfrage massiv eingebrochen, schätzungsweise um 20%. Der Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien hat ihr Übriges getan.

Mit am härtesten trifft das die US-Schieferöl-Industrie und das soll es auch. Ich hatte es hier beschrieben: Rohöl: Steht uns sein Hammer bevor?
Während Russland und Saudi-Arabien auch bei Preisen von 10 oder 20 USD je Barrel profitabel sind, benötigen die Amerikaner in der Mehrzahl Preise über 40 USD.

Daher ist es wirklich keine Überraschung, dass es in dem Sektor zu Pleiten kommt. Jetzt hat es das erste größere Unternehmen getroffen.

Whiting Petroleum hat im Vorjahr immerhin einen Umsatz von 1,57 Mrd. USD erzielt. An Börsenwert war aber auch vor Chapter 11 nicht mehr viel übrig.

Warum gerade Whiting?

Im Endeffekt läuft es seit Jahren nicht. Dereinst war das Unternehmen über 10 Mrd. USD Wert. Durch Kapitalerhöhungen und Schulden ist der Schaden für Anleger aber noch weitaus größer.

Warum hat es gerade Whiting getroffen? Im Endeffekt läuft es seit Jahren nicht und das Unternehmen bringt so ungefähr alle Eigenschaften mit, vor denen ich andauernd warne. Ich mache das nicht aus Jux und Dollerei.

Whiting hatte kein nachhaltiges Umsatzwachstum und eine niedrige Margen. Der freie Cashflow tendierte gegen null, da man alles, was man operativ erwirtschaftet hatte, direkt wieder in das Unternehmen stecken musste – ohne positive Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn.

Daher benötigte man ständig Fremdkapital, was man sich teilweise auch über Kapitalerhöhungen besorgen musste. Selbst einem Blinden hätte spätestens 2015 oder 2016 auffallen müssen, dass das Unternehmen krank ist. Damals notierte die Aktie noch bei 150 USD, gestern bei 0,37 USD. Es ist ohnehin schon ein faktischer Totalverlust.

Buchwert und Debt/Equity

Whiting Petroleum ist auch ein gutes Beispiel dafür, warum Buchwert und Debt/Equity aus meiner Sicht vollkommen nutzlose Kennzahlen sind.

Kommen wir zunächst zum Buchwert. An einem hohen Buchwert ist für sich genommen nichts Positives. Ja, sie haben richtig gehört.
Es bedeutet ja nur, dass das Unternehmen viele Assets (Maschinen, Lager, Gebäude usw.) besitzt und diese zum Betrieb benötigt.

Denken Sie genau darüber nach. Was ist gut daran viele Assets zu benötigen? Könnte man sich ein perfektes Unternehmen zaubern, würde es kein Kapital und keinerlei Investitionen benötigen, um Geld zu verdienen. Nicht umgekehrt.

Ein hoher Buchwert bedeutet also vor allem, dass das Unternehmen hohe Investitionen tätigen musste und das Geschäft kapitalintensiv ist. Ein hohes KBV deutet darüber hinaus darauf hin, dass die internen Renditen wahrscheinlich schlecht sind.

Das ist auch einer der Gründe, warum all diese vermeintlichen Value-Indizes, ETFs usw. nicht funktionieren. Sie sind vollkommen sinnfrei konstruiert, wahrscheinlich von Menschen, die Value-Investing nicht mal in den Grundzügen verstanden haben.
Sie kaufen einfach niedrige Buchwerte und belohnen damit Unternehmen mit hohem Accounting Value (Bilanz- und Buchwerte). Gleichzeitig bestrafen sie hohe Kapitalrenditen und Unternehmen, die Value kreieren (Value Creation). Unternehmen aus den Sektoren IT, Internet oder Software schafft es nicht in diese Indizes, da ihr KBV zu niedrig ist. Totaler Nonsens.

Buchwert und KBV sind ein miserabler Maßstab für die Bewertung eines Unternehmens.
Wenn man als Investor erfolgreich sein möchte, bringt es überhaupt nichts, Unternehmen zu kaufen, die viel besitzen (Buchwert = Accounting Value). Man muss Aktien im Portfolio haben, die Werte schaffen (Value Creation).
Und bestenfalls zahlt man einen möglichst niedrigen Preis im Verhältnis zur Value Creation. DAS ist Value-Investing und nicht der Blick auf KGV, KUV, KBV & Co. Predigt Ende.

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Zweifelhaft

Da der Buchwert bereits so eine zweifelhafte Qualität hat, können Sie sich vorstellen wie es mit Debt/Equity aussieht. Diese Kennzahl basiert schließlich auf dem Buchwert (Equity) und setzt diesen in Verhältnis zu den Schulden (Debt). Das ergibt noch weniger Sinn, eigentlich gar keinen.
Man bedient Schulden schließlich nicht mit/aus Sachwerten, sondern aus dem Cashflow… Die Kennzahl hat nur im Falle einer Insolvenz Relevanz, doch auch dann nur theoretisch.

Betrachten wir das Beispiel Whiting Petroleum, dann wird es klarer. Die Aktie notierte gestern bei 0,37 USD und hatte einen Buchwert von 44 USD und ein Debt/Equity von 0,70.

Wenn Buchwert und Debt/Equity nützliche Kennzahlen wären, könnte die Aktie nicht 99% unter dem Buchwert notieren und das Unternehmen wäre nicht insolvent.
Bei einem Debt/Equity 0,7 – also mehr Vermögen als Schulden – müsste Whiting schließlich nur einen Teil der Assets verkaufen und wäre schuldenfrei.
So funktioniert es aber nicht.

Daher können Sie sich diese Kennzahlen zukünftig sparen. Es ist verschwendete Zeit. Was wirklich zählt, ist das Verhältnis zwischen Gewinn/Cashflow und den Schulden.

Noch klarer wird es, wenn man sich die gegenteilige Situation ansieht. Nehmen wir als Beispiel Mastercard.
Das Unternehmen hat nur einen Buchwert von 5,85 USD je Aktie (Aktueller Kurs 228 USD).
Das Debt/Equity liegt bei 1,45. Ist Mastercard nun hochverschuldet? Von der Insolvenz bedroht?
Ganz im Gegenteil. Mastercard benötigt schlichtweg kaum Kapital oder Assets. Man hat zwar 7,5 Mrd. USD Schulden, was lediglich dem Gewinn eines Jahres entspricht. Peanuts.

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Wer ist der nächste?

Mit diesen Informationen können Sie sich jetzt auf die Suche machen, wen es in diesem Sektor als Nächstes erwischen könnte.

Als negativ-Indikator sind die Kennzahlen nämlich nützlich. Ein einfaches Screening nach hohem Debt/Equity und hohem Buchwert je Aktie zaubert namhafte Unternehmen hervor. Ihnen allen dürfte das Wasser bis zum Hals stehen.

Ich erkläre es Ihnen exemplarisch an Diamond Offshore, die sich derzeit noch im S&P500 befindet.
Die Aktie notiert bei 1,59 USD. Der Buchwert liegt bei 23,47 USD und das Debt/Equity beträgt 0,61.
Das bedeutet, dass das Unternehmen das Vielfache des Börsenwerts an Schulden hat. Um genau zu sein sind es rund 2,0 Mrd. an Schulden bei einem Börsenwert von nur 0,25 Mrd. USD.
Viel wichtiger ist aber das: Den Schulden steht nur ein Umsatz von zuletzt 0,98 Mrd. USD und kein Gewinn gegenüber.
Diamond Offshore ist stehend K.O.

Bei Transocean, Antero Resources, Seadrill Ltd, Noble Corp und etlichen anderen sieht es nicht besser aus.
Allesamt waren sie dereinst Milliarden Wert, auch ohne Insolvenz sind sie für viele Anleger jetzt schon ein Totalverlust.

Weitere Aktien des Grauens finden Sie hier: Vor diesen Aktien sollten Sie sich hüten

Schon vor Corona und Ölpreis-Krieg hatte ich vor dem Sektor gewarnt und stellvertretend Diamond Offshore und QEP Resources genannt. Zwischenzeitlich haben die beiden Aktien 67% und 91% an Wert verloren – binnen weniger Wochen.

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Chart vom 02.04.2020 Kurs: 1,59 Kürzel: DO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Diamond Offshore Drilling Aktie

An der Börse kann man gutes Geld verdienen, vor allem wenn man Fehler vermeidet.
Die meisten Anleger konzentrieren sich hauptsächlich auf das Potenzial einer Aktie, die erfolgreichsten Investoren haben aber alle eins gemeinsam: Sie denken zuerst über das Risiken nach.
Charlie Munger spricht immer davon, dass man Probleme auf den Kopf stellen soll.

“Invert, always invert.“ – Charlie Munger

Kapitalerhalt steht vor allem. Der größtmögliche Kapitalvernichter ist eine Insolvenz. Schulden sind also ein zentrales Thema.

Im schlimmsten Fall ist ein Unternehmen
1. Kapitalintensiv (hoher Buchwert),
2. Hat niedrige Margen
3. Schlechte interne Rendite (Return on Investments usw)
4. Hohe Schulden

Diese Kombination ist offensichtlich gefährlich und es ist erstaunlich auf wie viele Unternehmen diese Punkte weitgehend zutreffen. Es ist das Who-is-Who der Rohrkrepierer.
Schauen wir uns einige Beispiele an.

Ganz oben auf der Liste: Ford

Heute notiert die Aktie des Autobauers auf dem Niveau von 1987 und auch in den letzten Jahren gab es nur eine Richtung. Das hat Gründe.
Das Umsatzwachstum ist seit 2015 minimal. Die operative Marge tendiert gegen Null, das Geschäft ist kapitalintensiv.
Die langfristigen Schulden steigen stetig und summieren sich auf 100 Mrd. USD, nahezu das dreifache des Börsenwerts.

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Chart vom 03.02.2020 Kurs: 9,08 Kürzel: F - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Coty

Der Hersteller von Beauty-Produkten hat ebenfalls mit Problemen zu kämpfen. Das Wachstum tendiert gegen Null, zuletzt war der Umsatz sogar rückläufig und man musste Milliardenverluste melden.

Das Geschäft erwirtschaftet aber auch in guten Jahren kaum etwas, denn die operative Marge liegt bei nur 5%. Gleichzeitig hat man bei einem Umsatz von 8,65 Mrd. USD ganze 7,45 Mrd. USD Schulden.
Kein Wunder, dass am Ende kaum etwas übrig bleibt.

Chart vom 03.02.2020 Kurs: 10,42 Kürzel: COTY - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Goodyear

Der Reifenhersteller ist seit jeher ein Underperformer, die Aktie notiert heute auf dem Niveau von 1982.
Schaut man sich die Zahlen an, ist das keine Überraschung. Der Umsatz ist seit mehr als 10 Jahren rückläufig und das Geschäft ist Material- und kapitalintensiv.
Nahezu alles, was man erwirtschaftet, muss direkt reinvestiert werden, ohne einen Mehrwert zu generieren.

Hinzu kommen 5,58 Mrd. USD Schulden, weit mehr als der Börsenwert von 3,15 Mrd. USD.

Chart vom 03.02.2020 Kurs: 13,38 Kürzel: GT - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Rohstoffaktien: Auswahl genug

Aus dem Rohstoffsektor hätte man aus unzähligen Beispielen wählen können. Das Geschäft ist bekanntermaßen kapitalintensiv, unsicher und schwierig.
Ein Kupferproduzent kann schließlich nur hoffen, dass die Kosten nicht schneller steigen als der Kupferpreis. Bei Gold, Öl und jedem anderen Rohstoff sieht es genauso aus.

Das bekommt der Gas-Sektor derzeit schmerzhaft zu spüren. Die Lage ist prekär. Der Preis hat sich in den letzten Monaten halbiert und fällt unerbittlich weiter.
Die meisten Gasproduzenten machen enorme Verluste und sind ohnehin hoch verschuldet.

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Erdgas Chart vom 03.02.2020 Kurs: 1,825 Kürzel: NG - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Nehmen wir als Beispiel Diamond Offshore. In den letzten zwölf Monaten hat man bei einem Umsatz von 937 Mio. USD einen Verlust von 362 Mio. USD hinnehmen müssen.
Gleichzeitig hat man 1,97 Mrd. USD an Schulden.

Nicht weniger problematisch ist die Situation bei QEP Resources. Die Bilanz der letzten 12 Monate: 1,29 Mrd. USD Umsatz und ein Verlust von 616 Mio. USD.
Die Schulden summieren sich auf 2,03 Mrd. USD, wobei ein bedeutender Teil zeitnah refinanziert werden muss.

Chart vom 03.02.2020 Kurs: 4,71 Kürzel: DO - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 03.02.2020 Kurs: 3,23 Kürzel: QEP - Wochenkerzen | LYNX Online Broker