Dürr Aktie aktuell Dürr: Zurück ans alte Tief … und darunter?

News: Aktuelle Analyse der Dürr Aktie

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Dürr
ISIN: DE0005565204
Ticker: DUE
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Zur Dürr Aktie

Eigentlich hätten die Investoren von der Quartalsbilanz des vor allem der Automobilindustrie zuliefernden Maschinen- und Anlagebauers Dürr nicht überrascht sein dürfen. Wenn die Autobauer unter massivem Druck stehen, kann es bei den Zulieferern ja nicht besser aussehen, eher noch problematischer. Aber entweder wurden doch relativ viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt oder aber die Leerverkäufer nutzten die Gunst der Stunde, um die Aktie gezielt unter Druck zu setzen, denn das Minus, das die Aktie als Reaktion auf das Zahlenwerk am Donnerstag hinnehmen musste, war mit -5,65 Prozent recht kräftig und war im Handelsverlauf noch deutlich größer gewesen.

Dürr verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 11,3 Prozent, was etwas weniger schwach war als seitens der Experten im Schnitt vorhergesagt. Dafür fiel aber der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um herbe 52,9 Prozent und lag damit klar unterhalb der Erwartungen. Basis dessen war ein deutlicher Einbruch in der Gewinnmarge von 5,1 Prozent im ersten Quartal 2019 auf jetzt 2,7 Prozent. Darüber hinaus kommunizierte Dürr hinsichtlich des laufenden Quartals einen möglichen Verlust, hofft aber auf eine langsame Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Dürr Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wie gesagt, das hätte eigentlich nicht überraschen dürfen. Aber egal, welche der beiden vorgenannten Möglichkeiten das Minus des Donnerstags auslöste: Dadurch wird deutlich, dass die Käufer im Zweifel mit Kauforders nach dem Motto „bei Erreichen streichen“ verfahren, sich lieber doch nicht an den Griff ins fallende Messer heranwagen. Damit haben wir hier ein klar bärisches Szenario:

Bereits am Mittwoch, im Vorfeld der Bilanz, hatte die Dürr-Aktie ihren März-Aufwärtstrend klar durchbrochen und war damit eindeutig mit dem Versuch gescheitert, den kurzfristigen Aufwärtstrend in Richtung der mittelfristigen Abwärtstrendlinie bzw. der 200-Tage-Linie zu verlängern. Jetzt haben wir hier einen dynamischen, durch ein neues Verkaufssignal im Trendfolgeindikator MACD unterfüttertes Verkaufssignal, das einen Test des bisherigen Baisse-Tiefs bei 15,72 Euro wahrscheinlich macht. Und sollte sich in den kommenden Wochen herausstellen, dass die erhoffte Stabilisierung bei der Hauptkundschaft, der Automobilindustrie, ausbleibt, wären diese 15,72 Euro keine Unterstützung, die zwingend halten müsste!

Dürr Aktie Chart vom 14.05.2020, Kurs 17,55 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Dürr Aktie

Bis Dienstagabend sah es so aus, als würde die Aktie des vor allem der Automobilindustrie zuliefernden Maschinen- und Anlagebauers Dürr ihre im März bei 15,72 Euro markierten Tiefs testen. Die Aktie war unter die 20-Tage-Linie gefallen und drohte dadurch aus der seit Anfang April geltenden Handelsspanne nach unten herauszurutschen, nachdem sie zuvor an der Widerstandszone 20,76/21,33 Euro nicht vorbei gekommen war. Am Mittwoch jedoch schloss sie plötzlich stattliche 12,68 Prozent höher. Auf Basis welcher guter Nachrichten? Da taucht das Problem auf: auf Basis von Nachrichten anderer Unternehmen, konkret auf Basis der Quartalsbilanzen der Kundschaft wie VW oder Daimler.

Dass die Käufer diese Bilanzen positiv auslegten und schlussfolgerten, dass eine Stabilisierung bei den Automobilkonzernen dann auch Zulieferern wie Dürr unter die Arme greifen werde, ist zwar nicht zu übersehen. Die Frage ist indes, ob diese daraus resultierende Kaufneigung anhält. Denn zum einen ist die Dürr-Aktie dadurch nur wieder den Bereich der vorgenannten Widerstandszone 20,76/21,33 Euro gelangt, hat sie aber noch nicht eindeutig bezwungen. Zum anderen lebt es sich allein auf Basis fremder „News“ nicht besonders sicher. Und die Nachrichtenlage in Bezug auf Dürr selbst war zuletzt keineswegs positiv:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Dürr Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Ende Februar legte Dürr die Bilanz 2019 vor und ging da noch von einer leichten Umsatzsteigerung und einem gehaltenen bis leicht höheren Gewinn aus. Doch am 19. März meldete Dürr, man werde die Dividende um 20 Prozent auf 0,80 Euro kürzen. Am 30. März setzte man die einen Monat zuvor abgegebene Prognose aus und meldete, dass umfassende Sparmaßnahmen geplant seien und Schritte zur Sicherung der Liquidität vorgenommen werden sollen. Seither hörte man von Dürr nichts mehr. Der vorgesehene Termin für die Bilanz des ersten Quartals ist der 14. Mai. Spätestens dann werden die Anleger erfahren, wie es derzeit um den Zulieferer bestellt ist und wie man die Perspektive jetzt sieht.

Da man die Bilanzen von VW und Daimler, welche die Dürr-Aktie deutlich stärker nach oben trieben als die Kurse von VW und Daimler selbst, nur dann als klares Signal dafür sehen kann, dass das Tal der Tränen bereits zum Großteil durchschritten ist, wenn man das so auslegen will, bewegt sich die Aktie mit dieser Rallye auf recht dünnem Eis. Denn ein Zulieferer, vor allem, wenn es wie bei Dürr um Investitions- und nicht um Verbrauchsgüter geht, leidet härter und länger als seine Kunden. Daher:

Wenn es perfekt läuft und die derzeit wachsende Hoffnung am Gesamtmarkt nicht abrupt durch die Rückkehr der weniger erfreulichen Realität „abgeschossen“ wird, könnte die Dürr-Aktie sich weiter in den Bereich der nächsten, noch massiveren Widerstandszone im Bereich 25,40/26,30 Euro vorarbeiten. Spätestens dort aber, in der Nackenlinien-Zone der im März vollendeten Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation, sollte man sich dann überlegen, die Long-Gewinne besser mitzunehmen.

Dürr Aktie Chart vom 29.04.2020, Kurs 21,50 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

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Beim vor allem für die unter Druck stehende Automobilindustrie fertigenden Anlagenbauer Dürr kamen am Donnerstagmorgen die Ergebnisse des Jahres 2019 auf den Tisch. Gut war dieses Ergebnis in keiner Weise. Aber immerhin war es keine böse Überraschung, denn man wusste vorher, dass Gewinn und Marge kräftig unter die Räder gekommen waren. Zwar gelang es, den Umsatz um etwas über ein Prozent gegenüber 2018 zu steigern. Das half aber nichts, weil die Marge von 6,0 auf 5,0 Prozent sank. Am Ende lag der Gewinn, als EBIT (vor Steuern und Zinsen) gerechnet, mit 195,9 Millionen Euro deutlich unter dem des Jahres 2018, als noch 233,5 Millionen erreicht wurden. Und schon im Jahr 2018 war der Gewinn deutlich gegenüber dem Vorjahr gefallen.

Dennoch trotzte die Dürr-Aktie am Donnerstag dem Abgabedruck am Gesamtmarkt. Das dürfte auf zwei Aspekten basieren. Zum einen prognostizierte das Unternehmen für 2020 einen leichten Anstieg des Umsatzes ebenso wie der Marge, so dass zumindest die Rückkehr auf den Gewinnlevel des Jahres 2018 denkbar wäre, sofern diese Prognosen auch eintreffen sollten. Zum anderen betonte man, dass das laufende erste Quartal zwar schwächer würde und Verschiebungen aufgrund der Virus-Epidemie der Grund seien. Man geht bei Dürr aber davon aus, dass diese Einbußen im weiteren Jahresverlauf aufgeholt werden. Und das wäre durchaus möglich, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Dürr Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Da Dürr Anlagen und damit Investitionsgüter herstellt, ist man nicht zwingend von Auftragsausfällen betroffen, wie das für Zulieferer gelten würde, die reine Bauteile liefern. Deren Bedarf sinkt sofort, wenn die Gesamtproduktion des belieferten Unternehmens stockt, weil zwar ganz andere Bauteile fehlen, die Fertigung insgesamt aber deshalb zum Stehen kommt. Allerdings würde sich das anders darstellen, wenn die Virus-Epidemie derartige Ausmaße annimmt, dass das weltweite Wirtschaftswachstum massiv sinkt und dementsprechend neue Fertigungsanlagen einfach nicht mehr benötigt würden.

Diese eher hoffnungsvolle Reaktion der Marktteilnehmer am Donnerstag wäre somit eine „auf Bewährung“. Und das gilt auch beim Blick auf das Chartbild. Dass Dürr am Donnerstag dem allgemeinen Abwärtssog entkam, führte zwar dazu, dass die am Mittwoch intraday schon kurz unterbotene Unterstützungszone 25,94/26,31 Euro hielt. Aber die Aktie bleibt in einem klaren Abwärtstrend und unterhalb der wichtigen 20-Tage- und 200-Tage-Linien. Erst, wenn das letzte Zwischenhoch bei 30,85 Euro auf Schlusskursbasis überwunden und damit auch der mittelfristige Abwärtstrend bezwungen wären, wäre die Dürr-Aktie wieder als bullisch einzustufen. Bis dahin wäre es jederzeit möglich, dass die Akteure den Bruch der jetzt erst einmal gehaltenen Auffangzone 25,94/26,31 Euro nachholen.

 

Dürr Aktie Chart vom 27.02.2020, Kurs 27,88 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

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Auf den ersten Blick haben die drei Unternehmen nicht viel gemeinsam, außer dass sie in der Dax-Familie beheimatet sind.
Doch Varta, Dürr und Norma sind allesamt langfristige Outperformer und haben eine größere Korrektur vollzogen. Jetzt sieht es nach einem Boden aus.

Varta: Nach Kurssturz wieder interessant?

Varta produziert und vermarktet Mikrobatterien und Smart Battery Lösungen für zahlreiche Anwendungen.
Das Wachstum ist hoch, die Perspektive vielversprechend und die Begeisterung der Anleger nachvollziehbar.
Doch die Kursentwicklung der letzten Wochen zeigt eindrucksvoll, welche Gefahren eine Hype mit sich bringen kann. Innerhalb kürzester Zeit ging es bei Varta 40% abwärts.

Eine ausführliche Analyse finden Sie hier: Varta: Jetzt zurück zum Allzeithoch?

Auch heute ist die Aktie noch kein Schnäppchen. Mit einem KGVe von 33 sind wir aber zumindest in einem darstellbaren Bereich.

Varta ist zum langfristigen Aufwärtstrend zurückgekehrt und stößt hier auf Interesse. Solange die Trendlinien und der Support bei 73 Euro nicht nachhaltig unterschritten werden, sieht es für die Bullen nicht schlecht aus.

Über 83 Euro kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal. Mögliche Kursziele lägen dann bei 91 – 94 Euro.

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Chart vom 12.02.2020 Kurs: 76,40 Kürzel: VAR – Tageskerzen | LYNX Online Broker

Dürr: Nach langer Durststrecke

Die Aktie hat eine lange Durststrecke hinter sich, den Maschinenbauer sollte man aber nicht unterschätzen. Dürr hat den Umsatz in den letzten zehn Jahren nahezu vervierfacht.
In den letzten Jahren stagnierte der Gewinn zwar, ob das allerdings Kursverluste von 60% rechtfertigt, ist fraglich.
Im kommenden Jahr könnte das KGV dadurch auf 12 sinken. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 16,1 und zeitweise wurden auch Werte über 20 erreicht.

Eine ausführliche Analyse finden Sie hier: Dürr: Hier tut sich was

In den letzten Monaten hat die Aktie einen Boden ausgebildet. Nach der jüngsten Korrektur könnte Dürr jetzt wieder starten. Mögliche Ziele einer Erholung liegen bei 31 und 32,50 Euro.
Über 33 Euro würde sich das Chartbild weiter aufhellen.

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Chart vom 12.02.2020 Kurs: 29,10 Kürzel: DUE – Tageskerzen | LYNX Online Broker

Norma: Nein, nicht der Supermarkt

Norma ist ein internationaler aufgestellter Anbieter von Verbindungstechnologie.
Zum Portfolio gehören mehr als 40.000 Produkte, die beispielsweise in der Emissionskontrolle, Luftansaugung, in Kühl- und Induktionssystemen, sowie bei Infrastruktureinrichtungen verwendet werden.

Hört sich langweilig an, ist es vielleicht auch. Das Zahlenwerk ist aber alles andere als einschläfernd.
Seit 2010 konnte Norma den Umsatz mehr als verdoppeln und den Gewinn zeitweise sogar verdreifachen.

Ausführliche Analysen finden Sie hier und hier. Nach der letzten Analyse hat die Aktie um knapp 30% zugelegt, jetzt befinden wir und wieder auf einem interessanten Niveau.

Zuletzt war der Gewinn rückläufig, die Aktie wurde aber noch weitaus stärker abgestraft. Dadurch ist das KGV von 22 auf 17,5 gefallen. Im neuen Jahr könnte ein KGV von 14 erreicht werden.

Norma hat den langfristigen Abwärtstrend überwunden und einen Boden sowie Aufwärtstrend ausgebildet. Ausgehend von dieser Basis startet die Aktie aktuell wieder. Das nächste Kursziel liegt bei 39 Euro.
Darüber und vor allem bei Kursen von mehr als 42,50 Euro hellt sich das Chartbild weiter auf. Dann wäre sogar Platz bis 47 und 49 Euro.

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Chart vom 12.02.2020 Kurs: 36,90 Kürzel: NOEJ – Tageskerzen | LYNX Online Broker

Dürr ist als Maschinenbauer mit Schwerpunkt auf die Belieferung der Automobilindustrie vor zwei Jahren Hand in Hand mit den Autobauern selbst und dem Gros der Zulieferindustrie in einen Analysten, die ihre Einstufung und das Kursziel der Aktie am Freitag nach oben genommen hatten.

Die Bank Hauck & Aufhäuser stufte Dürr von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und hob ihr Kursziel deutlich von 33 auf 43 Euro an, bei der Société Générale ist man seit Freitag ebenfalls wieder bullisch, stuft nach „Halten“ mit „Kaufen“ ein und nahm das Kursziel massiv von zuvor 29 auf jetzt 44 Euro nach oben. Basis des Optimismus mögen die allerdings schon vor zwei Monaten vorgelegten Neunmonatszahlen sein, denn da wurde deutlich, dass Dürr Umsatz und Gewinn in diesem Zeitraum auf dem Vorjahresniveau halten konnte. Bleibt es auch für das Gesamtjahr dabei (die Bilanz des vierten Quartals wird Ende Februar erwartet), wäre das eine starke Leistung in einem negativen Umfeld gewesen und in der Tat ein Fundament dafür, dass es 2020 wieder aufwärts geht.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Dürr Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Allerdings ist die Aktie längst kräftig gelaufen. Das Jahrestief 2019 sah sie im Oktober bei 20,76 Euro, das Tageshoch des Freitags lag bei 32,90 Euro und damit 58 Prozent höher. Das ist ein Wort. Und noch gehören solche Analysten subjektiven Erwartung in Sachen Wachstum.

Aber muss man sich unbedingt an diesen Einschätzungen orientieren und sich, bei einer Analysten-Kurszielspanne zwischen 25 und 46 Euro, dann eben doch selbst für eines der Lager, Optimisten oder Skeptiker, entscheiden? Man muss nicht, denn wenn es der Aktie gelingt, die jetzt näher gekommene, charttechnisch entscheidende Hürde zu nehmen, kann sie allein auf Basis rein charttechnisch induzierter Käufe weiter laufen. Sollte sie an dieser Hürde indes scheitern, dürften einige optimistischere Analysten auch nicht gegen einen erneuten Abwärtsimpuls helfen. Der Chart auf Wochenbasis zeigt, worum es geht: Dürr ist jetzt der übergeordneten, Ende 2017 etablierten Abwärtstrendlinie bei aktuell 33,75 Euro sehr nahe gekommen. Dort hieße es dann „hopp oder topp“. Wobei ein zweiter Anlauf noch jederzeit möglich wäre, solange auf der Unterseite die Oktober-Aufwärtstrendlinie bei momentan 28,50 Euro hält. Die Kursspanne dazwischen ist nicht allzu groß, so betrachtet dürfte die Entscheidung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen!

Chart vom 10.01.2020, Kurs 32,27 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

 

Dürr ist einer der weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer. Das Unternehmen ist ein Spezialist für effiziente Produktionsprozesse mit hohem Automatisierungsgrad.

Sippenhaft und Autosektor

Um ein umfassendes und ausgewogenes Bild von Dürr zu erhalten, sollten Sie meine ausführliche Analyse zum Unternehmen lesen.

Es gibt zahlreiche Argumente, die für und gegen Dürr sprechen. Unter dem Strich war meine Einschätzung aber eher positiv. Nachdem die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren hatte, überwogen aus meiner Sicht die Chancen.

Ein Großteil der Kursverluste ist nicht auf operative Probleme zurückzuführen. Die Aktie wurde in Sippenhaft genommen. Die Autobranche steht bekannterweise unter Druck und Dürr erwirtschaftet etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes in diesem Sektor, hat sich in den letzten Jahren aber zunehmend unabhängiger von der Branche gemacht.

Tatsächlich konnte sich das Fahrzeug-Segment bis zum letzten Quartal auch den Branchentrends entziehen. Der Auftragseingang war anhaltend hoch. Größere Probleme hatte man eher im Woodworking-Segment.

Ausblick und Bewertung

Dürr dürfte die derzeitigen Probleme überwinden, optimal läuft es aber tatsächlich nicht.

In den letzten zehn Jahren kletterte der Umsatz von 1,08 auf 3,87 Mrd. Euro, beim Gewinn sind die Zahlen allerdings schwer vergleichbar.
Wichtiger ist aber ohnehin die jüngere Vergangenheit. Hier muss man ganz klar zum Schluss kommen, dass das Umsatzwachstum seit einigen Jahren gering ist und der Gewinn weitgehend stagniert.

Im den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 7% auf 1,88 Mrd. Euro gestiegen.
Das Ergebnis ist allerdings von 0,95 auf 0,88 Euro je Aktie gesunken.

Der Auftragseingang lag zwar unter dem Vorjahr, doch der Auftragsbestand ist mit 2,62 Mrd. Euro so hoch, dass die Auslastung in den kommenden Quartalen gesichert ist.

Die größten Minuspunkte sammelt das Unternehmen mit dem Cashflow. Der war zuletzt negativ und entwickelt sich seit zunehmend in die falsche Richtung. Im ersten Halbjahr lag der FCF bei -181,4 Mio. Euro.

Faktisch verdient der Konzern also kein Geld mehr. Bisher ist das noch kein schwerwiegendes Problem, denn die Verschuldung ist gering Dürr hat derzeit lediglich Nettoverpflichtungen von 310,4 Mio. Euro.
Ewig kann und darf man dennoch keine Mittelabflüsse hinnehmen.

Die Kursverluste haben also durchaus eine rationale Grundlage, führten meines Erachtens aber zu weit.

Auf dem aktuellen Niveau kommt Dürr auf ein KGVe von 12,5. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 16,3 und per Jahresschluss nie unter 14,3.
Um wieder auf dieses KGV zu kommen, müsste die Aktie bis Jahresende noch 15% steigen. Es wäre also durchaus noch Luft vorhanden.

Charttechnik

Dürr hat in den letzten Jahren zwischen 25 und 30 Euro mehrere markante Tiefs ausgebildet. Jüngst ging es sogar noch eine Etage tiefer, bis zur Unterstützung bei 22 Euro.

Dort hat sich eine interessante Konstellation ergeben, die wir auch im Workshop am 26.10.2019 besprochen hatten. Es gehört zu meinen bevorzugten charttechnischen Setups.

Dürr hat ein Paniktief unter 22 Euro markiert, welches aber sofort durch ein Reversal aufgelöst wurde. Das übt anschließend meist erheblichen Kaufdruck aus.

Nahe 30 Euro sollte man nun mit Gewinnmitnahmen und einer Korrektur rechnen. Antizyklische Käufe bieten sich dann bei 26,50 sowie 25 Euro an.

Anschließend könnte es zu einem Ausbruch über 30 Euro kommen. In diesem Szenario wäre dann der Weg in Richtung 32,75 sowie 36 – 37 Euro frei.

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Chart vom 04.11.2019 Kurs: 28,85 Kürzel: DUE - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 04.11.2019 Kurs: 28,85 Kürzel: DUE - Wochenkerzen | LYNX Online Broker