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Laut Informationen des „Handelsblatts“ wird die EU die geplanten Verschärfungen der Maßnahmen zum Klimaschutz aufweichen und den Zugang zu kostenlosen Emissionszertifikaten um Jahre verlängern. Warum brach dadurch die Heidelberg Materials-Aktie ein?
Für CO2-Emissionen zu bezahlen, ist ein Kostenfaktor. Vor allem die Branchen mit hohem Energiebedarf wie der Chemiesektor liefen gegen die Pläne, hier restriktiver vorzugehen, Sturm. Die Lage der Chemiebranche ist seit Jahren keine gute. Noch mehr Kosten durch CO2-Zertifikate würde für ernsthafte Probleme und Arbeitsplatzverluste sorgen, so der allgemeine Tenor. Kein Wunder also, dass die Chemietitel auf diese Meldung mit einem Kurssprung reagierten. Explizit bei Heidelberg Materials aber passierte das Gegenteil. Der Grund:
Dort hat man sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2050 ein „Null-Emissionen-Unternehmen“ zu werden, und bietet dekarbonisierten Zement und Beton an. Der umweltfreundlicher ist … aber auch teurer. Wenn sich nun aber die Pläne für intensivere Umweltauflagen nach und nach in Luft auflösen sollten, könnten Unternehmen problemlos auf die bisherigen Produkte der Konkurrenz zurückgreifen und sich die höheren Preise für umweltfreundliche, emissionsfreie Baustoffe sparen. Und das wäre, mit Blick auf die bereits getätigten Investitionen ebenso wie mit Blick auf die Umsatz- und Gewinnperspektive, für Heidelberg Materials ein Schlag ins Kontor. So betrachtet ist diese harsche Reaktion in Form eines Minus von 9,76 Prozent am Mittwoch nachvollziehbar, aber:
Expertenmeinung: Wovon genau reden wir denn da in Sachen kommender Einbußen? Das weiß ja niemand wirklich. Wird der Absatz der emissionsfreien Baustoffe dadurch wirklich deutlich niedriger ausfallen als bislang vermutet? Wie groß könnten die Einbußen beim Gewinn pro Aktie werden? Und in welchem Zeitraum? Das zu beurteilen war denen, die am Mittwoch die Reißleine zogen, nicht möglich … es war die Nachricht alleine, die Verkäufe auslöste. Aber ob man da bereits wieder einen sinnvollen Kurslevel erreicht hat, es noch viel tiefer gehen könnte oder man schon mit diesen knapp zehn Prozent Abschlag übertrieben hat: Man weiß es nicht.
Klarer wird man sehen, wenn sich entweder der Baustoffkonzern selbst zur Thematik äußert … was indes vermutlich, wenn, dann erst der Fall sein würde, wenn aus „Informationen von hochrangigen EU-Beamten“ ein tatsächlicher Beschluss wurde. Oder wenn Heidelberg Materials seine 2025er-Bilanz vorlegt, was am 25. Februar ansteht.
Bis dahin ist die Ausgangslage komplett unklar. Aber erst, wenn man Fakten in der Hand hat, könnte man einigermaßen abschätzen, wo die Aktie unter veränderten Gegebenheiten dann einen fairen Wert hätte. So hinge man, wollte man hier über Einstieg, Ausstieg oder Aussitzen entscheiden, in der Luft. Was auch in Bezug auf das Chartbild der Fall wäre, sofern man seine Entscheidung von der Nachrichtenlage abkoppeln und ausschließlich am Kursverlauf orientieren wollte, denn:

Der Kurs hat mit dem gestrigen Abverkauf zwar die April-Aufwärtstrendlinie gebrochen, nicht aber die Supportzone zwischen 207,70 und 212,20 Euro, die auf drei in den Sommermonaten 2025 ausgebildete Zwischenhochs zurückgeht. Und selbst nach dem Bruch dieser Zone könnte die bei knapp 202 Euro verlaufende 200-Tage-Linie noch als effektives Sprungtuch dienen. Daher: Hier ist viel in Bewegung, aber wenig klar. In solchen Situationen kann es letzten Endes nur eine Lösung geben: wenn irgend möglich heraushalten und warten, bis Fakten auf dem Tisch liegen!
Quellenangaben: „Handelsblatt“-Meldung zum Thema Emissionszertifikate:
https://www.handelsblatt.com/politik/international/emissionen-eu-will-kostenlose-zertifikate-um-jahre-verlaengern-01/100196582.html
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