Hornbach Holding Aktie Prognose Hornbach Holding: Ein frühes Signal für das dritte Quartal

News: Aktuelle Analyse der Hornbach Holding Aktie

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Hornbach Holding
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Zur Hornbach Holding Aktie
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Die gestern veröffentlichte Quartalsbilanz der Hornbach Holding war nicht gut, aber auch nicht spektakulär schlecht. Sie ist deswegen wichtig, weil sie eine der ersten Bilanzen ist, die ein wenig Einblick ins dritte Kalenderquartal erlaubt. Und dieser Blick birgt das Fazit: Aufpassen!

Die Hornbach Holding ist die „Mutter“ der Hornbach Baumärkte. Baumärkte sind ein gutes Barometer für die Konsumneigung der Verbraucher. Und das wichtige dieser gestern veröffentlichten Daten ist: Es geht um die Monate Juni bis August einschließlich, denn die Hornbach Holding hat ein jeweils am 28.2. endendes Geschäftsjahr, so dass man hier einen Blick auf zwei Monate des dritten Kalenderquartals erhaschen kann. Des Quartals, auf das so vieles in Sachen Wachstumsperspektive ankommt und über das man bis auf einige Gewinnwarnungen eigentlich noch nichts weiß.

Der Umsatz legte in diesen drei Monaten um 2,5 Prozent zu. Das alleine ist übel, denn die Preise sind damit stärker gestiegen als der Umsatz. Rein vom Warenvolumen her ging es also leicht rückwärts. Aber besonders unschön sah es beim Gewinn aus. Der fiel vor Steuern und Zinsen (EBIT) ebenso wie netto um 23 Prozent. Die Margen sind also heftig unter Druck geraten, was impliziert, dass Hornbach die gestiegenen Kosten nicht in ausreichendem Umfang an die Kunden weitergeben konnte, um den Gewinn einigermaßen zu halten.

Zwar hielt die Hornbach Holding an der Mitte Juni ausgegebenen (und dabei gesenkten) Prognose fest, dass das um Sondereffekte bereinigte EBIT im am 28.2.2023 endenden Geschäftsjahr 2022/2023 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen werde. Aber was genau heißt „niedrig zweistellig“? Da möchte man an 11 bis 15 Prozent glauben, aber andere Unternehmen würden das dann als „niedrigen Zehnerprozentbereich“ bezeichnen. Niedrig zweistellig, das könnten im Prinzip auch 25 oder 30 Prozent sein. Man wird es sehen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hornbach Holding Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass die Anleger über diese Bilanz nicht gerade erfreut waren, ist keine Überraschung. Und das, obwohl man die Aktie bereits massiv verkauft hatte, als die vorherige Geschäftsjahresprognose Mitte Juni gesenkt wurde, wie Sie in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis sehen. Dadurch ist jetzt die Supportzone zwischen 66,10 und 69,50 Euro gefallen, die nächste Auffangzone wäre jetzt aus charttechnischer Sicht der Bereich zwischen dem Corona Crash-Tief bei 32,65 Euro und dem Jahrestief 2018 bei 40,10 Euro.

Das ist zwar noch ein weiter Weg bis dorthin. Aber da die Aktie zwischen den Zonen 32,65/40,10 und 66,10/69,50 Euro keine nennenswerten Wendemarken ausgebildet hat, wäre der Weg dorthin grundsätzlich frei.

Auch, wenn man nicht unterstellen sollte, dass dieser nächste Support jetzt im D-Zug-Tempo angesteuert wird: In diesem Umfeld immer nervöser werdender Verbraucher wäre diese Aktie auch dann ein fragwürdiger Einstiegskandidat, wenn es im Zuge einer Gegenbewegung gelingen sollte, den Bereich 66,10/69,50 Euro zurückzuerobern. Und der Eindruck, der durch diesen Margendruck für die Lage im Konsumbereich insgesamt entstanden ist, sollte für alles, was mit dem Handel zu tun hat, vorsichtig stimmen.

Hornbach Holding-Aktie: Chart vom 29.09.2022, Kurs 61,85 Euro, Kürzel HBH | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Hornbach Holding Aktie

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Da die Hornbach Holding Mitte Juni bereits vorläufige Zahlen zum am 31.5. beendeten, ersten Geschäftsjahresquartal vorgelegt hatte, wusste man, was da gestern auf den Tisch kommen würde: Zahlen, die andeuten, dass die Aktie auch jetzt noch nicht „unten“ sein muss.

Die Aktivitäten der Hornbach Holding umfassen zwar nicht nur, aber hauptsächlich die der Hornbach Baumärkte. Und dort wird die Lage kniffliger, das zeigen die gestern vorgelegten Ergebnisse des ersten Quartals des am 28.2.2023 endenden Geschäftsjahres 2022/2023. Interessant sind diese Ergebnisse vor allem deshalb, weil man ansonsten noch keine Bilanzdaten vorliegen hat, die den Mai mit einschließen. Die Bilanzen der US-Einzelhändler erfassten mehrheitlich den April, aber wie es im Mai weiterging, ahnt man erst mit den Hornbach-Zahlen: nicht gut.

Zwar legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent zu. Aber bedenkt man die Inflation und den Umstand, dass typische Baumarktartikel die Teuerung anführen, kann man nicht vor einem Fortschritt sprechen. Und dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zugleich um 12,3 Prozent fiel, netto sogar ein Gewinnrückgang um 43,1 Prozent hingenommen werden musste, macht klar: Der Margendruck ist immens. Und das deutet an: Obwohl viele Anleger bei der Vorlage der vorläufigen, jetzt bestätigten Zahlen am 14. Juni aus allen Wolken fielen und die Aktie seither in der Spitze um über 30 Prozent nachgab, muss das noch keineswegs das Ende des Abstiegs sein.

Expertenmeinung: Denn die Zurückhaltung der Verbraucher hat ja nach dem, was man bislang an Daten sieht, im Mai erst Fahrt aufgenommen. Die Teuerung ist seither nicht im Griff, dafür steigen die Kosten für Kredite rasant. Da dürfte so manches Projekt, das im Sommer mit einem kleinen Kredit umgesetzt werden sollte, verschoben oder gestrichen werden. Und wenn zu dem Margendruck noch ein deutlich nachgebender Umsatz kommt, kann der Gewinn der Hornbach Holding, die mit den anderen Standbeinen Baustoff-Großhandel und Einzelhandels-Immobilien ebenfalls in konjunktursensiblen Bereichen agiert, noch deutlich weiter fallen.

Wenn wir uns diesen gezielt längerfristigen Chart ansehen, stellen wir fest, dass der Kurs derzeit etwa auf dem Level vom Herbst 2017 notiert. Das war eine Phase moderaten Wachstums, noch vor dem konjunkturell schwachen Jahr 2018, vor dem Corona-Boom und vor allem vor der Phase, in der die Aktie haussierte, weil man die massiv gestiegenen Umsätze und Gewinne der Geschäftsjahre 2020/2021 und 2021/2022 einfach in die Zukunft verlängerte. Jetzt aber besteht eine steigende Wahrscheinlichkeit, dass das Pendel nicht nur zurückschwingt, sondern weit in die Gegenrichtung ausschlägt. Rezessives Umfeld, Lieferprobleme, horrende Transportkosten und hohe Materialpreise sind für Baumärkte letztlich ein „Worst Case“-Szenario. Und da man momentan nicht hoffen kann, dass die Ergebnisse des laufenden und der kommenden ein, zwei Quartale besser ausfallen als die des letzten, im Gegenteil aber einkalkulieren muss, dass sie noch schlechter ausfallen, gilt:

Die Chance, dass man hier auf der Short-Seite noch nicht „durch“ ist, dass die Hornbach Holding die mittelfristig relevante Supportzone bei 66,10/69,50 Euro nicht nur erreicht, sondern auch unterbietet, ist relativ hoch. Und ein Test des dann aus charttechnischer Sicht nächsten Auffangbereichs zwischen 32,60 und 40,10 Euro wäre dann zumindest nicht auszuschließen.

Chart vom 29.06.2022, Kurs 77,35 Euro, Kürzel HBH | Online Broker LYNX
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Die Hornbach -Aktie gehörte vor Corona nicht gerade zu den Überfliegern. Im Endeffekt war der Kurs Ende 2019 oder Anfang 2020 noch auf dem Niveau wie ein halbes Jahrzehnt zuvor.

Wirklich zufrieden damit dürften die wenigsten Anleger gewesen sein.

Seitdem hat sich das aber grundlegend geändert. Der Kurs ist regelrecht durch die Decke gegangen.
Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass der Spaß ein Ende haben könnte.

Das Gegenteil

Es gibt einige Basis-Schemata, wie erfolgreiche Investoren agieren. Darunter beispielsweise, dass man Unternehmen externen, also nicht hausgemachten Problemen kauft, die im Grunde kerngesund sind.

Das Gegenteil davon wäre wohl, wenn man in ein Unternehmen investiert, bei dem das Geschäft durch eine vorübergehende Änderung der Rahmenbedingungen beflügelt wurde.
Ich denke, dass wir es bei Hornbach genau damit zu tun haben.

Im Zuge von Corona und der Beschränkungen wurden Baumärkte geradezu zu einem Ausflugsziel.
Das wird aber sicher nicht so bleiben, beziehungsweise ist nicht so geblieben. Denn inzwischen kann man auch wieder echte Ausflugsziele ansteuern.

Vielmehr ist es erstaunlich, dass man nur die Prognose für den Gewinn und nicht auch für den Umsatz senken musste. Vielleicht kommt es dazu aber im Jahresverlauf noch.

Enttäuscht und gekappt

Nach den vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres, konnte der Umsatz um 8,1% auf 1,81 Mrd. Euro gesteigert werden, das bereinigte EBIT sank jedoch um 12,3% auf 148,3 Mio. Euro.

Der Mitteilung von Hornbach zufolge, haben sich die makroökonomischen Aussichten und die Herausforderungen in Bezug auf Inflation, Lieferketten und Produktpreise im zweiten Quartal weiter ausgeprägt und verfestigt, was die Prognose für den Rest des Jahres weiter erschwert.

Daher musste die Prognose für das bereinigte EBIT gesenkt werden. Bisher war man ohnehin schon davon ausgegangen, dass das bereinigte EBIT einen leichten Rückgang verzeichnen würde.
Doch jetzt stellt man einen Einbruch im „niedrigen zweistelligen Prozentbereich“ in Aussicht.

Im Klartext bedeutet das, dass der Gewinn um mehr als 10% sinken wird.

Als Anleger kann man wohl nur hoffen, dass ich mit meiner These falsch liege und nicht noch mehr schlechte Nachrichten folgen.
Der vorgelegte Ausblick lässt jedenfalls die Vermutung zu, dass Hornbach nicht sonderlich gut mit dem inflationären Umfeld zurechtkommt.

Es ist zwar richtig, dass die Bewertung mit einem KGV von 7,4 außerordentlich niedrig bewertet ist.
Sollte der Gewinn aber nachhaltig sinken und die Profitabilität auf das Prä-Corona-Niveau fallen, hilft das wenig.

Chart vom 14.06.2022 - Kurs: 92,25 Kürzel: HBH - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.06.2022 – Kurs: 92,25 Kürzel: HBH – Wochenkerzen

Kurzfristig ist die Aktie nach dem massiven Sell-Off überverkauft, eine kurzfristige Erholung in Richtung 100 Euro ist also jederzeit möglich.
Für die Bullen wäre die Kuh allerdings erst dann vom Eis, wenn die Aktie wieder nachhaltig über 100 Euro steigt.

Übergeordnet sollte aber eher mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 80 Euro gerechnet werden.