Zalando Aktie Prognose Zalando: Bullenfalle? Es sieht danach aus!

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

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Seit dem Tief Ende September ist die Zalando-Aktie in der Spitze um über 80 Prozent gestiegen – und das in gerade einmal sieben Wochen. Doch auf einmal geht es wieder abwärts, obwohl der Gesamtmarkt bislang stabil bleibt. Was passiert hier gerade?

In unserer letzten Analyse vom 4. November hatten wir Zalandos Quartalsbilanz unter die Lupe genommen. Nach dem 3. Quartal hielt man zwar an der bestehenden Prognose fest. Aber die war im Juni massiv gesenkt worden. Und die Sache hat einen Haken: Zalando erklärte an diesem 3. November weiterhin, dass man beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 180 und 260 Millionen Euro erreichen wolle, obgleich in den ersten drei Quartalen insgesamt nur 40 Millionen zusammenkamen. Da muss ein perfektes Weihnachtsgeschäft her, um dieses Ziel zu erreichen. Und bei einer äußerst bescheidenen EBIT-Gewinnmarge von 0,6 Prozent (2021 waren es knapp 4,0 Prozent, 2020 4,4 Prozent) müsste wirklich viel gelingen.

Was in einem Umfeld wie derzeit überraschen würde. Das sahen auch viele Analysten so, die kurz nach den Zahlen angepassten Kursziele bewegten sich in einer Spanne zwischen 25 und 35 Euro. Die Folge war, dass die Zalando-Aktie eher mäßig positiv auf die Quartalsbilanz nebst bestätigtem Ausblick reagierte. Wirklich nach oben schoss der Kurs erst eine Woche später, ab dem 10. November. Aber wieso?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Kursrallye fiel mit der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten des Oktobers zusammen. Das war der Auslöser. Man setzte darauf, dass eine gebändigte Inflation und in deren Folge kleinere und nur noch wenige Zinsschritte der Notenbanken den Konsum wieder ankurbeln würden. Vor allem die alten Publikumslieblinge wurden daraufhin wie wild gekauft, da fanden sich Delivery Hero, HelloFresh, aber auch Zalando ganz oben auf der Kaufliste. Die Aktie legte in nur drei Handelstagen um in der Spitze 35 Prozent zu. Aber dann war es auf einmal vorbei.

Der Kurs hatte die Widerstandszone 29,92 zu 33,14 Euro überboten und am 14. November sogar über der 200-Tage-Linie geschlossen. Doch diese Linie wurde nur knapp und nur an diesem einen Tag überboten. Seither fällt Zalando stetig. Womöglich nur ein kurzer Rücksetzer vor dem nächsten Hausse-Schub, der dann endgültig die Wende bringt?

Darauf sollte man sich besser nicht verlassen. Denn wer da aktuell aussteigt oder auf die Short-Seite setzt, hat gute Argumente. Auf Basis dessen, was man derzeit als 2022er-Gewinn pro Aktie schätzt, ist die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis mit 240 abenteuerlich. Und sollte Zalando 2023 wieder kräftig beim Unternehmensgewinn zulegen und den Gewinn erreichen, den die Experten derzeit im Schnitt erwarten, wäre das Kurs/Gewinn-Verhältnis mit 75 immer noch zu hoch. Und es ist ja nicht nur das:

Dass die Argumente der Käufer zutreffen, sollte man zumindest mit einem Fragezeichen versehen, weil die Inflation bislang eben nicht im Griff ist und die Notenbanken nicht in Kürze die Zinsen wieder senken. Und nur Letzteres wäre geeignet, den vorherigen Konsum-Boom wiederzubeleben. Daher wäre sollte man zumindest einkalkulieren, dass das kein Rücksetzer ist, sondern die Aktie weiter nachgibt. Fiele mit Schlusskursen unter 27 Euro neben der jetzt wieder als Widerstand fungierenden Zone 29,92/33,14 Euro auch noch die 20-Tage-Linie, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht wieder in Richtung 19,18/20,94 Euro frei.

Zalando-Aktie: Chart vom 21.11.2022, Kurs 29,32 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

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Gestern schloss die Zalando-Aktie als Reaktion auf die Quartalsbilanz zwar im Plus. Aber im charttechnischen Gesamtbild war dieser Anstieg zu vernachlässigen. Und das, was Zalando an Ergebnissen vorlegte, war nicht geeignet, echte Begeisterung hervorzurufen.

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Der Umsatz stieg im dritten Quartal in Relation zum Vorjahresquartal nur marginal um knapp drei Prozent … angesichts der gestiegenen Preise enttäuschend. Und das galt auch für den Gewinn vor Steuern und Zinsen, das EBIT. Denn ja, hier blieben mit 13,5 Millionen Euro mehr hängen als im dritten Quartal 2021, als nur 9,8 Millionen erzielt wurden. Aber das Vergleichsquartal war auch ungewöhnlich schwach gewesen … und die durchschnittliche Erwartung der Analysten an das EBIT hatte deutlich höher, bei 17 Millionen, gelegen. Und netto sah es dann noch übler aus, da stand ein Verlust von 35,4 Millionen Euro zu Buche, im Vorjahresquartal waren es -8,4 Millionen gewesen.

Zwar hielt Zalando weiter an der im Juni dramatisch gesenkten Gesamtjahresperspektive eines EBIT zwischen 180 und 260 Millionen Euro fest. Aber da peilt man jetzt nur noch das untere Ende an, was genauso für die Umsatzprognose gilt, die man im Sommer auf nur noch +/-0 bis +3 Prozent zusammen gestrichen hatte. Man könnte angesichts des Anstiegs der Aktie behaupten, dass viele Anleger noch deutlich schlimmere Zahlen erwartet hätten. Aber denkbar wäre auch, dass manchen nicht klar ist, dass dieses Festhalten an der EBIT-Prognose von 180 – 260 Millionen sehr ambitioniert ist, denn:

Expertenmeinung: Summiert man das EBIT der ersten drei Quartale, kommt Zalando da bislang nur auf etwa 40 Millionen. Da müsste im Weihnachtsgeschäft viel gelingen, um die bestätigte Zielspanne zu erreichen, wenn man bedenkt, dass die EBIT-Gewinnmarge im dritten Quartal gerade mal bei 0,6 Prozent lag (für das Gesamtjahr 2021 lag sie bei knapp 4,0 Prozent). Und wenn man sich ansieht, wie sich die Verbraucherstimmung in Deutschland ebenso wie im größten Teil der Eurozone darstellt, wäre es eher überraschend, wenn man 2022 ein starkes Weihnachtsgeschäft mit konsumfreudigen Verbrauchern sehen würde.

So gesehen tut man sich schwer damit, in diesen Ergebnissen und Aussagen die Basis dafür zu sehen, dass sich der Zalando-Kurs nachhaltig aus seiner Seitwärtsbewegung lösen könnte, die seit einigen Monaten anhält. Aufgrund des niedrigen Kurslevels wirken die Bewegungen derzeit zwar auf prozentualer Ebene beeindruckend. Aber wenn man sieht, dass die gestrigen Käufe nicht ausreichten, um die Aktie auch nur über das Verlaufshoch der Vorwoche (25,78 Euro) zu heben, wird klar:

Bislang ist das ein Sturm im Wasserglas. Und um fest davon ausgehen zu können, dass da mehr gelingt, womöglich sogar mit Schlusskursen über 35,40 Euro ein Befreiungsschlag über die 200-Tage-Linie erreicht würde, dafür waren diese Ergebnisse einfach zu mager.

Zalando-Aktie: Chart vom 03.11.2022, Kurs 24,74 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Aktuell ist es kaum vorstellbar, dass Konsumenten sich angesichts der hohen Preissteigerungen mit Einkäufen beschäftigen. Auch das so wichtige bevorstehende Weihnachtsgeschäft bereitet dem Online-Handel bereits Sorgen. Doch die schlechten Erwartungen könnten bereits in den Kursen der Zalando-Aktie eingepreist sein.

Allein von August auf September ging es mit dem Papier um 40% nach unten. Angekommen am Tief vom Juni dieses Jahres scheinen sich die Bullen nun erstmals seit Wochen wieder ein Herz zu fassen. Der Kursschub zurück über die gebrochene Unterstützung war nicht von schlechten Eltern. Am Dienstag konnte der Titel mehr als 8% an Wert zulegen.

Expertenmeinung: Der Kursanstieg wird sowohl von Bullen als auch Bären getragen. Schnäppchenjäger kaufen die Aktie in der Hoffnung ein günstiges Angebot zu ergattern und Short-Seller decken gerade ihre Positionen ein, um die gemachten Gewinne abzusichern. Diese Kombination lässt Aktien kurzfristig enorm stark an Wert zulegen, wie wir dies bereits im August zu sehen bekommen haben. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf kurzfristig, denn eine nachhaltige Trendwende braucht mehr als nur einen kurzen für wenige Tage anhaltenden Kursschub. Kurzfristig orientierte Trader haben aktuell ihren Spaß, aber für langfristige Positionen ist es derzeit wohl noch zu früh. Die Trendwende ist noch nicht eingeleitet.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 04.10.2022 Kurs: 22.09 Kürzel: ZAL | Online Broker LYNX
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Mehrere Tage lang versuchte man, das Tief vom Juni bei 20,94 Euro zu verteidigen. Was wenigstens auf Schlusskursbasis vier Tage lang funktionierte. Gestern jedoch fiel diese Linie. Und sie war weit mehr als „nur“ das Juni-Tief, sondern ein Support, der bis 2015 zurück reichte.

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Das Verlaufstief des Jahres 2015 lag bei 21,12 Euro. Das Jahres-Verlaufstief 2018 lag bei 20,99 Euro. Und bis vor ein paar Tagen, als Zalando diesen Level intraday kurz unterbot, war das Juni-Tief bei 20,94 Euro der tiefste Stand des Jahres 2022. Jetzt ist diese Linie gefallen.

Es ist ja schon entmutigend genug, dass die Aktie des Online-Händlers immer wieder auf diesen Level zurückfällt. Und das, nachdem Zalando im Sommer 2021 noch über 100 Euro notiert hatte. Aber dieser Bereich um 21 Euro ist auch die letzte Unterstützung von dem bisherigen Rekordtief gewesen. Das wurde kurz nach dem Börsengang im Herbst 2014 bei 17,01 Euro erreicht.

Aus charttechnischer Sicht wäre der Weg dorthin jetzt frei. Und wenn man sich ansieht, wie gewaltig die Distanz bereits ist, die Zalando nach unten zurückgelegt hat, kommt es ja auf diese drei Euro auch nicht mehr an, die bis dorthin noch fehlen. Ein Test des Rekordtiefs wäre somit durchaus drin. Die Frage ist nur: Kann man dann endlich zugreifen? Jetzt, nachdem die Aktie billiger ist, als man sie bei der Erstzeichnung im Oktober 2014 bekommen hätte, als sie zu 21,50 Euro ausgegeben wurde?

Expertenmeinung: Da dürfte wohl der uralte Spruch greifen: Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden. Natürlich war bzw. ist das Konzept, Schuhe, Mode und Accessoires auf einer großen Plattform anzubieten, sehr gut. Das Wachstum wies jahrelang in die richtige Richtung. Und nach den Lockdowns begannen endlich auch die Gewinnmargen zuzulegen. 2020 und 2021 verdiente Zalando gutes Geld, das war ermutigend. Aber seither hat sich eben vieles geändert.

Jetzt ist Zalando in schwere See geraten. Steigende Kosten und immenser Druck auf die Geldbeutel der Verbraucher, das ist genau das, was Zalando nicht gebrauchen kann. Nicht umsonst wurde das Juni-Tief bei 20,94 Euro als Reaktion auf eine massive Gewinnwarnung erreicht. Da strich Zalando die bisherigen Prognosen massiv zusammen. Die Umsatzprognose wurde von zuvor +12 bis +19 auf +/-0 bis -3 Prozent gekappt, statt der zuvor angestrebten 430 bis 510 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) avisierte Zalando nur noch 180 bis 260 Millionen. Aber das war vor drei Monaten. Und bislang wurde ja nur die danach folgende Gegenbewegung nach oben wieder abverkauft.

Seither hat sich nichts zum Besseren verändert, im Gegenteil. Daher vermuten die Anleger, dass die Ergebnisse des dritten Quartals, die am 3. November anstehen, noch einmal schlechter ausfallen, auch die reduzierte Gewinnprognose nicht zu halten sein wird. Sollten sie sich irren, könnte die Aktie einen kräftigen Sprung nach oben machen. Aber es ist wahrscheinlich genug, dass man mit diesen Befürchtungen richtig liegt und es keine Argumente zum Kauf geben wird, auch auf diesem Level nicht, um zu konstatieren: Auch auf diesem Level ist diese Aktie ein fallendes Messer, in das man besser nicht hineingreift.

Zalando-Aktie: Chart vom 22.09.2022, Kurs 20,00 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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„Höhere Profitabilität im 2. Halbjahr 2022 erwartet“, diese Aussage im Zuge der Bilanz dürfte der Grund gewesen sein, warum die Zalando-Aktie als Reaktion auf fatal schwache Zahlen einen Kurssprung hinlegte. Doch der ist mittlerweile abverkauft … und Schlimmeres droht.

Trotz der inflationsbedingt höheren Preise war der Umsatz des Online-Händlers Zalando im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres gefallen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) brach um 58 Prozent weg, netto belief sich der Gewinnrückgang sogar auf 88 Prozent. All das war schwächer als seitens der Analysten erwartet. Ein übles Bild also, das da für das Frühjahrsquartal ausgewiesen wurde.

Aber Zalando hatte ja bereits Ende Juni auf ein schlechter als zuvor gedacht gelaufenes Geschäft hingewiesen und die Gesamtjahresprognose deutlich zurückgefahren. So avisierte man nur da nur noch ein Umsatzwachstum zwischen 0 und 3 Prozent, zuvor hatte die Prognose bei 12 bis 19 Prozent gelegen. Das EBIT-Ziel, zuvor zwischen 430 bis 510 Millionen Euro angesetzt, wurde auf 180 bis 240 Millionen zusammengestrichen.

Daher dachten sich einige, dass die Aussage im Zuge dieser am 4. August vorgelegten Ergebnisse, dass man an dieser (gesenkten) Prognose festhalte, bedeutet, dass die Krise im Griff und das Tal der Tränen durchschritten sei. Das war der Grund, warum die Aktie an diesem Tag einen solchen Satz nach oben machte. Aber was war der Grund, weshalb Zalando mittlerweile wieder tiefer notiert als vor den Zahlen?

Expertenmeinung: Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich nicht alle auf den schönen Schein dieser Formulierung „höhere Profitabilität im 2. Halbjahr 2022 erwartet“ und die Bestätigung der gesenkten Prognose verließen, sondern genauer hinschauten. Was womöglich auch dadurch motiviert wurde, dass sich die Reaktionen der Analysten auf die Zahlen hielten. Die drei Experten, die ihre Kursziele anpassten, taten das nur geringfügig und bewegten sich in der Region zwischen 34 und 43 Euro. Nicht gerade ein Indiz für eine große Aufwärtswende.

Der Haken bei Zalandos Aussage, dass die Profitabilität im zweiten Halbjahr wieder anziehen werde, besteht aus zwei Aspekten. Zum einen müssten die Verbraucher da ja mitspielen. Und bislang sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Zum anderen muss die Profitabilität sogar ganz erheblich zulegen, denn nachdem Zalando im ersten Quartal auf EBIT-Basis sogar einen Verlust ausgewiesen hatte, summiert sich das im ersten Halbjahr insgesamt erreichte EBIT nur auf knapp 26 Millionen. Um da noch bis zum Jahresende auf diese gesenkte Prognose von 180 bis 240 Millionen zu kommen, müsste vieles besser werden.

Nüchtern betrachtet wird das mit der Wende seitens der Zahlen also nicht leicht, warum also sollten die Anleger bei der Aktie vorgreifen? Das zumindest dachten sich diejenigen, die in den Kurssprung hinein verkauften. Zunächst reichte das nur, um den Aufwärtsdrang des Kurses zu stoppen und dadurch zu verhindern, dass sich die Aktie aus dem leicht ansteigenden, kurzfristigen Trendkanal heraus nach oben absetzen konnte. Aber mittlerweile kommt mehr Druck auf, die Aktie verlor in den vergangenen Handelstagen deutlich an Boden. Das führte dazu, dass der Anstieg über die Widerstandslinie bei 29,91 Euro zur Bullenfalle wurde … und dass der Kurs jetzt auf der unteren Begrenzung dieses Aufwärtstrendkanals aufgesetzt hat.

Sollte diese gestern präzise erreichte Linie fallen, wäre klar, dass dieser Aufwärtstrendkanal eine „bear flag“ war, eine Konsolidierung im Abwärtstrend. Und angesichts der Zweifel, die man in Bezug auf die Erreichbarkeit der aktuellen Gewinnprognose hegen könnte, wäre es dann nicht überraschend, wenn sich die Bären die Zalando-Aktie wieder vorknöpfen und den Kurs an und ggf. eben auch unter das bisherige Jahrestief bei 20,94 Euro drücken würden.

Zalando Aktie: Chart vom 18.08.2022, Kurs 27,09 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Morgen steht das Ergebnis des 2. Quartals bzw. des ersten Halbjahrs beim Online-Händler Zalando an. Das Chartbild zeigt: Die Trader erwarten Unerfreuliches. Aber besser wäre, erst einmal zu schauen, was da kommt, denn die Aktie könnte unerwartete Sprünge machen.

Seit einigen Tagen ist die Zalando-Aktie mal wieder Stammgast in der DAX-Verliererliste. Dabei drehte sie genau dort nach unten ab, wo man es erwarten musste, wollte man die vorherige Erholung als reine Konsolidierung in einem intakten Abwärtstrend ansehen: an der Widerstandslinie bei 29,92 Euro, dem Monatstief vom Mai. Und da morgen die Bilanzahlen kommen, was könnte darauf anderes folgen als ein erneuter Abriss, ein Test des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 20,94 Euro? Das könnte so kommen. Das Tief könnte sogar brechen, aber …

… es könnte auch das Gegenteil passieren, denn Zalando hat eigentlich schon „vorgesorgt“, indem man am Abend des 23. Juni eine grobe Einschätzung des 2. Quartals lieferte und dabei zugleich die bisherige 2022er-Prognose heftig zusammenstrich.

Das Frühjahresquartal werde deutlich unter den allgemeinen Erwartungen liegen, aber immerhin noch profitabel gelaufen sein, so Zalando Ende Juni. Was das Gesamtjahr anging, senkte man die Umsatzprognose massiv von zuvor +12 bis +19 auf nur noch +/- 0 bis +3 Prozent. Die Gewinnprognose vor Steuern und Zinsen (EBIT) wurde von zuvor 430 bis 510 auf 180 bis 240 Millionen gekappt. Das war ein Wort. Und die Aktie reagierte damals auch entsprechend heftig … anfänglich.

Expertenmeinung: Denn der Tag mit dem bisherigen Jahrs-Verlaufstief, das war der 24. Juni, der Tag, an dem die Marktteilnehmer auf diese Prognose-Senkung reagieren konnten. Ein Tag, der als lange grüne Kerze endete, denn die Aktie holte die anfangs massiven Verluste im Tagesverlauf auf, schloss gerade einmal 1,7 Prozent im Minus und begann danach die Stabilisierung, die in die jüngste, auf Höhe des Mai-Tiefs abgewiesene Erholung mündete. Was bedeutet:

Die Marktteilnehmer wissen längst Bescheid, dass bei Zalando der Baum brennt. Und wenn man sich den Verlauf der Erholung ansieht, die genau auf Höhe der nächsten, größeren Hürde endete, sieht das nicht nach Käufen durch von der Wende überzeugten Investoren aus, sondern nach einer Kombination aus rein charttechnisch basierten, kurzfristig ausgerichteten Long-Trades und einigen Short-Eindeckungen. Und dass der Kurs jetzt wieder nachgibt, im Vorfeld der Zahlen, deutet zudem an, dass viele bereits prophylaktisch den Kopf einziehen.

Zalando-Aktie: Chart vom 02.08.2022, Kurs 26,12 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Was hieße, dass man nicht einfach unterstellen kann, dass da allzu viele, die darauf bauen, dass sich die Lage womöglich besser entwickelt als gedacht, bereits eingestiegen sind. So gesehen wäre es zumindest naheliegend, dass die Zalando-Aktie nur dann wirklich erneut wegbricht, wenn das Unternehmen die dramatisch gesenkte Prognose noch einmal nach unten nehmen müsste. Und wenn so wenige bereits auf Verdacht Long gegangen sind, kann es bei akzeptablen Zahlen leicht dazu kommen, dass die Aktie in Sachen Mai-Tief einen neuen Anlauf unternimmt!