Zalando Aktie Prognose Zalando: Hält wenigstens das Allzeittief von 2014?

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

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Die Zalando-Aktie startete ebenso schwach ins Jahr 2024 wie in den gestrigen, ersten Handelstag der zweiten Börsenwoche, das kurz nach dem Börsengang markierte Rekordtief kam immer näher. Aber dann gelang ein Intraday-Turnaround. Die Frage ist: Was ist der wert?

Bei ehemaligen „Mode-Aktien“, von denen viele lange dachten, dass man die auf jeden Fall im Depot haben müsse, scheinen sich die Analysten besonders schwer zu tun, ihre Kursziele einer veränderten, negativen Gemengelage anzupassen. Das sehen wir bei weitem nicht nur bei Zalando. Erst gestern kam von Bernstein Research die erste Einstufung, die mit Kursziel 18 Euro den Verkauf anrät. Nach einem derart dramatischen Abstieg um über 80 Prozent ist das dann auch nicht mehr hilfreich, schien die Trader aber hinreichend zu beunruhigen, um die Aktie des Online-Händlers zum Handelsstart noch weiter zu drücken.

Wenige Tage nach dem am 1. Oktober 2014 erfolgten Börsenstart notierte die Zalando-Aktie bei 17,01 Euro. Das ist das bisherige Tief. Würde der Kurs dorthin zurückkehren, wäre das wie ein Zeichen, dass man wieder bei null anfängt, dass all die Jahre, in denen Zalando gewachsen und mühsam um positive Margen gerungen hat, jetzt wie ausgelöscht sind. Das ist zwar mit Blick auf den gegenüber damals verfünffachten Umsatz im Prinzip Unsinn, aber was für die Trader zählt, ist letztlich nur der Gewinn pro Aktie. Sollte der wegbrechen, rote Zahlen auftauchen, dann wären diese 17,01 Euro womöglich nicht einmal das Ende des Abstiegs. Aber ob es so kommt, ist zumindest aktuell noch völlig offen, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Im Zuge der Ergebnisse zum dritten Quartal hatte Zalando seine EBIT-Prognose (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 300 bis 350 Millionen Euro für 2023 bestätigt. Käme es so, wäre ja auch netto ein Gewinn zu erwarten. Das Problem dürfte sein, dass die Anleger nicht so recht glauben, dass diese am 1.11. bestätigte Prognose eintrifft. Und sie zweifeln zudem daran, dass 2024 ein Konsumumfeld entstehen könnte, das Zalandos Gewinnmargen wieder in Fahrt bringt. Aber wie es aktuell aussieht, wie Zalando 2024 selbst einordnet, weiß man ja bislang nicht. Der offizielle Bilanztermin für das vierte Quartal ginge mit dem Jahresabschluss zusammen und stünde am 13. März an. Es könnte zwar Vorab-Zahlen geben. Aber sicher ist das nicht … und selbst wenn es dazu käme, man wüsste nicht, wann.

In einem derart von Unsicherheit geprägten Umfeld sind der Trend und damit die chart- und markttechnische Lage entscheidend. Und nachdem der Start ins neue Jahr von Abgabedruck geprägt war und der Kurs dadurch aus der seit Oktober geltenden Handelsspanne nach unten herausfiel, hätte man am Montagmorgen wohl wenig darauf gewettet, dass Zalando dieses bisherige Rekordtief bei 17,01 Euro nicht bald anlaufen wird. Aber dann drehte die Aktie und schloss 1,5 Prozent im Plus. Läuft das unter dem Motto „die Hoffnung stirbt nie“? Könnte das der Weckruf für eine Rallye, womöglich gar für die Aufwärtswende gewesen sein?

Zalando Aktie: Tageschart vom 08.01.2024, Kurs 19,345 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Tageschart vom 08.01.2024, Kurs 19,345 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Unmöglich ist an der Börse zwar nichts, aber momentan wäre zwar eine Gegenbewegung nach oben, zurück in die zwischen 19,88 und 24,02 Euro verlaufende Seitwärtsspanne denkbar, mehr aber nicht.

Es kann sehr gut sein, dass einige ihre Short-Trades an diesem neuen, mehrjährigen Tief eindeckten oder ein paar Hoffnungsvolle zugriffen, als neben der oben erwähnten „Verkaufen“-Einstufung heute auch ein „Kaufen“-Rating der Royal Bank of Canada mit dem Kursziel 44 Euro kam. Aber dass damit das niedrigste und das zweithöchste aller Kursziele an einem Tag eintrudelten, unterstreicht nur, dass niemand wirklich weiß, wie sich Lage und Perspektive bei Zalando darstellen. Und solange man dem Bären-Lager nicht mit harten Zahlen belegt, dass es auf dem falschen Dampfer ist, wären Gegenbewegungen zwar immer drin, eine echte Trendende nach oben aber nicht.

Zalando Aktie: Wochenchart vom 08.01.2024, Kurs 19,345 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Wochenchart vom 08.01.2024, Kurs 19,345 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Quellenangaben:
Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/zalando

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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

Eine gewaltige Hausse, dann ein großes Doppeltopp, der Abstieg unter den Ausgangspunkt der Hausse, ein Kurs, der derzeit fast 80 Prozent unter dem Rekordhoch liegt: Kann es für die Anleger bei Zalando 2024 eigentlich nicht nur besser werden?

Während die meisten Branchen durch die Corona-Phase massiv litten, lief es für den Onlinehandel natürlich hervorragend. Dass man diese Dynamik in die Wachstumsphase nach Ende der Corona-Beschränkungen hinüberretten werde, galt bis zum Sommer 2021 noch als ausgemachte Sache. Aber statt Wachstumsphase kamen Materialengpässe, steigende Kosten und verunsicherte Verbraucher. Die Gewinnmargen, die man im Zuge der Hausse der Zalando-Aktie noch als im positiven Terrain zementiert ansah, gerieten wieder ins Rutschen.

Aber ist jetzt nicht längst ein „Worst Case-Szenario“ eingepreist, so dass der Weg nach unten langsam zugestellt sein müsste? Da sollte man vorsichtig sein. Denn wenn die Leitzinsen sinken, was man als potenziellen „Booster“ für den Konsum ansieht, kann es leicht erst einmal noch schlimmer werden, bevor es besser wird. Warum?

Expertenmeinung: Weil Kredite ja nicht nennenswert billiger sind, wenn die Zinssenkungen beginnen, sondern erst am Ende des Zinssenkungszyklus. Daher werden viele Konsumenten tendenziell warten, bis die Kredite und mit ihnen natürlich idealerweise auch die Preise deutlich niedriger sind, bevor sie vermehrt kaufen.

Zalando Aktie: Chart vom 20.12.2023, Kurs 23,12 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 20.12.2023, Kurs 23,12 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Da noch nicht einmal gesichert ist, dass die Inflation in den kommenden Monaten noch weiter und damit weit und stabil genug sinkt, um den Beginn von Zinssenkungen zu ermöglichen, könnten wir da über eine Zeitspanne reden, die zumindest die erste Hälfte des kommenden Jahres zu einem schwierigen Terrain für Einzelhändler macht, eventuell könnte das sogar das gesamte Jahr 2024 betreffen.

Vieles davon mag bereits in der Zalando-Aktie eingepreist sein, aber zum einen kann eine solche Gemengelage leicht dazu führen, dass der Druck auf die Margen noch stärker wird, als man das bislang mehrheitlich annimmt. Zum anderen würde das nur das Potenzial der Aktie nach unten limitieren, den Weg nach oben aber nicht freigeben. Denn ob man hier bereits zu viel „Krise“ im Kurs eingepreist hat, ist zumindest fraglich.

Gelingt es der Aktie, sich aus der derzeit die Seitwärtsspanne nach oben begrenzenden Zone zwischen 23,82 zu 24,67 Euro nach oben zu lösen, wäre das in diesem Umfeld daher eher ein bullisches Signal für flexible, risikofreudige Trader und nur mit einem ganz großen „Vielleicht“ eine Einstiegsbasis für mittelfristige Investments. Denn ja, es könnte eben durchaus erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird.

Seit Zalando den Abstieg im Sommer 2021 ins Tal der Tränen begann, kam es immer wieder zu Hoffnungsrallyes. Aber seit die letzte große Gegenbewegung im Februar endete, werden die Ausschläge immer schwächer. Und dass selbst jetzt nichts vorangeht, ist bezeichnend.

„Black Friday“, Weihnachtsgeschäft … eigentlich müssten sich die Anleger gerade im Zuge dieser wichtigsten Einzelhandels-Phase des Jahres voller Optimismus auf die Zalando-Aktie stürzen. Zumal der Onlinehändler zwar im Zuge der Bilanz zum dritten Quartal die Umsatzerwartung senkte, aber an der Gewinnerwartung festhielt. Doch der Chart zeigt es: Da geht nichts voran. Und das, obwohl der DAX gerade an sein bisheriges Rekordhoch klopft.

Wenn man sich daraufhin die Frage stellt, wann diese Aktie denn drehen soll, wenn nicht jetzt, in der für steigende Kurse typischen Saison und mit Rückenwind des Index, muss man schon länger nach einer Antwort suchen. Die letzten Endes nur lauten kann:

Expertenmeinung: Wenn Zalando nicht nur einen starken Weihnachtsumsatz berichtet, sondern steigende Margen und einen bullischen Ausblick auf 2024. Der allerdings ebenso vor allem weiter steigende Gewinnmargen beinhalten müsste. Dann könnte das Eis brechen. Aber so optimistisch der Aktienmarkt insgesamt derzeit auch wirkt: Die Anleger können derzeit nicht erkennen, dass der Konsum auf frühere Levels zurückkehrt. Und das Problem hier ist zudem:

Bevor die Ergebnisse des laufenden Quartals nicht auf dem Tisch liegen, heißt es: Im Zweifel für den Trend … und der weist eben nicht nur bislang noch abwärts, er hat in den vergangenen Tagen auch noch eine Bestätigung erfahren, denn:

Zalando Aktie: Chart vom 04.12.2023, Kurs 22,25 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 04.12.2023, Kurs 22,25 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Die steile, im Februar etablierte Abwärtstrendlinie kann die Aktie nicht ewig führen, denn diese Linie würde im September 2024 die Nulllinie kreuzen. Ein Ausbruch muss also kommen. Und warum nicht jetzt, in einer Phase, in welcher ein starkes Chartsignal entscheidend mithelfen würde, die derzeit eher düstere Stimmung in Sachen Weihnachtsgeschäft durch eine Rallye aufzuhellen. Doch nachdem bereits Mitte November ein Versuch scheiterte, diese Abwärtstrendlinie zu überwinden, die damals zusammen mit der Widerstandszone 23,82/24,02 Euro ein markanter Kreuzwiderstand war, misslang gestern ein erneuter Versuch. Zwar endete das nicht gerade mit einem Selloff, so dass die Käufer es gleich heute oder in den kommenden Tagen noch einmal versuchen könnten, aber:

Es liegt ja nicht an ihnen allein, das bärische Lager müsste die Käufer auch „machen lassen“. Und da man die im Oktober begonnene, nur marginal aufwärts gerichtete Seitwärtsbewegung allemal auch als konsolidierende Flagge in einem Abwärtstrend sehen kann, die über kurz oder lang nach unten verlassen wird, dürften die Bären die beiden Ankerpunkte bei 19,88 (der 2023er-Verlaufsanstieg) und 19,18 Euro (das 2022er-Verlaufstief) im Blick behalten. Und sie, wenn sich die Bullen jetzt nicht umgehend stärker präsentieren, auch aktiv in Angriff nehmen.

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 01.11.2023:
https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-Ergebnis-Q3-23

Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/zalando

Derzeit bewegen sich die Investoren in Sachen Zalando auf unsicherem Terrain. Einerseits ist der Druck auf den Gewinn gar nicht so dramatisch, andererseits stellt sich die Frage, ob er es womöglich noch wird. Das Ergebnis: eine Aktie am charttechnischen Scheideweg.

Jahrelang bewegte sich die Bewertung der Zalando-Aktie nahe am oder sogar im KGV-Bereich um 100. Der Grund für die so untypisch hohe Bewertung des Online-Händlers war, dass der Umsatz stetig zulegte, der Gewinn sukzessiv nachzuziehen schien und man der Aktie deshalb den „Amazon-Bonus“ zubilligte: Wenn Zalando erst einmal groß genug ist, um zu dominieren, kommen die großen Gewinne von alleine, sagten sich viele.

Mit der Corona-Phase schien es auch so zu laufen. Aber bevor überhaupt absehbar war, was nach dieser Zeit vom „Lockdown-Schub“ des Onlinehandels übrig bleiben würde, kamen Lieferengpässe, steigende Transportkosten und, vor allem, die Inflation, was wiederum ein untypisches Umfeld entstehen ließ. Jetzt waren die Verbraucher nicht wegen Corona beunruhigt, sondern wegen ihres Geldes. Und das ist für jeden Händler, egal ob online oder nicht, problematisch.

Aber was, wenn wieder ein „normales“ Konsumumfeld herrscht? Dann könnte der Unternehmen beim Gewinn pro Aktie durchstarten. Dass Zalando Anfang November die Umsatzprognose von ursprünglich -1 bis +4 auf -0,5 bis -3 Prozent senkte, aber trotzdem am Ausblick festhielt, 2023 ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 300 bis 350 Millionen Euro zu erreichen wirkt, als habe man die Kosten so weit gedrückt, dass man bei anziehenden Umsätzen umgehend weit mehr verdienen würde. Die Optimisten gehen genau davon aus. Das Problem:

Expertenmeinung: Es gibt auch noch diejenigen, die auf der Gegenseite stehen. Und deren Argumente lassen sich auch nicht einfach von der Hand weisen. Hier wird argumentiert, dass sich erst einmal herausstellen müsse, ob Zalando die avisierten 300 bis 350 Millionen Euro im 2023er-EBIT wirklich erreicht. Und man stellt zu Recht die Frage: Wann wäre denn ein „normales“ Konsumumfeld wieder gegeben? Wenn die Inflation vom Tisch ist und die Leit- und Kreditzinsen fallen, pflegen die Verbraucher normalerweise mit neuen Krediten abzuwarten, bis diese Zinsen nahe am Tief sind und legen nicht gleich los, wenn ein Ratenkredit erstmals einen Viertelpunkt billiger wird. Und das ist in Europa, wo die Verschuldung sehr hoch ist, ein wichtiger Faktor.

Wer hat recht? Das kann nur die Zukunft zeigen, zumal die weite Spanne zwischen 18 und 54 Euro bei den neuen Kurszielen, die nach der Bilanz von den Analysten vergeben wurden, klarmacht: Auch bei den Experten scheiden sich die Geister, wie es weitergeht. Aber die Trader sehen die Aktie jetzt an einem Punkt, an dem sie sich entscheiden müssten – Long oder Short?

Zalando Aktie: Chart vom 16.11.2023, Kurs 23,06 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 16.11.2023, Kurs 23,06 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Immer dann, wenn die Rahmenbedingungen weder grün noch rot signalisieren, ist die Charttechnik von besonderer Relevanz. Denn hat man nichts sonst, woran man sich orientieren kann, folgen viele einfach der kurzfristigen Tendenz. Was hieße: Je nachdem, in welche Richtung die Aktie ausbricht, würden die Trader normalerweise folgen und die Bewegung damit zumindest kurzfristig intensivieren. Wo liegen da die Ankerpunkte?

Auf der Oberseite müsste die Aktie für einen Ausbruch über dem Verlaufshoch der Vorwoche schließen, das bei 24,67 Euro lag. An diesem Punkt schien der Befreiungsschlag über den Kreuzwiderstand aus der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und Tiefs der Monate Juni und Juli im Bereich 23,80/24,02 Euro bereits gelungen zu sein, bevor der Kurs dann doch noch abgefangen wurde. Kommt es zu einem erneuten Anlauf, der nicht abgefangen wird, wäre das ein markant bullisches Signal.

Auf der Unterseite wäre ein Schlusskurs unter 20,50 Euro ein starkes Indiz für weiter fallende Notierungen. Da wäre die Aktie dann aus der konsolidierenden Flagge innerhalb des Aufwärtstrends heraus und unter das Vorwochen-Verlaufstief bei 20,92 Euro gefallen, das würde indizieren, dass das bullische Lager hier entweder zu schwach oder zu unentschlossen ist, um dem Fortbestand des Abwärtstrends einen Riegel vorzuschieben.

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 01.11.2023:
https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-Ergebnis-Q3-23

Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/zalando

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Schafft es die Aktie des deutschen Einzelhändlers bis Jahresende noch die Bären abzuschütteln? Das fragen sich wohl einige Anleger, denn nach wie vor befindet sich die Zalando-Aktie in einem bestätigten Abwärtstrend. Seit Monaten sehen wir hier eine Folge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.

Zuletzt wurde die Unterstützung bei 23.82 EUR deutlich nach unten verletzt. Hierdurch wurde ein neues Verkaufssignal ausgelöst und ließ die Kurse eine weitere Etage nach Süden abrutschen. Somit wird diese Ebene zu einer bedeutenden Widerstandsebene, welche in den letzten Wochen bereits einige Male getestet, aber nicht zurückerobert werden konnte. Somit bleibt das Papier vorerst in einer bärischen Trendphase.

Expertenmeinung: Das einzig positive Signal ist die Tatsache, dass das Handelsvolumen dieser Tage deutlich anzog, die Kurse aber nicht mehr weiter gefallen sind. Zumindest die psychologisch wichtige Marke bei 20 EUR konnte vorerst gehalten werden.

Dies wäre auch die Grundvoraussetzung, um überhaupt noch auf den Gedanken einer möglichen Jahresendrallye zu kommen. Darunter sollte es also auf keinen Fall mehr gehen. Um den Turbo zu starten, wäre ein Schlusskurs oberhalb der Marke von 23.82, besser sogar 24.00 EUR notwendig. Das könnte zumindest vorübergehend für eine deutliche Erholung der Aktie sorgen.

Aussicht: BÄRISCH

Zalando Aktie: Chart vom 10.11.2023, Kurs: 21.42 EUR Kürzel: ZAL| Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 10.11.2023, Kurs: 21.42 EUR Kürzel: ZAL| Quelle: TWS

Erst runter, dann rauf, dann doch deutlich runter: Das beschreibt den gestrigen Verlauf der Zalando-Aktie, nachdem Mittwochabend das Ergebnis des 3. Quartals nebst Senkung von Teilen der Prognose vorgelegt wurde. Dass am Ende „runter“ stand, wundert nicht, denn:

Auch, wenn der Rückgang des Umsatzes von 3,2 Prozent im Vorfeld erwartet wurde … und auch, wenn das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT (d.h. der Gewinn vor Zinsen und Steuern) mit 23,2 Millionen Euro gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres deutlich stieg, als nur 13,5 Millionen erzielt wurden: Das Gesamtbild wirkte wie eine Art kontrollierter Rückzug in Trippelschritten. Denn bislang wollte Zalando ja aufs Gesamtjahr gerechnet wachsen:

Die Prognose nach dem ersten Quartal lautete auf ein Umsatzwachstum zwischen +4 und -1 Prozent, nach dem zweiten Quartal sah man da dann die untere Hälfte der Spanne, jetzt peilt man -0,5 bis -3 Prozent an. Zwar hielt der Online-Händler weiter an der EBIT-Prognose von 300 bis 350 Millionen Euro für 2023 fest. Was weit mehr wäre als die knapp 185 Millionen 2022, aber weit weniger als das 2021er-EBIT von 468,4 Millionen. Aber so mancher Investor, der mal nachgerechnet hat, dürfte ein Problem gesehen haben:

Expertenmeinung: Da im ersten Quartal kein Gewinn auf EBIT-Basis erreicht wurde, addieren sich da bislang die starken 144,8 Millionen des Frühjahrsquartals und die jetzt gemeldeten 23,2 Millionen zu 168 Millionen Euro. Um die avisierten 300 bis 350 Millionen zu erreichen, müsste das laufende Quartal also immens gut laufen, sprich die Verbraucher müssten Richtung Weihnachten die Geldbeutel weit öffnen und ausgeben, was sich da noch findet. Und noch etwas könnte aufgefallen sein:

Zalando betitelte den Quartalsbericht zwar mit „Zalando investiert in Inspiration, Logistik und Technologie für zukünftiges Wachstum“. Die Investitionen, die bislang für 2023 mit 300 bis 380 Millionen Euro anvisiert wurden, sollen jetzt aber nur noch 260 bis 300 Millionen betragen. Der Nettoinvestitionsaufwand lag im 3. Quartal bei 70,4 Millionen Euro, im Vorjahresquartal waren es noch 77,0 Millionen gewesen. Das stützt natürlich den Gewinn, aber es erweckt zugleich nicht den Eindruck, als sei das Unternehmen davon überzeugt, dass sich das Geschäft in Kürze deutlich beleben wird.

Wozu auch der Blick auf die Kunden keinen Anlass geben würde. Die Zahl der aktiven Kunden sank zum Vorjahresquartal leicht von 50,2 auf 50,1 Millionen. Die Zahl der Bestellungen ging von 58,8 Millionen im Vorjahr auf 54,5 Millionen zurück.

Der kurze Ausflug ins Plus, womöglich auch befeuert durch Analysten, die auf Basis dieser Ergebnisse trotzdem den Daumen hoben, spielte sich unter eher moderatem Volumen ab. Die beiden größeren Abwärtsschübe, die die Aktie am Ende mit einem markanten Minus ins Handelsende schickten, hatten weitaus mehr Volumen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie das 2022er-Jahrestief bei 19,18 Euro, vor dessen Test man sich Anfang Oktober noch hatte retten können, doch noch ansteuert.

Solange offen bleibt, wie dieses vierte und insgesamt wichtigste Quartal laufen wird, könnte dieser Support zwar grundsätzlich halten. Aber manchmal reicht auch schon der Eindruck von scheibchenweise gesenkten Prognosen, um die Bullen nervös und die Bären „hungrig“ genug zu machen, um solche Chartmarken zu brechen. Fazit: Die Aktie bleibt ein fallendes Messer, in das hinein zu greifen man sich lieber dreimal überlegen sollte.

Zalando Aktie: Chart vom 02.11.2023, Kurs 20,86 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 01.11.2023:
https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-Ergebnis-Q3-23