Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Boeing: Entscheidung ist fällig – verlieren die Bullen das Ringen?

Man sagt, Anleger kämen vor allem mit Unsicherheit nicht zurecht. Das trifft den Kern der Sache aber nicht, denn im Gegenteil ist Unsicherheit am Aktienmarkt ein Teil der Normalität. Womit man wirklich schwer zurande kommt, ist ein Damoklesschwert. Eine Bedrohung, die vorhanden und greifbar ist, von der man aber nicht weiß, ob und wie sie sich auswirkt. Das gilt zumindest so lange, bis mehr und mehr Marktteilnehmer sich an diese Drohkulisse gewöhnen und zu dem Schluss kommen, dass etwas, was lange genug nicht eingetreten ist, auch nicht mehr eintreten wird.

Das weiterhin mögliche Scheitern des Handelskrieges USA/China wäre hierfür ebenso ein Beispiel wie der BrExit. Und Boeing. Nur ist das Damoklesschwert, das über Boeing schwebt, noch relativ neu. Hier gibt es diesen Gewöhnungseffekt nicht. Noch nicht? Das kommt auf zwei Dinge an.

Erstens darauf, ob sich herausstellt, dass dem Flugzeugbauer die Verantwortung an den beiden Abstürzen von Boeing 737 MAX 8-Maschinen zuzurechnen ist. Und zweitens, ob die Leerverkäufer, die „Bären“, sich die Aktie vorknöpfen. Denn letzteres dürfte bislang, wenn dann erst in moderatem Ausmaß der Fall sein.

Die Aktie stellte zwar am Montag den Top-Verlierer im Dow Jones. Das lag aber vor allem daran, dass das Unternehmen am Wochenende mitteilte, man wolle die monatliche Produktion der 737 MAX-Modelle von 52 auf 42 Maschinen pro Monat kürzen. Gesetzt den Fall, diese Kürzung würde ein Jahr anhalten, hieße das eine Minderproduktion von 120 Maschinen – das ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass Boeing 2019 anpeilt, um die 900 Maschinen auszuliefern.

Viele Bestellungen dieses weit verbreiteten Flugzeugmodells sind derzeit storniert oder eingefroren. Und man weiß nicht, ob es dabei bleibt. Im Gegensatz zu Bank of America und von Barclays ihre Kursziele für die Aktie, wenngleich diese jetzt mit 420 und 417 US-Dollar immer noch klar über dem aktuellen Kursniveau liegen.

Aber die kurzfristig entscheidende Frage bleibt, ob die Short Seller zuschlagen. Das dürften sie dann, wenn der Kurs unter die wichtige Supportlinie fallen würde, die unmittelbar nach dem zweiten Unglück im März gehalten werden konnte: die 200-Tage-Linie.

Chart auf Wochenbasis vom 08.04.2019, Kurs 374,52 US-Dollar, Kürzel BA | LYNX Aktienempfehlungen

Sie sehen im Chart, dass die Meldung über die Produktionskürzung den Versuch einer Aufwärtswende torpedierte. Und das auf Höhe von zwei Charthürden, einmal des markanten Topps von Anfang Oktober 2018 und zum anderen an der für US-Trader wichtigen 100-Tage-Linie.

Rational betrachtet könnten die Anleger sich sagen: Sobald die Korrekturen an den Maschinen vorgenommen wurden und die alle wieder fliegen, wäre die Gefahr eines plötzlichen Kurseinbruchs gebannt, denn bis klar wird, ob Boeing die Verantwortung für die beiden 737 MAX 8-Unglücke trägt, können Monate, womöglich Jahre vergehen. Aber:

Sollte es den Bären gelingen, die Aktie auf ein neues Jahrestief, unter die aktuell bei 360 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie, zu drücken, würden solche Gedanken wohl gar nicht erst aufkommen und die Zahl der Short Seller schnell zunehmen. Gelänge der Ausbruch über 400 US-Dollar, wäre die Kuh für die Bullen erst einmal vom Eis. Aber unter 360 US-Dollar wären die Bären am Zug und der Weg aus charttechnischer Sicht zunächst bis an die 2016er-Aufwärtstrendlinie bei 315 US-Dollar, danach an das 2018er-Tief bei 292 US-Dollar frei. Eine spannende Konstellation, die man im Auge behalten sollte!

Chart auf Tagesbasis vom 08.04.2019, Kurs 374,52 US-Dollar, Kürzel BA | LYNX Aktienempfehlungen

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