Indexanalyse:
DAX: Angst kauft … aber das wissen auch die Bären

Aktuelle Analyse des DAX Index

Nach dem Kursanstieg des vergangenen Donnerstags waren sich viele sicher: Die wichtige, schon Anfang Juni getestete DAX den Vortagesgewinn großenteils wieder ab. Am Montag versuchten die Bullen erneut, den Index von der 200-Tage-Linie weg zu bekommen, starteten mit einem Aufwärts-Gap … doch der DAX schloss im Minus.

Gestern führte das zu Anschlussverkäufen. Und am frühen Nachmittag schien klar: Der Index wird diesen wichtigen Durchschnitt der letzten 200 Handelstage, der aktuell bei 11.648 Punkten verläuft, wohl nicht halten. Kurzzeitig war sogar das Vorwochen-Verlaufstief von 11.560 Punkten unterboten … und dann geschah das „Wunder“:

Die US-Börsen explodierten kurz nach US-Handelsstart und zogen den DAX im Kielwasser mit. Kurz nach 15:30 Uhr wies der Dow Jones ein Minus von 60 Punkten aus. Als die erste Handelsstunde dort vorüber war, notierte er bis zu 600 Punkte höher. Am deutschen Aktienmarkt liefen viele nur zu gerne hinterher, immerhin bot sich so die Chance, das Ruder im letzten Moment doch noch herumzureißen, die 200-Tage-Linie zu retten. Was vor allem manchem großen Akteur am Terminmarkt wie ein Wunder vorgekommen sein dürfte, der kurz davorstand, sich mit Blick auf die übermorgen anstehende Abrechnung der Aktien- und Indexoptionen am Terminmarkt auf eine Schieflage einzustellen.

Dass dieser Abrechnungstermin an der Terminbörse so nahe liegt, kann hilfreich sein, den DAX jetzt kurzfristig höher zu tragen. Aber dass die Anleger gestern die Geburtsstunde eines wirklich tragfähigen neuen Aufwärtsimpulses erlebt haben, ist zumindest äußerst fraglich. Grund:

Schon die US-Rallye entbehrte jeglicher Ratio. Auslöser war eine Meldung, China habe bestätigt, dass die Verhandlungen in Sachen Handel in den nächsten zwei Wochen wieder aufgenommen werden. Na und? Diese Verhandlungen wurden mehrfach abgebrochen, neu begonnen und wieder abgebrochen, es gibt keinen Grund, dass es diesmal anders kommen wird. Zumal sich an der „Strategie“ der US-Regierung, die aufgrund ihrer aggressiven Vorgehensweise ja förmlich um Chinas Widerstand bettelt, nichts ändern wird. Und selbst wenn man überzeugt wäre, dass es diesmal funktioniert:

Wenn es so käme, wäre die EU als nächster Sparringspartner der USA nur umso früher fällig. Und auch die zeitgleich lancierte Meldung, dass die USA einen Teil der auf 1. September terminierten Strafzölle verschieben, ist nicht bullisch. Denn da geht es um diejenigen Waren, die das Weihnachtsgeschäft betreffen. Dass Trump & Co. diese Waren vorerst von der Liste nehmen belegt nur, dass man dort langsam realisiert, dass eben doch vor allem die US-Verbraucher die Zeche des Handelskriegs zahlen.

Dass die US-Börsen derart schnell und weit auf Nachrichten hin stiegen, der es an jeglicher Substanz fehlt, belegt nur, wie dünn die Nerven im Bullen-Lager mittlerweile sind. Man klammert sich an jeden Strohhalm. Aber Strohhalme sind gemeinhin nicht besonders gut als Fundament einer Aufwärtswende geeignet. Und dass der DAX ins Plus drehte, dadurch die 200-Tage-Linie und das Juni-Tief verteidigte, mag zwar ein unmittelbares Short-Signal verhindert haben.

Dass der deutsche Leitindex aber trotzdem recht deutlich unter dem Tageshoch schloss zeigt, dass vielen Akteuren sehr wohl klar ist, dass selbst ein solcher kleiner Anstieg im Schlepptau der Wall Street eine Gelegenheit sein könnte, noch zu einigermaßen guten Kursen aus dem Markt heraus zu kommen oder erneut Short zu gehen.

Die Bären dürften die Rallye des Dienstags daher ziemlich gelassen sehen, denn damit wird nur deutlich, dass die Käuferseite hypernervös ist. Und das würde die Chance bergen, all diejenigen, die am Dienstag eingestiegen sind, mit einer einzigen Short-Attacke in die Flucht zu schlagen und hektische Verkäufe auszulösen. Denn bei den Short-Sellern weiß man sehr genau: Angst kauft, Panik verkauft.

Chart auf Wochenbasis vom 13.08.2019, Kurs 11.750,13 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

Um wenigstens auf kurzfristiger Trading-Ebene bullisch zu werden, müsste der DAX die Handelsspanne der vergangenen Tage mit einem Anstieg über 11.865 Punkte nach oben verlassen. Bis 11.836 Zähler kam er gestern, dann setzten Abgaben ein. Nach oben herauszulaufen wäre möglich, ist aber keineswegs sicher.

Denn es fiel auf, dass auch in den USA nach der ersten Kaufwelle nichts nachkam. Nach der ersten Handelsstunde ging es in an der Wall Street seitwärts: Für potenzielle Käufer im DAX nicht gerade eine Ermutigung. Mit Blick auf den Abrechnungstermin am Freitag wäre es möglich, dass der DAX sich bis dahin über der 200-Tage-Linie hält. Aber wenn das gestrige Verlaufstief von 11.540 Punkten fallen sollte, dürften die Hoffnungen der Bullen umgehend platzen, was bedeutet: Diese „Rettung“ des DAX an der 200-Tage-Linie ist weiterhin eine, die am seidenen Faden hängt.

Chart auf Tagesbasis vom 13.08.2019, Kurs 11.750,13 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor.
Aktuell ermöglichen wir so über 25.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.
Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick, um keine Aktienempfehlungen zu verpassen.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
00800 5969 0000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.AT
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN