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Aktuelle Analyse:
DAX: Nach der Hürde ist vor der Hürde

Ende März war es kurzzeitig ein wenig eng für die Bullen geworden. Aber mit Beginn des neuen Quartals wurde wieder kräftig zugelangt. Der DAX läuft wie geschnitten Brot, hat die 200-Tage-Linie bezwungen und die zumindest psychologisch relevante 12.000 Punkte-Marke mit dem Kursplus des Dienstags relativ komfortabel überwunden.

Charttechnisch passt es also scheinbar für das bullische Lager. Aber wer genauer hinsieht, stellt fest: Auch vom technischen Standpunkt her ist nicht wirklich alles eitel Sonnenschein.

Es fällt auf, dass zwar die trendfolgenden markttechnischen Indikatoren wie der MACD klar positiv sind. Aber die folgen ja nur der DAX-Bewegung nach. Solange die einigermaßen dynamisch bleibt, brennt auch bei Indikatoren wie MACD oder TRIX nichts an. Doch die Oszillatoren, die eine überkaufte bzw. überverkaufte Situation indizieren, sollte man jetzt im Auge behalten.

Sie sehen in den Charts, dass der Stochastik-Indikator nicht nur auf Tagesbasis in der überkauften Zone angekommen ist, sondern auch auf Wochenbasis. Eine solche überkaufte Indikation kann zwar lange durchgehalten werden, aber dazu muss das Momentum, der Schwung der Aufwärtsbewegung, erhalten bleiben. Was so einfach nicht wird.

Chart auf Wochenbasis vom 16.04.2019, Kurs 12.101,32 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

Denn derzeit treibt nur der Schwung des Aufwärtsimpulses selbst die Akteure, nicht die Rahmenbedingungen und auch nicht der Umstand, dass der Weg mit dem Ausbruch über die 200-Tage-Linie nach oben frei wäre. Denn das ist er nicht.

Während die großen US-Indizes kurz vor ihren bisherigen Rekordhochs stehen und bei deren Überwinden tatsächlich aus charttechnischer Sicht freie Bahn nach oben wäre, sieht das beim DAX anders aus. Der notiert weiterhin sehr deutlich unter dem Anfang 2018 bei knapp 13.600 Punkten markierten Rekordhoch. Was bedeutet: Nach jedem überwundenen charttechnischen Widerstand in Form alter Wendemarken folgt gleich die nächste Hürde.

Derzeit ist er an der Widerstandslinie aus den Zwischentiefs vom Juni und August 2018 bei 12.104/12.120 angekommen. Geht er dort hindurch, läge der nächste nennenswerte Widerstand bei 12.280 Punkten, das wäre die übergeordnete Abwärtstrendlinie (siehe der Chart auf Wochenbasis). Das wäre alles kein allzu großes Problem, wenn das Umfeld passen würde. Aber um hier einen Himmel voller Geigen zu sehen, muss man schon intensiv bemüht sein, negative Aspekte einfach zu ignorieren.

Dass der „BrExit“ als Problem nur ein wenig verschoben, aber nicht aufgehoben ist will man momentan ebenso wenig sehen wie den näher rückenden Handelsstreit mit den USA. Kommen wird dennoch beides. Und selbst die aktuellen Daten lassen sich nicht dauerhaft nur von der rosigen Seite betrachten, auch, wenn das kurzfristig tatsächlich gelingt. Ein Beispiel:

Der gestern veröffentliche ZEW-Index der Konjunkturerwartungen war zwar von -3,6 auf +3,1 Punkte gestiegen, während die Analysten im Vorfeld „nur“ einen Anstieg auf +0,8 Punkte erwartet hatten. Doch während diese Erwartungskomponente des Index stärker zulegte als gedacht, fiel die ZEW-Bewertung der aktuellen deutschen Konjunkturlage ebenso unerwartet von +11,1 auf +5,5 Punkte, während die Prognose da ein Level von +8,0 Punkte gesehen hatte.

Der Anstieg der Erwartungskomponente wurde als Kaufargument genommen, dabei aber ignoriert, dass dieser höher als erwartete Anstieg von einem tiefer als erwarteten Niveau ausging. Das ist eine wacklige Art, die Fakten zu betrachten, die zwar im Zuge von Rallyes und erst recht unmittelbar vor Abrechnungsterminen an der Terminbörse zu beobachten ist (die Abrechnung der April-Optionen auf Aktien und Indizes steht, feiertagsbedingt, bereits morgen an). Aber nach solchen Terminen kann dieser scheinbar unerschütterliche Optimismus schnell in sich zusammenfallen, sollten dem Markt dann auf einmal, mangels des Zugpferdes namens Terminmarkts, die Käufer ausgehen.

Kommt es so, dreht der DAX wieder ab? Das ist nie sicher vorhersehbar, zumal ja auch noch die Veröffentlichung des sogenannten „Mueller-Reports“ in den USA morgen Abend ansteht und daher erst recht völlig offen ist, wie DAX & Co. nach Ostern in den Handel starten werden. Daher bietet sich folgendes an:

Dem Trend zu folgen, ist nie verkehrt. Aber wenn der wie eine Leiter ohne Sprossen daherkommt, weil die Rahmenbedingungen keineswegs so bullisch sind wie der DAX selbst, muss man dafür sorgen, dass ein „Fallschirm“ im Gepäck ist. Sprich es bedarf einer konsequenten Absicherung nach unten, idealerweise durch Stop Loss-Orders, die umgehend und automatisch greifen, wenn neuralgische Supportzone brechen.

Der Chart auf Tagesbasis zeigt sehr deutlich, wo diese Zone für den DAX liegt: Es ist der Bereich 11.690 zu 11.830 Punkten, am unteren Ende durch die 200-Tage-Linie definiert. Schließt der DAX dort drunter, sind die Bären zurück im Spiel. Bis dahin aber ließe es sich, mit der gebotenen Vorsicht, auf dieser Welle eines scheinbar soliden Aufwärtstrends mitschwimmen.

Chart auf Tagesbasis vom 16.04.2019, Kurs 12.101,32 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Aktienempfehlungen

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