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Aktuelle Analyse:
DAX: Hexentanz kontra Realität

Ein Plus von 111 Punkten oder einem Prozent wirkt, als hätten sich die Bullen gestern besonnen, die kurzfristig entscheidende Unterstützungszone 11.009/11.051 Punkte aktiv zu verteidigen, um das Bären-Lager nach dem kurzzeitigen Unterschreiten dieser Zone Ende vergangener Woche gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen zu lassen. Und ja, das dürfte auch der Fall sein.

Entscheidend ist aber, welche Bullen da zugriffen. Denn sollte es sich da um große Adressen am Terminmarkt handeln, wäre dieses plötzliche Wiedererstarken womöglich nur sehr kurzfristiger Natur. Und es wäre nicht von der Hand zu weisen, dass dieser gestrige Kursgewinn auf dem Mist der Terminbörse gewachsen ist, denn:

Bei den Argumenten, die für die Käufe ins Feld geführt wurden, darf man schon die Stirn runzeln.

Der Kompromiss zwischen US-Demokraten und Republikanern in Sachen „Mauer“ … die zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump den Termin zur Anhebung der US-Zölle von zehn auf 25 Prozent für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar, den er Anfang Dezember auf den 1. März gelegt hatte, nach hinten verschiebt … und die Vermutung, dass auch der Ausstiegstermin der Briten aus der EU vom 29. März nach hinten verschoben wird. Das sollen bullische Argumente sein?

Dieser Kompromiss in Bezug auf Trumps Mauer zu Mexiko konserviert diese Thematik doch nur auf Wochen und vielleicht Monate hinaus als offenes Problem. Dass damit ein erneuter „Shutwown“ erst einmal abgewendet ist, ist schön, das wäre aber nur ein Kaufargument, wenn man im Vorfeld wegen dieses seit Weihnachten gelaufenen ersten Shutdown verkauft hätte.

Was nicht der Fall war. Und wenn entscheidende Termine wie der Termin für den „China-Deal“ und für den „BrExit“ nach hinten geschoben werden, sind sie damit nicht gelöst oder auch nur gemildert. Im Gegenteil, solche Schiebe-Aktionen zeigen nur sehr deutlich, dass die Verantwortlichen nicht imstande sind, die dringend nötige Einigung zu erzielen. Und das ist für die Perspektiven der Weltwirtschaft negativ.

Wobei die jüngsten Konjunkturdaten aus Deutschland wie z.B. die im Dezember deutlich gefallene Produktion im verarbeitende Gewerbe ebenso deutlich machen wie das nunmehr das vierte Quartal in Folge deutlich gesunkene ifo-Weltwirtschaftsklima, dass die Wachstumsperspektive auch ohne ungeregelten BrExit oder eine Eskalation des Handelsstreits USA/China (man vergisst gerne, dass das weiterhin nicht auszuschließen ist) unerfreulich genug sind. Und dass die EZB im Gegensatz zur US-Notenbank keinerlei Puffer für Zinssenkungen hätte, käme es hart auf hart, dürfte rational denkende Investoren zusätzlich vorsichtig stimmen.

So gesehen sollte man sich diesen Kurssprung des DAX am Dienstag besser etwas genauer ansehen … und sieht:

Einen Doji bzw. einen winzigen Shooting Star. Zwar gab es eine große Aufwärts-Kurslücke von knapp 110 Punkten zur Eröffnung des Xetra-Handels. Aber das war es dann auch schon. Der DAX wies danach eine Handelsspanne von nicht einmal 50 Punkten auf und schloss nahezu punktgenau dort, wo er am Morgen gestartet war.

Sprich: Kaum Umsatz und keine Anschlusskäufe nach diesem angeblich durch obengenannte „positive“ Entwicklungen befeuerten Gap zum Handelsstart. Da liegt der Gedanke nahe, dass der übermorgen anstehende kleine „Hexensabbat“, d.h. die Abrechnung von Optionen auf Aktien und Indizes mit Februar-Laufzeit, eine nicht unwichtige Rolle gespielt haben könnte. Denn da kommt es im Vorfeld ja nicht selten zu wie „verhext“ wirkenden Kursausschlägen, die man sich nicht erklären kann, es sei denn, man überlegt, welchen Nutzen große Adressen am Terminmarkt davon haben könnten.

Chart auf Wochenbasis vom 12.02.2019, Kurs 11.126,08 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

Und da lässt sich vermuten (zumal es an der Wall Street ebenso läuft) dass große Akteure versuchen, eine Abrechnung der Optionen am oberen Ende der Handelsspanne seit dem letzten Abrechnungstermin (18.1.) zu erreichen oder den DAX doch zumindest in der Handelsspanne seit dieser letzten Abrechnung zu halten.

Genau und keineswegs zufällig an diesem Januar-Termin des 18.1. war der DAX mit großem Schwung aus dem September-Abwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen und hatte bei 11.205 Punkten geschlossen. Gestern wurde zunächst einmal ein wichtiger Schritt getan, den DAX nicht allzu weit unter diesen Level fallen zu lassen.

Ob der Index bis Freitag um 13 Uhr, wenn die DAX-Optionen abgerechnet werden, womöglich sogar darüber hinausläuft, sei dahingestellt. Wenn es nicht zu unverhofften „bad news“ kommt, kann der Plan der Terminmarkt-Bullen bzw. der Put-Stillhalter auch aufgehen, den DAX über 11.000 zu halten, nur:

Die Realität ist eben nicht bullisch, was die Perspektiven für den DAX angeht. Und sie kann den Index jederzeit einholen, vor allem, wenn die derzeit wahrscheinlich die Notierungen antreibenden Intentionen des Terminmarkts am kommenden Montag keine unmittelbare Rolle mehr spielen. Ein Stop Loss um 11.850 Punkte, knapp unter dem Verlaufstief des vergangenen Freitags, wäre daher ein unbedingt zu erwägendes „Sprungtuch“ für Long-Trades!

Chart auf Tagesbasis vom 12.02.2019, Kurs 11.126,08 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

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