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Analyse:
Euro/US-Dollar: Fällt das alte Tief bei 1,0340 US-Dollar?

Seit vielen Jahren befindet sich der Euro in seiner Relation zum US-Dollar im Abwärtstrend. In den Jahren 2010 bis 2014 waren die Tiefs durch mehrere untere Wendemarken definiert und es wirkte, als wäre damit das untere Ende der Handelsspanne zementiert. Anfang 2015 jedoch brach dieser Boden, in recht kurzer Zeit wurden deutlich tiefere liegende Levels erreicht. Seither bilden die zwischen 2015 und 2017 im Bereich 1,0340/1,0520 ausgebildeten Tiefs das untere Ende der Handelsspanne. Aber aktuell werden diese Unterstützungen angegangen, das Szenario erinnert an die Phase Ende 2014/Anfang 2015. Bricht der Boden erneut, geht es an, vielleicht sogar unter die Parität 1,00 Euro/US-Dollar?

Das wäre zwar möglich, aber nur, wenn sich auch eine ähnliche Gemengelage wie damals einstellen würde. Basis des Bruchs der vorherigen Handelsspanne zur Jahreswende 2014/2015 war, dass die EZB angekündigt hatte, ihre Anleihekäufe massiv auszuweiten. Die Zinsen in Europa fielen noch tiefer, der Euro wurde noch unattraktiver. Nötig wurde diese EZB-Maßnahme, weil man die Folgen der Eurokrise zu verarbeiten hatte, die USA hingegen nicht. Dort war man im Zinszyklus bereits weiter, man rechnete mit baldigen, ersten Leitzinsanhebungen, was einige Zeit später dann auch Realität wurde. Um einen noch tieferen Euro im Verhältnis zum Greenback zu sehen, müsste ein Szenario entstehen, in welchem die EZB erneut alle Schleusen öffnet, während die USA das nicht tun. Kurz: Die Eurozone müsste die Folgen der Pandemie nicht in den Griff bekommen, die USA aber schon. Ist das realistisch?

EUR / US-Dollar Chart auf Monatsbasis vom 23.04.2020, Kurs 1,0778 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker LYNX

Möglich ist es natürlich, momentan darf man aber zumindest als denkbare Variante vermuten, dass die US-Politik mit der Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen ebenso zu voreilig agiert wie man zuvor zu spät reagiert hatte. Womit der Schwarze Peter tiefer greifender wirtschaftlicher Probleme nach Übersee wandern würde. Wäre es so, dürfte das den Ruf des US-Dollars als „sicherer Hafen“, den man in Krisensituationen als bevorzugte Währung wählt, massiv leiden. Im Extremfall könnte das sogar zu einem solchen Run in die Alternative Euro führen, dass der langfristige, aktuell bei 1,1940 US-Dollar verlaufende Abwärtstrend gesprengt wird. Aber ob sich die USA verhoben haben, würde frühestens in einigen Monaten absehbar, kurzfristig bleibt es bei dem „Reflex“ vieler, im Zweifel lieber im US-Dollar investiert zu sein. Was hieße:

Sollten die Tiefs der letzten Wochen bei 1,0636 US-Dollar fallen, wäre ein Test dieser langfristigen Supportzone 1,0340/1,0520 US-Dollar ein wahrscheinliches Szenario. Aber nur, wenn es tatsächlich dazu käme, dass Europa nicht imstande wäre, die Folgen der Pandemie zu bewältigen und die USA genau dies schaffen, wäre ein Test oder gar ein Unterschreiten der Parität von 1,00 US-Dollar pro Euro ein realistisches Szenario. Und mit Blick auf die US-Daten zur Virus-Pandemie und die dortigen Konjunkturdaten, verbunden damit, dass die US-Wirtschaft die bisherigen Billionen aufsaugt wie ein Schwamm, ist das ein Szenario, auf das man derzeit eher nicht wetten würde.

EUR / US-Dollar Chart auf Wochenbasis vom 23.04.2020, Kurs 1,0778 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker LYNX

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