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Analyse:
Euro/US-Dollar: Zurück auf 1,0340? Mr. Trump würde toben, aber…

Dass die Welt derzeit nicht nur einen Handelskrieg erlebt, sondern auch einen Währungskrieg, ist vielen außerhalb des Devisenmarkts gar nicht recht bewusst. Was indes daran liegt, dass das Ringen um die schwächste Währung ein immerwährender Prozess ist und es da nicht nur um die USA und China geht. Hier gilt: jeder gegen jeden. Hintergrund:

Je schwächer die eigene Währung, desto besser sind die Exportchancen. Denn dadurch lassen sich die eigenen Produkte außerhalb des eigenen Währungsraums billiger anbieten, während die Konkurrenz wegen der stärkeren Währung entweder teurer ist oder aber die Gewinnspanne leidet. Und gerade die Eurozone und die USA versuchen da seit ewigen Zeiten, gegenüber dem jeweils anderen Vorteile zu erlangen. Nur spielt sich das immer unter der Oberfläche ab. Zumindest, bis Donald Trump Präsident wurde. Der ist der erste, der alle anderen, allen voran Europa und China, offen der Währungsmanipulation beschuldigt und zugleich fordert, dass der US-Dollar schwächer sein müsse, nicht die anderen Währungen.

Das Dumme dabei: Die Währungen bewegen sich frei am Markt. Der chinesische Yuan ist da ein wenig eine Ausnahme, da steuert China schon recht effektiv. Aber ansonsten bestimmen die Devisentrader das Geschehen. Auch die effektive Nachfrage nach der Währung spielt eine untergeordnete Rolle. Seit vielen Jahren liegt der Anteil der rein spekulativen Aktivitäten am Umsatz bei den größten Währungspaaren bei weit über 90 Prozent. Und die Trader lassen sich selten von der Politik in die Parade fahren. Was Mr. Trump zutiefst ärgern wird, denn „sein“ US-Dollar wird zum Euro nicht wie erwünscht schwächer, um dem US-Export gegenüber den Eurozone-Unternehmen Vorteile zu verschaffen, sondern es läuft genau umgekehrt. Und das ist auch nachvollziehbar, denn:

Der Druck auf die US-Wirtschaft ist derzeit deutlich geringer als der auf die Eurozone. Das Zinsniveau ist in den USA noch im positiven Bereich, in Europa weisen die bestbewerteten Anleihemärkte Negativzinsen aus. Zudem gehen viele Akteure davon aus, dass diese Diskrepanz noch intensiver wird, wenn wirklich einmal der Handelsstreit USA/Eurozone beginnt. Zudem steht der Euro wegen dem BrExit-Drama unter Druck. Was bedeutet: Man geht davon aus, dass die USA als Investmentziel, ob für Unternehmen oder Anleger, attraktiver sind als Europa. Also fließt mehr Geld in die USA, die Nachfrage nach US-Dollar ist höher als die nach Euros – also muss der US-Dollar die stärkere Währung sein.

Die Stärke der US-Wirtschaft, die Trump immer so gerne betont, führt also dazu, dass sein Wunsch/Befehl nach einem schwachen US-Dollar nicht befolgt wird, zumal sich auch die US-Notenbank gegenüber seinen „Empfehlungen“, die Zinsen schnell und radikal zu senken, nicht gerade aufgeschlossen zeigt. Und so passiert, woran so mancher am Devisenmarkt wohl schon nicht mehr glauben mochte: Es zeigt sich ein tauglicher Trend, und zwar, aus Sicht des Euro zum US-Dollar, nach unten. Und jetzt haben wir hier einen Punkt erreicht, an dem eine Entscheidung fallen muss. Intensiviert sich der Abstieg des Euro noch … oder nicht? Sehen wir uns zunächst den Chart auf Tagesbasis an:

Euro/US-Dollar Tages-Chart vom 26.09.2019, Kurs 1,0912 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | LYNX Online-BrokerSeit Ende Juni hat sich ein Abwärtstrend etabliert, der den Euro zum US-Dollar Anfang September deutlich unter die Unterstützungszone um 1,11 US-Dollar drückte. Dabei wurde diese Abwärtstrendlinie Mitte September präzise bestätigt, zugleich drehte der Kurs im Bereich 1,11 US-Dollar nach unten ab. Auch da kam es also zu einer Bestätigung, ein markantes Signal für die Bären, denn zuvor war von einem solchen klaren Trendverhalten monatelang nichts zu sehen. Aber schon zweimal drehte der Kurs um 1,0925 US-Dollar wieder nach oben. Jetzt ist er erneut auf diesem Level, zum US-Handelsende des Donnerstags sogar leicht darunter. Und sollte er diesmal nach unten ausbrechen, hätte das allerhand Bedeutung. Was man indes erst erkennt, wenn man sich das längerfristige Bild auf Wochenbasis ansieht.

Hier sieht man gut, dass Euro/US-Dollar im September bereits zweimal wieder in die seit Mitte 2018 bestehende Keilformation „zurückgeholt“ wurde. Jetzt indes wird es eng für die Euro-Bullen, denn sollte es nicht noch heute gelingen, den Kurs deutlicher nach oben zu ziehen, wäre dieser Ausbruch nach unten auf Wochenbasis vollzogen.

Aber wichtiger ist, dass das Währungspaar jetzt an der oberen Begrenzung einer massiven Supportzone angekommen ist, die bis zur US-Wahl im November 2016 zurückreicht und zwischen 1,0828 und 1,0906 US-Dollar liegt. Wenn der Kurs da durchgeht, wäre es alles andere als überraschend, wenn die damaligen Tiefs ausgelotet würden, sprich der Euro zum US-Dollar das alte Tief bei 1,0340 US-Dollar testet. Was Mr. Trump wohl rasend machen dürfte, weil das die US-Exporteure merklich ausbremsen würde. Aber Devisenmarkt-Trader lassen sich nun einmal nicht befehlen, was sie zu tun haben.

Euro/US-Dollar Wochen-Chart vom 26.09.2019, Kurs 1,0912 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | LYNX Online-Broker

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