FedEx Aktie Prognose FedEx: Genug gefallen, einsammeln?

News: Aktuelle Analyse der FedEx Aktie

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Auch wer die Nachrichten nicht engmaschig verfolgt, erkannte anhand des Freitags-Minus von 21,4 Prozent: Beim Logistik-Riesen Federal Express, kurz FedEx, muss richtig was schiefgelaufen sein. Das ist es in der Tat. Die Frage ist, ob man das zum Einstieg nutzen könnte.

Der Umsatz lag, wie FedEx am Donnerstagabend nach US-Handelsende meldete, im am 30.8. abgelaufenen, ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 (Geschäftsjahresende ist hier immer der 31.5.) mit 23,2 Milliarden US-Dollar leicht, aber nicht dramatisch unter der durchschnittlichen Erwartung der Analysten von 23,54 Milliarden (Vorjahresquartal 22,0 Milliarden). Der Gewinn allerdings schon. Und das war sehr wohl dramatisch. Statt der im Schnitt vorhergesagten 5,14 US-Dollar pro Aktie wurden es nur 3,44 US-Dollar – immerhin genau ein Drittel weniger. Ein Jahr zuvor lag der Gewinn bei 4,37 US-Dollar.

Darüber hinaus kassierte FedEx den Ende Juni abgegebenen Gewinn-Ausblick auf das neue Geschäftsjahr. Mehrere Analysten senkten daraufhin sofort ihre Kursziele. Allerdings lagen die neuen Ziele zwischen 186 und 243 US-Dollar. Angenommen, die Aktie würde in die Region der neuen Kursziele zurück aufen, wäre das ja vom aktuellen Niveau aus schon mal einen Trade wert, zumal man dann bequem einen Stopp unter den Einstiegskurs legen könnte. Die Frage ist, ob ein solcher Trade Aussicht auf Erfolg haben könnte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur FedEx Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was auffällig ist: Die Gewinnprognosen der Analysten hätten bedeutet, dass FedEx imstande gewesen wäre, die negativen Faktoren, die derzeit die Unternehmen weltweit belasten, mehr als vollständig an die Kundschaft weiterzugeben, denn angesichts von Prognosen, die einem Umsatzanstieg von 7,3 Prozent und einen Gewinnanstieg von 17,6 Prozent zum Vorjahr avisiert hatten, hätte FedEx‘ Marge steigen statt fallen müssen. Dass daraus nichts wurde, ist eigentlich nicht überraschend. Dass die Marge im Gegenteil deutlich fiel, ist in dem jetzt gemeldeten Ausmaß zwar besorgniserregend … was dazu führte, dass auch andere Logistik-Aktien wie z.B. die Deutsche Post gleich mit verkauft wurden. Aber um das einzupreisen, ist die FedEx-Aktie ja am Freitag auch um 21,4 Prozent weggebrochen.

Da der Kurs bereits seit dem Frühsommer 2021 fällt und alleine im bisherigen Jahresverlauf ca. 37 Prozent im Minus liegt, stellt sich damit die Frage, ob die Aktie damit nicht bereits genug gefallen ist. Zumal sie am Tagestief ziemlich genau auf der unteren Begrenzung eines breiten Abwärtstrendkanals aufgesetzt hatte, die am Freitag bei 154 US-Dollar verlief. Zwar hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass diese Linie wirklich mal relevant werden könnte, so weit, wie sie vom vorherigen Kursniveau entfernt lag. Aber jetzt ist die Aktie eben da … und würde aus rein charttechnischer Sicht dort unterstützt sein. Also, kaufen?

Eines sollte man dabei im Hinterkopf behalten: Durch diese Bilanz sind manche, die den Ernst der Lage bislang unterschätzt hatten, aufgewacht. Dass diese Bilanz den Gesamtmarkt am Freitag unter Druck setzte, macht das deutlich. Es ist daher möglich, dass die FedEx-Aktie, auch, wenn sie jetzt akkurat bewertet sein könnte, weiter durchgereicht wird, weil jetzt vielen der Gedanke kommt, das sei erst der Anfang vom Ende. Was man eben nicht sicher verneinen kann. Daher: Grundsätzlich wäre die Aktie jetzt nach diesem „Abstrafen“ zwar interessant, aber wer hier jetzt zugreift, sollte in Kauf nehmen können, dass der Kurs durchaus noch ein Stück weiter abrutschen kann.

FedEx Aktie: Chart vom 16.09.2022, Kurs 161,02 US-Dollar, Kürzel FDX | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der FedEx Aktie

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In unserer Welt ist alles miteinander verbunden. Des einen Freud’ ist des anderen Leid. Auf welcher Seite steht FedEx derzeit?

In unserer Welt ist alles miteinander verbunden. Des einen Freud’ ist des anderen Leid. Auf welcher Seite steht FedEx derzeit?

Zwei Seiten einer Medaille

Es dürfte sich wohl niemand über Corona gefreut haben und über die Beschränkung unserer Freiheit ebenso wenig.
Für FedEx war es aber ein Segen.

Der Online-Handel explodierte, FedEx konnte die Preise erhöhen und sah sich mit einer „Flut von Paketen“ konfrontiert.
Das waren nicht nur die Worte des Unternehmens, sondern auch der Titel der Analyse zu FedEx vom Juni 2020.
Damals notierte die Aktie noch bei 138 USD.

Wer damals bereits bei LYNX mitgelesen hat, wird sich an ein halbes Dutzend positiver Analysen zu FedEx erinnern.

Da ist was los

Am Hoch ging es dann bis 318 USD, derzeit stehen wir bei 228 USD. FedEx ist seit jeher erstaunlich volatil.

Vermutlich ist die Aktie aber auch dem allgemeinen Abgabedruck am Aktienmarkt zum Opfer gefallen.
Die enormen Ölpreise haben sicherlich auch nicht geholfen, doch an dieser Front ist es bereits zu einer gewissen Entspannung gekommen.

Rohöl der Sorte Brent ist vom Jahreshoch bei 134 USD auf derzeit 110 USD zurückgekommen. Das ist nach wie vor viel, aber zumindest hat der Aufwärtstrend vorerst ein Ende gefunden.

Man muss sich ohnehin die Frage stellen, mit welcher Begründung der Ölpreis derartig hoch ist. An der globalen Versorgungslage hat der Krieg in der Ukraine nicht so viel geändert, wie es erscheint.

Russland liefert schließlich nach wie vor Öl nach Europa und selbst, wenn das nicht mehr der Fall wäre, würde das schwarze Gold eben andernorts abgesetzt werden und wir würden bei anderen Lieferanten kaufen.

Aber das hier soll keine Analyse zu Öl werden. Ich wollte damit nur aufzeigen, dass die hohen Ölpreise vermutlich vor allem auf Spekulation zurückzuführen sind und darauf, dass sich die Unternehmen in diesem Sektor, auf dem Rücken der allgemeinen Bevölkerung, die Taschen vollstopfen.

Denn eine Sache ist klar: Die Kostenbasis der Öl- und Gasförderer ist durch diesen Krieg nicht sonderlich gestiegen. Was gestiegen ist, sind die Margen.

Des einen Freud’ ist des anderen Leid.

Unerwartet

FedEx scheint allerdings gut mit diesen schwierigen Rahmbedingungen klarzukommen, das suggerieren zumindest die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick.

Der Gewinn lag in Q4 mit 6,84 je Aktie im Rahmen der Erwartungen, gleiches gilt für den Umsatz, der sich auf 24,4 Mrd. USD belief.
Auf Jahressicht legte der Umsatz um 8% und der Gewinn um 36% zu.

Betrachtet man das gesamte Geschäftsjahr, lag das Umsatzplus bei 11%. Der Gewinn konnte um 13% auf 20,61 USD je Aktie gesteigert werden.

Ausblick und Bewertung

Auf den ersten Blick findet man also wenig Gründe für einen Kursrückgang von 318 auf derzeit 228 USD.
Auf den zweiten Blick findet man auch keine. Der eigentliche Grund findet man nicht in der Geschäftsentwicklung, sondern in dem Umstand, dass die P/E am Hoch bei 17,5 lag.

Das ist für die Verhältnisse von FedEx viel. In den letzten fünf Jahren lag die P/E bei 15,3 und in den fünf Jahren vor Corona bei 16,7.

FedEx war also selbst am Hoch nicht maßlos überbewertet, aber dennoch tendenziell überbewertet.
Als dann konjunkturelle Sorgen und alle die anderen Negativthemen aufkamen, purzelten die Kurse.

Womöglich hat auch das wieder zu weit geführt. Denn wie wir gesehen haben, läuft das Geschäft von FedEx gut und das Unternehmen selbst erwartet auch keinerlei Eintrübung.

FedEx hat am Donnerstag eine erste Prognose für das nun angebrochene Geschäftsjahr vorgelegt und stellt einen Gewinn von 22,50 – 24,50 USD je Aktie in Aussicht.
Im Mittel entspräche das einem Gewinnsprung um 14%.

FedEx kommt demnach auf eine P/E von 11,1 und eine forward P/E von 9,7. Wie wir bereits gesehen haben, ist FedEx in der Regel deutlich höher bewertet.

Chart vom 24.06.2022 - Kurs: 228,13 Kürzel: FDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.06.2022 – Kurs: 228,13 Kürzel: FDX – Wochenkerzen

FedEx hat am mehrjährigen Aufwärtstrend gedreht. Gelingt jetzt ein Ausbruch über 243 USD, wäre weitere Kursgewinne in Richtung 255 oder 265 USD möglich.

Solange der Ausbruch jedoch nicht gelungen ist, könnte zuvor auch nochmal der Aufwärtstrend bei rund 210 USD angesteuert werden.

Fällt FedEx jedoch nachhaltig unter 200 USD, haben die Bullen ihre Chance vertan.

FedEx hat die Erwartungen übertroffen, Buybacks über 5 Mrd. USD beschlossen und erwartet einen Rekordgewinn. Warum notiert die Aktie fast 30% unter dem Hoch?

Kapriolen

Fedex ist eines der weltweit größten Logistik-Unternehmen und ermöglicht die Zeitgenaue Lieferung in mehr als 220 Ländern.

Vor Kurskapriolen schützt Größe allerdings nicht. Die Kursschwankungen von FedEx waren in den letzten Jahren enorm. Der Hauptgrund dafür ist in diesem Fall (meiner Meinung nach) die Kurzsichtigkeit der Börse.
Je nachdem wie es brandaktuell läuft, wird die Aktie wild umhergeschmissen.

Uns soll es Recht sein. Je größer die kurstechnischen Ausschläge, umso mehr Gelegenheiten ergeben sich für kühle Rechner.

Um das zu illustrieren sind die letzten 2-3 Jahre blendend geeignet. Zwischenzeitlich hatte FedEx zwei Drittel an Wert verloren.
An die Gründe dafür erinnert sich heute kaum noch jemand.

Was heute heiß gekocht wird, interessiert etwas später niemanden mehr. Vergessen Sie das nicht, wenn wieder mal die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Das gilt im Positiven wie im Negativen.

Wer ist mit Fakten hält, macht sich das Leben sehr viel einfacher. Als FedEx bei 100 oder meinetwegen 150 USD notierte, wussten wir, dass diese Kurse Fakt sind. Man hätte ja jederzeit zu diesem Kurs kaufen können.

Man wusste damals auch, dass der Onlinehandel durch Corona explodierte. FedEx kommunizierte über Monate hinweg und ganz konkret, dass man die „Flut von Paketen“, so hatte man es wortwörtlich bezeichnet, nicht mehr bewältigen kann.

FedEx nutzte die Situation und erhöhte die Preise. Die nächsten Erhöhungen wurden für den bevorstehenden Jahreswechsel auch schon angekündigt.

Es kam also wie es kommen musste. Umsatz und Gewinn von FedEx explodierten und die Aktie ging durch die Decke.
Unsere Leser wussten rechtzeitig Bescheid:
FedEx erhöht Preise: „Flut von Paketen“
FedEx: Startet jetzt die große Rallye?

Olle Kamellen

Warum erzähle ich Ihnen das? Um aufzuzeigen, wie kurzsichtig die Börse ist und wie wenig dieses kurzfristige Kursgeschehen in vielen Fällen mit der realen geschäftlichen Entwicklung hat.

Das zeigt auch die jüngste Korrektur. FedEx leidet unter Personalmangel und das belastetet im letzten Quartal das Ergebnis.
Aber rechtfertigt das einen Kurssturz von 30%? Ich würde das verneinen:
FedEx: Brechen jetzt alle Dämme?

Und wie so oft, stellt sich am Ende heraus, dass die Probleme viel zu heiß gekocht wurden. Der Markt neigt eben zu Überreaktionen.

Neue Kamellen

Am Donnerstag hat FedEx nachbörslich Zahlen vorgelegt.

Der Gewinn lag mit 4,88 je Aktie weit über den Erwartungen von 4,25 USD. Der Umsatz übertraf mit 23,5 Mrd. die Analystenschätzungen von 22,6 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 9% und einem unveränderten Gewinn. Das das trotz der anhaltenden Personalprobleme und dem außerordentlich starken Vorjahr gelungen ist, ist erstaunlich.
Vorbörslich notiert die Aktie daher 5,48% im Plus bei 251,60 USD.

Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Anstieg des Gewinns von 18,17 auf 19,80 USD je Aktie erwartet.

FedEx kommt, den vorbörslichen Kurssprung mit eingerechnet, auf eine forward P/E von 12,7.
Das ist offensichtlich nicht viel, vor allem bei den vorliegenden und erwarteten Wachstumsraten von 9-14%.
Da FedEx und den letzten fünf Jahren durchschnittlich auf eine P/E von 15,2 kam, wäre auch aus dieser Sicht noch Potenzial vorhanden.

Der Vorstand scheint zu einem ähnlichen Schluss zu kommen. Da man in den letzten vier Quartalen bereits fast drei Milliarden Dollar an Schulden getilgt hat, will man jetzt 5,0 Mrd. USD in Buybacks stecken.
Davon sollen 1,5 Mrd. USD für ein beschleunigtes Kaufverfahren genutzt werden.

Insgesamt könnte man mit dem angekündigten Rückkaufprogramm rund 7,9% aller Aktien einziehen.

Chart vom 17.12.2021 Kurs: 251,60 Kürzel: FDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 17.12.2021 Kurs: 251,60 Kürzel: FDX – Wochenkerzen

Die Chancen stehen entsprechend gut, dass die Korrektur ein Ende gefunden hat.

Über 255 USD käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 265 und 275 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung Allzeithoch frei.