NIKE Aktie Prognose Nike crasht. Etwas anderes ist aber viel wichtiger

News: Aktuelle Analyse der NIKE Aktie

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Nike stürzt nach den Zahlen um mehr als 9% ab. Warum das in Wirklichkeit bedeutungslos ist, zeigen wir Ihnen in dieser Analyse.

Wer zur Quelle will…

Dass die Börse einen relativ kurzen Zeithorizont hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Die meisten Anleger machen sich bestenfalls über die nächsten 6-12 Monate Gedanken.

Anders ist es nicht zu erklären, dass es nach Quartalszahlen ständig zu massiven Kurssprüngen oder Crashs kommt.
Nehmen wir beispielsweise Nike, die gestern nach den Zahlen um 9% abgestürzt ist.

Wenn man die Sache wirklich zu Ende denkt, bedeutet das, dass die Börse ihre Meinung zu Nike schlagartig und massiv geändert hat.
Mathematisch wäre eine derartige Reaktion nur zu rechtfertigen, wenn man davon ausgeht, dass Nike in allen kommenden Jahren 9% weniger an Cashflow und Gewinn generieren kann als bisher angenommen.

Das ist natürlich Nonsens. In Wirklichkeit ist es vielmehr so, dass es an der Börse ständig und geradezu im Wechsel zu Überreaktionen kommt, sowohl zur Ober- als auch zu Unterseite.

Vorübergehende Themen werden so eingepreist, als wären sie von dauerhafter Natur.
Wer es nicht glaubt, möge sich den Kursverlauf des S&P 500 der letzten 20 Jahre ansehen, oder aber der 20 Jahre davor oder der davor oder…
Sie verstehen, was ich meine.

… muss gegen den Strom schwimmen

Man muss sich doch nur eine Sache vergegenwärtigen:
Der S&P 500 hat sich binnen weniger Jahre vor der Jahrtausendwende vervielfacht. Dann bis 2002 nahezu halbiert, bis 2007 verdoppelt, in der Finanzkrise wieder halbiert.
Anschließend 2020 mehr als verdreifacht, dann 30% verloren, sich wieder verdoppelt und in den letzten Monaten wieder massiv verloren.

Daraus ergibt sich zwangsweise die Erkenntnis, dass der Markt zu Überreaktionen neigt.
Läuft es gerade gut, steigen die Bewertungen auf ein Niveau als ginge es ewig so weiter und umgekehrt. Selbstverständlich ist das ein Trugschluss.

Einer der wichtigsten Schlüssel zum langfristigen Börsenerfolg ist daher, diese Übertreibungen zu erkennen und für sich zu nutzen.
Aber dazu muss man eben einen anderen Blickwinkel einnehmen und einen längeren Zeithorizont haben.

9% über Nacht

Denken Sie also nicht darüber nach, was die nächsten Monate bringen und wie sich Dax oder S&P 500 in dieser Zeit entwickeln mögen.
Denken Sie besser darüber nach, wo ein spezifisches Unternehmen in 10 Jahren stehen wird.

Und da wären wir wieder bei Nike. Man kann natürlich auch zu einem anderen Schluss kommen, aber ich bin recht zuversichtlich, dass es Nike auch noch in 10 Jahren geben wird.

Ich wage noch eine „steile These“: Nike wird in diesem Zeitraum wachsen und am Ende wesentlich mehr Umsatz und Gewinn erzielen als heute.

Wenn man zu diesem Schluss kommt, ergeben sich eigentlich nur zwei Fragen. Ist das Unternehmen qualitativ so stark aufgestellt, dass es meine persönlichen Investment-Kriterien erfüllt?
Und welchen Preis wäre ich bereit zu zahlen?

Vor allem bei der Preisfrage hilft ein Abverkauf von 9% über Nacht erheblich.

Das hat den Crash ausgelöst

Schauen wir uns also gemeinsam die Zahlen an, die den Kurssturz ausgelöst haben.

Der Gewinn lag in Q1 mit 0,93 je Aktie über den Erwartungen von 0,90 USD. Der Umsatz übertraf mit 12,7 Mrd. die Analystenschätzungen von 12,3 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 4%, ohne negative Währungseffekte hätte das Plus bei 10% gelegen.
Der Gewinn war allerdings um 20% rückläufig.

Als Ursache dafür nennt der Vorstand Probleme in den Lieferketten, die zu hohen Lagerbestände geführt hatten.
Daher waren Rabatte notwendig, die wiederum rückläufige Margen in Nordamerika zur Folge hatten.

Des Weiteren belasten die Lockdowns und die allgemeinen Rahmenbedingungen in China das Geschäft.
Im Geschäftsbereich „Greater China“ war der Umsatz um 16% auf 1,66 Mrd. USD rückläufig.

In allen anderen Geografien wächst man allerdings. In Nordamerika konnte um 13% auf 5,5 Mrd. USD gesteigert werden.
In „Europa, dem Mittleren Osten und Afrika“ konnte der Absatz währungsbereinigt um 17% auf 3,3 Mrd. USD gesteigert werden.
Im Segment „Asien Pazifik und Lateinamerika“ kletterte der Umsatz um 16% auf 1,54 Mrd. USD.

Ausblick und Bewertung

Auch hier kann man wieder unterschiedlicher Meinung sein, aber die Probleme scheinen nicht hausgemacht und obendrein von vorübergehender Natur zu sein.

Ferner gewinnt das Direkt-Kunden-Geschäft immer mehr an Bedeutung, zuletzt entfielen bereits 5,1 Mrd. USD der Umsätze auf diesen Bereich.
Perspektivisch dürfte Nike einen immer größeren Teil der Umsätze ohne Zwischenhändler generieren, was natürlich die Margen befeuert.

Die zugrundeliegenden Trends sind demnach intakt und es ist anzunehmen, dass die Wachstumsraten in Zukunft im Durchschnitt auf einem ähnlichen Niveau liegen werden wie in der Vergangenheit, also bei etwa 10% p.a.

Dazu dürften das organische Wachstum, steigende Margen sowie Buybacks beitragen.

Die realistische Renditeerwartung liegt demnach bei etwa 10% p.a. zuzüglich möglicherweise steigenden oder fallenden Bewertungen.
Die Konsensschätzungen sehen für 2024 und 2025 sogar Gewinnsteigerungen von jeweils 18-20% vor.

Aktuell kommt Nike auf eine P/E sowie forward P/E von 23,0. In den fünf Jahren vor der Hype-Phase von 2020/2021 lag die P/E durchschnittlich bei 27,1 und am Tief bei 20,5.
Wir befinden uns somit eher am unteren Ende der Spanne, was nahelegt, dass eine leichte Unterbewertung vorliegt.

Chart vom 30.09.2022 – Kurs: 86,40 Kürzel: NKE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.09.2022 – Kurs: 86,40 Kürzel: NKE – Wochenkerzen

Nike notiert vorbörslich 9,37% im Minus bei 86,40 USD. Wird dieser Kurs im regulären Handel bestätigt, würde dadurch ein Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen in der Unterstützungszone bei 77-80 USD ausgelöst.
Auf diesem Niveau läge die P/E nur noch bei etwa 21. Für antizyklische Investoren könnte das eine Gelegenheit sein.

Geht es noch eine Etage tiefer, bis zu den Unterstützungen bei 70 oder gar 60-64 USD, würde die P/E auf 18,7 respektive 16-17 sinken.

Um all das einzuordnen: Selbst am Tief des Crashs von 2020 lag die P/E noch bei 24.
Unter 19 lag die P/E zuletzt 2012 und unter 17 zuletzt während der Finanzkrise.

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Vorherige Analysen der NIKE Aktie

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Nike ist derzeit diejenige Aktie im Dow Jones, die seit Jahresanfang die schlechteste Performance ausweist. Zugleich sind die meisten Analysen für die Aktie bullisch und die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre beeindruckend. Wo also klemmt es hier?

Ganz einfach: Die Anleger kaufen den Analysten ihren Optimismus nicht ab. Denn bullisch waren die auch schon für das letzte Geschäftsjahr 2021/2022, das bei Nike immer am 31.5. endet. Und das lief dann am Ende keineswegs so wie avisiert. Sicher, den Gewinnen kamen die Inflation, die schwieriger werdende Situation in China und letztlich auch Lieferprobleme in die Quere. Aber irgendetwas ist ja immer, eigentlich sollten die Analysten ja solche Risiken bedenken, statt Prognosen für einen „Best Case“ zu verbreiten, der so gut wie nie eintrifft.

Daher wundert es nicht, dass viele offenbar nicht glauben, dass Nike’s Gewinne in den kommenden drei Jahren konstant um jährlich 20 Prozent steigen werden. Denn genau das avisiert die durchschnittliche Analysten-Prognose immer noch, obwohl der eigentlich viel höher erwartete Gewinnanstieg im Geschäftsjahr 2021/2022 am Ende nur bei knapp sechs Prozent lag. Jetzt könnte man einwenden, dass der Gewinn immerhin dennoch stieg, warum sollte das rechtfertigen, dass die Nike-Aktie seit letzten November nicht nur deutlich verloren hat, sondern auch bei der Rallye des US-Gesamtmarkts nicht recht mitziehen kann?

Expertenmeinung: Weil sich die Lage Richtung Ende des Geschäftsjahres eingetrübt hatte. Zwar hatte Nike die angeblichen Erwartungen der Analysten im Zuge der Bilanz des vierten, am 31.5. beendeten Geschäftsjahresquartals übertroffen. Aber verglich man den Gewinn von 0,90 US-Dollar pro Aktie mit dem des Vorjahresquartals und nicht mit der Prognose von 0,81 US-Dollar, lag er eben niedriger, ein Jahr zuvor hatte Nike noch 0,93 US-Dollar erreicht. Auch der Umsatz von 12,2 Milliarden US-Dollar lag über der Prognose (12,07 Milliarden), aber unter dem des Vorjahres (12,34 Milliarden). Insgesamt hatte der Gewinn zwar, wie eingangs geschrieben, um knapp sechs Prozent zugelegt. Aber bei einem derzeitigen Kurs/Gewinn-Verhältnis von 31 müsste Nike in den kommenden Jahren wirklich jährlich um die 20 Prozent mehr verdienen, um nicht zu hoch bewertet zu sein. Dass das ausgerechnet einem Unternehmen des Konsumgütersektors aus der gehobenen Preisklasse gelingen soll, gegen steigende Kosten und nervöse Verbraucher, glauben derzeit eben nicht viele.

Würde die Aktie ein bullisches Signal auf charttechnischer Ebene schaffen, wäre die Chance zwar da, dass aus diesem hässlichen Entlein des Dow Jones doch noch ein Schwan werden könnte. Denn gemeinhin schwinden die Zweifel der Anleger, je dynamischer eine Aktie zulegt. Aber dazu müssten erst einmal einige markante Charthürden überwunden werden.

Mit Schlusskursen über 124 US-Dollar wären die 100-Tage-Linie, das Juni-Hoch und die übergeordnete, mittelfristige Abwärtstrendlinie bezwungen, dann wäre der Weg nach oben erst einmal wieder frei. Aber bevor das nicht passiert ist, wäre das, was Nike da zeigt, nichts anderes als eine bärische Flagge und somit eine Konsolidierung in einem weiterhin intakten Abwärtstrend, der leicht ein neuer Baisse-Schub folgen würde, sollte diese Flagge mit Schlusskursen unter 109 US-Dollar eindeutig nach unten verlassen werden.

Nike Aktie: Chart vom 18.08.2022, Kurs 116,01 Euro, Kürzel NKE | Online Broker LYNX
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Nike muss man nicht lange vorstellen. Dieses Unternehmen kennt jeder und das ist für sich genommen bereits ein sehr gutes Argument für die Aktie.

Es gibt wenige Marken mit einer derartigen Strahlkraft und die so omnipräsent sind. Wer sich fünf Minuten in einer beliebigen Fußgängerzone, auf einem Spielplatz oder sonst wo bewegt, stößt auf Nike.

Wer mit einem Investorenauge durch die Welt läuft, dem fällt es umso mehr auf. Probieren Sie es mal aus. Sie werden erstaunt sein, wie oft Sie im Alltag auf Nike Produkte treffen.
Das erstaunliche ist auch, welche demografische Durchdringung die Marke mit dem Swoosh erreicht hat. Vom Kleinkind bis zum Rentner, alle tragen Nike.

Simpel

Dementsprechend ist Nike wohl die einfachste Investment-These, die vorstellbar ist. Nike gehört zu den wenigen Marken, die nicht mehr wegzudenken sind. Man kann sich kaum ein Katastrophen-Szenario ausmalen.
Mir fehlt dazu jedenfalls die Kreativität.

Unter dem Strich konnte Nike den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 23,33 auf 44,54 Mrd. USD nahezu verdoppeln.

Gleichzeitig konnte die operative Marge von 13 auf 16% gesteigert werden. Der Gewinn legte daher überproportional von 2,26 auf 5,73 Mrd. USD zu.

Da die Zahl der ausstehenden Aktien im selben Zeitraum von 1,88 auf 1,61 Milliarden Stück eingedampft wurde, legte das Ergebnis sogar von 1,35 auf 3,56 USD je Aktie zu.

Man muss nicht lange rätseln, die Aktie ist ein Outperformer. Wobei man aber auch konstatieren muss, dass die Bewertung über die Jahre hinweg gestiegen ist.

Quartalszahlen und Ausblick

Die Zukunft von Nike dürfte der Vergangenheit sehr ähnlich sein. Manch ein Anleger könnte zwar annehmen, dass die Marke bereits so verbreitet ist, dass es keinen Raum für Wachstum gibt, doch der täuscht sich.

Das Argument hätte man bereits vor Jahren anbringen können und es wäre damals so falsch wie heute.
Tatsächlich erzielt Nike etwa die Hälfte des Umsatzes in den USA.

Dort ist das Wachstum natürlich nicht mehr so hoch, andernorts sieht das aber ganz anders aus.
In der Region EMAE (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) lag das Umsatzwachstum bei 25%, in APLA (Asien, Pazifik, Lateinamerika) sogar bei 45%.

Das sollte man nicht unterschätzen. Inzwischen verdient Nike in diesem Gebiet fast so viel wie in Nordamerika.

Nachdem das Unternehmen im letzten Jahr einen Gewinnsprung um 123% erzielt hat, kommt es im laufenden Geschäftsjahr, welches im Mai bereits abgeschlossen wurde, zu einer Atempause.

Enttäuschend?

Am Montag wurden nachbörslich Zahlen präsentiert und die können sich sehen lassen.

Der Gewinn lag in Q4 mit 0,90 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,82 USD. Der Umsatz übertraf mit 12,2 Mrd. die Analystenschätzungen von 12,1 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 7% gesteigert werden, das Ergebnis war jedoch um 3% rückläufig.
Da rund die Hälfte des Konzerngeschäfts nicht auf den Dollar-Raum entfällt, wirkt sich die Stärke des Greenback erheblich negativ aus.

Um das zu verdeutlichen: Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 11% statt 7%. Die zugrundeliegenden Trends sind also vollkommen intakt.
Die negative Kursreaktion auf die Zahlen ist daher gewohnt kurzsichtig.

Für das angebrochene Geschäftsjahr 2023 stellt Nike ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich in Aussicht. Die Bruttomarge dürfte um 50 Basispunkte, also von 45,0 auf 44,5% sinken.

Buybacks und Bewertung

Begeisterung löst das sicherlich nicht aus, selbstverständlich könnte es auch besser laufen können.
Aber die Wechselkurse kann Nike eben nicht beeinflussen und das Russland-Geschäft kann man auch nur einmal einstellen.

Da es aktuell nicht optimal läuft, ist die Aktie aber auch von 179 auf 107 USD gefallen.
Die P/E ist dadurch von 50 auf 28,8 gesunken. Das macht einen sehr großen Unterschied.

Es wird der Zeitpunkt kommen, wenn das Wachstum wieder dynamischer wird und/oder sich die Wechselkurse plötzlich vorteilhaft entwickeln. Dann wird die Stimmung der Anleger plötzlich wieder blendend sein und die Aktie durch die Decke gehen. So wie immer.

Daher könnte langsam die Zeit der antizyklischen Investoren gekommen sein.

Nike möchte die Gunst der Stunde ebenfalls nutzen. Daher hat man massive Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 18 Mrd. USD beschlossen, was mehr als einem Zehntel des Börsenwerts entspricht.

Chart vom 27.06.2022 - Kurs: 107,31 Kürzel: NKE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.06.2022 – Kurs: 107,31 Kürzel: NKE – Wochenkerzen

Als Reaktion auf die Quartalszahlen und den Ausblick, hat die Aktie nachbörslich um 2,89% auf 107,31 USD nachgegeben.
Aus technischer Sicht ist dieser Rücksetzer unbedeutend. Erst wenn Nike nachhaltig unter 104 USD fällt, droht eine Ausdehnung der Korrektur. In diesem Szenario wären weitere Kursverluste in Richtung 90 USD denkbar.

Solange Nike jedoch nicht unter 104 USD fällt, besteht weiterhin Hoffnung auf eine Bodenbildung auf diesem Niveau. Ausgehend von diesem Niveau könnte es dann jederzeit zu einer Erholung in Richtung 110 USD kommen.
Darüber wäre Platz bis 120 USD.

Können 122 USD nachhaltig überwunden werden, hellt sich das Chartbild deutlich auf.

Nike drückt beim Ausbau des Direktvertriebs kräftig auf die Tube und erwartet einen massiven Gewinnsprung. Sollte man jetzt die Korrektur nutzen und zuschlagen?

Nullsummenspiel

Des einen Freud, ist des anderen Leid. Dieses Sprichwort kennt wohl jeder. Zum Glück ist das nicht immer und überall der Fall, an der Börse ist es allerdings oft so.
Im Endeffekt muss ja einer den Gewinn des anderen zahlen.

Naja, wenn man es genau betrachtet, ist es nicht ganz so schlimm. Schließlich gibt es ja auch noch Dividenden, Buybacks und die Wertschöpfung der Unternehmen.

Doch wie so oft schweife ich ab. Ich musste an dieses Sprichwort wegen Nike denken.
Man spricht oft davon, dass sich die Profitabilität durch den Direktabsatz großer Marken verbessert hat und weiter verbessern dürfte.

Das ist für Nike zwar erfreulich, man vergisst aber leicht, dass ein anderer dafür bluten muss. Denn wenn Nike, Adidas & Co. immer mehr Ware direkt beim Endkunden an den Mann bringen, zerstört das die Zwischenhändler.

Im Fall von Nike könnte das vor allem Foot Locker hart treffen, denn keine andere Marke spielt für den Schuhhändler eine größere Rolle. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Nike.

Daher war es ein Schlag in die Magengrube, als Nike bekannt gab, den Direktvertrieb erheblich auszubauen und die Absatzmengen bei Foot Locker und anderen Handelspartner spürbar zu reduzieren.

In diesem Fall gilt es also wahrlich: Des einen Freud, ist des anderen Leid.

Die Richtung ist klar

Denn Nike würde diesen Weg nicht gehen, wenn die Nachfrage nicht vorhanden wäre.
Am End wird das für sehr viele Zwischen- und Einzelhändlern in ganz unterschiedlichen Branchen ein Problem werden.
Die Richtung zeigt ganz klar in Richtung Direktvertrieb. Teilweise wundert es mich fast, wie wenig Engagement einige Großkonzerne in diese Richtung zeigen.

Man könnte viele Beispiele anführen, aber glaubt jemand, dass Apple weniger iPhones verkaufen würde, wenn diese nur noch in den Stores und im eigenen Onlineshop zu kaufen wären?

Ich stelle ungern Prognosen über die Zukunft an, aber dass der Direktvertrieb einen immer größeren Anteil am Konzernumsatz von Nike einnehmen wird, dürfte sicher sein.
Dass sich das positiv auf die Margen auswirkt ebenso.

Ausblick und Bewertung

In den letzten zehn Jahren konnte Nike den Umsatz von 24,13 auf 44,54 Mrd. USD steigern.
Der Gewinn legte im selben Zeitraum von1,18 auf 3,56 USD je Aktie überproportional stark zu.

Das ist einerseits durch die steigende Profitabilität begründet, aber auch durch Buybacks.
Denn die Zahl der ausstehenden Aktien wurde von 1,88 auf 1,61 Milliarden Stück reduziert.

Die Dividende wurde im Gegenzug von 0,35 auf 1,13 USD je Aktie erhöht.

Mit Blick auf den zunehmenden Direktvertrieb, kann man recht einfach zu der Hypothese kommen, dass die zukünftige Geschäftsentwicklung mindestens so gut sein wird, wie die bisherige.

Das scheint auch der Konsens zu sein. Im laufenden Geschäftsjahr, welches bis Ende Mai läuft, wird ein Gewinn von 3,66 USD je Aktie erwartet.
Im Folgejahr sollen es bereits 4,75 und dann 5,55 USD je Aktie werden.

Nike wurde in den letzten fünf Jahren durchschnittlich mit einer P/E von 31,1 gehandelt.
Unterstellt man, dass die Bewertung auf diesem Niveau bleibt, ergibt sich daraus ein Kursziel von 172,60 USD bis Mai 2024.
Das entspräche einer annualisierten Rendite von 16,3% und kann sich sehen lassen.

Auf der anderen Seite ist Nike mit einer P/E von 34,6 auch nicht gerade ein Schnäppchen. Im Endeffekt wird mit dieser Bewertung der für 2022/23 erwartete Gewinnsprung von 30% ein vorweggenommen.
Dadurch würde die P/E schlagartig auf 26,5 sinken.

Ein Engagement ist also sicherlich vertretbar und die Renditeerwartung ist gut.
Wer noch nicht investiert ist, könnte sich also eine erste Tranche schnappen und gleichzeitig darauf hoffen, dass es doch noch eine Etage tiefer geht.

Chart vom 11.03.2022 Kurs: 126 Kürzel: NKE – Wochenkerzen | LYNX Online Broker
Chart vom 11.03.2022 Kurs: 126 Kürzel: NKE – Wochenkerzen

Fällt Nike unter 120 USD, ist eine Ausdehnung der Korrektur sehr wahrscheinlich. Möglicherweise wird dann der Bereich zwischen 110 und 105 USD angesteuert. Dort läge die P/E dann bei ungefähr 30.

Bricht die Aktie allerdings über 130 USD aus, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 138 und 147 USD.