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Nordex meldete am Dienstag überzeugende Zahlen zum Auftragseingang im Jahr 2025. Doch anfängliche Kursgewinne trafen zumindest zeitweilig auf Gewinnmitnahmen: Hatte man womöglich mehr erwartet? Oder gibt es einen Haken, der vorsichtig stimmen sollte?
Nein, den gibt es nicht. Der Windkraftanlagen-Hersteller konnte im Jahr 2025 Aufträge mit einem um 22,5 Prozent höheren Stromleistungs-Volumen verbuchen als 2024. Zwar wirkte das Plus von 9,2 Prozent im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als würde die Dynamik nachlassen, aber das basierte auf einem Basiseffekt:
Das Minus war deswegen eher moderat, weil das Vergleichsquartal, das vierte Quartal 2024, besonders stark gelaufen war. Da hatte man gegenüber 2023 ein Auftragsplus von knapp 32 Prozent erreicht.
Und auch über den ebenfalls gemeldeten durchschnittlichen Verkaufspreis pro Megawatt Leistung konnte man eigentlich nicht klagen. Der blieb im vierten Quartal mit 0,89 Millionen Euro pro Megawatt stabil. Im Gesamtjahresvergleich stieg er mit 0,91 gegenüber 0,90 Millionen im Vorjahr leicht an. Allzu viel höher kann es da eher nicht gehen, das Gewinnwachstum würde bei diesen Preisen vor allem vom Volumenwachstum getragen … und das passt ja. Zumal:
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Expertenmeinung: Am Ende schloss die Nordex-Aktie ja dann auch im Plus. Zwar hatte sie, nachdem sie morgens kurz ein neues Jahres-Verlaufshoch erreicht hatte, zeitweise im Minus gelegen, aber diese Gewinnmitnahmen trafen schon wieder auf erste Käufer. Warum sollte man da überhaupt genauer hinschauen?

Weil Gewinnmitnahmen bei überzeugenden Auftragszahlen nur dann erklärbar wären, wenn es noch andere Argumente gäbe, die einige zum Ausstieg veranlasst haben. Will man abschätzen können, ob da noch Luft nach oben ist oder das Rückschlagrisiko wächst, muss man diese Argumente suchen und abklopfen. Und würde bei der Bewertung der Aktie landen.
Denn die wäre mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24 für 2026 bereits ein wenig teuer, sofern man nicht sicher absehen kann, dass das Gewinnwachstum trotz der im Sektor der erneuerbaren Energien wankelmütigen Rahmenbedingungen stetig weitergeht. Und dieses KGV von 24 wäre auch nur dann zutreffend und nicht höher, wenn der Gewinn pro Aktie 2026 gegenüber dem Vorjahr um gut 30 Prozent zulegen würde. Aber noch ist völlig offen, ob diese Schätzungen der Analysten auch von Nordex bestätigt würden. Ein wenig spekulativ ist dieser Kurslevel also allemal. Aber muss man deswegen aussteigen?
Immer dann, wenn man zu dem Schluss käme, dass ein Short-Trade in der derzeitigen Gesamtkonstellation ein absurd gewagter Gedanke wäre, könnte man grundsätzlich auch bestehende Long-Positionen aufrechterhalten. Und für Short-Trades wäre diese Gemengelage eben noch deutlich zu positiv. Aber der erhebliche Kursanstieg der letzten Monate in Kombination mit einer jetzt eben doch eher ambitionierten Bewertung eröffnet dennoch das Risiko von unnötigen Gewinneinbußen durch scharfe Korrekturen. Absichern sollte man Long-Trades also auf jeden Fall.
Hier gälte es, auf die Supportzone zwischen 27,80 und 29,90 Euro, zusammengesetzt aus den Hochs der Monate November und Dezember sowie der 50-Tage-Linie, zu achten. Solange diese Zone hält, brennt in Sachen weiteren Aufwärtspotenzials noch nichts an. Ob es dahingehend problematisch wird oder der Weg nach oben womöglich noch deutlich weiterführt, wird dabei vor allem am 26. Februar deutlich werden, da kommen die kompletten Ergebnisse des vierten Quartals 2025 und vermutlich auch Nordex‘ Ausblick auf 2026. Achten Sie auf diesen Termin!
Quellenangaben: Meldung zum Auftragseingang 4. Quartal und Gesamtjahr 2025, 13.01.2026: https://www.nordex-online.com/de/2026/01/nordex-group-schliesst-das-vierte-quartal-mit-auftraegen-in-hoehe-von-36-gw-ab-und-erzielt-damit-in-2025-einen-neuen-jahresrekord-von-102-gw
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