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Nordex Aktie Prognose Nordex: War das womöglich ein Signal zum Ausstieg?

News: Aktuelle Analyse der Nordex Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Nordex Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.12.2025 um 16:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Verlaufs-Rekordhoch der Nordex-Aktie werden die meisten Anleger gar nicht mehr kennen: Es lag bei 96,63 Euro und wurde am 17.7.2001 erreicht. Würde man diese Bestmarke als Maßstab nehmen, wäre nach oben noch viel Luft. Aber jetzt zählen andere Faktoren.

Nordex Aktie: Monatschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Monatschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Damals, 2001, war die Aktie gerade neu auf den Markt gekommen, gestartet war sie am 2. April 2001 mit einem ersten gehandelten (um Splits bereinigten) Kurs von 77,84 Euro. Man hatte noch nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich das Geschäft des Windkraftanlagenbauers wohl entwickeln würde, aber eine Menge erwartet. Aus großen Träumen wurden indes zeitweise sehr kleine Brötchen, die man backen musste: Am 25. April 2005 wurde das Allzeittief erreicht … bei 1,25 Euro. Aber auch das ist jetzt vorbei, die Anleger orientieren sich unübersehbar wieder nach oben … und das höchst effektiv:

Am Freitag erreichte die Nordex-Aktie den höchsten Stand seit Dezember 2015, lag mit dem Freitags-Verlaufshoch von 29,64 Euro sogar kurz leicht darüber. Der Ausbruch über das Jahreshoch 2021, bei dem Ende November noch offen war, ob der Sprung gelingen würde, nachdem ein zeitweise klar wirkender Ausbruch abverkauft wurde, ist damit zementiert. Jetzt geht es um die Frage, ob es auch über das 2015er-Hoch gehen könnte … mit einem nächsten charttechnischen Kursziel bei 34,62 Euro, dem Jahreshoch 2007. Wäre das nicht langsam ein wenig zu ambitioniert und damit für eine kalte Dusche in Form eines Abverkaufs prädestiniert?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. Denn was man zum Börsenstart 2001 erhoffte, liegt jetzt als Fakten vor: Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz, verbunden mit einer soliden, aktuell leicht steigenden Gewinnmarge. Für das Bullen-Lager ist es dabei sehr hilfreich, dass Nordex neue Aufträge regelmäßig kommuniziert, so dass man mitverfolgen kann, wie gut sich die Lage entwickelt. Gerade erst zur Wochenmitte kamen da neue Argumente für die Käufer:

Nordex hat einen großen Auftrag des US-Energieversorgers Alliant Energy an Land gezogen, für den das Unternehmen 2028 und 2029 190 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1,09 Gigawatt errichten soll. Noch sind die nötigen Genehmigungen nicht erteilt, so dass der Auftrag nicht „fix“ ist, zudem ist das Volumen angesichts einer geschätzten errichteten Gesamtleistung von sieben bis acht Gigawatt im laufenden Jahr kein „Game Changer“. Aber diese Meldung hält den Optimismus aufrecht, zeigt, dass hier etwas vorangeht.

Das sahen auch einige Analysten so, die nach dieser am Mittwoch vorgelegten Meldung ihre Kursziele anhoben. Kepler Cheuvreux von 25 auf 32 Euro, das Bankhaus Metzler von 27,50 auf 30 Euro und MWB Research sogar von 30 auf 33 Euro, das höchste der derzeitigen Kursziele. Sicherlich segeln die Bullen hier umso härter am Wind, je höher es mit der Aktie geht, immerhin bewegt sich die 2025er-Performance per Freitagabend um die 155 Prozent. Der Unternehmensgewinn steigt, aber die Aktie steigt schneller und hat jetzt für die 2025er-Gewinnschätzung ein relativ ambitioniertes Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 28 erreicht. Die „Zukunftsprämie“, die man hier bezahlt, wird also größer.

Aber das ist nur ein Aspekt, den man im Hinterkopf haben sollte, keiner, der zu Short-Trades oder auch nur zum Verkauf anleiten würde. Solange Nordex weiter mit positiven Nachrichten „Bullenfutter“ liefern kann, ist eine Abwärtswende nicht allzu wahrscheinlich (wenngleich nie unmöglich). Umso mehr, als sich das kurzfristige Chartbild weiterhin tadellos präsentiert:

Nordex Aktie: Tageschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Tageschart vom 12.12.2025, Kurs 28,74 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Wir sehen im Tageschart zwar, dass sich hier ein Aufwärtstrendlinien-Fächer gebildet hat, d.h. die Trendlinien werden immer steiler, das erhöht das Risiko. Aber bislang gelingt es, sich robust in „Treppenstufen“ nach oben zu orientieren: Ein neues Hoch wird konsolidiert, das vorherige Hoch bietet Support, die Aktie dreht nach oben, überwindet das jüngste Hoch und dieses dient dann wiederum als nächstliegende Unterstützung. Solange das funktioniert und, im aktuellen Fall, das November-Hoch bei 28,38 Euro nicht deutlich unterboten würde, wäre hier selbst für kurzfristige Long-Trades noch alles in Butter. Vorerst wäre die Aktie zwar auf diesem Bewertungsniveau kein Kauf mehr … aber was man hat, mit Stoppkurs-Absicherung zu halten, ließe sich rechtfertigen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.11.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Momentan sind Unternehmen, die wirklich dynamisch wachsen, am deutschen Aktienmarkt etwas dünn gesät. Also konzentriert sich viel Kapital auf diejenigen Aktien, bei denen dieses starke Wachstum zu finden ist. Aber keine Aktie ist eine Einbahnstraße. Auch Nordex nicht.

Das Tal der Tränen war lang, aber Nordex hat es jetzt tatsächlich verlassen. Die Jahre, in denen der Windkraftanlagenbauer Aufträge abarbeiten musste, bei denen er letztlich draufzahlte, sind vorbei. Und aus zunächst winzigen Gewinnmargen wurden stattliche. Ende Oktober hatte Nordex die Prognose für die EBITDA-Gewinnmarge 2025 auf 7,5 bis 8,5 Prozent angehoben. Genau dort wollte man hin, jetzt ist es gelungen … und mehr wäre in den kommenden Jahren möglich.

Kombiniert mit dem derzeit solide steigenden Umsatz wäre ein Gewinn pro Aktie um die 1,50 Euro in zwei Jahren durchaus denkbar. Den sehen die Analysten momentan im Schnitt für 2027. Und entsprechend deutlich wurden viele Kursziele nach oben angepasst. Doch so hurtig die Experten auch reagierten, die Aktie war meist schneller, so auch jetzt: Mit seinen 27,78 Euro, mit denen er am Dienstag aus dem Handel ging, liegt der Nordex-Kurs knapp über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 27,30 Euro. Und da die Quartalszahlen, am 4. November vorgelegt, nunmehr auf dem Tisch liegen, dürften wirklich entscheidende, positive Meldungen vorerst ausbleiben. Ist das ein Problem?

Expertenmeinung: Das kommt darauf an, wie aggressiv und mit welchem Zeithorizont man hier engagiert ist. Zumindest wäre es ein Grund, sich in Sachen Neueinstieg oder Zukauf zweimal zu überlegen, ob man das nach diesem immensen Lauf der Aktie seit Februar ausgerechnet jetzt tun will. Denn der Kurs ist in eine langfristige Widerstandszone gelaufen, die wir im langfristigen Chartbild sehen, das die Aktie über 20 Jahre auf Monatsbasis zeigt.

Nordex Aktie: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Monats-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Zwar ist es charttechnisch äußerst bullisch, dass Nordex zum Monatsende des Oktobers zwar an der Widerstandslinie bei 25,53 Euro, die auf das 2021er-Hoch zurückgeht, hängen blieb, dann aber sofort mit dem Start des Novembers wieder darüber lief. Aber bereits bei 29,64 Euro würde die nächste Charthürde warten (das Jahreshoch 2015). Und damit wäre man dann schon ziemlich weit über dem Konsensziel der Experten und ebenso bei einer trotz stetigem Wachstum eher teuren Bewertung. Das lässt vermuten, dass der Druck durch Gewinnmitnahmen mit jedem Euro, den Nordex jetzt noch obendrauf packt, zunehmen könnte.

Auf kurzfristiger Ebene wäre die Linie bei 24,56 Euro wichtig, die sehen Sie im Chart auf Tagesbasis. Ginge Nordex darunter, wäre ein Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinien bei 21,50 und 20,30 Euro denkbar. Für kurzfristige Trader wäre das ein Grund, unter 24,56 eher den Kopf einzuziehen, für mittel- und langfristige Anleger indes ein Grund zur Hoffnung, bei dieser Aktie noch einmal zu günstigeren Kursen nachfassen oder neu einsteigen zu können. Denn ja, der Boden wird für diesen „Dauerläufer“ jetzt schwerer. Aber derzeit spricht nichts dafür, dass das mehr auslösen würde als eine ggf. auch etwas ausgedehntere Pause.

Nordex Aktie: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Tages-Chart vom 11.11.2025, Kurs 27,78 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.10.2025 um 22:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Immer, wenn ein Unternehmen vorab des regulären Bilanztermins per Ad-hoc-Meldung vorläufige Zahlen abliefert, sind die entweder markant schlechter oder besser als die Prognose oder der eigene Ausblick. Im Fall von Nordex war Letzteres der Fall. Das wird heute spannend.

Nordex Aktie: Chart vom 27.10.2025, Kurs 22,10 Euro, Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 27.10.2025, Kurs 22,10 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Die Nordex-Aktie war zwar in der ersten Monatshälfte über das bisherige Jahreshoch aus dem August gelaufen und hatte zugleich eine ganz langfristige Abwärtstrendlinie überboten, aber dann zeigte die Hausse Verschleißerscheinungen. Die Aktie hatte am bisherigen Jahreshoch (24,56 Euro, 14. Oktober) ein Jahres-Plus von knapp 118 Prozent erreicht. Dass einige da dann auch mal Kasse machten und neue Käufer auf diesem Kursniveau nicht gerade Schlange standen, um die Gewinnmitnahmen anderer aufzufangen, kann absolut nicht überraschen.

Aber wie weit reicht die dadurch eingeläutete Konsolidierung? Einerseits liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten derzeit bei 24 Euro, 10 von 14 Experten stufen die Aktie momentan als kaufenswert ein. Andererseits ist die Bewertung auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Gewinnschätzung für 2025 mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 32 ziemlich hoch, da wird schon recht weit in die Zukunft geschaut.

So gesehen könnte die Aktie grundsätzlich noch ein wenig weiter „ausatmen“. Doch dann kamen am Montagabend nach Ende der offiziellen Handelszeit die vorläufigen Ergebnisse für das dritte Quartal, die eigentlich erst nächste Woche, am 4. November, anstehen würden. Und mit diesen Zahlen kam eine Anhebung der 2025er-Prognose:

Expertenmeinung: Der Umsatz hatte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nur marginal zugelegt, aber die operative Gewinnmarge stieg drastisch, von 4,3 auf 8,0 Prozent. Das hebelt den operativen Gewinn erheblich, der sich dadurch zum Vorjahr fast verdoppelt. Und man ist angesichts der aktuellen Entwicklung guter Dinge, diese höhere Profitabilität auch im laufenden, letzten Quartal halten zu können. Die Folge:

Der Windkraftanlagenhersteller hob die Gesamtjahresprognose in Bezug auf die operative Marge deutlich an. Statt der bislang angepeilten Range von 5,0 bis 7,0 Prozent sieht Nordex jetzt 7,5 bis 8,5 Prozent. Das ist natürlich ein Wort. Und das bedeutet, dass die bisherigen Schätzungen der Analysten für den Gewinn des laufenden Jahres nach oben korrigiert werden müssten und das wiederum dazu führt, dass die Bewertung auf Basis der 2025er-Gewinnschätzung eben nicht mehr so hoch ist wie bislang. Jetzt ist die Frage:

Was tun die Trader? Der Kurs reagierte am Abend im außerbörslichen Handel und erreichte je nach Handelsplattform Levels zwischen 23,10 und 23,40 Euro, also einen Anstieg zwischen 4,5 und 5,9 Prozent gegenüber dem XETRA-Schlusskurs um 17:30 Uhr. Das ist kein Sprung über das bisherige Hoch. So gesehen wird die Sache heute spannend:

Werden die Akteure im regulären Handel – und dann mit entsprechend deutlich höheren Umsätzen als am Montagabend – diese überzeugenden Ergebnisse als Sprungbrett für einen erneuten Rallye-Impuls auf neue Jahreshochs interpretieren … oder wird man im Bereich des letzten Hochs erneut Ermüdungserscheinungen erleben? Das wird eine spannende Sache, aber klar dürfte schon jetzt sein: Für das bärische Lager wird heute ein eher unangenehmer Tag!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit dem Rückenwind überzeugender Auftragseingangszahlen zum 3. Quartal hat es die Nordex-Aktie über das bisherige Jahreshoch geschafft. Eigentlich liegt in diesem Bereich ein markanter, wichtiger Widerstand. Die Frage ist aber: Wie viele Trader sehen den überhaupt?

Das Hoch vom August bei 23,44 Euro wirkte beim Blick auf den Chart auf Tagesbasis, als sei es irgendwo im charttechnisch luftleeren Raum entstanden, eine Art „Ermüdungshoch“, das in eine Korrektur münden, aber keine Basis für eine Abwärtswende sein würde.

Nordex Aktie: Chart vom 10.10.2025, Kurs 24,00 Euro, Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 10.10.2025, Kurs 24,00 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Es hat sich gezeigt, dass es in der Tat bei einer eher moderaten Korrektur blieb, denn noch oberhalb der Supportzone aus den Hochs vom Mai und Juni drehte die Nordex-Aktie wieder nach oben und überbot das vorherige Hoch. Das passt.

Solange dieses Hoch vom August nicht deutlich unterboten würde und dadurch eine Bullenfalle entsteht, wäre grundsätzlich noch Luft nach oben. Es sei denn, Anleger würden mehrere Faktoren zu einem Gesamtbild formen und sich daraufhin entscheiden, hier langsam doch mal an Gewinnmitnahmen zu denken. Welche Faktoren können das sein?

Der am Donnerstagmorgen gemeldete Auftragseingang im dritten Quartal schon mal nicht, der bot nun wirklich keine Argumente, um skeptisch zu werden. Das Volumen der Neuaufträge lag, in Energieleistung gerechnet, bei 2,17 Gigawatt. Mehr als die 2,0 Gigawatt, die die Experten im Schnitt erwartet hatten, und stattliche 26 Prozent mehr als im dritten Quartal des Vorjahres. Da zugleich der Verkaufspreis pro Megawatt mit 0,93 Millionen Euro faktisch stabil blieb, gab es da definitiv nichts zu mäkeln. Aber auch wenn diese Ergebnisse solides und dynamisches Wachstum belegen, steigt eine Aktie deswegen ja nicht unbegrenzt immer weiter. Irgendwann wäre ein fairer, sinnvoller Kurslevel erreicht. Und damit kommen wir zum ersten Aspekt, der die Trader in Richtung „Kasse machen“ bewegen könnte:

Expertenmeinung: Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 23,64 Euro. Das ist jetzt erreicht bzw. leicht überboten. Zwar bewerten 12 der 14 die Aktie des Windkraftanlagen-Herstellers regelmäßig beobachtenden Analysten Nordex mit „Kaufen“, aber diese Einstufungen waren ja größtenteils schon auf deutlich niedrigerem Kursniveau erfolgt. Und mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 35 für das laufende Geschäftsjahr ist hier schon einiges an zukünftigem, aber gerade in dieser Branche immer unsicherem Wachstum eingepreist. Die jetzt höher als gedacht eingelaufenen Auftragseingänge ändern daran nicht so viel, dass man diesen Faktor jetzt ganz neu bewerten könnte.

Der andere Aspekt findet sich im Chartbild, nur nicht im kurzfristigen, sondern in einem gezielt langfristigen Zeitraster. Wir sehen das im zweiten Chart, den wir auf Monatsbasis skaliert haben. Dieses August-Hoch bei 23,44 Euro lag eben nicht einfach im „Nirgendwo“, sondern genau auf Höhe einer übergeordneten, im Herbst 2007 etablierten Abwärtstrendlinie.

Nordex Aktie: Monatschart vom 10.10.2025, Kurs 24,00 Euro, Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Monatschart vom 10.10.2025, Kurs 24,00 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Dass das vorherige Hoch rein zufällig eine Linie touchierte, die gar keiner mehr auf dem Schirm hatte, ist unwahrscheinlich genug, um das besser nicht als „Beruhigungspille“ einzusetzen. Zwar ist die Aktie jetzt, für den Moment, an dieser Linie vorbei. Aber hier geht es um die Monatsbasis, will heißen: Erst wenn Nordex auch Ende Oktober über dem August-Hoch notiert und damit auch diese langfristige Abwärtstrendlinie überboten hat, wäre der Ausbruch wirklich vollzogen. Und der Oktober ist noch lang. Hier ein wenig Kasse zu machen und die verbleibenden Aktien mit Stoppkursen abzusichern, dürfte in dieser Gemengelage eher nicht schaden!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Long / Buy
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Hersteller von Windenergieanlagen hat in diesem Jahr deutlich Rückenwind bekommen. Seit Februar zeigt sich die Nordex-Aktie in stabiler Verfassung und konnte die Rückschläge der vergangenen Jahre weitgehend hinter sich lassen.

Nach einer deutlichen Rallye kam es ab August zu einer gesunden Konsolidierung, die von Gewinnmitnahmen geprägt war. Doch selbst der Bruch der 50-Tage-Linie brachte die Bullen nicht aus dem Konzept – im Gegenteil: Anleger nutzten die Schwächephasen, um erneut Positionen aufzubauen. Inzwischen haben sich die Kurse wieder dem bisherigen Jahreshoch angenähert. Der Wind steht günstig, und die Chance auf eine Herbstrallye scheint intakt.

Expertenmeinung: Auch fundamental scheint der Rückenwind anzuhalten. Die Nachfrage nach Windkraftprojekten bleibt hoch, insbesondere in Europa, wo der Ausbau erneuerbarer Energien weiter Fahrt aufnimmt.

Solange die Unterstützung im Bereich der 20- und 50-Tage-Linie hält, bleiben die Aussichten freundlich. Ein nachhaltiger Ausbruch über das bisherige Jahreshoch könnte den Weg für eine neue Aufwärtsbewegung ebnen.

Aussicht: BULLISCH

Nordex Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs: 23.28 EUR, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs: 23.28 EUR, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.