VERBIO Aktie Prognose VERBIO: Korrektur oder Trendwende – jetzt fallen hier die Würfel

News: Aktuelle Analyse der VERBIO Aktie

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Wer hätte gedacht, dass die VERBIO-Aktie mal so spannend daher kommen würde. Starke Auf- und Abwärtsimpulse geben sich hier die Klinke in die Hand. Und genau jetzt muss sich entscheiden, ob aus dem momentanen Abwärtsimpuls eine Abwärtswende wird oder nicht!

Als VERBIO am 10. November die Ergebnisse des ersten Quartals des am 1.7. gestarteten Geschäftsjahres 2022/2023 vorlegte, wurde es kurzzeitig haarig. Denn nachdem der Hersteller von Biokraftstoffen 2021/2022 einen Rekordgewinn von gut 500 Millionen Euro auf EBITDA-Basis erreicht hatte, avisierte das Unternehmen für 2022/2023 „nur“ 300 Millionen. Und das, obwohl schon in diesem ersten, von Juli bis September reichenden Quartal 121 Millionen im EBITDA erzielt wurden, das Dreifache dessen, was im Sommer 2021 erreicht wurde. Einige Anleger fürchteten, VERBIO sehe deutlichen Druck auf Umsatz und Gewinn kommen.

Aber das war durchaus nicht der Fall. Man will zwar investieren, aber diese so defensive Gewinnprognose basiert weder darauf, dass Investitionen den Gewinn auffressen noch darauf, dass man mit einem deutlich schlechteren Geschäft rechnet: Man ist nur vorsichtig. Das entspricht dem Grundsatz der „kaufmännischen Vorsicht“, was einigen Tradern womöglich deswegen nicht gewärtig war, weil so manch anderes Unternehmen damit eher nichts am Hut hat. Auch für das Geschäftsjahr 2021/2022 waren VERBIOs Ausblicke äußerst vorsichtig. Da erwartete man anfangs ein EBITDA von 150 Millionen und tastete sich nur dann behutsam höher, wenn sicher war, dass eine höhere Prognose nicht zurückgenommen werden muss.

Das ist nur gut so. Und anfängliche Verkäufe am Tag dieser Bilanz wurden dann ja auch umgehend aufgekauft, die Aktie lief schnell an das bisherige Rekordhoch, das im April bei 88,10 Euro erreicht wurde. Aber eben nur an dieses Hoch, nicht darüber. Zweifeln die Anleger also doch an den Perspektiven der Aktie?

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Expertenmeinung: Nein, wer da unmittelbar bei Erreichen des bisherigen Hochs den Gewinn mitnahm, zweifelt wohl eher an der Bewertung. Denn angenommen, VERBIO würde auch 2022/2023 wieder um die 500 Millionen Euro im EBITDA schaffen und beim Gewinn pro Aktie im Bereich der für 2021/2022 erreichten fünf Euro liegen, dann käme man am Hoch auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 17,6. Das ist nicht zu hoch, wenn das Gewinnwachstum in den kommenden Jahren weitergeht. Aber wird es das auch?

Das Problem ist hier, dass der immense Gewinnanstieg nicht alleine von einem steigenden Umsatz bestritten wurde. Auch die Gewinnmarge legte erheblich zu, von 16,2 Prozent EBITDA-Marge 2020/2021 auf 28,5 Prozent 2021/2022. Und das basiert auf dem momentanen Krisen-Umfeld in Sachen Energieversorgung. Wenn sich die Lage da beruhigt, wird die Marge zurückkommen und mit ihr der Gewinn.

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Und zu weit mag man sich bei VERBIO auch deswegen nicht aus dem Fenster lehnen, weil ja immer noch die Politik Stöcke in die Speichen werfen und den Einsatz von aus potenziellen Nahrungsmitteln gewonnener Energie begrenzen könnte. Im Fall eines ungünstigen Szenarios könnte es also auch bei den jetzt von VERBIO avisierten 300 Millionen bleiben … und dann gälte auf dem jetzt schon klar unter Rekordhoch liegenden Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 25 … und das wäre zu teuer.

Die Motivation der Verkäufer ist also klar. Die Frage ist, ob die Optimisten bis zum letzten Moment warten, um das Ruder herumzureißen oder die VERBIO-Aktie durch die jetzt erreichte Schlüssel-Supportzone einfach durchfällt. Vorhersagen kann man es nicht, aber die Entscheidung wird ja jetzt kurzfristig fallen. Sie sehen im Chart, um welchen Bereich es geht:

Um die Unterstützungszone aus den Zwischenhochs vom Sommer bei 70,10 und 71,45 Euro und das Tief des Bilanztages am 10.11. bei 73,00 Euro. Hält diese Zone stand, kann es schnell zu einem erneuten und dann womöglich auch erfolgreichen Anlauf an das Rekordhoch kommen. Fällt sie aber, wäre die nächste Auffangzone 61,40/63,90 Euro womöglich schnell erreicht, daher: Wer überlegt, ob man zugreifen könnte, sollte besser abwarten, wie diese Nagelprobe ausgeht!

VERBIO-Aktie: Chart vom 28.11.2022, Kurs 73,25 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der VERBIO Aktie

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Auf der gerade laufenden Weltklimakonferenz sagte UNO-Generalsekretär António Guterres: „Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle.“ Es wundert nicht, dass Aktien wie SMA Solar und VERBIO daraufhin besonders gesucht waren. Aber geht das auch so weiter?

Übermorgen kommen die Ergebnisse des ersten Geschäftsjahresquartals 2022/2023. Das am 30.6. beendete Geschäftsjahr 2021/2022 hatte der Biokraftstoff-Hersteller mit grandiosen Rekorden beendet. Umsatz über 80 Prozent über Vorjahr, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verdreifachte sich auf 503,3 Millionen Euro. Aber geht es auch so weiter?

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Im Zuge der Jahresbilanz Ende September avisierte VERBIO für 2022/2023 „nur“ ein EBITDA von 300 Millionen, also deutlich weniger als im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Aber VERBIO kalkuliert äußerst vorsichtig, so gesehen kann das natürlich noch einiges mehr werden. Die am Donnerstag erwarteten Zahlen zum Sommerquartal werden wohl auch einen Ausblick beinhalten, da wird man also mehr erfahren. Aber ob die Aktie dann bei guten Zahlen durchstarten wird, nachdem sich der Kurs zwischen Juni und jetzt mehr als verdoppelt hat?

Expertenmeinung: So sicher ist das eben nicht, auch, wenn die VERBIO-Aktie auf Basis des abgeschlossenen Geschäftsjahres 2021/2022 ein eher niedriges Kurs/Gewinn-Verhältnis von 16 ausweist. Zum einen, weil der Grund, warum die Aktie zwischenzeitig auch immer mal wieder schnell und weit wegbrach, in der Politik zu suchen ist und man nicht weiß, ob die angedachten Produktionsbeschränkungen für Kraftstoffe aus Rohstoffen, die auch als Nahrungsmittel dienen könnten, wirklich vom Tisch sind oder nicht. Zum anderen, weil es gut sein kann, dass sich das Umfeld für starke Preise und damit für hohe Gewinnmargen wieder eintrübt. Hinzu kommt:

Dass die sorgenvollen Worte bei der Weltklimakonferenz den Eindruck erwecken, dass alles, was in den Bereich alternativer Energien gehört, vor einer Boomphase stehen müsste, ist schon richtig. Aber ob dieser Boom dann wirklich Realität wird oder man wie so oft ohne Beschlüsse auseinandergeht und sich unter dem Strich nahezu nichts ändert? Letzteres wäre, das lehrt die Erfahrung, wahrscheinlicher. Daher sollte man diesen gestrigen Anstieg der VERBIO-Aktie nicht als wegweisend ansehen, zumal:

Die Aktie hatte unmittelbar unter der oberen Begrenzung des Aufwärtstrendkanals begonnen, auf der Stelle zu treten. Diese Hürde wird also als solche erkannt und löst Gewinnmitnahmen aus. Das gestrige Plus hat VERBIO nicht über diesen Trendkanal hinaus heben können. Das müsste also umgehend nachgeholt werden … und dann wäre es, wenn die Quartalsbilanz übermorgen keine neuen Kaufargumente auf diesem Level liefern würde, das bisherige Rekordhoch vom April bei 88,10 Euro, das als nächste Basis für Gewinnmitnahmen dienen würde. Um die jetzt eindeutig dünne Luft tragfähig für neue Hochs zu machen, müsste jetzt einiges klappen. Für Trader, die hier Long sind, muss also gelten: Nicht ohne Stoppkurs agieren!

VERBIO-Aktie: Chart vom 07.11.2022, Kurs 82,55 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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VERBIO, der Hersteller von Biokraftstoffen, legte am Dienstag die Ergebnisse des am 30.6. beendeten Geschäftsjahrs 2021/2022 vor. Die waren herausragend stark, aber damit war zu rechnen. Und in Bezug auf die Prognose für das neue Geschäftsjahr scheiden sich die Geister.

81 Prozent mehr Umsatz und 302 Prozent mehr Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber 2020/2021, das ist ein Wort. Aber das wusste man ja schon, die 500 Millionen Euro EBITDA hatte VERBIO schon im Sommer avisiert. Also blickte man nach vorne. Was würde der Hersteller von Biogas, Biodiesel und Bioethanol für das am 1.7. begonnene, neue Geschäftsjahr avisieren?

Das, was da auf den Tisch kam, hat manche Anleger unübersehbar enttäuscht. Zum einen sieht VERBIO das EBITDA im neuen Geschäftsjahr nur bei 300 Millionen gegenüber den 500 Millionen des abgelaufenen Jahres. Zum anderen will man für das Rekord-Geschäftsjahr 2021/2022 nur eine Dividende von 20 Cent ausschütten, nicht mehr also als in den Jahren zuvor. Den Gewinnausblick hatte VERBIO bereits am Freitag nach Handelsende gemeldet, also noch vor der Bilanz, die am Dienstagmorgen kam. Das drückte die Aktie kurzzeitig, aber am Dienstag stieg sie wieder … trotz der „dünnen“ Gewinnprognose. Das hat Gründe.

Expertenmeinung: Viele Investoren wissen, dass VERBIO mit seinen Ausblicken äußerst vorsichtig agiert, sich damit also an die Regel der „kaufmännischen Vorsicht“ hält. Aber diese Vorsicht ist eben auch begründet, denn 2020/2021 war durch die unsichere Energielage ein Sonderfall. Einer, der auch das Geschäftsjahr 2022/2023 hindurch gelten könnte, aber das weiß eben noch niemand. Und man will den Gewinn großenteils gezielt in Investitionen stecken, um sich breiter und effektiver aufzustellen, deswegen soll die Dividende nicht steigen.

So betrachtet klingt die Sache schon besser. Und das war der Grund, warum man diese auf den ersten Blick so niedrige Gewinnprognose dann eben doch positiv aufnahm, zumal die Bewertung auf dem derzeitigen Kursniveau auch bei einem EBITDA von „nur“ 300 Millionen noch günstig wäre. Aber auch, wenn VERBIO daraufhin am Dienstag mit +7,83 Prozent der Tagessieger im TecDAX wurde: Für ein bullisches Signal hat es noch nicht gereicht.

Die Aktie hatte im Tagesverlauf schon höher notiert, dann aber kamen Gewinnmitnahmen auf. Die aus charttechnischer Sicht ungünstig waren, denn dadurch schaffte VERBIO den Sprung über die im Chart dick schwarz gehaltene 200-Tage-Linie nicht, deren hohe Relevanz durch ihre erfolgreiche Verteidigung im August unterstrichen wird. Sie ist zugleich die Nackenlinie des Doppeltopps, das sich zwischen Anfang August und Mitte September gebildet hatte.

Da muss VERBIO drüber … und das am besten signifikant. Erst, wenn die Aktie mit Schlusskursen über 63 Euro nicht nur diese 200-Tage-Linie, sondern auch die 20-Tage-Linie bezwungen hätte, unter der der Kurs am Dienstag dann auf Abgabedruck traf, wäre hier ein glaubwürdig bullisches Signal entstanden. Das abzuwarten wäre in diesem hochvolatilen und nervösen Markt auf jeden Fall sinnvoll.

VERBIO-Aktie: Chart vom 27.09.2022, Kurs 58,55 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Die kritische Versorgungslage führte dazu, dass die Politik Bestrebungen, Biokraftstoffe strenger zu reglementieren, auf Eis gelegt hat. Dadurch steuerte VERBIO wieder Richtung Allzeithoch. Aber jetzt kommt in einer charttechnisch sensiblen Zone Verkaufsdruck auf.

Ob aus den politischen Plänen, die Verwendung von Biokraftstoffen einzuschränken, auch in den kommenden Jahren nichts wird, weil das zum einen die Nahrungsproblematik weltweit kaum beeinflusst und zum anderen Unternehmen wie VERBIO ohnehin so gut wie keine Basisstoffe nutzen, die man als Nahrungsmittel hernehmen könnte, weiß man nicht. So gesehen bleibt da immer dieses Damoklesschwert, dessen Erscheinen im April und Mai zu zeitweise massiven Verkäufen in der Aktie des Biogas-, Biodiesel- und Bioethanol-Herstellers geführt hatte. Aber auch noch etwas anderes weiß man nicht:

Wie es bei VERBIO seit April gelaufen ist. Die letzten Quartalsergebnisse kamen Ende Mai und blickten auf das erste Quartal. Die Ergebnisse des zweiten Kalenderquartals sind zugleich die des letzten Quartals des seit dem 30.6. beendeten Geschäftsjahres 2021/2022 … und kommen erst am 27. September. Zwar hatte VERBIO Ende Juni die Prognose für den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) noch einmal (auf 500 Millionen) angehoben. Aber wie genau lief es in den vergangenen mittlerweile fast sechs Monaten, wie ist das Geschäftsjahr 2022/2023 angelaufen, was erwartet VERBIO für die kommenden Monate?

Expertenmeinung: Man weiß also zumindest bis zum 27. dieses Monats noch nichts über die aktuelle Lage und die Perspektiven. Das macht es kniffliger, die jetzt wankende Supportzone zu halten, die zwischen 57,80 und 63,15 Euro liegt und gestern bereits getestet wurde. Vorausgegangen war der misslungene Versuch, das Zwischenhoch vom Mai bei 70,30 Euro zu überwinden. Dass das nach einem Fehlversuch im Augst bereits das zweite Mal war, dass VERBIO diese Hürde nicht hat nehmen können, dürfte so manchen Trader nervös machen, zumal gestern bereits die im Juni etablierte Aufwärtstrendlinie, die einem Test zur Monatswende noch standgehalten hatte, gefallen ist.

Die vorgenannte Supportzone 57,80/63,15 Euro wird zwar um 60 Euro noch durch die 200-Tage-Linie verstärkt. Aber sollte der Druck anhalten, muss das die Aktie nicht auffangen. Nicht, bevor Ende des Monats neue Informationen kommen, an denen sich die Marktteilnehmer orientieren können. Jetzt im Vertrauen darauf, dass dieser Unterstützungsbereich schon halten wird, zuzugreifen, wäre daher eine Entscheidung, deren Erfolgschance man schlicht nicht kalkulieren kann. Hier zunächst abwartend zu bleiben, sprich bestehende Positionen mit einem Stopp unter dieser Supportzone 57,80/63,15 Euro zu halten, aber nicht zuzukaufen, wäre derzeit die sinnvollste Lösung.

VERBIO-Aktie: Chart vom 14.09.2022, Kurs 63,45 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Die offenen Fragen in Bezug auf das am 1.7. begonnene Geschäftsjahr 2022/2023 sind zahlreich, die Antworten für den Aktienkurs absolut entscheidend. Derzeit läuft VERBIO wieder wie auf Schienen aufwärts – aber man sollte wissen, dass sich das jederzeit ändern könnte.

Dass der Biokraftstoff-Hersteller VERBIO im am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2021/2022 ein Rekordergebnis eingefahren hat, das weit jenseits bisheriger Gewinne liegt, weiß man. Auch, wenn die endgültige Bilanz erst im September ansteht, weil Jahresabschlüsse ihre Zeit brauchen. Denn VERBIO hatte Ende Juni, wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres, eine Guidance ausgegeben, nach der der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) etwa bei 500 Millionen Euro liegen werde. Auf dem Level der im Verlauf der Vormonate ein ums andere Mal nach oben korrigierten Gewinnprognose also. Perfekt.

Auch, wenn die Aktie seit den Kurseinbrüchen im Verlauf des zweiten Quartals in den immens stark gelaufen ist: Angesichts dieses Gewinns wäre die Aktie auch jetzt noch niedrig bewertet, würde ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 13 ausweisen. Aber was war, sprich das abgeschlossene Geschäftsjahr, ist ja als Orientierung dahingehend, ob eine Aktie günstig oder teuer ist, nicht zu gebrauchen. Wie es weitergeht, wollen und müssen die Anleger wissen, um abschätzen zu können, ob man hier noch einsteigen oder im Gegenteil besser verkaufen sollte. Und da fangen die Probleme bei VERBIO an.

Expertenmeinung: Der Gewinn hat sich 2021/2022 zwar vervielfacht, der Umsatz dürfte, die konkreten Zahlen stehen ja noch aus, aber „nur“ um die 60-70 Prozent gestiegen sein. Die Gewinnexplosion basiert also vor allem auf einer stark gestiegenen Gewinnmarge. Damit stellen sich zwei Fragen:

Wird die Nachfrage so stark bleiben, dass die ungewöhnlich hohen Margen zumindest großenteils erhalten bleiben und wenn ja, wie lange? Und wird die Politik die angedachten Beschränkungen für aus potenziellen Nahrungsmitteln hergestellte Energie umsetzen und wenn ja, in vollem Umfang dessen, was aus dem Umweltministerium zu hören war oder abgeschwächt? Beide Fragen können derzeit nicht beantwortet werden. Aber die Antworten wären erforderlich um abschätzen zu können, wo der Gewinn von VERBIO 2022/2023 landen könnte und ob die Aktie demzufolge bereits zu hoch bewertet wäre oder noch Luft an, ggf. sogar über das im April erreichte Rekordhoch bei 88,10 Euro hätte.

Was die Analysten angeht, erwarten die mehrheitlich einen recht deutlichen Gewinnrückgang im neuen Geschäftsjahr, im Schnitt sieht man da dann nur noch einen Gewinn, der bei etwa 40 Prozent des Vorjahres liegt. Was zwar immer noch weitaus mehr wäre als alles, was VERBIO in früheren Jahren verdient hat. Aber man käme damit dann auf dem aktuellen Kursniveau auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um gut 30. Und das wäre nicht mehr günstig.

Was tun in einer solchen offenen Situation? Wer hier über den Neueinstieg nachdenkt, muss angesichts der vorstehenden Problematik wissen, dass man sich da auf dünnem Eis bewegt. Wichtig wäre, gerade, weil „bad news“ von politischer Seite ohne Vorwarnung kommen und heftige Reaktionen im Kurs auslösen können, dass man nie ohne Stop Loss agiert und diesen sukzessiv nach frisch überbotenen Charthürden nachzieht.

Aktuell bewegt sich die VERBIO-Aktie in der Spanne, die Anfang Mai aus dem ersten Selloff und der damaligen, kurzen Gegenreaktion entstand. Deren untere Begrenzung bildet mit der 20-Tage- und der 200-Tage-Linie zwischen 60 und 63 Euro eine wichtige Unterstützung. Knapp darunter für den Fall der Fälle eine Absicherung zu haben, wäre für den Moment auf jeden Fall zu überlegen.

VERBIO Aktie: Chart vom 17.08.2022, Kurs 67,70 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Das Geschäftsjahr endete am 30.6., die Zahlen des Biokraftstoff-Herstellers VERBIO werden Ende September kommen. Aber man weiß bereits: Der Gewinn wird sich gegenüber 2020/2021 vervielfacht haben. Luft nach oben für die Aktie … wenn da nicht die Politik wäre.

Bioethanol, Biogas, Biodiesel: Die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigt und ermöglicht neben höheren Umsätzen auch höhere Preise. Das wird womöglich nicht auf Dauer so bleiben. Aber es könnte längere Zeit anhalten, dieses Phänomen, das dazu führte, dass VERBIO als einer der großen Hersteller dieser Kraftstoffe seine Prognose für das EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) seit dem Geschäftsbericht 2020/2021 ein ums andere Mal anhob. Von damals 150 Millionen (nach dem 2020/2021er-EBITDA von 166 Millionen eher defensiv) auf 230 Millionen Ende November, dann über 300 Millionen Ende Januar und 430 Millionen Ende April auf zuletzt 500 Millionen Euro Ende Juni.

Damit wäre die Bewertung der Aktie, die derzeit noch fast 30 Prozent unter ihrem im April erreichten Rekordhoch notiert, niedrig, das Kurs/Gewinn-Verhältnis läge aktuell um 12. Und wie gesagt: Es mag sein, dass die Margen für VERBIO wieder fallen … aber das könnte noch Jahre dauern. Warum also sind die Anleger so zögerlich, warum fiel die Aktie überhaupt Ende April wie ein Stein und brauchte Monate, um sich zu stabilisieren, bei solchen Perspektiven?

Expertenmeinung: Die meisten werden es wissen: Wegen der Politik. Aus zwei deutschen Ministerien wurden im April und Mai Stimmen laut, man müsse wegen der drohenden Nahrungsmittelengpässe auf der Welt die Herstellung von Kraftstoff aus potenziellen Nahrungsmitteln wie Getreide beschneiden, womöglich gar stoppen. Und der letzte Selloff der VERBIO-Aktie im Juni basierte auf der Sorge, es könnte da sogar zu einer Vereinbarung im Rahmen der G7 kommen.

Aber dazu kam es nicht … und auch in den deutschen Ministerien passiert in Richtung Kappung der Biokraftsoff-Nutzung derzeit scheinbar nicht viel. Das mag mit der Entwicklung zu tun haben, dass nun doch ukrainisches Getreide ausgeführt werden soll. Aber ob das wirklich so laufen wird wie erhofft und eine Nahrungsmittelknappheit auch mittelfristig ausbleibt, ist eben offen. Auch, wie man sich da politisch zu den Biokraftstoffen stellt, immerhin hatte VERBIO betont, dass die zur Herstellung verwendeten Getreide keine Nahrungsmittelqualität hätten und es ohnehin schon Beschränkungen gebe, ohne dass das Widerhall gefunden hätte. Kurz: Das Risiko, dass es erneut zu einem Selloff durch politische Äußerungen kommt, bleibt bestehen. Was tun?

Die Aktie ist und bleibt hochinteressant. Und dass der Kurs sich bereits wieder durch die 200-Tage-Linie gekämpft hat, ist beeindruckend. Der nächste Widerstand bei 63,15 Euro läge schon nahe, darüber würde dann erst bei 70,30 Euro die nächste Hürde waren. Grundsätzlich hätte VERBIO auch die Basis, um das bisherige Rekordhoch von 88,10 Euro erneut anzusteuern, im Idealfall sogar zu überwinden. Nur muss man eben dieses Damoklesschwert Politik im Hinterkopf haben, was hieße:

Auf jeden Fall sollte man hier immer ein Auge auf die Kursbewegungen haben und mit Stop Loss-Absicherungen arbeiten. Die einem zwar nicht helfen würden, wenn außerbörsliche Statements dann zu einer Eröffnung mit großem Gap Down führen, aber wegen eines solchen Worts Case Szenarios ganz wegzubleiben, erschient überzogen. Wichtig wäre dabei aber auch: VERBIO sollte nur eine Beimischung sein. Um ein Grundpfeiler eines Depots zu sein, ist die Aktie auch ohne überraschende Statements aus der Politik zu volatil!

VERBIO-Aktie: Chart vom 01.08.2022, Kurs 62,70 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX