Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 23.-29.03.2020

Hoffen auf die V-Formation: Wie wahrscheinlich wäre dieses Szenario?

Bei einem extremen Kursrutsch kommt es bisweilen zu sogenannten V-Formationen, bei denen ein guter Teil des vorherigen Einbruchs rasant wieder aufgeholt wird. Zuletzt hatten wir dieses Phänomen zur Jahreswende 2018/2019 gesehen. Wird sich der Aktienmarkt auch diesmal schnell und weitreichend wieder erholen … oder klammern sich viele da an einen zu dünnen Strohhalm?

Nicht nur viele Privatanleger wurden von der Entwicklung der vergangenen Wochen überrumpelt, haben nicht oder zu spät reagiert und hoffen mit hohen Aktienbeständen darauf, dass sich dieser Kurseinbruch an der Börse aktuell schnell wieder erledigt. Gerade die institutionellen Investoren mit milliardenschweren Portfolios, deren Größe einen zeitnahen, ausreichend umfangreichen Ausstieg unmöglich machte, wären heilfroh, wenn es zu einer schnellen und weitreichenden Erholung käme, wie wir sie zur Jahreswende 2018/2019 gesehen hatten. Die damalige V-Formation holte beim DAX im ersten Quartal 2019 das Minus des sehr schwachen vierten Quartals 2018 im selben Tempo wieder auf, in dem es zuvor abwärts ging, siehe der folgende Chart. Aber kann man wirklich darauf hoffen, womöglich sogar aktiv darauf spekulieren, dass es diesmal genauso laufen wird?

Besser nicht, denn auch, wenn eine solche Entwicklung an der Börse aktuell nicht ausgeschlossen ist: Allzu wahrscheinlich ist es nicht, dass es so kommt. Und das nicht nur, weil solche V-Formationen keineswegs die Regel sind, wenn es um die Art einer Aufwärtstrendwende geht. Sondern auch, weil die Rahmenbedingungen nicht dafür sprechen. Vergleichen wir das einmal.

Entscheidende Aspekte sind anders als Ende 2018/Anfang 2019

Damals stellte sich die Gemengelage anders dar als heute. Basis des Abverkaufs war zum einen der in seiner Intensität zunehmende Handelskrieg. Die Anleger erkannten, dass die Beeinträchtigung des Wachstums sich nicht nur auf China beschränken wird, sondern alle großen Wirtschaftsräume unter Wachstumsdruck geraten würden. Zugleich erhöhte die US-Notenbank, da das US-Wachstum entsprechend offizieller Daten noch stark schien und die Inflation hoch genug war, dies zu ermöglichen, weiter die Leitzinsen. Man ging entsetzt davon aus, dass dies das Wachstum endgültig abwürgen würde.

Als die US-Notenbank aber Ende Dezember andeutete, dass die Zinsanhebungen vorüber seien, man hoffen durfte, dass der nächste Zinsschritt nach unten führen würde, war dies ein Schlüsselereignis, das imstande war, die zuvor negative Beurteilung der Perspektiven auf den Kopf zu stellen. Zumal auch die US-Regierung erkannte, dass es jetzt wohl geschickter sei, gebetsmühlenhaft darauf hinzuweisen, welche angeblichen Vorteile vor allem die USA doch durch Trumps Handelsstreit haben … und erst recht erlangen … würden. Kurz: Die Stimmung schlug schlagartig von rabenschwarz auf rosa um. Und diese Chance haben wir an der Börse aktuell eben nicht.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Basiselement des Abstiegs, die Pandemie selbst, kurzfristig überstanden sein könnte. Und selbst, wenn man da nicht in Monaten, sondern in Wochen rechnen wollte, bleibt der Faktor des weltweiten, konjunkturellen Schadens. Niemand weiß, wie lange die Pandemie vorhält. Niemand könnte bereits heute absehen, welche Scharten das in die Weltwirtschaft schlagen wird. Und erst recht kann niemand abschätzen, wie lange es dauern wird, bis wieder alles einigermaßen rund läuft. Damit ist die Chance, dass sich ein rasanter Stimmungsumschwung an der Börse aktuell ereignet, wie das Ende 2018/Anfang 2019 der Fall war, nahezu null.

Best Case-Szenario: Eine „echte“ V-Formation

Was möglich wäre, wäre im besten Fall eine „echte“ V-Formation. Denn normalerweise sieht eine V-Formation nicht so aus wie unser voriges Beispiel, sondern es gibt einen sogenannten „Sockel“. Sehen wir uns dazu das folgende Beispiel an:

Hier sehen wir eine solche echte V-Formation mit dem angesprochenen „Sockel“ beim Kurs von Brent Crude Oil. Es wird ein Teil des vorherigen Selloffs aufgeholt, dann aber gehen die Notierungen in eine Seitwärtsbewegung über. Was bedeutet: Ein überzogen wirkender Abverkauf wird teilweise korrigiert, danach wartet der Markt darauf, dass die Nachrichtenlage eine echte Wiederaufnahme des Aufwärtstrends unterstützt. Was auch bedeutet:

Ein solcher Sockel kann auch nach unten verlassen werden, wenn die Gemengelage nicht positiver wird! Denkbar wäre ein solches Bild also. Aber dass eine solche V-Formation durch den Ausbruch aus der Seitwärtsrange des Sockels nach oben vollendet wird, ist nicht sicher. Darauf zu wetten wäre sogar während der Ausbildung des Sockels riskant, zumal es allemal auch da zu kurzen Bullen- und Bärenfallen, d.h. nicht nachhaltigen Ausbrüchen in beide Richtungen, kommen kann.

Eher wahrscheinlich: eine volatile, länger andauernde Bodenbildung

Bringt man die derzeitige Lage und die völlig unklaren Perspektiven mit dem Kursgeschehen in Einklang, wäre eine längere Zeitspanne eines volatilen Auf und Ab an der Börse aktuell, geprägt von einem steten Wechsel aufkeimender Hoffnungen und Ernüchterungen, die wahrscheinlichere Variante. Dabei wäre zu vermuten, dass es zu sehr starken, zehn oder sogar zwanzig Prozent in beide Richtungen reichenden Impulsen kommt, die aber erst einmal nicht nachhaltig sind und somit nur von kurzfristig orientierten, erfahrenen Tradern umgesetzt werden können. Ein grundsätzlich denkbares Szenario zeigt der folgende Chart des marktbreiten S&P 500 am Ende der Baisse 2000-2003:

Achten Sie hier einmal auf das erste der drei Tiefs: Auch das wirkte im ersten Moment wie eine schnelle Genesung in Form einer V-Formation. Nur hielt sie eben nicht vor, die Rallye wurde schnell wieder abverkauft, das Tief sogar noch leicht unterboten. Hier sehen wir damit ein Szenario, das der aktuellen Situation eher entsprechen würde. Und diese Bodenbildung erstreckte sich, bevor die beiden Nackenlinien des dreifachen Tiefs, dieses „Triple Bottom“, überboten wurden, über fast ein Jahr.

Vorsicht Falle!

Wer tief in der Verlustzone festsitzt, wünscht sich natürlich, dass es an der Börse aktuell schneller und reibungsloser wieder aufwärts geht. Die Faktenlage macht das zwar nicht allzu wahrscheinlich, aber die Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch anders kommt, treibt erfahrungsgemäß manche dazu, leichtsinnig zu werden und eben doch einfach ins fallende Messer zu greifen. Doch wer zukauft und dann doch mit ansehen muss, dass die Notierungen noch weiter abrutschen, hat nur gefühlt seinen Einstandskurs verbilligt. Denn immerhin ist durch solches Verbilligen, gerne optimistisch „Schnäppchenjagd“ genannt, mehr Kapital investiert, so dass weitere Verluste dann nominal noch schwerer wiegen. Und die Historie der Börse weist, sehr viele Fälle auf (die im Nachhinein schnell vergessen und in der Retrospektive übersehen werden), in denen vermeintliche Bodenbildungen platzten. Hier nur eines von vielen Beispielen, das wir im vorstehenden Chart schon haben sehen können:

Nach dem 11. September 2001 kam es zu einem extremen Abverkauf an allen Aktienmärkten. Nachdem man erkannte, dass die Terror-Anschläge nicht weltweit in vergleichbarem Maß weitergehen würden, wurde ein großer Teil der Panik-Verkäufe wieder aufgeholt. Und das gelang tatsächlich mit einer echten V-Formation, wie der Chart zeigt. Doch auch, wenn die Kurse danach wenigstens seitwärts liefen, die vermeintliche Wende hielt nicht vor: Ab Frühjahr 2002 gingen die Verkäufe in dem Tempo wieder los, das schon vor diesen Terror-Anschlägen vorgelegen hatte. Und da wäre durchaus eine mögliche Parallele zur aktuellen Situation zu sehen, denn:

Damals sah man zwar die massive Terrorgefahr als einigermaßen gebannt an. Das könnte an der Börse aktuell auch, wenn es glimpflich weitergeht, in einigen Wochen in Bezug auf das Virus so gesehen werden. Aber die Rezession, die damals weltweit vorherrschte, wurde dadurch ja nicht vertrieben. Sie blieb als bärischer Faktor und sorgte dafür, dass die Aktienmärkte bis Ende 2002 bzw. Anfang 2003 (ja nach Markt) neue Tiefs markierten. Im aktuellen Fall wäre daher auch wahrscheinlich, dass ein ausbremsen des Virus zu Käufen führt, diese aber dann wieder austrockenen und die nächste Baisse-Welle anrollt, wenn deutlich wird, wie heftig der Schaden für die Weltwirtschaft ist und wie lange es dauern könnte, bis dieser behoben wäre. Daher gilt:

Ins fallende Messer zu greifen geht viel zu selten gut

In einem Umfeld wie diesem lauern für jene, die zu ungeduldig und/oder hoffnungsvoll in fallende Kurse hinein kaufen, große Risiken, vor allem, wenn es da um größere und mittel- und langfristig angesiedelte Investments geht. Ja, irgendwann werden DAX & Co. wieder höher notieren als heute. Aber warum sollte man nicht abwarten, ob es zu einer glaubwürdigen Stabilisierung kommt, wenn niemand die Frage beantworten kann, wann der DAX nennenswert höher stehen wird und um wie viel günstiger man, wollte man eine Bodenbildung abwarten, vielleicht einsteigen könnte?

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 20.03.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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Börse: Aktuelle Entwicklung und Trends

Die aktuelle Entwicklung und der aktuelle Trend an der Börse werden maßgeblich von Wirtschaftsnachrichten, Konjunkturdaten und Neuigkeiten von börsennotierten Unternehmen bestimmt. Diese wirken sich nicht nur auf Aktienkurse aus, sondern auch auf andere Assetklassen wie börsengehandelte Fonds, Optionen und Futures. Des Weiteren werden durch Börsennachrichten auch die Anleihemärkte und Rohstoffmärkte in Bewegung versetzt. Daher haben wir auch die Zinsen, den Ölpreis und Goldpreis immer im Blick.

Börse: Aktuelle Tipps zum Marktgeschehen

Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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