AIXTRON Aktie Prognose Aixtron: Nvidia wird zum Zünglein an dieser Waage

News: Aktuelle Analyse der AIXTRON Aktie

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Bis zum Herbst 2023 schaukelte sich die Aixtron-Aktie immer höher, seither aber hat sich der Kurs fast halbiert. Ob jetzt die Aufwärtswende gelingt oder der Abstieg weitergeht, könnte entscheidend von den Ergebnissen von Nvidia abhängen … und die kommen heute Abend.

Was Aixtron mit Nvidia zu tun hat? Ganz unmittelbar zwar eher wenig. Indirekt aber ist das, was Nvidia heute nach US-Handelsende an Perspektiven für das laufende Quartal und die kommenden Monate ausgeben wird, auch eine Guidance für die Chipindustrie an sich und, und damit sind wir bei Aixtron, für deren Zulieferer.

Aixtron festigt Produktionsanlagen für die Halbleiter- sprich Chipindustrie. Als nach den Corona-Lockdowns die Nachfrage nach Chips massiv anzog und die Hersteller gar nicht so viel herstellen konnten, wie ihnen aus den Händen gerissen wurde, bauten sehr viele ihre Produktionskapazität erheblich aus. Das bedurfte neuer Anlagen … und so wurde bei Aixtron das Auftragsbuch immer dicker, der Umsatz stieg immens, der Gewinn stieg mit.

Dass der Auftragseingang länger zulegte, als man das hätte vermuten können, verleitete manche dazu, Aixtron als immun gegen Schwankungen im so volatilen Halbleitermarkt und die Aktie als Einbahnstraße nach oben anzusehen. Bis das Volumen der Neuaufträge dann doch zu sinken begann. Jetzt werden bei den meisten Marktteilnehmern in Sachen Erwartungen kleinere Brötchen gebacken. Aber bislang rechnen die Analysten bei Aixtron für 2024 nur mit einem moderaten Gewinnrückgang zum Vorjahr, während die Aktie ausgehend von ihrem im Dezember bei 39,89 Euro markierten 2023er-Hoch so markant gefallen ist, dass man allerhand von einer kommenden Krise eingepreist hat. Die aber noch gar nicht da ist. Aber:

Expertenmeinung: Es bräuchte ein Argument dafür, dass der Rückgang im Auftragseingang nur vorübergehend ist, um die Aktie nach oben in Marsch zu setzen, die Bodenbildung zu vollenden und mit einem Anstieg über die Widerstandszone 24,40 zu 25,90 Euro den Weg nach oben freizumachen. Und da kommt Nvidia als „Flaggschiff“ des KI-Hypes ins Spiel.

Sollte Nvidia einen zunehmenden Auftragsboom melden, womöglich andeuten, dass auch andere Unternehmen im Halbleitersektor mitgezogen werden, dann wäre das Problem, dass Aixtrons Aufträge ins Loch fallen, weil solche Produktionsanlagen ja über viele Jahre in Betrieb bleiben, schnell vergessen. Dann dürften viele sicher sein: Das Aufrüsten bestehender Systeme zur KI-Fähigkeit und ein hoher Bedarf an ganz neuen Systemen und Gerätschaften wird Aixtrons Aufträge wieder beleben. Dann wäre nach oben wieder alles möglich.

Aixtron Aktie: Chart vom 21.05.2024, Kurs 22,62 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 21.05.2024, Kurs 22,62 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Aber noch liegen Nvidias Zahlen eben nicht auf dem Tisch, noch ist offen, inwieweit die Ergebnisse die ganze Branche tangieren könnten. Dass man da ein wenig nervös ist und sehr wohl weiß, wo man heute Abend hinschauen muss, zeigt sich am Chartbild: Der Kurs setzte gestern ohne neue Nachrichten kräftig zurück und bewegt sich damit in etwa in der Mitte zwischen dem unteren Ende der vorgenannten Widerstandszone 24,40 zu 25,90 Euro und dem Tief der Bodenbildung bei 21,29 Euro. Ein Ausbruch wäre somit in beide Richtungen ruckzuck vollzogen. Und dem sollte man, in Unkenntnis dessen, was bei Nvidia in seiner Rolle als Zünglein an der Waage auf den Tisch kommen wird, besser nicht vorgreifen.

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Vorherige Analysen der AIXTRON Aktie

Wirklich grandios waren die Zahlen für das erste Quartal nicht, die Aixtron am Donnerstag vorgelegt hatte. Aber das Minus der Aktie hielt sich in Grenzen und wurde am Freitag schon fast wieder aufgeholt. Damit hielt der kleine Boden, den die Aktie zuletzt ausbildete, aber:

Die Sache hat zwei Haken, einen charttechnischen und einen fundamentalen. Letzteren zuerst:

Das Ergebnis war mit dem des Vorjahresquartals nicht zu vergleichen, weil das, bedingt durch umfassende Verschiebungen von Auslieferungen nach China, komplett verzerrt war. Aber der Auftragseingang war davon damals ja nicht betroffen. Und mit den jetzt für das erste Quartal 2024 gemeldeten 120,3 Millionen Euro lag man schon deutlich unter den 139,9 Millionen ein Jahr zuvor. Das ist kein dramatischer Rückgang, aber schon im Herbstquartal 2023 waren die Brötchen da kleiner geworden. Das bremst natürlich das Wachstumspotenzial.

Hinzu kam, dass Aixtron-Chef Grawert festhielt, dass man im Moment eine Schwäche bei den Aufträgen im Power Electronics-Segment habe, die, wenn sie anhalten sollte, eher das untere Ende der Gesamtjahresprognose in den Blickunkt rücken würde. Und diese Prognose ist ja ohnehin nicht gerade üppig:

Aixtron plant mit einem Umsatz zwischen 630 und 720 Millionen Euro nach 630 Millionen im Jahr 2023 und einer EBIT-Gewinnmarge zwischen 24 und 26 Prozent nach 24,9 Prozent im Vorjahr. Gut, wenn das obere Ende bei beiden Messgrößer erreicht würde. Stillstand bis leichter Gewinnrückgang, wenn es das untere Ende würde. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Diese Zahlen zum ersten Quartal sind keineswegs so stark, dass sie ein Brechen dieses kleinen, in den letzten knapp drei Wochen entstandenen Bodens zwingend verhindern müssten. Immerhin hatte die Aktie ja als Reaktion auf das Zahlenwerk am Donnerstag fünf Prozent nachgegeben, nur wurde das am Freitag größtenteils wieder wettgemacht. Das initiale Minus zeigt aber, dass dieser Boden nicht allzu solide ist. Und diejenigen, die auf diesem Mini-Boden gerne eine Wende aufbauen würden, haben noch ein ganz anders Problem, wie wir im Chart sehen:

Dieser Boden liegt nicht über, sondern unter einer massiven Chartzone. Diese Zone, deren Ursprünge bis in den Herbst 2022 zurückgehen, reicht von 23,63 bis 25,86 Euro. Und an deren unterer Begrenzung war die Aixtron-Aktie gerade erst im Verlauf der vergangenen Woche abgewiesen worden.

Die Käuferseite müsste diese Zone also jetzt umgehend nicht nur angehen, sondern auch hindurchkommen, um zu verhindern, dass das bärische Lager wieder aktiv wird. Und das dürfte mit diesen ordentlichen, aber eben nicht inspirierenden Ergebnissen im Gepäck ein eher steiniger Weg werden.

Aixtron Aktie: Chart vom 26.04.2024, Kurs 22,82 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals, 25.04.2024:
https://www.aixtron.com/de/investoren/AIXTRON%20SE%20Starkes%20Q1%20und%20wachsender%20Erfolg%20bei%20SiC_n12568

In den letzten Jahren war Aixtron immer eine Aktie, die ziemlich weit oben in den Performancelisten stand. Doch sofort mit dem Start ins Jahr 2024 kam der Kurs massiv unter Druck … und der hält bis heute an. Aber übertreiben es die Verkäufer hier nicht langsam?

Ob die Aixtron-Aktie jetzt, 45 Prozent unterhalb des gerade erst im Dezember markierten 22-Jahres-Hochs von 39,89 Euro „billig“ ist oder im Gegenteil noch mehr Luft nach unten ist, ist eine Frage, die deswegen nicht leicht zu beantworten ist, weil man dazu einen klaren Blick auf das haben müsste, was man noch nicht weiß:

Wie geht es mit den Neuaufträgen weiter, wie entwickeln sich die Gewinnmargen? Aixtron fertigt vor allem Produktionsanlagen für die selbst schon sehr konjunktursensible Halbleiterindustrie. Investitionsgüter für eine Branche, in der es sehr schnell von himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt und zurückgeht, das macht Aixtron zu einer „Fahrstuhlaktie“, bei der der Unternehmensgewinn ebenso rasant nach oben wie nach unten laufen kann wie der Aktienkurs selbst.  

Expertenmeinung: Zuletzt manifestierte sich die Konsequenz des jahrelangen Auftragsbooms in Form eines deutlich nachgebenden Auftragseingangs. Aber ob es bei einem gedrückten Level der Neuaufträge bleibt oder nicht, ob und wie deutlich das auf die Gewinnmargen drückt, all das wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. So gesehen lautet die Antwort auf die Frage, ob die Aktie im Vorfeld zu hoch notierte oder jetzt bereits zu weit gefallen ist, für den Augenblick: „Ansichtssache“. Was sich nicht nur auf die Anleger selbst erstreckt, denn auch die Analysten können nicht hellsehen:

Aixtron Aktie: Chart vom 10.04.2024, Kurs 21,91 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 10.04.2024, Kurs 21,91 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Die beiden zuletzt neu vergebenen Kursziele machen das deutlich, denn sie markieren das obere und das untere Ende der Analysten-Kurszielspanne, obwohl sie nur kurz nacheinander und ohne zwischenzeitliche, neue Daten seitens des Unternehmens vergeben wurde. Vor genau einer Woche stufte Jefferies Aixtron mit „Kaufen‘“ ein und vergab ein Kursziel von 50 Euro. Gestern kam EXANE BNP und stufte die Einschätzung von „Outperform“ auf „Underperform“ ab und kappte das Kursziel von 31 auf nur noch 21 Euro. D.h. der eine Experte ist sicher, dass die Gewinndynamik bald zurückkehrt, der andere glaubt das Gegenteil.

Sie sehen: Bevor Aixtron nicht zumindest die Ergebnisse des ersten Quartals vorlegt (geplant am 25. April) und dadurch neue, aktuelle Daten auf den Tisch kommen, ist die Frage, ob dieser Abstieg nicht bereits eine Übertreibung ist, nicht tauglich zu beantworten. Was tun?

Grundsätzlich muss man vernünftigerweise raten: Wenn man nicht recht weiß, ob man bei einer Aktie Long oder Short sein sollte, tut man gut daran, die Finger wegzulassen. Was im Fall Aixtron noch durch die Charttechnik erleichtert wird, denn aktuell bewegt sich der Kurs in einer Art charttechnischem Niemandsland zwischen der Supportzone 19,70 zu 20,48 Euro und der jetzt als Widerstand fungierenden Zone 24,40 zu 25,86 Euro. Würden die in zwei Wochen anstehenden Quartalsdaten zu einem Ausbruch aus dieser Zone führen, ließe es sich überlegen, in Ausbruchsrichtung mitzuziehen. Bis dahin aber wäre Aixtron, so spannend die Gemengelage auch ist, in der Watchlist am besten aufgehoben.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Herstellers von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie geriet in den letzten Handelstagen ordentlich unter die Räder. Grund für den Kurssturz der Aixtron-Aktie waren die zuletzt Ende Februar präsentierten Quartalsergebnisse.

Von diesem Schock konnte sich das Papier zwar tags darauf wieder erholen, doch die Freude über die kurzfristige Erholung währte nicht lange. Doch wie sieht das Gesamtbild nun aus?

Das Papier ist in eine bärische Trendphase übergegangen und die Kurse stabilisieren sich nahe dem Tief von November des vorigen Jahres. Kurzfristig hat sich eine kleine Unterstützung bei 24.42 EUR und ein Widerstand bei 28.82 EUR gebildet.

Expertenmeinung: Eine Bewegung über oder unter die erwähnten Ebenen würde ein neues Kauf- bzw. Verkaufssignal auslösen. Solange sich die Kurse demnach unter dem Niveau von 28.82 EUR befinden, halte ich einen Einstieg in der aktuellen Lage für sehr spekulativ und risikoreich.

Der Trend zeigt nach Süden und aus technischer Sicht gibt es absolut keinen Anhaltspunkt, welcher für eine sofortige Trendwende sprechen würde. Sollte sich der Kurssturz fortsetzen, wäre gar eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung Richtung 20 EUR durchaus denkbar.

Aussicht: BÄRISCH

Aixtron Aktie: Chart vom 08.03.2024, Kurs: 26.14 EUR Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 08.03.2024, Kurs: 26.14 EUR Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

„Aixtron ungebremst auf Wachstumskurs“ betitelte der Anlagenbauer sein 2023er-Ergebnis nebst Ausblick auf 2024. Für 2023 konnte man das auch so sehen, für 2024 schon weniger. Dementsprechend bremsten die Trader die Aktie aus … und das äußerst heftig!

Dabei hatte man im Zuge der Ende Oktober vorgestellten Ergebnisse des dritten Quartals richtig gelegen. Da war der Auftragseingang auffallend schwach gewesen, doch der Aixtron-Vorstand war sich sicher, dass der im vierten Quartal wieder anziehen würde. Und so kam es auch: Mit 204,5 Millionen lagen die Neuaufträge weit über den nur 118,5 Millionen des Sommerquartals. Das hätte die Trader durchaus erfreuen können, doch diesmal schwamm das Haar in einer anderen Suppe.

Der Blick zurück auf 2023 war makellos, der Umsatz hatte um 36 Prozent zugelegt. Und durch die auf 25 Prozent nach 23 Prozent im Vorjahr gestiegene Vorsteuer-Marge gelang beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein überproportionaler Zuwachs von 45 Prozent. Aber auch, wenn der Auftragseingang im vierten Quartal wieder angezogen hatte, hier lag der erste Punkt, der nicht unbedingt gefallen konnte:

Die 2023 hereingekommenen Neuaufträge wuchsen nicht proportional mit, die lagen mit 640,7 nach 585,9 Millionen nur knapp 9,5 Prozent höher und nicht allzu weit über dem 2023 erreichten Umsatz von 629,9 Millionen Euro. Und hinzu kam der Ausblick, der die Trader ja besonders interessieren musste. Denn für die Frage, ob man hier ein- oder aussteigen müsste, zählt weniger was war, sondern das, was kommt.

Expertenmeinung: Und das war weniger, als es seitens der Analysten im Vorfeld vermutet wurde. Der Umsatz wird vom vor allem für die Halbleiterindustrie fertigenden Anlagenbauer zwischen 630 und 720 Millionen Euro gesehen, im schlechtesten Fall wäre das also nicht mehr als 2023. Der Schnitt der Analysten-Prognosen lag im Vorfeld bei 695 Millionen, die Mitte von Aixtrons avisierter Spanne liegt indes – mit 675 Millionen – darunter. Aber noch deutlich weniger erfreulich war die Größenordnung, mit der Aixtron bei der EBIT-Gewinnmarge plant: Die soll, nach 25 Prozent 2023, zwischen 24 und 26 Prozent liegen, also in etwa um das Vorjahresniveau pendeln. Die Experten hatten hier einen Anstieg in die Region von 27 Prozent gesehen. Würde man bei beiden Unternehmensprognosen in der Mitte landen, so hieße das, dass Aixtrons EBIT in diesem Jahr nur etwa sieben Prozent zulegen würde.

Eigentlich müsste man damit ja zufrieden sein, immerhin läuft es bei der Kern-Kundschaft, den Chipherstellern, derzeit nicht gerade hervorragend. Zudem hatten die Anlagenbauer der Halbleiterindustrie einen jahrelangen Auftragsboom gesehen, so dass es nicht wundern dürfte, wenn die Aufträge viel deutlicher zurückgekommen würden. Aber es scheint, als wäre diese Abkühlung so lange ausgeblieben, dass viele sicher waren, dass sie auch weiterhin ausbleiben würde und so gestern mit diesem verhaltenen Ausblick überrumpelt wurden. Aber:

Aixtron Aktie: Chart vom 29.02.2024, Kurs 25,68 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 29.02.2024, Kurs 25,68 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Angesichts dieses dramatischen Minus von 18,66 Prozent als Reaktion auf die Ergebnisse darf man sich durchaus fragen, ob es damit nicht jetzt auch schon genug ist, auch und gerade mit Blick auf das Chartbild.

Hier sehen wir, dass die Aktie bereits im Vorfeld „toppish“ daherkam, die Zwischentiefs von Mitte Januar und Anfang Februar nebst 200-Tage-Linie unterboten hatte und in Bezug auf die breite Supportzone 30,75/32,00 Euro am seidenen Faden hing … der gestern dann riss. Aber wenn es bei der aktuellen Prognose bleiben sollte, sprich Aixtrons Gewinn nicht oder nur leicht weiter zulegt, läge die Bewertung der Aktie über das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf diesem auf einmal massiv tieferem Kursniveau bei knapp unter 20. Und das ist allemal nicht mehr teuer, was hieße:

Ob man deswegen gleich die Hand aufhalten und zugreifen müsste, hängt von der persönlichen Risikobereitschaft ab, immerhin kann das denkbare „Auftragsloch“, das Aixtron selbst bislang nicht sieht, dennoch kommen. Aber hier jetzt noch neu auf der Short-Seite zu agieren, erscheint noch deutlich verwegener. Immerhin hat die Aktie jetzt bereits mit einem Schlag die breite und massiv wirkende Auffangzone 23,76 zu 25,86 Euro erreicht, so dass die Luft nach unten jetzt ziemlich dünn sein könnte.

Quellenangaben: Ergebnis 2023, 29.02.2024:
https://www.aixtron.com/de/investoren/AIXTRON%20ungebremst%20auf%20Wachstumskurs_n10458

Wie geht es weiter mit Aixtron? Hält sich die starke Auftragslage, die schon länger währt, als man es hätte vermuten können? Oder fällt der für die Chipindustrie fertigende Anlagenbauer ins „Auftragsloch“? In zwei Wochen stehen Zahlen an. Aber ob die Trader so lange warten?

Morgen in zwei Wochen werden bei Aixtron die Ergebnisse des vierten Quartals erwartet, da dürfte dann auch mitgeliefert werden, was den Tradern genauso wichtig ist wie der Blick zurück: Der Ausblick auf das Jahr 2024. Wobei ein Aspekt des vierten Quartals ebenso eine Rolle dahingehend spielen wird, ob die Anfang November begonnene und bis Mitte Dezember gelaufene Super-Rallye der Aktie, die jetzt ziemlich genau zur Hälfte zurückgenommen wurde, ein „zweites Bein“ bekommt:

Der Auftragseingang im vierten Quartal. Denn der war im Sommerquartal um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im Zuge dieser Bilanz, die Ende Oktober vorgelegt wurde, schrieb der Anlagenbauer zwar, dass man für das vierte Quartal mit wieder anziehenden Aufträgen rechnet. Aber ob es so lief oder nicht, weiß man eben noch nicht … und was die Hoffnungen in dieser Hinsicht angeht, sitzt man zwischen zwei Stühlen, denn:

Einerseits meldete die niederländische ASML Holding, die ebenfalls Anlagen für die Halbleiterindustrie fertigt, zuletzt ein herausragend starkes viertes Quartal. Andererseits kam am Montagabend der Wafer-Hersteller Siltronic mit einem ernüchternden Ausblick auf 2024, der andeutet, dass die Nachfrage nach Wafern aus heutiger Sicht erst einmal nicht zulegen wird. Und wenn nicht mehr Wafer und mit ihnen mehr Chips nachgefragt werden, warum sollte man, nach Jahren des Auftragsbooms, jetzt immer noch mehr neue Produktionsanlagen ordern?

Expertenmeinung: Sofern es nicht noch zur Vorlage von vorläufigen Ergebnissen kommen sollte, was man nie sicher wissen kann, müssten die Anleger bei Aixtron noch diese gut zwei Wochen bis zum 29. Februar ausharren, bevor die Sicht klarer wird. Aber werden die Trader in dieser spannenden charttechnischen Situation wirklich so lange abwarten? Grundsätzlich fordert dieses Chartbild eine umgehende Entscheidung ein, sehen wir uns das mal an:

Aixtron Aktie: Chart vom 13.02.2024, Kurs 33,51 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 13.02.2024, Kurs 33,51 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Die Aktie hat zu Jahresbeginn eine scharfe Korrektur vollzogen, dabei aber die wichtige, durch die 200-Tage-Linie verstärkte und bis in den Herbst 2022 reichende Unterstützungszone 31,33 zu 32,21 Euro verteidigt. Das war eine ideale Basis für einen erneuten Rallye-Impuls, der zwar gestartet wurde, dann aber deutlich unterhalb des Rallye-Hochs von Mitte Dezember „verhungerte“. Dadurch steht diese Supportzone bereits wieder zur Disposition. Aber wird sie im Vorfeld der eigenen Bilanz nebst 2024er-Prognose nicht womöglich doch fallen?

Dass der Aixtron-Kurs auf den ernüchternden Ausblick von Siltronic anfangs sehr negativ reagierte, dann aber knapp über dem Januar-Verlaufstief und damit über dieser durch die etwas höher gelaufene 200-Tage-Linie auf 31,33 zu 32,36 Euro ausgedehnten Unterstützungszone auf Käufe traf, zeigt: Der Versuch, das zu verhindern, läuft.

Aber momentan wird auch der Gesamtmarkt nervös, daher sollte man diese verringerten Abschläge des Dienstags nicht auf die Goldwaage legen. Die beste Lösung dürfte hier sein, sich klar auf die charttechnischen Ankerpunkte zu stützen. Das heißt auf 36,69 und 37,20 Euro als Charthürden stützen, die für einen Befreiungsschlag überwunden werden müssten und auf diese Zone 31,33 zu 32,36 Euro, deren Bruch den Weg nach unten freigeben würde. Dabei muss man aber im Hinterkopf behalten: Käme ein solcher Ausbruch aus der derzeitigen Handelsspanne vor den Zahlen, wäre er definitiv nur „vorläufig“!

Quellenangaben: Analysten-Kursziele:
https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten