AIXTRON Aktie Prognose Aixtron: Werden die Trader hier bis zu den Zahlen stillhalten?

News: Aktuelle Analyse der AIXTRON Aktie

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Wie geht es weiter mit Aixtron? Hält sich die starke Auftragslage, die schon länger währt, als man es hätte vermuten können? Oder fällt der für die Chipindustrie fertigende Anlagenbauer ins „Auftragsloch“? In zwei Wochen stehen Zahlen an. Aber ob die Trader so lange warten?

Morgen in zwei Wochen werden bei Aixtron die Ergebnisse des vierten Quartals erwartet, da dürfte dann auch mitgeliefert werden, was den Tradern genauso wichtig ist wie der Blick zurück: Der Ausblick auf das Jahr 2024. Wobei ein Aspekt des vierten Quartals ebenso eine Rolle dahingehend spielen wird, ob die Anfang November begonnene und bis Mitte Dezember gelaufene Super-Rallye der Aktie, die jetzt ziemlich genau zur Hälfte zurückgenommen wurde, ein „zweites Bein“ bekommt:

Der Auftragseingang im vierten Quartal. Denn der war im Sommerquartal um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im Zuge dieser Bilanz, die Ende Oktober vorgelegt wurde, schrieb der Anlagenbauer zwar, dass man für das vierte Quartal mit wieder anziehenden Aufträgen rechnet. Aber ob es so lief oder nicht, weiß man eben noch nicht … und was die Hoffnungen in dieser Hinsicht angeht, sitzt man zwischen zwei Stühlen, denn:

Einerseits meldete die niederländische ASML Holding, die ebenfalls Anlagen für die Halbleiterindustrie fertigt, zuletzt ein herausragend starkes viertes Quartal. Andererseits kam am Montagabend der Wafer-Hersteller Siltronic mit einem ernüchternden Ausblick auf 2024, der andeutet, dass die Nachfrage nach Wafern aus heutiger Sicht erst einmal nicht zulegen wird. Und wenn nicht mehr Wafer und mit ihnen mehr Chips nachgefragt werden, warum sollte man, nach Jahren des Auftragsbooms, jetzt immer noch mehr neue Produktionsanlagen ordern?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AIXTRON Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Sofern es nicht noch zur Vorlage von vorläufigen Ergebnissen kommen sollte, was man nie sicher wissen kann, müssten die Anleger bei Aixtron noch diese gut zwei Wochen bis zum 29. Februar ausharren, bevor die Sicht klarer wird. Aber werden die Trader in dieser spannenden charttechnischen Situation wirklich so lange abwarten? Grundsätzlich fordert dieses Chartbild eine umgehende Entscheidung ein, sehen wir uns das mal an:

Aixtron Aktie: Chart vom 13.02.2024, Kurs 33,51 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 13.02.2024, Kurs 33,51 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Die Aktie hat zu Jahresbeginn eine scharfe Korrektur vollzogen, dabei aber die wichtige, durch die 200-Tage-Linie verstärkte und bis in den Herbst 2022 reichende Unterstützungszone 31,33 zu 32,21 Euro verteidigt. Das war eine ideale Basis für einen erneuten Rallye-Impuls, der zwar gestartet wurde, dann aber deutlich unterhalb des Rallye-Hochs von Mitte Dezember „verhungerte“. Dadurch steht diese Supportzone bereits wieder zur Disposition. Aber wird sie im Vorfeld der eigenen Bilanz nebst 2024er-Prognose nicht womöglich doch fallen?

Dass der Aixtron-Kurs auf den ernüchternden Ausblick von Siltronic anfangs sehr negativ reagierte, dann aber knapp über dem Januar-Verlaufstief und damit über dieser durch die etwas höher gelaufene 200-Tage-Linie auf 31,33 zu 32,36 Euro ausgedehnten Unterstützungszone auf Käufe traf, zeigt: Der Versuch, das zu verhindern, läuft.

Aber momentan wird auch der Gesamtmarkt nervös, daher sollte man diese verringerten Abschläge des Dienstags nicht auf die Goldwaage legen. Die beste Lösung dürfte hier sein, sich klar auf die charttechnischen Ankerpunkte zu stützen. Das heißt auf 36,69 und 37,20 Euro als Charthürden stützen, die für einen Befreiungsschlag überwunden werden müssten und auf diese Zone 31,33 zu 32,36 Euro, deren Bruch den Weg nach unten freigeben würde. Dabei muss man aber im Hinterkopf behalten: Käme ein solcher Ausbruch aus der derzeitigen Handelsspanne vor den Zahlen, wäre er definitiv nur „vorläufig“!

Quellenangaben: Analysten-Kursziele:
https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten

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Vorherige Analysen der AIXTRON Aktie

Im November und Dezember hat die Aktie des für die Chipindustrie fertigenden Anlagenbauers Aixtron in der Spitze 54 Prozent zugelegt, aber seit Beginn des neuen Jahres fällt sie wie ein Stein. Heftig, aber die entscheidende Zone liegt dennoch noch unter dem aktuellen Kurs.

Dass die niederländische ASML Holding, die ebenso wie Aixtron Anlagen für die Halbleiterindustrie fertigt, im Wochenverlauf mitteilte, dass die niederländische Regierung den Export einiger Anlagen nach China blockiere, erinnerte die Anleger daran, dass es da im Frühjahr 2023 auch bei Aixtron Probleme geben hatte. Allerdings hatte Aixtron da darauf hingewiesen, dass man die nach China gehenden Anlagen so gestaltet habe, dass den Bedingungen entsprochen wurde. Trotzdem rutscht die Aktie am Donnerstag den dritten Tag in Folge ab. Es wirkt, als hätte man mit der Jahreswende einen Schalter umgelegt. Und das könnte durchaus auch der Fall sein.

Denn die institutionellen Investoren überprüfen ihre strategische Ausrichtung zwar regelmäßig, aber vor allem zu einer Jahreswende. Das alte Jahr ist Geschichte, die Performance „eingeloggt“, jetzt wird überlegt, welche Branchen die besten Gewinnchancen im neuen Jahr bieten und welche ausgereizt oder für Probleme anfällig wirken. Und würden da Zulieferer der Chipindustrie im Korb der potenziellen Problemkinder landen, würde das nicht wundern, denn:

Expertenmeinung: Speziell bei ASML und Aixtron geht es, im Gegensatz zu z.B. Siltronic, die mit Wafern Produktions-Grundelemente liefern, um Investitionsgüter. Produktionsanlagen werden neu angeschafft, wenn entweder die alten Anlagen nicht mehr „state of the art“ sind und/oder die Produktionskapazität ausgebaut werden muss. Der Auftragsboom der vergangenen Jahre deutet an, dass viele Chiphersteller ihnen Maschinenpark jetzt erneuert und erweitert haben. Und das kann zur Folge haben, dass die Neuaufträge bei Aixtron im neuen Jahr deutlicher sinken. Und immerhin hatte man im Rahmen der Ergebnisse zum dritten Quartal bereits Entsprechendes zu sehen bekommen:

Der Auftragseingang lag im Sommerquartal 17 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Zwar schrieb Aixtron da, dass man im vierten Quartal mit wieder steigenden Neuaufträgen rechnet. Aber das wird man erst sehen müssen, die Ergebnisse des vierten Quartals stehen ja noch aus und würden, wenn es keine Vorab-Ergebnisse geben sollte, erst Ende Februar kommen. Für die Käuferseite unerfreulich ist, dass erste Analysten sich der Skepsis anschließen. So startete die UBS gestern die Beobachtung der Aixtron-Aktie neu und das gleich mit der Einstufung „Verkaufen“ und einem Kursziel von 26,90 Euro. Und trotzdem ist, zumindest noch, nichts Entscheidendes angebrannt.

Das wäre erst dann der Fall, wenn die Aktie die wichtige Supportzone zwischen 30,75 und 32,21 Euro durchbrechen und damit in die zwischen Herbst 2022 und Sommer 2023 geltende Seitwärts-Range zurückfallen würde. Dann allerdings wären die Bullen dringend auf starke Daten zum Auftragseingang angewiesen, denn dieser Eindruck, dass die großen Adressen die Halbleiterindustrie-Anlagenbauer von der Kaufliste genommen haben, dürfte auch fürderhin wie ein Klotz am Bein wirken. Der Kurs müsste über die Zwischenhochs vom Spätsommer zwischen 36,88 und 37,20 Euro zurück laufen, um wieder bullisch zu sein … und danach sieht es zumindest im Moment nicht aus.

Aixtron Aktie: Chart vom 04.01.2024, Kurs 34,45 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 04.01.2024, Kurs 34,45 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Quartals, 26.10.2023:
https://www.aixtron.com/de/presse/presseinformationen/AIXTRON%20weiter%20voll%20auf%20Erfolgskurs_n2768
Analysten-Kursziele: https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Zulieferers für die Halbleiterindustrie war in den letzten beiden Monaten sehr gefragt. Nach dem dramatischen Kursverfall im Oktober haben die Bullen im November wieder das Zepter in die Hand genommen und die Aixtron-Aktie innerhalb weniger Wochen nach oben katapultiert.

Selbst der aufgebaute Widerstand bei rund 37 EUR wurde in dieser euphorischen Phase spielend durchbrochen. Somit liefert das Papier ein neues Jahreshoch, und die Bullen scheinen noch immer nicht genug zu haben. Hier stehen die Ampeln vorerst noch auf Grün.



Expertenmeinung: Die aktuelle technische Gesamtlage lässt sich ganz einfach zusammenfassen. Solange sich die Aktie oberhalb der Marke von 37 EUR halten kann, haben die Bullen das Zepter fest in der Hand und die Rallye könnte noch ein gutes Stück weiterlaufen.

Gefährlich wird es, wenn die Kurse unter diese Ebene fallen. Dies wäre einem technischen Fehlausbruch gleichzusetzen, was der Aktie ein klares Verkaufssignal bescheren würde. Eine Abkühlung des Anstiegs würde dem Kursverlauf jedoch guttun, denn der Abstand zur 50-Tage-Linie ist recht hoch. Eine Seitwärtsphase über dem erwähnten Support würde Aixtron daher definitiv nicht schaden.

Aussicht: BULLISCH

Aixtron Aktie: Chart vom 21.12.2023, Kurs: 38.67 EUR Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 21.12.2023, Kurs: 38.67 EUR Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Nach der Quartalsbilanz, die am 26.10. vorgelegt wurde, kam bei der Aixtron-Aktie erheblicher Abgabedruck auf. Doch seit dem 2.11. steigt sie wie auf Schienen. Da stellt sich die Frage: Ist da etwas passiert, das diese Rallye begründen würde – oder ist das eine „Rallye ins Blaue“?

Die einzige Meldung, die auch die für die Halbleiterindustrie produzierende Aixtron betreffen würde, die am Tage des Rallye-Beginns am 2.11. kam, war die Meldung des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer), dass die Auftragslage der Branche auch im dritten Quartal deutliche 15 Prozent unter Vorjahresniveau lag. Nicht gerade ein Argument, um bei Aixtron eine Rallye zu beginnen, die den Kurs in der Spitze bereits um gut 30 Prozent nach oben gezogen hat.

Und dass Aixtrons Finanzchef dem „Handelsblatt“ vor zwei Wochen sagte, dass man zuversichtlich für die bestehenden Gesamtjahresziele sei, kam zum einen, als die Rallye bereits zwei Wochen lief, zum anderen hatten wohl auch diejenigen, die die Aktie im Oktober auch noch nach der Bilanzvorlage verkauften oder sogar leer verkauften, das nicht bezweifelt. Denn das Haar in der Suppe war nicht, wie es bislang gelaufen war, sondern wie es ab 2024 weitergehen könnte. Und einen konkreten Ausblick auf 2024 gab der Finanzchef nicht.

Expertenmeinung: Die ersten drei Quartale waren in der Tat überzeugend. Umsatz +49 Prozent zum Vorjahreszeitraum, EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) +96 Prozent, EBIT-Gewinnmarge bei 22 Prozent nach 17 Prozent im Vergleichszeitraum. Das Haar in der Suppe war der Auftragseingang, denn im dritten Quartal kamen nur Neuaufträge für 118,5 Millionen Euro herein, während es im dritten Quartal 2022 noch 142,8 Millionen Euro waren.

Da die Branche insgesamt Probleme hat und Aixtron eine lange Phase eines beeindruckenden Auftragsbooms erlebt hat, wäre es, da es für die Abnehmer um über Jahre genutzte Anlegen-Investitionen geht, nicht überraschend, wenn die Auftragslage über kurz oder lang abflaut. Diesen niedrigeren Auftragseingang sah, wer nach der Bilanz weiter verkaufte, als Signal dafür an, dass die Brötchen, die Aixtron 2024 backen wird, kleiner sein könnten. Und nichts kam seit Ende Oktober an Fakten hinzu, die diesen Gedanken als falsch einordnen würden.

Zwar belegt auch nichts diese Einschätzung, immerhin ist noch nicht einmal das vierte Quartal absolviert. Aber wenn man nach den Zahlen fallende Kurse sieht und einige Tage später ohne neue Nachrichten eine Rallye beginnt, dann ist das eben eine „Rallye ins Blaue“, die auf dünnen Beinen steht. Und in solchen Fällen wiegen chart- und markttechnische Faktoren noch schwerer als üblich.

Denn ohne fundamentale Argumente für einen Anlauf an und über das bisherige Jahres-Verlaufshoch vom August bei 37,20 Euro, das zugleich ein 22-Jahres-Hoch für die Aixtron-Aktie war, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Trend vor allem von kurzfristigen Tradern dominiert wird, recht hoch.

Aixtron Aktie: Chart vom 30.11.2023, Kurs 33,41 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aixtron Aktie: Chart vom 30.11.2023, Kurs 33,41 Euro, Kürzel: AIXA | Quelle: TWS

Die haben derzeit deswegen gute Karten, weil der im Wochenverlauf vollzogene Anstieg über die Widerstandszone 30,75 zu 32,21 Euro den Weg an eben dieses Jahres-Verlaufshoch freigegeben hat. Aber wenn man sich ansieht, wie heiß gelaufen Aixtron aus markttechnischer Sicht ist (hier im Chart der RSI-Indikator), täte man wohl gut daran, umgehend den Long-Gewinn einzustreichen, sollte die Aktie diesen Bereich 30,75 zu 32,21 Euro wieder unterschreiten.

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Quartals,26.10.2023:
https://www.aixtron.com/de/presse/presseinformationen/AIXTRON%20weiter%20voll%20auf%20Erfolgskurs_n2768

Analysten-Kursziele:
https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten

Als Aixtron am Donnerstag seine Quartalsbilanz vorlegte, wirkte das Zahlenwerk tadellos. Aixtron wächst, die Marge und der Gewinn legen zu, man sieht zuversichtlich nach vorn. Eine Zahl in der Bilanz passte den Tradern indes nicht … und die reichte, um für Hektik zu sorgen.

Sieht man sich die ersten drei Quartale in ihrer Gesamtheit an, passt alles: Der Umsatz legte gegenüber den ersten neun Monaten 2022 um stattliche 49 Prozent zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 93,4 Millionen Euro (Q1–Q3 des Vorjahres 47,6 Millionen), die Gewinnmarge auf EBIT-Basis lag bei 22 Prozent nach 17 Prozent im Vorjahreszeitraum. Nur eines legte zum Vorjahreszeitraum nicht zu: Der Auftragsbestand. Der lag bei 368 Millionen, im Vorjahr waren es zum 30.9. 369,4 Millionen gewesen. Und das führt direkt zum Haar in der Suppe.

Zu 2024 äußerte sich der Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie nicht, aber der Auftragseingang lieferte den Tradern immerhin so etwas wie eine Ahnung. Und der sah nicht gerade grandios aus. Denn während im dritten Quartal 2022 noch für 142,8 Millionen Euro Bestellungen hereinkamen, waren es in diesem dritten Quartal nur 118,5 Millionen.

Man schrieb zwar in der Pressemeldung, dass man im vierten Quartal wieder einen höheren Auftragseingang erwarte, aber so mancher Trader dürfte sich gesagt haben, dass man das lieber erst einmal bestätigt sehen will. Immerhin ist es zumindest fraglich, dass die Chiphersteller in Kürze einen solchen Nachfrageboom erleben, dass sie über die im Zuge der Materialengpässe hochgefahrenen Produktionskapazitäten hinaus kurzfristig viele neue Depositionsmaschinen ordern müssten. Daher reagierte man erst einmal negativ, wie der Chart zeigt.

Expertenmeinung: Aber wir sehen auch, dass in die Abwärts-Kurslücke hinein, die am Donnerstagmorgen als Reaktion auf die Zahlen auftrat, sofort gekauft wurde. Dadurch wurde das zeitweise erhebliche Minus zum Handelsende fast komplett egalisiert. Und auch am Freitag sehen wir, dass Verkäufe auf Käufe trafen, aus einem größeren Minus zum Schluss ein kleines wurde. Ist das ein Beleg dafür, dass die Aktie ohnehin schon weit genug korrigiert hatte, dass die breite Supportzone zwischen 22,33 und 24,54 Euro nicht angelaufen wird?

Es ist nur ein Beleg dafür, dass das einige am Markt so sehen, nämlich diejenigen, die da zugegriffen haben. Sie dürften sich auf die Zuversicht im Zuge der Bilanzmeldung stützen, dass im laufenden Quartal wieder mehr Neuaufträge kommen. Und auf die unaufgeregte Reaktion derjenigen Analysten, die nach den Zahlen bereits ihre Kursziele angepasst hatten, denn da gab es keine größeren Veränderungen. Damit bliebe das durchschnittliche Kursziel der Experten im Bereich von 39 Euro. Und selbst das niedrigste Kursziel von 30 Euro läge höher als der derzeitige Kurs der Aktie selbst.

Aber ob das für mehr gut wäre als für eine Gegenreaktion nach oben, die im Bereich der Zone zwischen der auf einen bärischen Crossover zusteuernden 20-Tage- und 200-Tage-Linien und der Widerstandszone 31,33/32,21 Euro gedeckelt wäre, ist fraglich. Denn was die Anleger zu sehen bekamen, ist ein zur Vorsicht mahnender Auftragseingang, dem bislang nichts gegenübersteht als Zuversicht seitens Unternehmen und Analysten. Und das ist in diesem Marktumfeld ein etwas dünner Boden für eine nachhaltige Trendwende.

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Quartals, 26.10.2023:
https://www.aixtron.com/de/presse/presseinformationen/AIXTRON%20weiter%20voll%20auf%20Erfolgskurs_n2768

Analysten-Kursziele:
https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten

Den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern weht der Wind derzeit voll ins Gesicht. Aixtron hingegen scheint gegen Schwierigkeiten bislang immun zu sein. Bleibt das so oder nicht? Optimisten und Skeptiker liefern sich gerade an einem Schlüsselsupport ein Handgemenge.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) meldete gerade erst für August einen Rückgang im Auftragseingang der Branche von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und sieht 2023 einen Produktionsrückgang von zwei Prozent zum Vorjahr. Nicht gerade erfreulich. Aber betrifft das auch Aixtron, die Fertigungsanlagen für die Chipindustrie liefern?

Bislang nicht. Immer noch nicht, darf man hinzufügen, denn während viele Halbleiterunternehmen über eine flaue Auftragslage klagen, bleibt das Auftragsbuch bei Aixtron gut gefüllt. Erst Ende Juli hatte das Unternehmen im Zuge seiner stark ausgefallenen Halbjahresergebnisse die Gesamtjahresprognose angehoben. Es blieb dabei: Der Gewinn wird 2023 sehr deutlich steigen. Doch die Achillesferse ist:

Auf Basis der für 2023 erwarteten Gewinne wäre Aixtrons Bewertung nur dann nicht zu hoch, wenn das Wachstum dynamisch weitergeht. Und die Skeptiker sagen sich: Auf Dauer kann das nicht gelingen, immerhin geht es hier um Anlagen, die Investitionen darstellen. Ein Boom gestern und heute bedeutet … eigentlich … nachgebende Aufträge morgen und übermorgen.

Was zwar grundsätzlich stimmt, bei Aixtron aber eben einfach nicht eintreten will, denn damit hätte man bereits 2022 rechnen können. Und das Auftragsloch kam nicht, ebenso wenig wie bislang 2023. Ob das so bleibt, werden die Ergebnisse zum dritten Quartal deutlicher machen, aber die stehen erst am 26. Oktober im Terminkalender. Bis dahin könnte also, was die Aktie angeht, allerhand passieren. Und eine charttechnische Entscheidung stünde eben jetzt an und nicht Ende Oktober.

Expertenmeinung: Die Aktie hatte mit dem Rückenwind der überzeugenden Halbjahresbilanz nebst angehobenem Ausblick endlich den Ausbruch über die monatelang belagerte Widerstandszone zwischen 31,33 und 32,21 Euro geschafft, die ab da als Unterstützungszone fungierte. Doch allzu viel kam diesem Kurssprung von Ende Juli nicht hinterher. Es entwickelte sich ein kurzfristiges Topp, das Mitte September vollendet wurde. Zwar leisteten die Käufer Widerstand, so dass es gelang, die Aixtron-Aktie erst einmal von der jetzt als Support dienenden Zone 31,33/32,21 Euro fernzuhalten. Aber am Donnerstag und Freitag setzten die Abgaben erneut ein und drückten den Kurs im Tief des Freitags in diese jetzt auch noch durch die Ende April etablierte Aufwärtstrendlinie verstärkte Zone hinein.

Sie sehen im Chart: Diese Zone hielt einem ersten Test stand. Es gelang, das zeitweise deutliche Minus zum Handelsende auf nur noch 1,17 Prozent einzugrenzen und damit einen Schlusskurs über diesem Bereich zu erreichen. Aber das muss eben auch weiterhin halten.

Sollten die Skeptiker weiter verkaufen oder die Aktie aktiv durch Leerverkäufe drücken, könnte es hier schnell problematisch werden, denn bevor die Bilanzdaten nicht vorliegen und diese überzeugen (was ja offen ist), könnte die Gegenwehr der Bullen bei erneutem Druck eher zögerlich sein. Zwar hätte Aixtron mit der 200-Tage-Linie bei derzeit 30,24 Euro noch eine Art „Sprungtuch“ unter dieser Zone. Aber auf dessen Stabilität zu hoffen, wenn die Zone 31,33/32,21 Euro fallen sollte, erscheint riskant.

Quellenangaben:

Halbjahreszahlen & Anhebung der 2023er-Prognose, 27.07.2023:
https://www.aixtron.com/de/investoren/AIXTRON%20erh%C3%B6ht%20Wachstumsprognose%202023_n2650

Analysten-Kursziele:
https://www.aixtron.com/de/investoren/aktie/finanzanalysten