Befesa Aktie Prognose BEFESA: Ist das nicht gerade die völlig falsche Richtung?

News: Aktuelle Analyse der Befesa Aktie

von |
In diesem Artikel

Befesa
ISIN: LU1704650164
|
Ticker: BFSA --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Befesa Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

BEFESA ist ein Ende 2017 an die Börse gegangenes, im MDAX notiertes Metall-Recycling-Unternehmen. Eine Branche mit Wachstumspotenzial. Und ja, BEFESAs Umsatz wuchs 2021 kräftig und wird auch 2022 markant zulegen. Aber die Aktie fällt wie ein Stein. Warum?

Wenn man sich die aktuellsten Zahlen ansieht, die am 28. Juli für das zweite Quartal auf den Tisch kamen, wirkt diese Ende März begonnene Baisse der Aktie, als sei man derzeit in die völlig falsche Richtung unterwegs. BEFESA meldete für das zweite Quartal ein Umsatzplus von 62 Prozent zum Vorjahresquartal, das EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lag 23 Prozent höher. Und die 2022er-Gesamtjahresprognose des EBITDA wurde von BEFESA bestätigt, zwischen 220 und 270 Millionen Euro sollen da erreicht werden. Warum also dieser Abgabedruck, der zudem offenbar nicht aufhören will?

An den Analysten liegt es nicht, denn die sind für die Aktie weiterhin mehrheitlich optimistisch. Die Spanne der nach den vorgenannten Bilanzdaten angepassten Kursziele liegt zwischen 44 und 70 Euro, weit über dem letzten Kurs der Aktie. Allerdings fällt auf, dass die Kursziele vorher durchweg höher lagen, angehoben hat sein Kursziel keiner der Experten. Woran kann das liegen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Befesa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: BEFESA agiert vor allem im Bereich Stahl- und Aluminium-Recycling. Das ist ein sehr energieintensives Geschäft. Dass der Gewinn im zweiten Quartal deutlich weniger stieg als der Umsatz, deutet schon an, dass die Gewinnmargen unter Druck kommen. Wenn man unterstellt, dass die Energiekosten aktuell und in den kommenden Quartalen noch einmal deutlich höher liegen werden, könnte man unterstellen, dass die bislang so positive Entwicklung des Wachstums dadurch auf den Kopf gestellt wird. Aber:

Da wir hier nicht von einer Verknappung von Energie an sich reden, geht es bei massiv höheren, den Gewinn aufzehrenden Energiekosten um ein endliches Problem. Und man ist ja gerade dabei, dieses Risiko in die Aktie einzupreisen. Wie problematisch die Lage wirklich wird, lässt sich wohl erst mit den Zahlen zum dritten Quartal abschätzen, die am 27. Oktober erwartet werden.

Aber angesichts einer Bewertung auf Basis des KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis), die aktuell schon unter 13 liegt und damit auch für ein zeitweise bärisches Gewinnumfeld langsam als günstig anzusehen wäre, könnte, wer ein wenig risikofreudig agiert, allemal überlegen zuzugreifen, falls dieses fallende Messer, das die Aktie derzeit darstellt, in die Supportzone 22,75/26,75 Euro eintritt. Die Marke von 22,75 Euro ist das Corona Crash-Tief und zugleich das bisherige Rekordtief der Aktie. Dass diese Auffangzone im Fall ihres Tests hält, ist natürlich nicht sicher. Aber die Chance, sich dann dort günstig eingekauft zu haben, ist groß genug, dass risikofreudige Anleger die Aktie jetzt engmaschig im Auge behalten könnten.

BEFESA Aktie: Chart vom 16.09.2022, Kurs 31,86 Euro, Kürzel BFSA | Online Broker LYNX
Sie möchten Aktien aus unserem Börsenblick einfach, schnell und professionell handeln?

Erledigen Sie Ihre Aktiengeschäfte besser mit einem Depot über LYNX. Als renommierter Aktien-Broker ermöglichen wir Ihnen einen günstigen Aktienhandel direkt an den Heimatbörsen.

Informieren Sie sich hier über den Aktien-Broker LYNX.

Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Befesa Aktie

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Die täglichen Kursschwankungen von Aktien sind weitgehend zufällig und/oder technisch getrieben, mit der geschäftlichen Entwicklung und der eigentlichen Kernfrage, die man sich an der Börse stellen sollte, hat das alles gar nichts zu tun.

Vielleicht ist das einer der Hauptgründe dafür, dass Anleger den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Über weite Strecken passen Fundamentaldaten und die Kurse nicht zusammen, auf Sicht von einigen Jahren ist die Korrelation aber nahe 100%.
Aber wer will schon so lange warten? Stecken wir unser Geld doch besser in irgendetwas, mit dem man schnell reich werden kann (Ironie).

Die eigentliche Kernfrage ist, ob sich das Geschäft und somit auch die Kennzahlen in die richtige Richtung entwickeln und mit welcher Geschwindigkeit.

Taucht eine Aktie bei einer Marktschwäche allerdings ständig unter den größten Tagesverlierern auf, kann man nicht mehr von Zufall sprechen, es handelt sich um eine systematische Schwäche.
Dasselbe gilt natürlich umgekehrt.

Augen auf!

Schauen wir uns heute in der Dax-Familie um, fallen einige Aktien sofort auf. Beispielsweise befindet sich Sartorius wieder Mal an der Spitze des Dax.
Das hat System, denn die Aktie ist ein langfristiger Outperformer und hat seit dem Jahrestief um mehr als 50% zuleget.
Der Dax notiert hingegen wieder fast am Jahrestief.

Da soll nochmal jemand behaupten, dass man den Markt nicht schlagen kann oder Stockpicking nicht funktioniert.

Dasselbe gilt auf der Unterseite. Heute ist beispielsweise Befesa das Schlusslicht im SDax.
Es fehlt nicht mehr viel und der Kurs hat sich halbiert. Der jüngste Erholungsversuch war kurz und ihm fehlte Kraft, heute folgte ein neues Jahrestief.

Mir ist durchaus klar, dass die meisten Leser jetzt gerne herausfinden würden, warum Sartorius ein Outperformer ist und was das Unternehmen alles richtig macht.
Tatsächlich ist es viel lehrreicher und an der Börse auch wichtiger, wirkliche Fehler zu vermeiden.

Ein sicheres Geschäft

Befesa ist in der Entsorgungswirtschaft tätig, betreibt 23 Recyclingwerke und ist auf die Aufbereitung von Stahl und Aluminium spezialisiert.
Von den meisten Anlegern wird das als sicheres Geschäft wahrgenommen und damit haben sie sogar recht.

Man fragt sich, was noch schiefgehen soll. Wenn Rohstoffpreise steigen, wird das Recycling schließlich immer interessanter.
Auch das ist als These erstmal richtig.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Aktie auch ein sicheres und gutes Investment sein muss.
Damit eine Aktie steigt, müssen im Zeitverlauf auch Umsatz, Gewinn, Cashflow et cetera steigen.

Genau das ist bisher nicht der Fall und absehbar war es obendrein. Befesa hat Ende 2017 sein Börsendebüt gefeiert.

Damals lagen also Zahlen ab 2013 vor. Daraus konnte man entnehmen, dass das Unternehmen in den Jahren vor dem Börsengang teilweise unprofitabel war (2015 und 2016) und dass der Umsatz bereits seit 2014 weitgehend stagnierte.

Das war‘s

An dieser Stelle hätte sich die Sache für mich persönlich schon erledigt. Es gibt zehntausende von Aktien, ein Unternehmen zu finden, welches bessere Kennzahlen aufweist, ist mehr als einfach.

Seitdem war die Entwicklung nicht viel besser. Der Umsatz ist bis 2020 gesunken, der Gewinn sogar bis 2021.
Das einzige was konstant zunimmt, sind die Schulden.
Warum der Kurs gestiegen ist, bleibt das Geheimnis der Käufer. Vermutlich, weil das Unternehmen doch sicherlich eine aussichtsreiche Zukunft hat.

Chart vom 31.08.2022 – Kurs: 41,06 Kürzel: BFSA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 31.08.2022 – Kurs: 41,06 Kürzel: BFSA – Wochenkerzen

In der Realität ändern sich Geschäftsmodelle aber nicht. Der größte Faktor, der bei den meisten Rohstoff-Unternehmen zu steigenden oder sinkenden Gewinnen führt, sind die jeweiligen Rahmenbedingungen und Preise.

Die Bullen werden sicherlich anführen, dass es derzeit zu einer Belebung des Geschäfts kommt und auch das ist richtig.
Aber ist das hausgemacht oder den Rahmenbedingungen geschuldet, die sich ebenso schnell wieder ändern können?

Egal wann die Preise für Stahl und Aluminium wieder sinken, oder aber die steigenden Energiepreise die schönen Gewinne wieder aufzehren, am Ende bleibt das Geschäft von Befesa kapitalintensiv, tendenziell margenschwach und obendrein schwer planbar.

Die am Dienstagmorgen vorgelegten Quartalsergebnisse des im MDAX gelisteten Recycling-Spezialisten für die Stahl- und Aluminiumindustrie BEFESA wiesen zwar einen Rekordgewinn aus, aber die Aktie fiel trotzdem kräftig … und rutscht auf ein markantes Short-Signal zu.

Der Umsatz des Recycling-Unternehmens stieg in den ersten drei Monaten 2022 um satte 35,7 Prozent, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um 25 Prozent zu. Aber die Analysten hatten im Schnitt höhere Zahlen erwartet. Die Umsatzprognose lag bei 284,4 Millionen Euro, es wurden aber nur 261,4 Millionen. Das EBITDA von 61,1 Millionen lag etwas unter der Konsens-Schätzung von 63,2 Millionen Euro. Und vor allem der Nettogewinn fiel mit 27 Millionen Euro zum einen nur wenig höher aus als die 24,8 Millionen im Vorjahresquartal und blieb zum anderen sehr deutlich hinter der Analystenerwartung von 45,5 Millionen zurück.

Und auch der mitgelieferte Ausblick auf das Gesamtjahr verhieß keine in den Himmel wachsenden Bäume. Mit einer Prognosespanne zwischen 220 und 270 Millionen Euro sieht BEFESA selbst den EBITDA-Gewinn zwischen 11 und 37 Prozent über dem des Jahres 2021. Auch da hatten die Experten bislang Größeres erwartet, im Schnitt sahen sie bislang einen Gewinnanstieg pro Aktie von 36 Prozent … dazu müsste BEFESA also schon das obere Ende des eigenen Ausblicks erreichen. Die Anleger stimmten daraufhin mit den Füßen ab, wie wir im Chart sehen.

Expertenmeinung: Die Aktie hatte schon am Montag kräftig nachgegeben, hinzu kam jetzt am Dienstag eine massiv negative Reaktion auf die verfehlten Analystenprognosen. Dadurch ist in diesem Chart auf Wochenbasis eine recht lange, rote Kerze entstanden. Noch ist die Woche nicht vorbei, noch hat die Aktie dadurch auch noch nicht die derzeit entscheidende Unterstützung gebrochen. Aber Sie sehen: Viel fehlt dazu jetzt nicht mehr.

Die BEFESA-Aktie hatte gestern bereits die bei aktuell 60 Euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie durchbrochen. Knapp darunter verläuft die Unterstützungszone 57,00 zu 57,80 Euro, die die untere Begrenzung einer im Sommer 2021 entstandenen Seitwärts-Range markiert. Dass BEFESA Ende März bei einem Versuch, sich aus dieser Handelsspanne nach oben abzusetzen, abgewiesen wurde, dürfte nicht dazu beitragen, das bullische Lager jetzt besonders entschlossen agieren zu lassen.

Gut möglich zudem, dass diese jetzt kleiner als von den Analysten erwartet ausfallenden Brötchen, die da in Sachen Unternehmensgewinn gebacken werden, einige Leerverkäufer anlocken, die versuchen, die Aktie durch diese mittelfristige Supportzone 57,00/57,80 Euro zu drücken. Ein Schlusskurs klar unter 57,00 Euro wäre ein markantes, bärisches Signal, das risikofreudige Trader womöglich sogar nutzen könnten, um sich an einem Trade in Richtung der langfristig relevanten Unterstützungslinie bei 46,55 Euro zu versuchen.

BEFESA-Aktie: Chart vom 26.04.2022, Kurs 58,55 Euro, Kürzel BFSA | Online Broker LYNX