Airbnb Aktie Prognose Airbnb: Umsatz und Gewinnsprung. Aktie -5%

News: Aktuelle Analyse der Airbnb Aktie

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Es scheint Unternehmen zu geben, bei denen Anleger immer ein Haar in der Suppe finden.
So scheint es auch bei Airbnb zu sein.

Der Marktführer für die Vermittlung von Ferienwohnungen meldet einen Umsatz- und Gewinnsprung, der Kurs rauscht nachbörslich trotzdem in die Tiefe.
Mit einem Minus von 5,36% hält sich das Minus zwar in Grenzen, man fragt sich dennoch, wie das zusammenpasst.

Die Gründe dafür muss man wohl abseits des Zahlenwerks suchen. Airbnb ist erst seit 2021 an der Börse und dementsprechend hat man keine wirkliche Historie, keine Vergleichswerte an der sich Anleger „festhalten“ könnten.
Viele Anleger dürften Airbnb daher als „broken IPO“ (gescheiterter Börsengang) einstufen.

Obendrein war und ist das Umfeld natürlich sehr schwierig. Die IPO folgte zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt nahe dem Allzeithoch notierte. Seitdem geht es gehörig abwärts und dem konnte sich Airbnb nicht entziehen.

Dass Airbnb auf wenig Gegenliebe stößt, dürfte auch damit zu tun haben, dass der Tourismus-Sektor durch die Einschränkungen 2020/2021 besonders hart getroffen wurde.
Wer an den Aktien aus der Branche festgehalten hat, sitzt in den meisten Fällen auf erheblichen Buchverlusten und hat daher wenig Interesse daran, noch mehr Unternehmen aus dem Sektor zu kaufen.

Echte Fortschritte

Dabei scheint man vollkommen zu ignorieren, dass Airbnb ernstzunehmende Fortschritte macht.
Bereits 2021 lag der Umsatz mit 5,99 Mrd. USD weit über dem Vorkrisen-Niveau von 2019 mit 4,81 Mrd. USD.
Das Unternehmen scheint die Krise demnach schnell hinter sich gelassen zu haben.

Aber selbstverständlich kann man aus Sicht der Bären argumentieren, dass das wenig hilft, wenn man keinen Gewinn erzielt.
Das ist richtig, doch auch an dieser Front hat sich viel verändert.

In den letzten fünf Quartalen waren man in vier Fällen profitabel. Selbst im traditionell schwachen Q1 kratze man an der Gewinnschwelle und übertraf die Erwartungen deutlich.
Bleiben wir bei den fünf Quartalen, stellt man fest, dass sich zunehmend ein Trend abzeichnet: Airbnb hat in allen Fällen die Prognosen übertroffen, vor allem beim Gewinn.

Ausblick und Bewertung

Im gerade abgeschlossenen Quartal lag der Gewinn mit 1,79 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,45 USD. Der Umsatz übertraf mit 2,88 Mrd. die Analystenschätzungen von 2,85 Mrd. USD ebenfalls.

Die Zahl der gebuchten Nächte konnte um 25% gesteigert werden.
Der Umsatz legte um 31% auf 2,9 Mrd. USD zu, das Nettoergebnis sogar um 46% auf 1,2 Mrd. USD.
Airbnb verdient inzwischen richtig gutes Geld, obendrein sind die Margen erstaunlich hoch.

Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn konnte ein neues Rekordniveau erzielt werden, obwohl mit erheblichen negativen Währungseffekten zu kämpfen hatte.
Ohne diesen Gegenwind wäre der Umsatz um 36% und der Gewinn sogar um 61% gestiegen.

Einige von Ihnen werden sich jetzt fragen, wo das Haar in der Suppe bleibt. Das Haar in der Suppe ist vermutlich der Ausblick für Q4.
Airbnb stellt für das vergleichsweise unwichtige Schlussquartal einen Umsatz von 1,80 – 1,88 Mrd. USD in Aussicht und somit weniger als die bisherige Konsensschätzung von 1,90 Mrd. USD.

Ob das einen Kurssturz von rund 5% rechtfertigt, ist mehr als fraglich. Auch hier scheint der Markt einige Fakten zu übersehen.
Denn der Ausblick, soweit ein einzelnes Quartal überhaupt von Bedeutung ist, entspricht einem Wachstum von 17-23%.
Im Vergleich zu 2019 entspräche das sogar einem Umsatzplus von 62-70%.

Das Wichtigste ist allerdings, dass es sich bei Airbnb nicht mehr um einen unprofitablen Wachstumswert handelt. Der Konzern verdient inzwischen Milliarden und hat keinen externen Kapitalbedarf mehr.

Ganz im Gegenteil, Airbnb hat inzwischen 9,6 Mrd. USD auf der hohen Kante, was immerhin einem Siebtel des derzeitigen Börsenwerts entspricht.
Daher ist es nur folgerichtig, dass der Vorstand Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 2,0 Mrd. USD beschlossen hat.

Airbnb dürfte in diesem Jahr einen Gewinn von 2,18 je Aktie erzielen und kommt somit auf eine forward P/E von 47,7.
Das erscheint auf den ersten Blick viel und ist es auch. Man muss sich aber vergegenwärtigen, dass es das erste profitable Jahr für Airbnb ist.
In den kommenden Jahren winken daher erhebliche Gewinnsteigerungen. In zwei Jahren dürfte der Gewinn bereits bei 3,20 – 3,50 USD je Aktie liegen.

Können diese hohen Erwartungen erfüllt werden, wird der Kurs auch wieder steigen.

Chart vom 02.11.2022 – Kurs: 102,90 Kürzel: ABNB - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.11.2022 – Kurs: 102,90 Kürzel: ABNB – Wochenkerzen

Airbnb notiert vorbörslich bei 102,90 USD und befindet sich in einem übergeordneten Abwärtstrend.
Die Wahrscheinlichkeit ist daher recht hoch, dass zeitnah der Support bei 100 USD angesteuert wird. Können die Bullen diese Unterstützung nicht verteidigen, müssen weitere Verluste in Richtung 90 USD eingeplant werden.

Gelingt hingegen eine Stabilisierung oder sogar ein Ausbruch über 110 USD, wäre der Weg in Richtung 120 – 125 USD frei.
Kann der langfristige Abwärtstrend überwunden werden, hellt sich das Chartbild erheblich auf.

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Vorherige Analysen der Airbnb Aktie

Sowohl an der Börse als auch in der Realwirtschaft und Politik kann sich die Lage mit einem Schlag komplett drehen. Das gilt umso mehr im Krieg. Aber was hat das mit Airbnb zu tun?

Kreativität

Der Krieg in der Ukraine hat zu allerlei unvorhergesehenen Entwicklungen geführt. Wer hätte gedacht, dass die Nato, EU und USA so entschlossen auf den Einmarsch reagieren?
Es ist kaum zwei Wochen her, da waren Waffenlieferungen aus Deutschland an eine Kriegspartei undenkbar.

Das sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen. Sowohl an der Börse als auch in der Realwirtschaft und Politik kann sich die Lage mit einem Schlag komplett drehen.

Aktien, die sich gestern noch im Crash-Modus befanden, heben plötzlich ab und umgekehrt.
Das gilt derzeit auch für den Dax, der am Mittwoch, während ich diese Zeilen schreibe, fast 4% im Plus ist.

Der Auslöser dürfte eine verbale Annäherung von Russland und der Ukraine sein. Beide Seiten scheinen erstmals mit ihren Forderungen zurückzurudern. Russland hat zuletzt nicht mehr von “Denazifizierung” gesprochen und auch nicht mehr als Vorbedingung gestellt, dass die Ukraine die Waffen niederlegt.
Die Ukraine scheint ihrerseits scheint wohl zur Neutralität und Gesprächen über den Status der Separatisten-Gebiete im Donbas bereit.

Was ist jetzt?

So viel zur aktuellen Situation. Manch ein Leser wird sich an dieser Stelle fragen, wie da Airbnb reinpasst.
Manche Dinge sind wirklich unvorhersehbar, womöglich fehlt mir aber auch nur die Kreativität.

Die scheint vielen Nutzern von Airbnb nicht zu fehlen, denn tausende haben in den letzten Tagen Ferienwohnungen in der Ukraine gebucht, um die Menschen dort ganz direkt zu unterstützen.

Ich muss wirklich sagen, das hat mich zum Schmunzeln gebracht. Presseberichten zufolge wurden mehr als 61.000 Buchungen durchgeführt und das bevor die entsprechenden Berichte auf einschlägigen Internet-Portalen aufgetaucht sind.

Es ist nicht so, dass dadurch das Geschäft von Airbnb nachhaltig beflügelt würde, es war aber Anlass genug, sich die Aktie nochmal anzusehen.

Die Krise längst abgehakt

Aktuell fragt man sich, von welcher Krise man überhaupt spricht, wenn man das Wort benutzt. In diesem Fall geht es um die Corona-Krise und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen.

Die haben sich natürlich entsprechend auf Airbnb ausgewirkt. Im Jahr 2020 waren die Umsätze entsprechend stark rückläufig und sind von 4,81 auf 3,38 Mrd. USD eingebrochen.
Unter dem Strich fuhr man Milliardenverluste ein.

Doch dann kam 2021 plötzlich die Kehrtwende, obwohl es weiterhin Reisebeschränkungen gab.
Man kann jetzt mutmaßen, woran das lag, genau weiß man es aber nicht.

Ich würde vermuten, dass die Reiseaktivität 2020 aufgrund von Corona massiv rückläufig war, viele aber 2021 wirklich wieder Urlaub machen wollten. Das allerdings vor allem in Inland, beziehungsweise mit Auto statt Flieger.
Hotels und Menschenansammlungen wollte die Mehrheit wohl meiden und wählte daher verstärkt Ferienwohnungen.

Das kann sich sehen lassen

Inzwischen wissen wir jedenfalls, dass Airbnb das Vorkrisen-Niveau längst überwunden hat.

Im Geschäftsjahr 2021 lag die Zahl der gebuchten Nächte zwar noch 8% unter dem Niveau von 2019, das Buchungsvolumen kletterte allerdings um 23%.
Der Umsatz konnte um 25% auf 6,0 Mrd. USD gesteigert werden und das Nettoergebnis hat sich von -674 auf -352 Mio. USD deutlich verbessert.

Im dritten und vierten Quartal 2021 war man bereits profitabel. Erstaunlicherweise hat die Aktie auf diese Entwicklungen bisher kaum reagiert.
Der Kurs ist auf dem Niveau der IPO und weit entfernt von den Hochs.

Da sich die positive Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen dürfte, stehen die Chancen gut, dass der Kurs auch nachhaltig steigen wird.

Airbnb wollte aufgrund der hohen Unsicherheiten keine Prognose für das gesamte Jahr vorlegen. In den ersten Wochen des Jahres habe man aber positive Entwicklung beobachtet.
Das Buchungsverhalten normalisiere sich zunehmend.

Daher stellt man für Q1 einen Umsatz von 1,41 – 1,48 Mrd. USD in Aussicht, nach 0,89 Mrd. USD im Vorjahr und 0,84 Mrd. USD im Jahr 2019.

Chart vom 09.03.2022 Kurs: 142,13 Kürzel: SBUX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.03.2022 Kurs: 142,13 Kürzel: SBUX – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht scheint der Boden erneut gehalten zu haben. Mit dem Anstieg über 137,50 USD ist es zu einer deutlichen Entspannung gekommen. Grundsätzlich ist dadurch der Weg in Richtung 150-160 USD frei.