Vor- und nachbörslicher Handel: Lohnt sich das für Privatanleger?

Die Börsen stehen nie still: Die großen Chancen durch den vor- und nachbörslichen Handel

Die Börsen stehen niemals still. Endet der Handel in Europa, hat sich der Markt in den USA gerade erst warmgelaufen. Und wenn dort um 22 Uhr die Aktienmärkte schließen, beginnt, was die wichtigen Index-Futures angeht, nur eine Mini-Ruhephase zwischen 23 und 24 Uhr, dann startet der Handel in Neuseeland, in Australien, dann in Japan, China, Indien. Und bevor in China die Börsen schließen, sind sie bei uns in Europa längst wieder geöffnet.

Aber man kann ja nicht nonstop wach sein und traden. Und somit sollte es doch einfach reichen, wenn man als Privatanleger während der üblichen Börsenzeiten zwischen 09:00 und 17:30 Uhr agiert, oder? Das kann man tun, aber man würde große Chancen vergeben. Und es ist nicht nötig, rund um die Uhr dabei zu sein, vor- und nachbörslicher (oder „außerbörslicher“ Handel) ist trotzdem nicht nur machbar, sondern sinnvoll. Um die in der Überschrift aufgeworfene Frage gleich vorweg zu beantworten: Ja, das lohnt sich!

Anleger können den außerbörslichen Handel für sich nutzen

Überall rund um den Globus ist Spannung und Bewegung angesagt. Überall können sich Ereignisse auftun, die bei uns in Europa dazu führen, dass DAX, Euro Stoxx & Co. mit großen Kurslücken nach oben oder unten starten. Da steht man dann als Anleger da und hat die unangenehme Wahl: Nimmt man es hin, auf einmal viel teurer einsteigen oder mit unerwartet großem Minus aussteigen zu müssen? Oder hält man daraufhin eisern die Position, was sich dann aber meist als Fehler erweist? Viele tun trotzdem Letzteres, weil ihnen solche Kurslücken unfair vorkommen, schließlich konnten viele Profis da reagieren und sie selbst nicht … also versuchen sie das Problem zu ignorieren.

Oft geht das gut, wenn man trendfolgend agiert. Denn Kurslücken und überraschende Impulse außerhalb der regulären Handelszeiten entstehen tendenziell in Trendrichtung, nicht gegen sie. Aber eben nicht immer. Sie sehen im nachfolgenden Chart, was wir meinen:

Das ist der Kursverlauf des DAX Future über fünf Handelstage auf 60-Minuten-Basis, d.h. jede Kerze umfasst eine Stunde. Hier haben wir neben dem regulären Handel im Future, der von 08:00 bis 22:00 Ohr läuft, auch die außerbörslichen Taxierungen mit dabei, die nahezu durchgehend vorgenommen werden. Sie sehen, hervorgehoben anhand der beiden blauen Pfeile, dass allein in diesen fünf Tagen zwei interessante Gelegenheiten zum Trading entstanden sind, die beide mitten in der Nacht aufkamen. Wobei es natürlich jederzeit zu solchen wichtigen Impulsen außerhalb der regulären Handelszeit kommen kann, auch am späten Abend, denn:

Die Wall Street und China sind äußerst wichtige Vorlagengeber für den europäischen Markt, ob es sich da um Aktien dreht oder um Anleihen, Rohstoffe und Währungen. Und das Gros der Handelszeiten in Asien und den USA liegt jetzt einmal außerhalb der europäischen. Daher kommt es oft zu größeren Kurslücken zum europäischen Handelsstart, die ihren Ursprung in einem Selloff oder einer Rallye im späten Handel der Wall Street haben. Potenzielle Auslöser gäbe es da ja reichlich:

Entscheidungen der US-Notenbank, Statements seitens der US-Regierung, die auch für den US-Handel normalerweise nach Handelsende einlaufenden Bilanzen wichtiger, richtungweisender US-Unternehmen wie z.B. Apple oder amazon.com. Und der nächste Chart zeigt, dass keineswegs nur der Aktienmarkt starke Impulse außerhalb unserer regulären Handelszeiten zeigt:

Handel und Bewegung bei Euro/US-Dollar

Hier haben wir die Euro/US-Dollar-Relation an den Tagen 20./21./22. März 2019, ebenfalls auf Stundenbasis. Sie sehen: Binnen dieser nur drei Tage kam es zu gleich zwei kräftigen Impulsen, die man hätte mitnehmen können. Am 20. März um 20 Uhr unserer Zeit ging es als Reaktion auf das da veröffentlichte Statement der US-Notenbank senkrecht nach oben.

Am 22. März um 10 Uhr vormittags unserer Zeit sackte Euro/US-Dollar dann wiederum als Reaktion auf fatal schwache europäische Einkaufsmanagerindizes kräftig durch, für die US-Trader an der Ostküste war das damit um 04:00 Uhr morgens. Was deutlich macht: Die Frage, ob und wie man am besten vor- und nachbörslich dabei ist, stellt sich nicht nur uns, sondern allen Tradern weltweit.

Dass es sinnvoll wäre, da einen Fuß in die Tür zu kriegen, um diese zahlreichen, wichtigen Impulse außerhalb unserer Handelszeit mitnehmen zu können, wird damit klar – aber wie? Man kann schließlich nicht nonstop wach bleiben. Und außerdem ist vor- und nachbörslicher Handel von den Gebühren und den Geld/Brief-Spannen doch sehr teuer – oder?

Wo lohnt sich vor- und nachbörslicher Handel, wo nicht?

Nicht unbedingt. Aber richtig ist schon: Vor- und nachbörslicher Handel lohnt sich in der Tat nicht überall. Es kommt darauf an, mit welchen Derivaten Sie agieren und in welchen Märkten Sie handeln.

Wo lohnt es sich in der Regel nicht?

Es lohnt eher nicht, Aktien vor- und nachbörslich zu ordern, es sei denn, Sie kämen mit einem vorher platzierten Limit günstig zum Zuge. Denn die Umsätze im vor- und nachbörslichen Aktienhandel sind bis auf wenige große Blue Chips sehr dünn, so dass die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs oft sehr hoch ist.

Es kommt zudem darauf an, mit welchen Derivaten Sie agieren. Futures und Optionen sind außerhalb deren Handelszeiten nicht regulär zu bekommen, da können Sie nicht einfach um ein Uhr Früh kaufen und verkaufen. Sie müssten sich auf die hiesigen Terminbörsen-Handelszeiten von 08:00 bis 22:00 Uhr beschränken.

In dieser Zeitspanne können auch Zertifikate gehandelt werden, auch Optionsscheine können, zumindest beim Emittenten, meist zwischen 08:00 bis 22:00 Uhr gekauft oder verkauft werden. Da sollte man aber vorsichtig sein, was die „Spreads“ angeht. Gerade bei Derivaten auf Aktien gehen diese Geld-/Brief-Spannen dann oft deutlich auseinander, das lohnt oft nicht.

Keine oder kaum Veränderungen beim Spread finden Sie indes bei Derivaten, die ohnehin zu diesen Zeiten „aktiv“ sind, weil sie weltweit rund um die Uhr aktiv gehandelt werden. Das betrifft Währungen und Dow Jones, oder DAX.

Wo lohnt vor- und nachbörslicher Handel?

CFDs bieten eine gute Basis für außerbörsliches Trading. Viele Broker ermöglichen den Handel auch vor 08:00 Uhr und nach 22:00 Uhr. Normalerweise würden diese14 Stunden ja reichen, aber manchmal, wenn z.B. Apple Quartalszahlen liefert, Trump twittert oder Konjunkturdaten in China auf den Tisch kommen, wäre es hilfreich, dann handeln zu können, wenn diese Informationen kommen und der Rest der Welt reagiert.

Zwischen 22 und 08:00 Uhr liegen die Spreads auch hier weiter auseinander, aber wenn es zu wichtigen Impulsen kommt, rechnet sich das trotzdem. Vor allem bei den großen Indizes, bei Währungen oder Rohstoffen, wo starke Impulse außerhalb unserer Handelszeit in Europa keine Seltenheit sind. Aber wie, wenn man nicht nonstop auf die Charts blicken kann?

Wie handelt man sinnvoll außerbörslich?

Die Lösung sind Limits, die man für „seinen“ Markt hinterlegt, bevor man die Computer abschaltet und sich anderen Dingen widmet. Sicher, mit einem Limit hätten Sie nicht die Möglichkeit das Geschehen zu überwachen, könnten in ein DAX Future vor:

Wir haben hier potenzielle Limit-Levels für Long-Trades in blau markiert. Wenn man eine Order hinterlegt, muss man nicht live dabei sein, wenn sie ausgelöst werden soll. Mit dieser Methode hätte man „in Abwesenheit“ über CFDs Long kaufen oder zukaufen können. Zudem lässt sich hier ein Aufwärtstrend einzeichnen. Sobald der nach dem zweiten Punkt am 2. April existiert, ließe sich dieser als Orientierung für Stop Loss-Orders Long oder als Stop-In-Limit für Short-Trades nutzen (rote Linien). Sie sehen:

Vor- und nachbörslicher Handel lohnt sich nicht mit jedem Derivat und in jedem Bereich, aber dort, wo sich solche Gelegenheiten bieten, ist es sinnvoll, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich da bieten, ohne deshalb auf den nötigen Schlaf verzichten zu müssen!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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