Der Nasdaq-Index – Alles über den weltweit wichtigsten Technologieindex

Alles, was Sie über die US-Technologiebörse Nasdaq wissen müssen

Als die Nasdaq im Jahr 1971 aus der Taufe gehoben wurde, waren sehr viele Investoren äußerst skeptisch. Diese Börse war eine reine Computerbörse, ein absolutes Novum zur damaligen Zeit. Würde man einem Handel so ganz ohne Parkett und Händler trauen können? Wäre Unregelmäßigkeiten dadurch nicht Tür und Tor geöffnet?

Das Misstrauen wurde durch die absolute Zuverlässigkeit und das beeindruckende Tempo, mit dem Orders auf diesem Weg abgewickelt werden konnten, besiegt. Heute ist die Nasdaq „die“ Technologiebörse schlechthin, beherbergt die Aktien der namhaftesten Hightech-Unternehmen und ist der Schrittmacher für Technologieindizes weltweit. In diesem Beitrag machen wir einen Streifzug durch diese Börse und alles, was man darüber wissen sollte.

Was … und wo … ist die Nasdaq?

Da die Nasdaq ein reiner Computerbörsenplatz ist, gehen viele davon aus, dass sie auch keinen festen Ort hat, wo man sie finden könnte. Aber das ist so nicht richtig, denn natürlich braucht auch dieser Marktplatz Räumlichkeiten. Die Börse findet man ebenfalls, wie die New York Stock Exchange mit ihren Indizes wie Dow Jones oder Standard & Poor’s 500, in New York. Sie liegt aber nicht an der Wall Street, sondern am Times Square in Manhattan.

Was diese Börse ist und wo ihr Ursprung liegt, entdeckt man, wenn man ihre Bezeichnung NASDAQ ausschreibt, denn dieser wenngleich eingängige Name ist eigentlich eine Abkürzung für „National Association of Securities Dealers Automated Quotations“, d.h. die automatisierte Kursstellung durch den nationalen Verband der Aktienhändler. Diese Vereinigung kreierte und startete diese erste Computerbörse der Welt am 8. Februar 1971.

Wissens-Splitter zum Thema Nasdaq

  • An der Nasdaq sind derzeit über 3.000 Unternehmen mit ihren Aktien vertreten. Auch, wenn man oft hört, dass es sich um eine reine Technologiebörse handele, sind andere Branchen ebenso vertreten, es existiert keine Beschränkung auf den Technologiesektor. An der Nasdaq findet man Banken, Textilunternehmen, Autozulieferer und viele andere Branchen.
  • Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass auch ausländische Unternehmen zahlreich an der Nasdaq gelistet sind, so z.B. Alibaba oder Baidu.
  • Doppel- oder Dreifachnotierungen sind nicht unüblich. Apple beispielsweise ist an der Nasdaq notiert, ist aber im Dow Jones ebenso enthalten wie im marktbreiteren Standard & Poor’s 500 (S&P 500).
  • Die Nasdaq-Indizes sind allesamt sogenannte Kursindizes, Dividenden werden also bei der Kursberechnung der Indizes nicht mit einbezogen, wie das z.B. beim DAX der Fall ist, der zwar auch als Kursindex berechnet, in den Medien aber immer nur als Performanceindex gezeigt wird, bei dem Dividenden einbezogen und wie Kursgewinne behandelt werden.

Die Nasdaq-Indizes

Der Index, der sämtliche Aktien in einem Index zusammenfasst, wobei diese entsprechend ihrer Marktkapitalisierung unterschiedlich stark gewichtet sind, ist der Nasdaq Composite Index. Ihn gibt es seit der Gründung der Börse, also seit 1971. Der folgende Chart zeigt diesen Index in einer logarithmischen Skalierung, die prozentuale Veränderungen jeweils in gleicher Größenordnung abträgt. Sie sehen: Bis auf die Phase 2000 bis 2003, als die sogenannte Internetblase platzte, gab es zwar immer wieder auch schärfere Korrekturen, aber der übergeordnete Trend weist dynamisch aufwärts … seit beinahe 50 Jahren.

Darüber hinaus gibt es an der Nasdaq zahlreiche branchen-spezifizierte Subindizes für die Bereiche Banken, Transport, Biotechnologie, Computer, Versicherungen, Telekommunikation und ein paar weitere mehr. Das ist aber nicht unüblich, vergleichbare Subindizes finden sich z.B. auch beim S&P 500 oder beim Euro Stoxx 50. Der wichtigste aller Subindizes ist aber der Nasdaq 100. Er selektiert die in ihm enthaltenen 100 Aktien nicht nach Branchenzugehörigkeit, sondern nach Größe in Form der Marktkapitalisierung.

(Einschub: Marktkapitalisierung bedeutet die Summe, die sich aus der Zahl der frei umlaufenden Aktien eines Unternehmens multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs ergibt).

Diese 100 Aktien des Nasdaq 100 sind die „crème de la crème“ der Börsen. Hier sind die ganz, ganz großen Blue Chips der Technologiebranchen gelistet: Apple, Microsoft, Intel, amazon.com, Netflix, Facebook, Google (bzw. Alphabet).

Diesen Nasdaq 100 mit seinen Stars der Nasdaq-Börse gibt es erst seit Ende Januar 1985. Aber seither ist seine Karriere beeindruckend. Der folgende Chart zeigt diesen „Flaggschiff-Index“ der Nasdaq im Vergleich zum Gesamtindex, dem Nasdaq Composite. Der Anstieg dieser 100 Top-Aktien aus Sicht der Marktkapitalisierung beträgt im Vergleich zum Composite-Index seit 1985 glattweg das Doppelte!

Die 20 größten Unternehmen des Nasdaq 100 (nach Marktkapitalisierung)

Die Nasdaq beherbergt wahre Unternehmensgiganten. Gemessen an der Marktkapitalisierung gibt es nur wenige Unternehmen, die im Bereich von einer Billion US-Dollar rangieren. Und wenn man nach diesen sucht, wird man vor allem hier, an der Nasdaq, fündig. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die, Stand Anfang Juni 2019, größten an der Nasdaq und damit automatisch auch im Nasdaq 100 notierten Unternehmen:

Die Top 20-Schwergewichte der Nasdaq

PlatzUnternehmenMarktkapitalisierung
(Mrd. USD)
Performance
über ein Jahr (bis 3.6.19)
1Microsoft85018.9%
2amazon.com7803.1%
3Apple745-8.9%
4Facebook379-15.4%
5Alphabet (Google) C345-7.4%
6Alphabet (Google) A296-8.5%
7Cisco21518.6%
8Intel178-23.9%
9Comcast16631.0%
10PepsiCo16128.6%
11Netflix134-6.5%
12Adobe Systems1183.1%
13PayPal11526.8%
14Costoco Wholesale9422.3%
15Amgen94-6.1%
16Broadcom92-1.2%
17Starbucks8933.9%
18Texas Instruments888.4%
19Charter Communications7644.2%
20Nvidia73-48.1%

Sie sehen: Da sind sie alle, diese großen Namen, diese Hightech-Börsenstars mit ihren über die Jahre unglaublich starken Performances. Aber hier finden wir auch Nicht-Technologieunternehmen unter den Größten: Starbucks, PepsiCo, Costco. Die Nasdaq ist in der Tat ein bunter Strauß aus den verschiedensten Branchen.

Für die großen Publikumslieblinge unter ihnen gibt es einen besonderen Namen, der mittlerweile untrennbar mit der Nasdaq verbunden ist: FAANG-Aktien.

Die FAANG-Aktien

Die vorstehende Tabelle hat zwei Dinge deutlich gemacht, die jedem Investor klar sein müssen:

  1. Die Entwicklung der an der Nasdaq gelisteten Aktien läuft nicht einmal ansatzweise gleichförmig, es kommt sehr darauf an, sich konsequent auf Aktien zu fokussieren, die einen intakten Aufwärtstrend vorweisen können. Und:
  2. Große Namen schützen nicht vor Kursverlusten!

Es ist zwar richtig, dass die Performances von Aktien wie Apple oder amazon.com über viele Jahre gerechnet weit besser ist als die des Index selbst. Das sehen Sie an der folgenden Chartabbildung, in der wir die sogenannten FAANG-Aktien mit dem Nasdaq 100 über einen Zeitraum von zehn Jahren vergleichen. Den Nasdaq 100, der ja, wie wir oben gesehen haben, wiederum weit stärker gelaufen war als der Gesamtindex, der Nasdaq Composite. Aber!

Wenn man genauer hinsieht, den Beobachtungszeitraum verkürzt, erkennt man ebenso wie anhand der negativen Performances in der Tabelle der Top 20 des Nasdaq 100 oben: Große Namen schützen nicht vor Verlusten. Im Gegenteil, gerade bei diesen FAANG-Aktien ist die Volatilität besonders hoch, weil sich auf diese bekannten Namen besonders viele kurzfristige Trader stürzen. Aber … was ist FAANG eigentlich?

FAANG ist die Kombination aus den Anfangsbuchstaben der großen Publikumslieblinge der letzten Jahre: Facebook, Apple, amazon.com, Netflix und Google (die jetzt Alphabet heißen). Oft nimmt man noch Microsoft mit hinzu und nennt diese Gruppe dann FAANG+M.

Was die Gewichtung im Nasdaq 100 angeht, machen diese mit Microsoft sechs Unternehmen ganze 46 Prozent aus – gewaltig! Entsprechend dominieren diese Aktien den Index, in positiven wie in negativen Phasen, wie dieser Chart zeigt, der diese Aktien im Vergleich zum Nasdaq 100 seit Jahresbeginn 2019 zeigt:

Faszination Nasdaq: Ein gewaltiger Pool an Chancen

Unsere Übersichtstabelle über die 20 größten Unternehmen im Nasdaq 100 hat es gezeigt: Über ein Jahr, gerechnet von Anfang Juni 2018 bis Anfang Juni 2019, haben viele der großen Namen zwar kurzzeitig große Gewinne erzielt, diese aber nicht selten in ein Minus verwandelt. Andere Aktien aber, bei denen man das im ersten Moment gar nicht denken würde, waren große Gewinner, so z.B. Starbucks, PayPal oder Pepsi.

Das macht deutlich, dass dieser Index eine unglaubliche Fülle an ganz verschiedenen Aktien bietet … und damit auch die Chancen sehr breit verteilt sind. Es lohnt daher, den Nasdaq Index nicht nur auf diese Publikumslieblinge „FAANG+M“ zu reduzieren, sondern die Nasdaq als das zu sehen, was sie ist: als einen gewaltigen Pool an Chancen!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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