Börsenblick

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Aktienanalyse:
Bilfinger: Was sagt uns das?

Aktuelle Analyse der Bilfinger Aktie

Bilfinger SE ist ein weltweit aufgestellter Konzern im Bereich Industriedienstleistungen.

Das Unternehmen hat sich von einem der größten deutschen Baukonzerne zu einem Engineering- und Serviceanbieter für Industrieanlagen, Kraftwerke, Immobilien und Infrastruktur entwickelt.

Darauf müssen Sie achten

Bilfinger ist ein typischer Zykliker. Wie alle Unternehmen in diesen Branchen sollten sie während eines Aufschwungs überproportional wachsen, da sie in der Krise ebenfalls überproportional leiden.

Gelingt das zyklischen Unternehmen nicht, sollte das für Investoren ein absolutes K.O.-Kriterium darstellen.

In der nächsten Krise sind massive Probleme zu erwarten und dementsprechend schwach entwickelt sich dann auch die Aktie.

Wie sieht es bei Bilfinger aus?

Leider befindet sich das im Jahr 1880 gegründete Unternehmen seit der Finanzkrise in einem regelrechten Niedergang.

Der Umsatz ist seitdem nahezu konstant rückläufig und man hat Probleme überhaupt einen Gewinn zu erzielen.

Auch die Veräußerung von Unternehmensteilen hat daran nichts geändert. Positiv erwähnen muss man allerdings die Tatsache, dass Bilfinger die Schulden dadurch auf ein Minimum reduziert hat. Die Bilanz sieht also ordentlich aus.

Dass die Aktie aber ein langfristiger Underperformer ist, dürfte auch nicht überraschend sein. Das Wertpapier notiert auf demselben Niveau wie vor der Jahrtausendwende.

Für mich ist das das zweite K.O.-Kriterium.

Ausblick und Bewertung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Umsatz um 2,6% auf 4,15 Mrd. Euro gestiegen. Das Bruttoergebnis lag aber lediglich bei 0,39 Mio. Euro.
Die Marge ist also gering und bereits die Vertriebs- und Verwaltungskosten in Höhe von 0,40 Mrd. Euro zehren alles auf. Aber das sind natürlich nicht die einzigen Kosten die in einem Konzern anfallen. (Seite 183)

Das EBIT hat sich zwar verbessert, war aber weiterhin negativ. Das Ergebnis lag bei -0,59 Euro je Aktie.

Die Gesamtsituation ist also problematisch und es erscheint fragwürdig, ob Bilfinger zeitnah wieder profitabel arbeiten kann. In den letzten fünf Jahren ist das schließlich nur einmal gelungen.

Der Bericht zum ersten Quartal 2019 stimmt auch nur bedingt hoffnungsvoller, ist zumindest aber keine Katastrophe.

Der Umsatz ist auf Jahressicht um 9% gestiegen, zum Vorquartal war er allerdings rückläufig.
Das EBIT hat sich von -13 auf -4 Mio. Euro verbessert, ein Verlust ist es dennoch.

Am Ende meldete Bilfinger einen Gewinn von 0,22 Euro je Aktie. Der Gewinn beruht aber vor allem auf dem Verkauf zweier Töchter, die einen Beitrag von 0,28 Euro je Aktie geliefert haben. Ohne das hätte man wieder einen Verlust eingefahren.

Nachhaltig ist das nicht und die Zweifel bleiben, ob und wann Bilfinger wieder operativ profitabel sein wird.

Ich zitiere aus einer Analyse zu Klöckner:

Ein kleiner Ratschlag

Genau aus diesen Gründen ist die Aktie auch ein langfristiger Underperformer. Klöckner notiert heute unter dem Ausgabepreis von 2006.

Es gilt wie immer: Investoren sollten die Finger von Aktien lassen, die ein Jahrzehnt oder länger nicht vom Fleck kommen.

Diese Unternehmen haben im Regelfall schwerwiegende strukturelle Probleme, die sie nie lösen konnten. Das Geschäft läuft einfach nicht.

Selbst wenn man argumentiert, man wolle nur traden und nicht investieren: Ist es nicht besser, gut laufenden Unternehmen zu kaufen, deren Aktien ganz von selbst zur Oberseite streben?
Ist das nicht aussichtsreicher und einfacher?

Vor Klöckner hatte ich zu Kursen von 9,35 und 6,44 Euro gewarnt. Aktueller Steht die Aktie bei 5,82 Euro.

Das sage ich Ihnen vor allem deshalb, weil es ein warnendes Beispiel ist. Auch optisch günstige Aktien können weiter fallen.

Der Umstand, dass sich eine Aktie auf einem 10-Jahres-Tief befindet, ist in den meisten Fällen keine Kaufgelegenheit, sondern ein hell blinkendes Warnsignal.

Kaufgelegenheiten sehen eher so aus: Eine Aktie bewegt sich seit 10+ Jahren aufwärts und hat kürzlich stark korrigiert.

Man könnte es einem Grundschüler erklären und er würde es verstehen.

Charttechnik

Nach den zuvor geschriebenen Worten könnte man auf den Chart eigentlich verzichten. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, sich die Aktie auch nur anzusehen. Selbst wenn man argumentiert, man wolle nur traden und nicht investieren… (siehe „Ein kleiner Ratschlag“)

Aber vielleicht gehören Sie ja zu den Lesern, die direkt zum Chart springen und denen die fundamentale Lage und die Meinung eines Analysten, der seit mehr als einem Jahrzehnt nichts anderes macht, egal ist.

Dann herzlich willkommen an dieser Stelle, es freut mich, dass Sie auch vorbeischauen.

Die übergeordnete Marschrichtung ist abwärts, das Chartbild klar bärisch und ein Rückfall auf 24,75 Euro wahrscheinlich.
Darunter finden sich keine weiteren Unterstützungen, da Bilfinger aber weitgehend in 5-Euro-Schritten läuft, drängt sich der Bereich um 20 Euro auf.

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Chart vom 10.05.2019 Kurs: 27,50 Kürzel: GBF - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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